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Veröffentlicht am 09.12.2020

Ein Buch voller Bestmomente

Alea Aquarius 6. Der Fluss des Vergessens
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Nach den dramatischen Ereignissen von Brighton, fehlen Alea, Tess, Ben und Sammy die Erinnerungen an die letzten zwei Monate. Kurz vor Hamburg merken sie, dass sie keine Ahnung haben, welcher Tag gerade ...

Nach den dramatischen Ereignissen von Brighton, fehlen Alea, Tess, Ben und Sammy die Erinnerungen an die letzten zwei Monate. Kurz vor Hamburg merken sie, dass sie keine Ahnung haben, welcher Tag gerade ist. Außerdem ist alles anders auf ihrem Schiff, der Crucis, eingeräumt und einige der Lebensmittel in ihren Schränken und Kühlschrank würden sie niemals kaufen. In Hamburg möchte Alea ihre Pflegemutter Marianne im Krankenhaus besuchen und merkt, dass sie schon von den Behörden gesucht wird. Alea und die anderen können gerade noch fliehen. Sie beschließen rheinaufwärts zu fahren, in Köln den Opa von Sammy und Ben zu besuchen, um schließlich nach Marseille zu gelangen. Unterwegs werden sie immer von einem dunklen Typen mit finsterem Blick und Leierkasten beobachtet, besonders, als sie die junge Ausreißerin Kit an Bord nehmen. Was will er nur von ihnen? Kit hat seltsame Knubbel und scheut das Wasser, die Blockade in Aleas Kopf beginnt zu pulsieren und sie spürt ganz deutlich, dass sie mit Kit vielmehr als nur Sympathie verbindet. Dennoch scheint etwas und jemand zu fehlen und irgendjemand greift alle Magischen an, die sich ihnen nähern wollen.... Kann die Alpha Cru, die sich selbst an ihren Namen nicht mehr erinnern kann, ihre Mission noch erfolgreich beenden, nachdem Orion ihnen das Gedächtnis genommen und Alea ihrer Meermädcheneigenschaften beraubt hat?

Dies ist der 6. Band der Reihe und der mit Abstand umfangreichste. Man sollte die Reihenfolge der Bände unbedingt einhalten, da sie auf einander aufbauen und man sich ansonsten unnötig die Spannung nimmt. Es wird zwar auf Vorgängerbände Bezug genommen, aber vor allem, um Menschen wir mir, die notwendigen Fakten noch mal ins Gedächtnis zu rufen, da ich meistens die Bände nur einmal lese und nicht wie meine Töchter auch noch die Hörbücher inhaliere. Bin ich mal zwischendurch etwas verwirrt, werde ich sofort von ihnen über alle Zusammenhänge aufgeklärt. Sie (13 und 11) sind tief im Universum von Alea Aquarius verwurzelt und lassen sich gerne von der spannenden, fantastischen aber auch ökologisch wachrüttelnden Geschichte mitreißen. Alea Aquarius hat eine Mission: ihre Aufgabe ist es, die Meere, die kurz vor dem Exitus stehen zu retten, damit weiterhin Leben in ihnen möglich ist. Das geht uns alle an, selbst wenn wir keinen Fisch essen, oder nicht am Meer leben. Daher zeigen Alea und die Alpha Cru nicht nur immer Wege auf, wie sich auch Kinder und Jugendliche engagieren können, sondern auch welche kleinen alltäglichen Beiträge auch sie schon leisten können. Außerdem haben sie auch Einfluss auf das Einkaufsverhalten ihrer Eltern und das sollte nicht unterschätzt werden.

Die Mitglieder der Alpha Cru sind Vollblutmusiker, die ihre Gedanken oft in Liedern ausdrücken. Immer wieder sind die ausdrucksstarken Texte ihrer Songs abgedruckt, die inzwischen sogar veröffentlicht wurden und die sich jeder Alea-Fan nun anhören und mitsingen kann. Vielleicht weckt es ja bei einigen Lesern die Liebe zur Poesie oder den Mut selbst Lieder zu schreiben oder gar mit selbst geschriebenen Songs aufzutreten.

