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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2017

Unbedingt lesen

Die unsichtbare Grenze
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Andreas wächst in bitterer Armut in einem Schweizer Bergdorf auf. Dort herrscht finsterer Aberglaube und eine alte Teufelssage wird von Generation zu Generation weitererzählt. Andreas erkennt, daß er in ...

Andreas wächst in bitterer Armut in einem Schweizer Bergdorf auf. Dort herrscht finsterer Aberglaube und eine alte Teufelssage wird von Generation zu Generation weitererzählt. Andreas erkennt, daß er in diesem Dorf keine Zukunft hat und geht in die Stadt, um eine höhere Schule zu besuchen. Leider muß er dafür seine Jugendliebe Elfi im Dorf zurück lassen. Einige Jahre später lernt Andreas den Engländer Clifton kennen. Der reiche Erbe ist besessen vom Vorhaben, den Teufel zu suchen. Leichtfertig erzählt Andreas ihm die Teufelssage aus seiner Heimat. Bald merkt er aber, daß dies ein großer Fehler war und reist in sein Heimatdorf. Er sorgt sich um die Bewohner und besonders um seine Elfi.

Das Buch fängt bedächtig an und nimmt dann rasant an Fahrt auf. Die Geschichte ist nicht nur spannend, sie erzählt auch ganz genau, wie die Menschen gestrickt sind. Jahrzehnte leben Menschen zusammen, einige sind erfolgreicher als die anderen und schüren damit Neid. es glimmt nur ein kleiner Funke, und ein Flächenbrand entsteht. Die sich jahrelang im Nachteil gefühlt haben, bekommen Oberwasser und lassen ihrem Frust freien Lauf. Man sollte nicht den Fehler begehen, zu denken: Ja, das war damals so!. Das hat sich bis heute nicht geändert. Deshalb können wir aus diesem Buch viel lernen.

Veröffentlicht am 25.02.2017

King von einer anderen Seite

Joyland
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Devin Jones bewirbt sich um einen Aushilfsjob für die Semesterferien im Vergnügungspark Joyland. Frisch von seiner Freundin Wendy getrennt, ist diese Abwechslung genau richtig für ihn. Er erfährt, daß ...

Devin Jones bewirbt sich um einen Aushilfsjob für die Semesterferien im Vergnügungspark Joyland. Frisch von seiner Freundin Wendy getrennt, ist diese Abwechslung genau richtig für ihn. Er erfährt, daß es in der Geisterbahn Horror House spuken soll, nachdem dort einem Mädchen während der Fahrt die Kehle durchgeschnitten wurde. Der Mörder wurde nie gefaßt. Die Wahrsagerin des Vergnügungsparkes sagt ihm voraus, daß er nach einem Mädchen mit roter Mütze und einem Jungen mit Hund Ausschau halten soll. Und tatsächlich - das Mädchen mit roter Mütze begegnet ihm. Und noch mehr: er rettet ihr das Leben, nachdem sie droht, an einem Stück Wurst zu ersticken. Auch der Junge mit Hund spielt für ihn eine Rolle. Es ist Mike, der an Muskelschwund leidet und nicht mehr lange zu leben hat. Mit ihm und seiner Mutter Annie freundet sich Devin an. Gemeinsam kommen sie hinter das Geheimnis von Horror House und geraten bei ihrer Suche nach dem Mörder selbst in Gefahr.

Mit Joyland hat Stephen King einen außergewöhnlichen Roman geschrieben. Hier steht kein menschenfressendes Monster im Vordergrund, sondern die sentimentale Geschichte eines Jungen auf dem Weg zum Erwachsen werden. Der Geist von Horror House spielt eher eine kleine Nebenrolle, die jedoch für die Handlung immens wichtig ist. Dies Buch ist kein Horrorroman, nein, hier geht es um viel mehr. Tragik um ein todkrankes Kind, um unerfüllte und erfüllte Gefühle. bei all dieser Tragik ist das Buch jedoch nicht langweilig, im Gegenteil, es nimmt den Leser auf eine sehr spezielle Art für sich gefangen.

Hier beweist Stephen King, daß er auch anders kann, als sein Ruf her gibt. Ein super Buch, solange man keinen typischen Stephen-King-Horror erwartet!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Wunderschön

Morgen kommt ein neuer Himmel
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Brett ist 14 Jahre alt, als sie eine Liste mit ihren Zielen schreibt, die sie im Leben erreichen will. Zwanzig Jahre später stirbt ihre Mutter. Bei der Testamentseröffnung gibt ihr der Anwalt diese Liste ...

Brett ist 14 Jahre alt, als sie eine Liste mit ihren Zielen schreibt, die sie im Leben erreichen will. Zwanzig Jahre später stirbt ihre Mutter. Bei der Testamentseröffnung gibt ihr der Anwalt diese Liste und einen Brief ihrer Mutter. Sie will, daß Brett die fehlenden Punkte ihrer Liste erledigt, bevor sie an ihr Erbe kommt. Zuerst ist Brett einfach nur wütend, aber dann macht sie sich daran, die Vorsätze zu erfüllen. Das bedeutet aber, daß sie ihr sicheres Leben gewaltig umkrempeln muß. Nach und nach kommt ihr die Erkenntnis, daß ihre Mutter es gut mit ihr gemeint hat. Doch ihr kommen Zweifel, ob sie die gesetzten Ziele alle erreichen wird.

