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Veröffentlicht am 15.01.2021

Wirkt recht soapig, dennoch fesselnder Thriller

Die perfekte Sünde
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Unglaublich, aber wahr, nun ist die Reihe rund um Ava Turner und Luc Callanach schon vier Bände alt. „Die perfekte Gefährtin“, die ich damals in einer Leserunde als Debüt entdecken durfte, war ein riesiger ...

Unglaublich, aber wahr, nun ist die Reihe rund um Ava Turner und Luc Callanach schon vier Bände alt. „Die perfekte Gefährtin“, die ich damals in einer Leserunde als Debüt entdecken durfte, war ein riesiger Coup für mich, danach ist es tatsächlich in der Qualität schwankender geworden, aber dennoch immer unterhaltsam. Wie schlägt sich nun also „Die perfekte Sünde“?

Ich finde es in jedem Fall beachtenswert, dass Helen Fields definitiv auf klare Strukturen setzt. Sie hat immer schon auf zwei parallele Fälle gesetzt, das hat mal mehr, mal weniger gut funktioniert, aber das findet man selten so konsequent, so dass ich es als Alleinstellungsmerkmal definitiv positiv finde. In diesem Band hat für mich die Waage zwischen beiden Ermittlungen auch wieder sehr gut funktioniert. Zwar waren die Angriffe auf die Drogenabhängigen deutlich weniger behandelt, aber das passte logisch in die Geschichte. Denn es brauchte diese Handlung, weil es der Band schlechthin für die Entwicklung von Ava, als neue Leiterin der MIT, war. Da hat für mich alles in den gewichteten Anteilen gepasst. Dennoch sorgt es gegenteilig eben auch dafür, dass die Bücher immer recht lang sind. Gerade bei Thrillern habe ich aber so eine persönliche Grenze, an der es gut sein muss. Die wurde in „Die perfekte Sünde“ definitiv gereizt. Zwar könnte ich nicht sagen, dass es unbedingt schneller hätte passieren müssen, weil die Länge der Erzählung seinen Grund hatte, aber einige Beschreibungen und Gespräche hätte man doch etwas kürzen können.

Was auch weiterhin für mich etwas befremdlich ist, ist die Tatsache, dass die Reihe immer mal wieder arg soapige Handlungsstränge hat. Im ersten Band war es noch okay, dass man sich vorstellen konnte, dass Luc und Ava mehr füreinander empfinden könnten, aber inzwischen sehe ich das als Störfaktor. Denn entschieden vor oder zurück geht es nicht, das verharrt zu sehr auf der Stelle und wird dadurch langweilig. Dazu gibt es eben auch im Umfeld der gesamten Polizeieinheit immer wieder Entwicklungen, die wie aus einer Soap zu entstammen scheinen. Ich will hier nichts spoilern, aber jeder, der diesen Band gelesen hat, wird genau wissen, welche Sequenz ich hier speziell meine. Damit könnte ich deutlich besser leben, wenn auch die sonstige Stilistik der Autorin eher leichter ist. Wenn ich beispielsweise jemanden wie Jussi Adler Olsen habe, der mit seinen Figuren fast schon Parodien geschaffen hat, dann ist das okay, aber die dargestellten Fälle sind brutal und hart, da passt das als Gegensatz nicht so gut.

Der Hauptfall wiederum sowie die Komposition aus beiden Fällen ist wirklich sehr gut gelungen. Ich fand beide für sich thematisch, vom Aufbau, aber auch vom Spannungsgrad her vorbildlich. Es war zwar nicht viel zu rätseln, weil sich für den Leser nach und nach die Elemente zusammengesetzt haben, aber es war dennoch extrem spannend mitzuverfolgen, wie sich die Ermittelnden den Lösungen jeweils nähern. Ich fand es auch sehr realistisch, dass am Ende beide keine Fälle kein pures Happy End hatten, denn so ist nun mal das Leben. Dennoch merke ich auch, dass vieles sich auch so bekannt und heimelig anfühlt, weil man mit den Figuren sehr vertraut ist. Diesmal war es zwar sehr deutlich auf Ava fokussiert, was aber in Ordnung war, denn der Kern der Truppe ist dennoch immer zusammen und ich freue mich wirklich, sie auch weiterhin zu begleiten.