Weil Alea und ihre Autorin eine Mission haben, ist dieser Band sehr umfangreich geworden. Ginge es nur um die Story, hätte man es auch straffen können. Aber gerade das poetische und ökologisch Aufklärende kommt bei den jungen Fans gut an. So gut, dass meine Große das Buch tatsächlich freiwillig in ziemlich kurzer Zeit selbst gelesen hat (und das als Lesemuffel!). Es kommen viele altersspezifische Themen vor, wie erste zarte Liebesgefühle, Freundschaft, Zusammenhalt und Schüchternheit, sowie soziales Engagement. Die Leser werden ermutigt ihrem Herzen zu folgen und ihren Gefühlen zu vertrauen. Die erste Liebe ist jung und zart und sollte genossen werden. Obwohl die jungen Mitglieder der Alpha Cru nicht von Erwachsenen kontrolliert werden, bleibt es bei Küssen, Streicheln, Kuscheln. Das finde ich auch als Zeichen für die Zielgruppe wichtig, die sich oft unter Druck gesetzt fühlt, in einem bestimmten Altern unbedingt weitergehende sexuelle Erfahrungen zu machen. Tatsächlich sollte man sich nie zu etwas überreden lassen, wonach einem das Herz nicht steht.

Auch dieses Abenteuer ist wieder richtig magisch und das obwohl Dr. Orion alles daran gesetzt hat, damit Magische sich der Crucis nicht nähern können. Gerade der Gedächtnisverlust erzeugt große Spannung, weil ausnahmsweise mal die Leser mehr wissen, als die Helden.

Kleiner Spoiler: Das Ende dieses Bandes könnte kaum in einem größeren Kontrast zu dem Vorgängerband stehen, es ist so wundervoll hoffnungsfroh! Ein echtes Buch voller Bestmomente! Allerdings waren wir auch nach Band 5 der festen Überzeugung, dass es so nicht bleiben wird und sie gemeinsam Lösungen finden werden!

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Veröffentlicht am 08.12.2020

Unglaublich spannend und gruselig!

Aleja und die Piratinnen. Das Schattenschiff
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Aleja (12) ist die Jüngste im väterlichen Haushalt, denn ihre Mutter ist verstorben. So wachsen sie und ihre zwei älteren Brüder in der Familienschenke in Sevilla auf, in der neben ihrem Vater auch ihre ...

Aleja (12) ist die Jüngste im väterlichen Haushalt, denn ihre Mutter ist verstorben. So wachsen sie und ihre zwei älteren Brüder in der Familienschenke in Sevilla auf, in der neben ihrem Vater auch ihre Großmutter mithilft und wohnt. Doch Aleja kann sich mit der Arbeit dort überhaupt nicht anfreunden, sie steckt ihre Nase immerzu in Bücher, lernt Fremdsprachen und liebt Abenteuer und Expeditionen. Doch ihr als Mädchen scheint dies alles verwehrt zu sein und ständig bekommt sie den Eindruck nirgendwo hinzupassen. Als sie die Verladung von Falschgeld beobachtet und sie dabei auffliegt, wird sie von den Fälschern gejagt und findet unerwartete Hilfe und Unterschlupf auf dem sagenumwobenen Schattenschiff. Hier segeln unter der Flagge der Athene nur Piratinnen, auf der Suche nach einer verschollenen magischen Karte. Diese zu finden ist nicht das einzige Problem: der berüchtigte Piratenjäger hat es auf Kapitänin Quinn und ihre erste Offizierin Malika abgesehen. Ehe sie es sich versieht, segelt Aleja als jüngstes Crew-Mitglied Richtung Marokko und findet dabei viel mehr als nur Abenteuer!

