Fesselnd und clever gemacht mit kleinen Schwächen
Das NebelhausInhalt
Vier ehemalige Studienfreunde treffen sich für eine Reunion auf Hiddensee. Sie verbringen das Wochenende im Nebelhaus, wo Philipp inzwischen mit Frau und Kind wohnt. Das gemütliche Wiedersehen mit ...
Inhalt
Vier ehemalige Studienfreunde treffen sich für eine Reunion auf Hiddensee. Sie verbringen das Wochenende im Nebelhaus, wo Philipp inzwischen mit Frau und Kind wohnt. Das gemütliche Wiedersehen mit Leonie, Yasmin und Timo endet jedoch in der grausamen „Blutnacht von Hiddensee“, bei der 3 Menschen getötet werden und eine weitere Person schwer verletzt ins Koma fällt. Die Umstände dieses Verbrechens wurden nie vollständig aufgeklärt, bis 2 Jahre später die Journalistin Doro Kagel dem Fall erneut nachgeht und der erschreckenden Wahrheit Stück für Stück näherkommt…
Mein Eindruck
Anfangs hatte ich etwas Startschwierigkeiten mit dem Buch, und zwar aufgrund des Schreib- bzw. Erzählstils: Die Kapitel wechseln zwischen der Gegenwart im September 2012 (als Doro Kagel den Fall der Hiddensee-Morde neu aufrollt) und den Geschehnissen im September 2010 (als die Freunde das Wochenende bei Philipp verbringen). Das fand ich gut gelöst, denn so erfährt man alles nicht nur „aus zweiter Hand“ durch die Nachforschungen von Doro, sondern ist auch im Nebelhaus „live“ dabei. Allerdings wechselt die Perspektive innerhalb der Kapitel sehr oft zwischen den Personen und man muss aufpassen, welche Innensicht man gerade liest. Aber nach einer Weile gewöhnt man sich daran.
Im Laufe der Geschichte lernt man die recht unterschiedlichen Charaktere immer besser kennen und erfährt immer mehr über den unerwarteten Verlauf des Wochenendes. Die Sache scheint zunächst recht klar zu sein, doch irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man mehr oder weniger jedem Beteiligten den Amoklauf zutrauen würde. Die Spannung wird dadurch dauerhaft hoch gehalten und erst ganz am Schluss kommt die überraschende Auflösung über Täter, Opfer und Verlauf der Blutnacht.
Nur bei der ganzen Sache mit den Nachbarn hat mich etwas gestört: Beitrag zur Spannung ok, aber im Hinblick auf die Auflösung naja…
Fazit
Die vielen sehr speziellen Figuren erlauben nicht wirklich eine tiefere Verbindung, sind aber interessant gestaltet. Die Handlung ist nur vermeintlich vorhersehbar und aufgrund ständiger Wendungen rätselt man bis zum Schluss mit. Im Endeffekt zwar außergewöhnlich, aber nicht ganz so mitreißend/überzeugend wie erwartet.