Fazit: „Die perfekte Sünde“ ist definitiv zu den besseren Bänden aus der Feder von Helen Fields zu zählen, denn die Zusammenstellung der Fälle, deren Thematik und alles enge drum herum hat sehr gut funktioniert. Es gibt ein paar Längen und es hat sich wieder ein soapiger Charakter eingeschlichen, der nicht zum Rest passt, aber es ändert nichts daran, dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe.

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Veröffentlicht am 05.01.2021

Trotz anhaltender Kritikpunkte sauber zu Ende gebracht

Shadowscent - Die Krone des Lichts
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Vor etwa einem Jahr bin ich in die Welt von „Shadowscent“ eingetaucht. Als ich nun den zweiten und gleichzeitig auch finalen Band entdeckte, kamen nur sehr vage Erinnerungen bei mir hoch, weswegen ich ...

Vor etwa einem Jahr bin ich in die Welt von „Shadowscent“ eingetaucht. Als ich nun den zweiten und gleichzeitig auch finalen Band entdeckte, kamen nur sehr vage Erinnerungen bei mir hoch, weswegen ich meine damalige Rezension herausgekramt habe, wodurch tatsächlich einiges vor meinigen Augen wieder entstanden ist. Mein schärfster Kritikpunkt war dort das mangelnde Worldbuilding und das habe ich zurecht kritisiert, denn es ist mir schwer gefallen, in den zweiten Band reinzufinden. Das mag zum einen auch an Luz‘ Perspektive liegen, die mir als Figur ohnehin nicht viel gibt, aber eben daran, dass sich mir die Welt schon im ersten Band nicht richtig erklärt hat. Warum sollte sie so also sofort präsent sein? Deswegen fand ich es wirklich schade, dass es keinerlei Form von Rückblick gab. Durch Lübbe bin ich im letzten Jahr mit der Sci-Fi-Reihe von Mari Grasshoff verwöhnt worden, wo in Band 2 und 3 jeweils eine kurze Zusammenfassung beinhaltet war, die wirklich großartig war und die ich mir als Standard bei Reihen wünschen würde.

Aber nach den Anfangsschwierigkeiten hat sich das ungute Gefühl zum Glück gelegt, denn es wäre wirklich die Höchststrafe gewesen, gar nicht mehr reinzufinden. Aber mehr und mehr wurde mir einiges wieder präsent und ich habe mich einfinden können. Nichtsdestotrotz muss ich am Ende der Lektüre doch schmunzeln, weil die damaligen Kritikpunkte auch hiernach noch allesamt gelten. Das mit dem Worldbuilding relativiert sich natürlich, weil ich nun insgesamt zwei Bände in der Welt von „Shadowscent“ verbracht habe, da bleiben natürlich nicht mehr so viele Fragezeichen, wie es noch nach Band 1 der Fall war. Was aber definitiv wieder anzubringen ist, ist das Tempo der Erzählung. Schon der erste Teil kannte keine Pausen, das kennt der zweite im Grunde auch nicht. Es mag einzelne Sequenzen geben, die langatmig erscheinen, aber die Zeitabstände zwischen einzelnen Handlungen werden grundsätzlich pulverisiert. Strecken sind mal eben zurückzulegen. Da das aber stets konsequent gestaltet ist, kann ich damit leben.

Freestone hält sich aber nicht nur nicht mit Logistik auf, sondern auch die Handlungen fallen weiterhin sehr gekürzt aus. Es entspricht tatsächlich eher meiner Vorliebe von Stilistik, aber selbst ich denke mir an einigen Stellen, „Wäre da nicht noch mehr möglich gewesen?“ Beispielhaft sucht Rakel in einer Höhle nach einer Waffe und wird von der Flut überrascht. Statt dort einen ewig währenden Überlebenskampf draus zu machen, wie ich es bei anderen Autoren zu 100% erwartet hätte, geschieht die Rettung hier sogar abseits der Buchseiten. Da hätte ich mir sogar etwas mehr gewünscht. Damit verbunden ist auch mein innerliches Rätsel, ob es richtig war, dass diese Reihe aus nur zwei Bänden besteht. Ich habe genug dreiteilige Reihen gelesen, die auch in zwei Teilen gut abgewickelt hätten werden können, daher kann ich den schmalen Grat. Aber „Shadowscent“ hat tatsächlich einiges offen gelassen, dass ich eigentlich normalerweise als Muss empfinde. Neben dem besseren Worldbuilding sind das auch die Antagonisten, die mehr Profil vertragen hätten. Bis zum bitteren Ende ist mir nicht klar, wer sie eigentlich waren und dementsprechend sind sie auch mal eben zu beseitigen. Freestone ist einfach keine Autorin, die offensichtlich den langen Weg gehen kann. Aber ich wusste, was ich in Band 2 bekomme, von daher kann ich das hier nicht mehr grundlegend kritisieren, denn sonst hätte ich meine Finger davon lassen sollen.