Die Hörbuchfassung ist gekürzt, aber dennoch bekommt man immer wieder mit, dass sich Aleja Sorgen und Gedanken um ihre Familie macht, die keine Ahnung hat, wo sie steckt und wie es ihr geht. Dass sie einfach so mitgesegelt ist, war aber auch nur eine Panne! Und was für eine, eine die sie ihr ganzes Leben lang nicht vergessen wird. Aleja und die Hörerinnen kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nicht nur, dass einige Crewmitglieder kaum älter sind als sie und sie so in Francis endlich zum ersten mal in ihrem Leben eine Gleichgesinnte, eine richtige Freundin findet, nein, dieses Piratenschiff heißt nicht umsonst Schattenschiff. Tatsächlich birgt dieses Schiff seine ganz eigenen, unvorhersehbaren Geheimnisse, die verblüffen können. Wann die Geschichte genau spielt ist nicht ganz klar, aber sicherlich vor der Erfindung des Automobils und dem Siegeszuges der Elektrik, von Smartphones ganz zu schweigen. So ist Aleja gut auf das raue Leben an Board vorbereitet und ist glücklich, dass hier ihr Sprachtalent und ihre Liebe fürs Rätsel knacken geschätzt werden. Hier werden Abenteuer und Magie, eine steife Prise und die Ungeheuer der Meere mit Freundschaft und dem Grauen dunkler verfluchter Höhlen in der Wüste verknüpft. Diese Piratinnen entführen nicht nur in eine fremde Zeit, sondern auch an ganz ungewöhnliche, fremde Orte, die Träumen lassen, von Abenteuer, Meer und Verbundenheit. Diese Crew zeigt ganz klar, dass Mädchen und Frauen alles können, wenn sie nur wollen und sich und ihre Talente für eine Sache einsetzen.

Die englische Autorin hat sechs Jahre in Spanien als Englischlehrerin gearbeitet und lässt ihre Liebe zu Sprache und Land in dieses Abenteuer mit einfließen. Den spanischen Begriff für Oma kannte ich nicht, aber ich konnte mir die Bedeutung schon denken, ehe er erklärt wurde. Einfach mal von den fremden, spanischen Begriffen verzaubern lassen.

Die Hörbuchbox ist sehr geschmackvoll gestaltet. Jeder Tonträger ist anders, passend zur Geschichte bedruckt und das Booklet mit den Trackangaben und Auszug aus dem Text ist im Schatzkartenlook gehalten.

Dieses Hörbuch ist auf jeden Fall richtig abenteuerlich spannend und auch bisweilen absolut gruselig! Absolut nichts für schwache Nerven! Dabei schont Schauspielerin und Sprecherin Madiha Kelling Bergner weder ihre Stimmbänder, noch unsere Neugier. Sie betont geschickt und spielt mit unseren Erwartungen, dabei klingt sie so jung, dass man ihr die Rolle der Aleja zu 100 % abnimmt. In den gruseligen Szenen, habe ich tatsächlich den Atem angehalten, so sehr ist es ihr gelungen, mich in das Geschehen hineinzuziehen. Aber es ist schon von Anfang an klar, dass sich hinter dieser Stimme kein Püppchen, sondern ein mutiger Forschergeist auf der Suche nach Abenteuern verbirgt. Dies ist Band 1 von 2 und ich bin schon sehr gespannt wie es weitergehen wird!

Für furchtlose Piratinnen ab 10 Jahren.

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Veröffentlicht am 07.12.2020

Aufräumalbtraum!

Robert räumt auf
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Mama und Papa sind ganz schön genervt, ständig Tisch decken, Spülen, Staubsaugen, Putzen, Wäsche waschen und aufräumen. Es nimmt kein Ende, geht ständig von vorne los und die Kinder Kira und Niko lassen ...

Mama und Papa sind ganz schön genervt, ständig Tisch decken, Spülen, Staubsaugen, Putzen, Wäsche waschen und aufräumen. Es nimmt kein Ende, geht ständig von vorne los und die Kinder Kira und Niko lassen alles liegen! Die zwei stört das aber auch gar nicht, sie haben wichtigeres zu tun, sie müssen spielen. Papa ist sich sicher, dass sie Hilfe brauchen. Das sehen die Kinder genauso, sie brauchen Hilfe beim Spielen! Am nächsten Morgen als Kira zu Schule gehen will, erblickt Kira etwas zwischen den gelben Säcken neben der Mülltonne: eine kleine Blechtonne mit rotem Regenschirm und freundlichen Gesicht: Robert, er ist gekommen, um zu helfen! Da fackelt er auch nicht lange und fängt gleich alles aufzuräumen. Die Familie ist begeistert, aber so mit der Zeit...

