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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2017

Unbedingt lesen

Erntezeit: Thriller
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Zons im Jahre 1496. Bastian Mühlenberg ist auf der Spur des Schatzes, den der Erzbischof von Saarwerden bei der Errichtung der Stadtmauern unterirdisch versteckt hat. Während dieser Suche wird Zons von ...

Zons im Jahre 1496. Bastian Mühlenberg ist auf der Spur des Schatzes, den der Erzbischof von Saarwerden bei der Errichtung der Stadtmauern unterirdisch versteckt hat. Während dieser Suche wird Zons von einem Mörder heimgesucht. Als unbescholten angesehene Bürger verschwinden spurlos, alles was aufgefunden wird ist ihre Zunge als Zeichen ihrer Sünden. Die Spuren führen Bastian in das unterirdische Labyrinth von Zons und er stößt auf ein dunkles Geheimnis....

Zons heute. In den Rheinauen von Zons wird ein menschlicher Fußknochen gefunden. Was zunächst als alte Gebeine identifiziert wird, wird jedoch schnell zur Gewißheit, daß die Knochen noch frisch sind. Kommissar Oliver Bergmann stößt während seiner Ermittlungen auf eine Menge Verdächtige. Im Spiel sind die Salzsäureanlage im Chemiepark Dormagen ebenso wie ein Banker. Doch dann geraten auch noch die Studentin Emily und ihre Freundin Anna in Gefahr und Oliver muß sich mit seinen Ermittlungen beeilen....

"Der Sichelmörder von Zons" ist ein zweigleisiges Buch. Zum einen spielt die Handlung in der Vergangenheit, zum anderen in der Gegenwart. Die beiden Schauplätze wechseln von Kapitel zu Kapitel, sind aber klar abgegrenzt, so daß es keine Verwechslungen gibt. Die Charaktere sind toll herausgearbeitet und sind auch in diesem eigentlichen zweiten Teil einer Serie gut beschrieben. Man kann dies Buch ohne Vorkenntnisse lesen, jedoch wird immer wieder Bezug zum Vorgänger genommen, so daß man hier beim Lesen das Gefühl bekommt, unbedingt noch den ersten Teil lesen zu wollen. Die Stadt Zons wird hier wundervoll beschrieben, und wenn man, so wie ich, Zons kennt, bekommt man einen tollen Einblick in das alte Zons und kann sich, wenn man mal wieder in dieser alten Stadt ist, alles gut vor Augen führen. Aber auch wenn man Zons nicht kennt, bekommt man ein durch den bildlichen Schreibstil der Autorin ein gutes Gefühl dafür, wie es in Zons damals und auch noch heute aussieht.

Ein toller Krimi an einem interessanten Ort!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Toller Lokalkolorit

Strandräuber
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Auch im zweiten Teil von Hanne Nehlsen´s Pellworm-Serie muß sich Frerk Thönnissen mit einem Verbrechen herumärgern: Die Sparkasse wurde überfallen. Und wieder soll ihm Hauptkommissar Hundt vom Festland ...

Auch im zweiten Teil von Hanne Nehlsen´s Pellworm-Serie muß sich Frerk Thönnissen mit einem Verbrechen herumärgern: Die Sparkasse wurde überfallen. Und wieder soll ihm Hauptkommissar Hundt vom Festland behilflich sein. Und dieser wittert hinter einfach jedem einen Verdächtigen, egal, ob es die russischen Urlauber sind, Bürgermeister Feddersen, der Sparkassenleiter oder die Ipsen-Brüder - für Hundt kommt jeder in Frage. Doch wer war es wirklich?