Da ich mich trotzdem auf den zweiten Band eingelassen habe, resultiere ich nun, dass dieser mir insgesamt trotz der weiterhin vorhandenen Kritikpunkte besser gefallen hat. Die Welt war nach ersten Schwierigkeiten der Wiederorientierung definitiv vertrauter. Zudem ist mir dieses Erzähltempo dann doch lieber als ewiges Verlieren in Details. Und das wichtigste: es gibt ein Ende, mit dem ich wirklich leben kann. Es ist zwar durchaus offen und doch irgendwie abgeschlossen, zumindest in den Kernelementen, die mich als Leser am meisten begleitet haben. Da kann ich nicht meckern, da hat jeder das bekommen, was er verdient hat.

Fazit: Die Welt von „Shadowscent“ wird vermutlich immer irgendwie sieben Siegel für mich haben, aber dennoch habe ich mich reinfuchsen können. Die Kritikpunkte vom ersten Band bleiben erhalten und dennoch relativiert sich das hier in der Gesamtschau, denn irgendwann zählt mehr der Inhalt als die Stilistik und in dem Sinne bringt der zweite Band alles sauber zu Ende. Daher empfinde ich ihn stärker als den Auftakt.

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Veröffentlicht am 30.12.2020

Zufriedenstellend, aber etwas weniger Magie

When We Hope
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Anne Pätzold war mit ihrer Trilogie zu K-Pop rund um Ella und Jae-yong definitiv eine der größten Überraschungen für mich in diesem Jahr, wenn nicht sogar die größte. Zum einen habe ich bis dato keine ...

Anne Pätzold war mit ihrer Trilogie zu K-Pop rund um Ella und Jae-yong definitiv eine der größten Überraschungen für mich in diesem Jahr, wenn nicht sogar die größte. Zum einen habe ich bis dato keine Ahnung von dieser Musikrichtung gehabt und habe die Bücher als wirklich hilfreiche Einführung empfunden, zum anderen ist es eine durchweg süße Geschichte. Hier musste nie eine sexuelle Spannung im Fokus stehen, sondern es war eine wunderbar langsam erzählte Liebesgeschichte, wo aber alles gepasst hat. Über allem schwebte natürlich der Erzählstil von Pätzold, der wirklich der größte Gewinn ist, denn dieser warmen Umarmung kann man sich einfach nicht entziehen. Wie schlägt sich nun also „When We Hope“, der Abschluss der Reihe?

Nach diesen Vorschusslorbeeren in meiner Einleitung bricht es mir fast das Herz, dass der dritte Band mich leider nicht mehr auf so magische Weise abholen konnte. All das zuvor Gesagte trifft immer noch zu, aber dennoch habe ich oft gemerkt, dass meine Gedanken abschweiften, was niemals passieren darf. Es fällt mir schwer, hierfür Erklärungen zu finden. War die Geschichte vielleicht doch irgendwie auserzählt? War es für mich die richtige Geschichte zum falschen Zeitpunkt? So dramatisch das nun klingen mag, eine rational riesige Enttäuschung ist „When We Hope“ definitiv nicht. Ich spreche auch definitiv eine Empfehlung aus, aber wenn man zweimal die volle Punktzahl gegeben hat, dann wirkt die Diskrepanz nun so riesig.