Ach, wäre das nicht schön, wenn einem die ganzen lästigen Pflichten abgenommen würden und man einfach mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben hätte? Anfangs ist die Familie auch ganz glücklich, aber die Schattenseiten nehmen leider immer weiter zu, dabei lässt Robert in seinem Eifer nicht nach! Doch schafft Robert etwas, was Mama und Papa nie für möglich gehalten hätten: die Kinder fangen an mitzuhelfen! Jeder seinen Fähigkeiten entsprechend. Das Schöne am Aufräumen ist ja eigentlich nicht, dass es anschließend schöner aussieht, sondern dass man weiß wo alles liegt! Aufräumen ist ja kein Selbstzweck das hat ja durchaus seine Berechtigung auch wenn es nervt!

Meine jungen Mitleser von 4 bis 10 Jahren, haben zuerst gerufen, dass sie auch einen Robert haben wollen und die lauschenden Mütter auch. Aber ganz schnell waren wir uns einig, dass wir dann doch lieber verzichten. Dabei ist Robert ein süßer Kerl, den wir gleich ins Herz geschlossen haben! Er sieht so freundlich aus, mit seinem kleinen roten Regen-/Sonnenschirm und er ist es eigentlich auch. Stets bemüht zu helfen. Aber gut gemeint ist halt noch nicht gut gemacht. Das ist ziemlich lustig, denn wir hätten gar nicht damit gerechnet, dass so viel schief geht. So hatten wir beim Lesen richtig viel Spaß, sind aber auch in uns gegangen und selbst die Kleinste hat überlegt, dass es doch gar nicht sooo schlimm ist, sich selbst um seinen Krempel zu kümmern!

Die Illustrationen von Katrin Dageför sind freundlich und fröhlich, genau wie Robert, Kira und Niko. Kinder ab 3 Jahren können viele bekannte Gegenstände auf den Bildern entdecken und beim Lesen auch benennen, wenn man sie fragt. Die Bilder sind klar gegliedert und überfordern daher auch die Kleinen nicht, regen aber durchaus zum Entdecken an. Gerade weil es um Alltagssituationen wie in der Küche oder auf dem Spielplatz geht, fühlen sie sich angesprochen und wissen, dass es eigentlich auch um sie selbst geht. Sprachlich richtig sich die Geschichte an Kindergartenkinder und ist für diese auch gut zu verstehen, aber nicht so simpel, dass ältere Geschwister sich dabei langweilen würden...

Ein alltägliches Ärgerthema kurzweilig, kritisch, aber vor allem witzig und schön verpackt! Ganz ohne Tadel, aber mit Selbsteinsicht. So soll es sein.

Wir können dieses wunderschöne Bilderbuch für kleine und große Aufräummuffel nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 04.12.2020

Magisch, spannend, stark und märchenhaft schön!

Penelop und die zauberblaue Nacht
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Nun ist es schon ein halbes Jahr her, seit Leopold Gowinda, Penelops Vater aus den Händen seiner Entführer, den Mitgliedern des goldenen Kondor-Ordens befreit wurde. Penelop ist so glücklich darüber, dass ...

Nun ist es schon ein halbes Jahr her, seit Leopold Gowinda, Penelops Vater aus den Händen seiner Entführer, den Mitgliedern des goldenen Kondor-Ordens befreit wurde. Penelop ist so glücklich darüber, dass sie ihn sogar zum Fußball begleitet. Auch ihre Mutter blüht richtig auf. So richtig begeistert ist sie, als sie erfährt, dass sie nun mit 12 Jahren endlich alt genug ist, um mit Gina und Tom in ein Feriencamp für Ihresgleichen zu fahren. Dort soll sie lernen ihre Kräfte zu beherrschen und Magie zu wirken. Wie groß ist die Enttäuschung, als sie erfährt, dass sie und Gina nun doch nicht dorthin dürfen, weil dieses Jahr keine Mädchen mehr zugelassen sind. Penelop und Gina sind sauer und enttäuscht, doch so einfach wollen sie nicht aufgeben. Da die Eltern der anderen ausgeschlossenen Mädchen keinen Protest formieren wollen, beschließen die zwei, sich heimlich als Jungen zu verkleiden und so doch endlich lernen zu dürfen. Ob sie wohl auffliegen werden, unter so vielen Jungen?