Das Buch hat mich sehr berührt. Auf der einen Seite ist es voller Humor, aber es macht auch nachdenklich und manchmal ist man einfach nur traurig. Die Geschichte beschreibt unsere Gesellschaft mit all ihrem Streben nach Geld und Ruhm. sie vergißt aber nicht, daß es viele Menschen gibt, die auf der Strecke bleiben und am Rand leben müssen. Trotzdem ist die Geschichte nicht sentimental geschrieben. Sie läßt sich flüssig lesen und man hat ein Problem, wenn man die Lesestunde unterbrechen muß. Man möchte einfach nur weiterlesen.

Veröffentlicht am 25.02.2017

Macht Spaß

Liebesglück und Beerenkipferl
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Karla Fischer arbeitet als Angestellte in einer Wiener PR-Agentur.Doch dann passiert es: ihr wird gekündigt, da die Wirtschaftslage mehr als schlecht ist. Und auch ihr Bankberater macht ihr klar, daß sie ...

Karla Fischer arbeitet als Angestellte in einer Wiener PR-Agentur.Doch dann passiert es: ihr wird gekündigt, da die Wirtschaftslage mehr als schlecht ist. Und auch ihr Bankberater macht ihr klar, daß sie mit ihrem Shoppingverhalten so nicht weiter über die Runden kommt. Als auch noch das Arbeitsamt keine Stelle in Wien für sie hat und sie erfährt, daß ihre einzige Möglichkeit die Firma Gosauer Schuhe in Hinter - Russbach ist, bricht für Karla eine Welt zusammen. Als geborener Großstadtmensch tut sie sich zunächst schwer mit den Gewohnheiten der Hinter - Russbacher, doch schnell lebt sie sich ein und lernt die Dorfbewohner und die Kollegen aus der Schuhfabrik kennen und schätzen. Bis sie schließlich sogar gemeinsam mit ihnen um den Erhalt der Firma kämpft....

Dies Buch ist pure Unterhaltung. Man liest und liest und findet einfach kein Ende. Der Schreibstil ist locker und flockig, der Humor von einer sehr angenehmen Art. Nicht zu albern, aber doch intensiv. Die Charaktere sind durchweg liebevoll beschrieben, man mag sie einfach sofort. Die Handlung ist durchweg interessant und trotz des Humors auch sehr spannend, denn man möchte als Leser ja unbedingt wissen, wie lange es Karla in der Provinz aushält und wie es ihr dort ergeht. Ganz nebenbei wird man auch nachdenklich, denn es stellt sich die Frage, ob man nicht auch auf anderem Wege als der Karriereleiter glücklich werden kann und daß sich hinter mancher Maske ein ganz anderer Mensch versteckt. Man sollte wirklich öfter mal einen zweiten Blick riskieren.

Auf dieses Buch bin ich aufgrund des tollen Covers aufmerksam geworden und nicht enttäuscht worden!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Unbedingt lesen

Der Weg
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Die Geschichte beginnt kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges. Auf einem Gut in Ostpreußen leben ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Sie feiern die erfolgreiche Ernte und ahnen, daß diese Feier das ...

Die Geschichte beginnt kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges. Auf einem Gut in Ostpreußen leben ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Sie feiern die erfolgreiche Ernte und ahnen, daß diese Feier das letzte Beisammensein für sie ist. Da sind der Gutsherr Dietrich von Thumek und seine Frau Anna, ihr Sohn Olaf - der Genesungsurlaub von der Front hat - und die junge Polin Nadja. Die beiden träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Der englische Flieger Henry Milton gehört zur Gruppe, nachdem er mit seinem Flugzeug auf dem Gutsgelände abgestürzt ist. Die Leute haben ihn bisher erfolgreich vor den Nazis verstecken können. Dann sind da noch die Arbeiter und polnische Erntehelfer. Obwohl sie eigentlich Feinde sein müßten, sind sie alle zusammen eine friedliche Gemeinschaft. Das ändert sich sehr bald. Olaf muß zurück an die Front, die Polen gehen zurück in ihre Heimat und Henry Milton wird von den Russen aufgegriffen und an die Engländer übergeben. Ganz hart trifft es Olaf. Er gerät in russische Gefangenschaft und muß in einem Bleibergwerk im Ural schuften. Nach endlosen Jahren gelingt ihm mit einigen Kameraden die Flucht. Sie müssen unendliche Strapazen auf sich nehmen um in ihre Heimat zurückzukehren. Dort finden sie sich nach so langer Zeit nur schwer zurecht. Die Heimat ist ihnen fremd geworden. Auch für die anderen Bewohner des Gutes ist nicht alles gut gegangen. Viele leiden noch lange nach dem Ende des Krieges an den Nachwirkungen. Für Olaf ist die Rückkehr in seine Heimat gleichzeitig das Ende eines langen Weges!

Ich habe das Buch von Anfang bis Ende verschlungen. Der Schluß muß jetzt erst einmal geistig verarbeitet werden. Da erträgt ein Mensch jahrelang diese Qualen, kommt dann endlich in die Heimat und merkt, daß alles vergebens war. Das zeigt ganz deutlich, daß mit dem Ende eines Krieges noch lange nicht auch das Ende der Menschen erreicht ist. Daran sollte eigentlich jeder Präsident oder Minister denken, der schon wieder von Soldaten mit Waffen in der Hand träumt. Interessant fand ich den Nachtrag. Es tat gut zu erfahren, daß wenigstens einige Leute dieser Geschichte ihren Frieden gefunden haben.

Ein sehr außergewöhnliches Buch, das unbedingt gelesen werden sollte!