Ich habe weiterhin zig Aspekte gefunden, die mich an der Geschichte beeindruckt haben. Zunächst fand ich es großartig, dass für Ella in diesem Band die Reise nach Korea ging. Das war der logische Schritt, der erfolgen musste, weil er ihre Welt in so vielen Facetten kennengelernt hat, aber sie seine kaum bis gar nicht kannte. Deswegen habe ich auch ihr Bedürfnis nachvollziehen können, viel über Jae-yongs Kultur lernen zu wollen, da sie ihn ausmacht, wie ihre sie ausmacht. Zudem fand ich die Beschreibungen von Korea sehr gut nachvollziehbar. Ich weiß nicht, ob die Autorin schon einmal vor Ort war, aber es fühlte sich echt an. Zudem war die gemeinsame Entdeckung der Umgebung so behutsam gestaltet, dass ich mich auch mit meinem schlecht ausgeprägten Vorstellungsvermögen nicht überfordert fühlte. Weiterhin haben die beiden als Pärchen weitere wichtige Schritte in ihrer Beziehung getätigt. Damit meine ich nicht nur das erste gemeinsam Mal miteinander, sondern auch die Offenbarung, dass sie jeweils die Personen füreinander sind, an denen sie sich in Krisen aneinander wenden wollen. Zudem bin ich dankbar, dass für den noch nötigen Herzschmerz keine künstliche Dramatik erzeugt werden musste. Aus den vorhandenen Mitteln ist genau das gemacht worden, was ich mir selbst beim Lesen gedacht habe, natürlicher hätte es in der Abfolge also nicht sein können.

Nun kommen wir aber zu meinen Kritikpunkten, die ich klar benennen kann. Der Abschlussband war eng auf Ella und Jae-yong als Pärchen fokussiert, was natürlich nicht verboten ist, aber die Reihe hat auch von wichtigen Nebenfiguren gelebt und deswegen fand ich es schade, dass so einiges in den Hintergrund gedrängt wurde. Seien es die Schwestern, sei es die beste Freundin, sie schweben gefühlt in der Luft und auch wenn ich so nun die freie Fantasie habe, wie es für sie weitergeht, so war es dennoch nicht befriedigend. Insgesamt ist mir die Geschichte zu offen ausgegangen. Klar, es gab das Happy End, aber ich fand die Entwicklung der Band nicht weitreichend genug. Schön, dass sie am Ende etwas Eigenes präsentieren, aber warum noch mit diesem Label? Wir leben in einer Zeit, wo sehr viele Künstler sich auf eigene Beine stellen und wagen, etwas von sich in die Welt rauszulassen. Und gerade wenn man schon bereits eine erfolgreiche Band ist, so dürften die Hürden noch niedriger als bei vielen anderen gewesen sein. Zuletzt fand ich es schade, dass nicht mal eine Vision aufgezeigt wurde, wie die gemeinsame Zukunft von Ella und Jae-yong wohl aussehen könnte. Es wurden schließlich viele Konflikte angesprochen, die sich in einer Beziehung mit einem Promi ergeben und die sind ja nicht auf einmal aus der Welt geschaffen. Hier hätte ich mir ein stärkeres Bekenntnis von beiden Seiten gewünscht, wie kann es werden und wie wollen wir es?

Fazit: „When We Hope“ ist immer noch ein extrem unterhaltsames Buch, das noch viele wichtige Hürden nimmt und nötige neue Seiten der Beziehung des Pärchens Ella und Jae-yong beleuchtet und dennoch war es leider nicht die Magie der ersten beiden Bände für mich. Vielleicht hätte ich mir hier tatsächlich ein etwas schnelleres Erzähltempo gewünscht, damit die Geschichte nicht so eng, sondern weiter hätte enden können. Mir ist nämlich zu viel offen, aber ich weiß, dass andere wiederum offene Enden zu schätzen wissen, von daher wohl eine reine Geschmacksfrage.

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Veröffentlicht am 10.12.2020

Zufriedenstellend, aber auch durchschaubarer

Wie die Stille vor dem Fall. Zweites Buch
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„Wie die Stille vor dem Fall. Erster Teil“ hat mich völlig eiskalt erwischt, denn ich bin mit recht niedrigen Erwartungen an die Lektüre gegangen. „Wie die Ruhe vor dem Sturm“, in dem die Hauptfiguren ...

„Wie die Stille vor dem Fall. Erster Teil“ hat mich völlig eiskalt erwischt, denn ich bin mit recht niedrigen Erwartungen an die Lektüre gegangen. „Wie die Ruhe vor dem Sturm“, in dem die Hauptfiguren schon als Nebenfiguren aufgetreten sind, hat mich nicht vollends aus den Socken gehauen und gerade Shay und Landon haben dort nicht den Eindruck auf mich hinterlassen, dass sie mich so positiv mit ihrer Liebesgeschichte umhauen würden. Aber es ist passiert und ich habe wirklich jede Minute von dem ersten Teil geliebt, zumal das Buch auch trotz der Aussicht auf eine dramatische Durststrecke sehr versöhnlich endete. Überzeugt nun auch das endgültige Happy End für Shay und Landon?