Mit dem Ende von Band 1 wurde ich leider nicht ganz warm, weil mir zu viele Fragen offen blieben. Meine Jüngste und ihre Freundin lieben Band 1 jedoch, daher war klar, dass wir unbedingt wissen wollen, wie es nun weiter geht. Würde Penelop noch mehr geheimnisvolle Talente an sich entdecken, außer mit der Straße zu sprechen oder zu fliegen? Penelop dachte, dass es ihre roten Haare seien, die Ihresgleichen die Kraft verliehen, doch im Camp muss sie feststellen, dass es Ihresgleichen in allen Größen und Farben gibt. Lehrerinnen sind dort zwar erlaubt, doch Mädchen nicht. Deswegen haben sie und Gina sich extra die Haare abgeschnitten und neue Namen gegeben, um nicht aufzufallen. Dabei steckt die Kraft doch in den Haaren und viele dort, haben viel längere Haare als sie!

Interessant finde ich die Informationen zu den Strukturen des Goldenen Kondors. Diese Traditionalisten setzen sich für mehr funktionales Zaubern, absoluten Gehorsam und den Ausschluss von Frauen und Mädchen ein. Sie wurden immer mehr und gewaltbereiter und waren auf der Suche nach Spitzeln, mit denen sie ihre Gegner in Schach halten wollten. Die Anhänger dieser Bewegung waren schon an ihrer Kleidung nach außen deutlich sichtbar.
Unwillkürlich denkt man an totalitäre Regime, bei denen unkritischer Gehorsam und Ausschluss, aller, die anders sind und anders denken praktiziert wird. Dabei ist hier der Gedanke der Unterdrückung von Mädchen frappierend, die durch den Ausschluss von Bildung besser unter Kontrolle gehalten werden sollen. Dieses magische Märchen ist für mich ganz klar ein feministisches Manifest, dass sich deutlich gegen Intoleranz, Radikalität, Elitendenken und Autokraten richtet. Vieles beim Goldenen Kondor, seiner Forderung nach unbedingten Gehorsam, statt eigenem Denken erinnert mich stark an den Nationalsozialismus und die nationalistischen Staatsführer, die in einigen Ecken der Erde (und leider auch in unserer Nachbarschaft) an Zulauf gewinnen. Daher kann man gar nicht früh genug auf diese Gefahr und die wahre Motivation dieser vermeintlich starken Männer warnen. Aber keine Sorge, diese Geschichte indoktriniert nicht, sie verzaubert, lädt aber gleichzeitig zum eigenständigen Denken ein und das ist gut. Penelop und ihre Freunde finde ich ausgesprochen sympathisch beschrieben und auch ihre Entwicklungen lassen sich gut nachvollziehen. Dieses Camp bietet nämlich einige Überraschungen, nicht nur für die Zuhörer. Auch wenn diese magische Geschichte sich für Gleichberechtigung ausspricht, ist es dank der vielen Jungs im Camp sicherlich auch für männliche Zuhörer spannend und die Botschaft schadet ihnen ganz gewiss nicht!

Sascha Icks gefällt uns auch dieses Mal wahnsinnig gut, mit ihrer sehr ausdrucksstarken und sehr angenehm warmen Stimme. Sie verleiht der Geschichte bei aller Spannung und Aufregung etwas sehr freundliches und märchenhaftes. Es ist ein Genuss, ihr zuzuhören. Kein Wunder, dass sie 2020 den Deutschen Hörbuchpreis 2020 gewonnen hat.

Die Pappklapphülle ist liebevoll mit Illustrationen aus dem Buch gestaltet, da kann man sich Penelop alias Perry und Gina als Gino gleich besser vorstellen!

Ein zauberhaft-magisches Abenteuer mit märchenhaften Zügen und einer starken Botschaft für Gleichheit und Toleranz! Absolut hörenswert.

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Veröffentlicht am 01.12.2020

Hurra, das stecken Musik und Liebe drin!

Hurra, wir spielen ein Konzert
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Das Eichhörnchen und der Igel sind beste Freunde und wohnen auch zusammen. Sie verbindet die Liebe zur Musik. Das Eichhörnchen spielt Mandoline und der Igel die Geige. Das mag zwar eine ungewöhnliche Kombination ...