Auch die Fortsetzung von "Tod im Watt" ist wieder ein Volltreffer. Der Schreibstil ist auch hier einfach herrlich fließend, das Buch liest sich wie von selbst. Die humoristischen Einlagen sind herrlich - vor allem durch die vielen Fettnäpfchen und Verdächtigungen von Hauptkommissar Hundt. Denn dieser kommt auch hier einfach nur witzig rüber und bekommt von den Insulanern ordentlich sein Fett weg. Die Charaktere sind sehr liebevoll beschrieben, man freut sich richtig, auf alte Bekannte zu treffen. Auch hier ist der Lokalkolorit groß: Pellworm wird so toll beschrieben, man möchte sofort die Koffer packen und hin fahren.

Ein tolles Buch für den Strandkorb und zum Träumen vom nächsten Urlaub!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Toller Lokalkolorit

Tod im Watt
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Das beschauliche Polizistenleben von Frerk Thönnissen auf der Nordseeinsel Pellworm wird jäh gestört. Der Insulaner Wessels wird tot im Watt aufgefunden. Neben ihm sein Gewehr. Für Thönnissen ein klarer ...

Das beschauliche Polizistenleben von Frerk Thönnissen auf der Nordseeinsel Pellworm wird jäh gestört. Der Insulaner Wessels wird tot im Watt aufgefunden. Neben ihm sein Gewehr. Für Thönnissen ein klarer Selbstmord. Doch aus Husum wird ihm ein Kommissar zur Aufklärung der Tat zugeteilt. Und dieser sorgt für viel Unruhe auf der ansonsten so friedlichen Insel....

Hanne Nehlsen hat mit "Tod im Watt" einen wundervollen Regionalkrimi geschrieben. Ihr Schreibstil ist flüssig und locker, so wie man es bei einem humorvollen Nordseekrimi erwartet. Sie schafft es, die Insulaner so darzustellen, wie sie sind: herzlich und trotzdem auf ihre Art auch gegen Fremde mit gesunder Reserviertheit. Die Insel selbst wird als reinstes Urlaubsparadies beschrieben, hier bekommt der Leser direkt Lust auf einen Pellworm - Urlaub.

Ich würde sagen, ein gelungener Auftakt zu einer neuen Serie!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Lieblingsbuch

Sirius
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Der kleine Foxterrier Levi wird in Berlin im Jahre 1938 geboren. Sein Start ins Leben ist nicht gerade toll, er muß erleben, wie seine Geschwister von der Gestapo erschossen werden. Der Züchter war Jude. ...

Der kleine Foxterrier Levi wird in Berlin im Jahre 1938 geboren. Sein Start ins Leben ist nicht gerade toll, er muß erleben, wie seine Geschwister von der Gestapo erschossen werden. Der Züchter war Jude. Einzig Levi überlebt durch Glück und schauspielerischem Talent. Er findet in Familie Liliencron, einer jüdischen Familie, eine tolle Heimat. Doch das Glück soll nicht lange halten. Gemäß eines Gesetzes darf nicht mehr jeder Name genutzt werden, so wird auch Levi umgetauft. Er heißt von nun an Sirius. Eines Tages kommt es, wie es kommen muß, Familie Liliencron flieht nach Amerika. Natürlich ist Sirius dabei. Herr Liliencron bekommt eine Anstellung bei Warner Brothers. Dort wird Sirius entdeckt. Er kommt zum Film, wird Konkurrent des berühmte Foxterriers Asta. Er lernt alle Berühmtheiten der damaligen Zeit kennen, von Fred Astaire über John Wayne bis Frank Sinatra. Als er mit einem Zirkus auf Tournee geht, geschieht etwas Schlimmes: Er wird vertauscht und landet wieder in Berlin. Durch einen Zufall findet ihn ein Hauptsturmführer, durch den er Zutritt zu den Mächtigen des Dritten Reiches bekommt. Er lernt Hermann Göring, Eva Braun, ja - er wird sogar Schoßhund von Adolf Hitler. Nun sitzt er in der Höhle seiner bisherigen Feinde. Wird er seine Familie jemals wiedersehen?