Da ich die beiden Bücher tatsächlich unmittelbar hintereinander gelesen habe, war der Flow natürlich noch vollkommen für mich da. Das Geschehen knüpft auch nahtlos an und ich war überrascht, dass wir immer noch einige Kapitel in der „Jugend“ verharren. Aber so ist auch kein abrupter Bruch in der Beziehung erfolgt, sondern es hat sich nach und nach etwas eingeschlichen, was beide nicht abwenden konnten. Ihnen dabei zuzusehen, was natürlich schmerzhaft, weil man sie zusammen lieben gelernt hat, aber ich habe zu keinem Zeitpunkt für mich gedacht „Verstehe ich jetzt aber nicht…“ Es war ein Beziehungsende, nach dem ich gedacht habe, dass ich verstehe, warum sie erstmal getrennte Wege voneinander gehen müssen. Diese Überzeugung rührt auch daher, dass die Thematik der Depression wirklich sehr authentisch dargestellt wird. Es wird nicht überdramatisiert, aber man ist stets mit Landon in dieser Abwärtsspirale drin und begreift, wie bedeutsam und gefährlich zugleich sein Liebe zu Shay ist.

Weiterhin hat mir gut gefallen, dass nun auch die Handlungen von Shay und Landon sowie Eleanor und Greyson immer mehr ineinander schmelzen. Im ersten Teil empfand ich das nicht so extrem, da war es aber auch passend, weil sich die beiden so als eigenständiges Paar etablieren konnte. Hier ist aber vor allem die Verbindung über die Figur Klara (Greysons Tochter) geglückt, da sie sowohl für Shay als auch für Landon eine entscheidende Rolle einnimmt.

Dennoch würde ich den zweiten Teil insgesamt schwächer einschätzen, da er insgesamt von der Stimmung her etwas düster war. Jeder Schritt nach vorne ist gleich mit einem Schritt rückwärts einhergegangen, weswegen es kaum Momente zum Aufatmen gab. Im ersten Teil fand ich es ja so grandios, dass es genug Momente zum Dahinschmelzen gab, das war hier nur minimal der Fall und dann eben größtenteils am Ende, wo es ohnehin zu erwarten war. Zudem wurde deutlich öfters in die Klischeekiste gegriffen. Sei es mit Schauspielkollegin Sarah, die sich Landon selbst klarmachen will und fleißig intrigiert, sei es, dass beide immer mit anderen gesehen werden, wenn der andere zur Versöhnung bereit ist und so vieles mehr. Es gab schlichtweg nicht mehr so viele Überraschungsmomente, sondern ich konnte oft genug vorausahnen, was nun passieren wird.

Fazit: Die Geschichte von Shay und Landon wird in „Die Stille vor dem Fall. Zweiter Teil“ zufriedenstellend beendet, wenn auch deutlich durchschaubarer. Zudem gibt es atmosphärisches nicht mehr so viele positive Highlights, weswegen die Stimmung insgesamt gedrückter ist. Aber das erträgt man gerne, denn es ist erneut zu spüren, was für eine besondere Verbindung Shay und Landon haben. Man hätte sie gerne ewig weiterbegleitet.

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Veröffentlicht am 01.12.2020

Für ein Debüt überzeugend

Breakaway
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Es ist manchmal ganz schön verrückt, wie klein die Buchwelt sein kann. Da habe ich vor einigen Jahren den Buchblog von Anabelle Stehl entdeckt, dem ich bis heute treu geblieben bin. Und auf einmal veröffentlicht ...

Es ist manchmal ganz schön verrückt, wie klein die Buchwelt sein kann. Da habe ich vor einigen Jahren den Buchblog von Anabelle Stehl entdeckt, dem ich bis heute treu geblieben bin. Und auf einmal veröffentlicht sie selbst ein Buch und das auch noch in dem Genre, das in den letzten zwei Jahren den Großteil meiner gelesenen Bücher ausgemacht hat. Ich wusste zwar, dass sie mit vielen der deutschen Autorinnen befreundet ist, die sich schon auf dem deutschen Buchmarkt etablieren durfte, aber trotzdem rechnet man da nicht mit. Aber natürlich war es Ehrensache, dass ich ihren Debütroman „Breakaway“ lesen würde.