Das Eichhörnchen und der Igel sind beste Freunde und wohnen auch zusammen. Sie verbindet die Liebe zur Musik. Das Eichhörnchen spielt Mandoline und der Igel die Geige. Das mag zwar eine ungewöhnliche Kombination sein, aber sie entlocken ihren Instrumenten gemeinsam die schönsten Klänge und Melodien. Weil sie so viel Freude an der Musik haben, möchten sie diese Freunde gerne mit anderen teilen und beschließen, dass sie gerne mal vor Publikum auftreten würden. So ein richtiges Konzert wäre doch aufregend, doch wie macht man das? In der Zeitung finden sie die Ankündigung eines Konzertes in der örtlichen Halle. Begeistert rufen sie dort an, doch der Bär, der dafür zuständig ist, wimmelt sie grob ab, da er sie nicht kenne und von einem Konzert mit Violine und Mandoline habe er ja noch nie gehört! Das macht die zwei Freunde sehr traurig. Ihre Freude an der Musik, kann es ihnen aber nicht nehmen. Also beschließen sie zusammen im Wald zu spielen und ein paar anderen Tieren Ort, Datum und Zeit zu nennen, damit sie zuhören können.

Musik ist nicht nur wunderschön, sie verbindet auch, besonders wenn man sie sich gemeinsam anhört oder musiziert. Dann ist es ein Fest für Ohren und Seele. Dabei müssen es nicht unbedingt die berühmtesten Musiker der Welt sein. Die Freude an der Musik überträgt sich auch so von leidenschaftlichen Musikern, seien es Profis oder nur Liebhaber, auf ihr Publikum. Es ist für die Musiker ebenso schön, die Freude an der Musik an den Gesichtern ihrer Zuhörer abzulesen, wie es für diese ist, ihnen zu lauschen. Dabei kann man überall musizieren. Es muss kein Konzerthaus sein, auch in der Natur macht es Freude, besonders, wenn man sehen kann, wie sehr die Zuhörer dem Ereignis entgegen fiebern.

Tatsächlich, das Konzert der Freunde wird ein voller Erfolg! Es wird ein Fest für die Musik und ein Ort der Begegnung, bei dem Tiere miteinander sprechen, die bislang noch nie miteinander zu tun hatten! Es braucht also gar nicht unbedingt einer Halle, die Begeisterung für die Musik reicht für ein unvergessliches Erlebnis. Die Tiere des Waldes zeigen ihre Begeisterung ganz offen und ehrlich und überraschen das Eichhörnchen und den Igel mit... Das wollen wir ja nun nicht verraten. Der Umgang der zwei Freunde miteinander ist sehr herzlich, auch wenn man den Igel mit seinen Stacheln wohl kaum knuddeln kann, aber das ist ja rein äußerlich, von innen kommt ganz viel Anschmiegsamkeit! So gibt es zu den positiven Botschaften auch immer etwas zum Schmunzeln, bzw. für die Zielgruppe ab 4 Jahren, sogar zum Lachen. Ganz klar und schon für die Kleinen verständlich ist: man braucht keine Angst zu haben, auch wenn mal was schief läuft, man ist unter Freunden und wird nicht ausgelacht. Wenn mal was nicht so klappt, einfach noch mal von vorne versuchen, ist nicht schlimm – jeder macht mal Fehler. Die Freude zählt! Welche wunderschöne Botschaft, die Mut macht und Lampenfieber nehmen kann!

Die Illustrationen von Jessica Marquardt sind sehr liebevoll und freundlich. Durchweg farbig unterstützen sie die Geschichte an den richtigen Stellen und so manches Kind wird nun neugierig auf eine Mandoline sein. Das ist ja immerhin ein Instrument, dass nicht ganz alltäglich ist!

Marie-Luise Dingler ist Vollblutmusikerin und tritt mit ihrem Bruder Christoph als Violinduo „The Twiolins“ auf. Durch den Corona-Lockdown, der die Kulturbranche besonders hart trifft, fand sie die Zeit diese liebevolle Geschichte niederzuschreiben, die ihr schon lange im Kopf herumspukte...

Ein wunderschönes Bilderbuch für kommende Vollblutmusiker, egal ob als Laien oder Profis, die Liebe zur Musik zählt und verbindet.

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