"Sirius" ist ein Buch, das sehr zu Herzen geht. Auf der einen Seite die tragische Geschichte eines kleinen, unschuldigen Hundes, der in seiner Familie sein großes Glück gefunden hat, auf der anderen Seite die Geschichte von Familie Liliencron, die als jüdische Familie die Nazizeit nur durch Flucht überleben kann. Das Buch ist sehr schön geschrieben und vermittelt dem Leser die Zeit des Zweiten Weltkrieges auf anrührende Weise aus der Sicht des kleinen Sirius. Jedoch ist dies keineswegs kitschig! Im Gegenteil, durch diese Sichtweise wird diese Geschichte zu etwas ganz besonderem und hebt sich deutlich von den anderen Romanen aus dieser Zeit ab. Die unterschiedlichen Sorgen von Mensch (Überleben) und Hund (er hat in der Hektik der Flucht seinen gelben Ball im Garten vergessen, ober der wohl noch da ist?) sind wundervoll dargestellt. Auch die Geschehnisse aus dieser Zeit sind toll vermittelt. So kommt hier einiges zur Sprache, der Überfall in der Normandie, das Hitlerattentat - es wird alles gut vermittelt.

Eine schöne Geschichte, die dem Leser so manche Träne ins Auge treibt!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Unbedingt lesen

Seefeuer
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Die Nordsee in den fünfziger Jahren. Ein heftiges Unwetter bricht über die Küste herein, der Strom fällt aus. Dadurch sind sogar die Leuchtfeuer tot. Vor der Küste sinkt die "Trinity", nur ein kleines ...

Die Nordsee in den fünfziger Jahren. Ein heftiges Unwetter bricht über die Küste herein, der Strom fällt aus. Dadurch sind sogar die Leuchtfeuer tot. Vor der Küste sinkt die "Trinity", nur ein kleines Mädchen überlebt die Katastrophe.

Die Nordsee heute. Marie Vosskamp, Tochter einer Teedynastie, arbeitet in der Seehundaufzuchtstation Friedrichskoog. Marie hält nichts mehr zu Hause, seit ihre Mutter einen neuen Mann an ihrer Seite hat, dem Marie keinerlei Sympathien entgegen bringt. Ihre Mutter hat sich voll und ganz der Malerei verschrieben und Marie´s einziger Lichtblick ist ihre Großmutter. Umso wohler fühlt sie sich in Friedrichskoog. Während einer Rettungsaktion verfängt sich das Schiff in den Überresten eines Wracks - es ist die "Trinity". Einen Tag später erreicht Marie ein Anruf: ihre Großmutter hatte eine Schlaganfall. Am Bett erzählt Marie von den Begebenheiten, und die ansonsten teilnahmslose Großmutter zeigt Regung.... Als ein Taucherteam die Schätze der "Trinity" bergen will, überschlagen sich die Ereignisse, und Marie erfährt von Familiengeheimnissen, die lieber versteckt geblieben wären...

"Seefeuer" ist ein richtig toller Thriller. Obwohl als Jugendbuch vermarktet, könnte es ebenso in den Regalen der "Erwachsenenbücher" stehen. Im Gegenteil, es würde so manches "Erwachsenenbuch" um längen schlagen! Der Schreibstil ist wunderbar, die Spannung von Anfang bis Ende greifbar. Die Szene im Hafen, als Marie von der angeblich verwirrten alten Frau wegen der Trinity angesprochen wird, knisterte fast vor "Spökenkiekerei". Hier wird die Lösung wirklich erst zum Schluß verraten, und man hat bis zur letzten Seite keine Ahnung, wer es nun mit Marie ehrlich meint. Marie und ihre Freunde in Friedrichskoog sind so toll beschrieben, daß sie einem sofort ans Herz wachsen. Aber auch ihre Mutter, der neue Freund und die Großmutter sind sehr liebevoll und detailliert beschrieben.

Seefeuer ist ein richtig toller Nordseethriller, mich hat er einfach total begeistert!