Die größte Erleichterung ist für mich sicherlich, dass es für das erste beendete und veröffentlichte Buch eine wirklich sehr beachtliche Leistung ist. Es hätte nämlich nichts schlimmeres geben können, als dass ich das Buch ganz schrecklich gefunden hätte. Das ist mir und ihr zum Glück erspart geblieben, aber trotzdem wird es jetzt hier auch keine Begeisterungsstürme geben, da man dem Debüt eben auch ein paar typische Debütkrankheiten anmerkt. Ich habe in der letzten Zeit vermehrt festgestellt, dass es mir unheimlich schwerfällt, mich richtig mit einer Figur zu identifizieren, wenn ihre Vergangenheit zu einem riesigen Geheimnis aufgebauscht wird, denn es wird von ihr ein essenzieller Teil einfach ausgespart. Autoren stehen immer vor der Wahl, ob sie Geheimnisse einbauen, um einen gewissen Spannungseffekt zu erzeugen. Aber ich sehe es so, dass New Adult kein Spannungsroman, geschweige denn ein Krimi sein muss, von daher würde ich immer für transparente Figuren plädieren. Bei Lia standen nun leider die Geheimnisse im Vordergrund, weswegen es mir wirklich schwer gefallen ist, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Darunter hat auch zwangsweise die Liebesgeschichte zu Noah etwas gelitten, denn wenn sie ihrem Gegenüber nicht alles von sich gibt, wie soll da diese besondere Magie entstehen?

Bei Noah hat dagegen nahezu alles gestimmt. Er war die transparente Figur, die ich mir gewünscht habe. Er mag zwar letztlich eine ganz schreckliche Menschenkenntnis haben, aber trotzdem ist man durch seine Perspektive fleißig mit in den Fallen gelaufen und das beweist mir, dass er uns Leser mit auf eine Reise genommen hat. Da bedeutet es dann nicht, dass ich alles so sehen muss, wie er das tut, aber es ist zumindest nachvollziehbar für mich, warum er tut, was er tut. Wo er ein wenig schlecht aussah, waren sicherlich seine überzogenen Reaktionen auf gewisse Entwicklungen. Hier kommt aber gleich der zweite Knackpunkt ins Spiel. Eine NA-Roman lebt von gewissen Wendungen und dramatischen Entwicklungen, aber es ist sicherlich mit eines der größten Herausforderungen in diesem Genre, denn entweder man will zu viel und es wirkt völlig überdramatisiert oder aber man macht aus einer Mücke aus einen Elefanten und dann passt es auch nicht wirklich. Aber gewisse Elemente zu kreieren, in denen man nachvollziehen kann, warum sich für das Paar nun ein Scheidepunkt in ihrer Beziehung ergibt, das ist reine Übungssache und ich bin frohen Mutes, dass sich Anabelle da noch deutlich steigern wird.

Nach diesen stilistischen Mängeln möchte ich aber dennoch noch einmal hervorheben, dass es so viele Gründe gibt, warum man „Breakaway“ definitiv eine Chance geben sollte. Zunächst einmal spielt die Geschichte tatsächlich in Deutschland, dass wir das noch erleben dürfen! Weiterhin sind wirklich schöne Momente entstanden, sei es bei der Kunstausstellung, wo ein toller Bogen zu Lias Entwicklung eingeschlagen wird, der am Ende grandios aufgelöst wird, sei es die Aufdeckung von Lias Geheimnis, deren Beschreibung mich innerlich tief mitgenommen hat oder so viel mehr. All das konnte nur entstehen, weil Anabelle Stehl sich jetzt zurecht Autorin schimpfen kann und ich bin sehr glücklich, dass sie tatsächlich schreiben kann und ich mich auf jedes weitere Buch von ihr freuen werde.

Fazit: „Breakaway“ ist unterm Strich für ein Debüt bemerkenswert, denn erstmal zu beweisen, dass das Zusammengetippte auch tatsächlich ein druckwürdiges Ergebnis ist, ist schon die große Anfangshürde. Natürlich krankt das Buch noch an einigen Stellen, sei es bei der Figurenzeichnung, sei es beim Fingerspitzengefühl, wie viel Drama wo nötig ist, aber das Wichtigste ist einfach, dass es eine Geschichte ist, die einen mit auf eine Reise nimmt.

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