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Veröffentlicht am 06.01.2021

Im Kopf des Killers

Der Bewohner
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Der Serienkiller Thomas Brogan versteckt sich auf der Flucht vor der Polizei in einem leeren Reihenendhaus. Als er den Dachboden betritt, bieten sich ihm plötzlich ungeahnte Möglichkeiten, denn die Dachböden ...

Der Serienkiller Thomas Brogan versteckt sich auf der Flucht vor der Polizei in einem leeren Reihenendhaus. Als er den Dachboden betritt, bieten sich ihm plötzlich ungeahnte Möglichkeiten, denn die Dachböden der Häuserzeile sind alle miteinander verbunden. So kann Brogan verschiedene Häuser insgeheim von oben aus erkunden, die Bewohner kennenlernen und auch seine Bedürfnisse (Essen, Hygiene, Beobachten und Manipulieren) befriedigen. Schon bald ist er fasziniert von Colette, aber auch von der Seniorin Elsie, die ihn allnächtlich bekocht.

Der Autor erzählt ausschließlich aus der Perspektive des Killers, der mit seiner zweiten inneren Stimme im Kopf permanent kommuniziert und streitet. Diese Kommunikation zwischen den beiden Persönlichkeiten treibt sein Handeln immer weiter an, eine klare Dominanz gibt es hier nicht, jede Position setzt sich mal durch, dadurch kann man sich nie gewiss über den Fortgang sein. Der Leser erfährt ausschließlich Dinge, die Brogan erlebt bzw. beobachtet, ab und an wird das Ganze durch einen Rückblick in seine Jugend aufgelockert.
Die kurzen Kapitel sind mit Datum und Uhrzeit betitelt und enden mit kleinen Cliffhangern, so dass man ein gutes Lesetempo vorlegen kann.
Leider hat mich der Thriller nicht ganz wie erwartet gefesselt, ab und an fehlte es etwas an Spannung, da war noch Luft nach oben. Dennoch habe ich das Buch gerne und fast am Stück durchgelesen.

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Veröffentlicht am 12.12.2020

Mafiaverbrechen rund um Göteborg

Schneenacht
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Schneenacht ist der dritte Teil aus der Embla-Nyström-Reihe von Helene Tursten. Die Kenntnis der Vorgänger ist zum Verständnis nicht nötig.
Embla verbringt ein paar Urlaubstage mit Elliot, dem Sohn eines ...

Schneenacht ist der dritte Teil aus der Embla-Nyström-Reihe von Helene Tursten. Die Kenntnis der Vorgänger ist zum Verständnis nicht nötig.
Embla verbringt ein paar Urlaubstage mit Elliot, dem Sohn eines Freundes, in Dalsland bei ihrem Onkel Nisse, um den Schnee zu genießen. Die Idylle wird für sie jäh unterbrochen, als in der Nähe zu einem Leichenfund gerufen wird, da die dortige Polizei überlastet ist. Der Tote ist der gebürtige Kroate Milo Stavic, einer der namhaftesten Gangsterbosse Göteborgs. Noch am Tatort lernt sie Olle Tillmann einen örtliche Polizeiinspektor kennen, mit dem sie im Verlauf gut zusammenarbeitet. Den Fall einer Messerstecherei in Dalsland und die Leichen von Milo Stavics Brüdern kommen noch hinzu. Auch das Geheimnis um ihre vor 14 Jahren verschwundene Freundin Lolle spielt plötzlich eine große Rolle, und so hat Embla an verschiedenen Fronten gut zu tun.
Der Krimi ist gut geschrieben, Helene Tursten weiß den Leser bei der Stange zu halten und kann mit gutem Stil und unvermuteten Wendungen immer wieder Spannung erzeugen. Diesmal jedoch ist es ihr nicht auf so hohem Niveau gelungen, wie ich es von der Irene Huss Reihe gewohnt bin. Vielleicht liegt es auch daran, dass es einige Parallelen zwischen Irene und Embla gibt und dass gegen Ende ein ziemlich dramatischer Showdown in der Einöde an Kriegsgeschehen erinnerte. Dieses Spektakel fand ich etwas überzogen, aber insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und ich kann es für Krimifans weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 13.02.2020

Krake gegen Chamäleon

Die Stille des Todes
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Nach 20 Jahren Ruhe beginnt ein Serientäter erneut zu morden. Immer tötet er paarweise, die neuen Opfer sind immer 5 Jahre älter als die vorhergehenden und er inszeniert die Leichen spektakulär und rituell ...

Nach 20 Jahren Ruhe beginnt ein Serientäter erneut zu morden. Immer tötet er paarweise, die neuen Opfer sind immer 5 Jahre älter als die vorhergehenden und er inszeniert die Leichen spektakulär und rituell zu Feiertagen an besonderen Orten. Die Ermittler dachten vor 20 Jahren, sie hätten den Richtigen hinter Gitter gebracht, doch nun, kurz vor dessen ersten Hafturlaub, beginnt die Serie sich fortzusetzen. Der ganze Ort hat Angst. Der Ermittler Unai López, genannt Kraken und seine Kollegin Esti versuchen den Täter zu enttarnen, doch dies gestaltet sich zunehmend schwerer. Privates vermischt sich mit ihrer Arbeit und verstellt ihnen manches Mal einen klaren Blick. Wie ein Chamäleon kann der Täter sich seiner Umgebung anpassen und entwindet sich zunächst sehr sicher jedem Zugriff.



Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, so dass man den Ermittlern als Hörer teilweise etwas voraus ist. Die Geschichte ist fast durchgehend spannend. Aufgrund der vielen spanischen Namen und der komplexen Handlung habe ich das Buch nach dem Lesen nun nochmal gehört und fand es so noch besser. Uve Teschner liest die vielen spanischen Namen sehr gekonnt ein und verleiht jedem Protagonisten einen Wiedererkennungswert. Ich habe ihm sehr gerne zugehört.

Die beiden Ermittler werden gut eingeführt, man erfährt auch einiges aus ihrem Privatleben. Es handelt sich hier um einen Reihenauftakt, und so wird der Kriminalfall auch abschließend vollumfänglich aufgelöst, einige private Fragen bleiben jedoch offen und werden sicher später wieder aufgegriffen.

Spannendes Hörerlebnis, die kleinen Längen konnte der Sprecher gut ausgleichen.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Nach starkem Anfang leider abgedriftet

Mit anderen Augen
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Als Tilda Finch bemerkt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist, ist sie ratlos, aber auch überrascht und verängstigt. Ihre Ärztin stellt die Diagnose Unsichtbarkeit. Eine weit verbreitete Krankheit ...

Als Tilda Finch bemerkt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist, ist sie ratlos, aber auch überrascht und verängstigt. Ihre Ärztin stellt die Diagnose Unsichtbarkeit. Eine weit verbreitete Krankheit bei Frauen in den Wechseljahren, es kann stagnieren, langsam oder schnell fortschreiten. Zu Tildas Finger gesellen sich leider noch die Nase und das Ohr, kurz darauf weitere Körperteile. Laut der Ärztin ist diese Krankheit unheilbar, Tildas Freundinnen, wollen das nicht wahrhaben und organisieren eine umstrittene Therapeutin, neben der ärztlich empfohlenen Selbsthilfegruppe. Tilda macht überall sehr unterschiedliche Erfahrungen.
Mir hat sehr gut gefallen, wie hier mit den Begriffen gespielt wird. Tilda gesteht ein, sich selbst schon seit Jahren aus den Augen verloren zu haben. Dass ältere Frauen oft unsichtbar sind, sich unsichtbar fühlen oder übersehen werden, kommt in unserer Gesellschaft häufig vor. Diese Unsichtbarkeitskrankheit als Metapher zu verwenden, ist im ersten Teil des Buches sehr gut geglückt.
Obwohl Tilda eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist und zwei tolle Kinder hat, besitzt sie kaum SelbstwertGefühl. Die einzelnen Begebenheiten und Begegnungen zeigen dies auf einfühlsame und häufig auch humorvolle Art.
Tilda kann trotz der heftigen Diagnose noch etwas Humor bewahren und gut mit der Situation umgehen. Sie hat viele, sehr gute Freundinnen und starke Töchter, die sie unterstützen, zudem eine gesicherte wirtschaftliche Situation. Diese privilegierte Ausgangslage dürften nicht viele Frauen, die eine heftige Diagnose trifft, haben. Dennoch gefiel mir die Geschichte und Situation am Anfang des Buches gut. Die kurzen, eingängig geschriebenen Kapitel, die von passenden Zitaten eingeleitet, teils begleitet wurden, habe ich gerne gelesen.

Im zweiten Drittel hat mich die Geschichte jedoch verloren, über die Therapeutin wurden sehr interessante Ansätze vermittelt, mit denen Tilda gut arbeitete. Aber die Geschichte rutschte zunehmend ab in ein Lifestyle Ratgeber und wurde immer plakativer. Die Romanze, die am Anfang schön zu lesen war, wurde zu platt, das happy end war einfach zu viel. Hier hätte ich mir etwas anderes gewünscht, dieses Ende wirkte sogar gar nicht glaubhaft und passend zu dem Beginn.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Überfrachtet

Home Before Dark
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Auf diesen isländischen Thriller war ich sehr gespannt. Der vielversprechende Beginn über die zwei Schwestern Marsi (14) und Stina (16) spielt im Jahr 1967. Die jüngere Marsi gibt sich für einen Brieffreund ...

Auf diesen isländischen Thriller war ich sehr gespannt. Der vielversprechende Beginn über die zwei Schwestern Marsi (14) und Stina (16) spielt im Jahr 1967. Die jüngere Marsi gibt sich für einen Brieffreund als ihre ältere Schwester aus, sie hofft von deren Leichtigkeit zu profitieren. Schließlich vereinbart sie ein Treffen mit ihm, das sie jedoch verschläft. Stattdessen verschwindet ihre Schwester zu dieser Zeit an dem Treffpunkt, gefunden wird nur eine blutige Jacke. Den Brieffreund verschweigt sie der Polizei und den Eltern, der Täter wird nie gefunden.

Jährlich zu diesem Jahrestag findet sich die Familie zusammen, obwohl niemand dieses Treffen mag und alle auseinander streben. 1977 erhält Marsi erneut einen Brief vom besagten Brieffreund und versucht die Ereignisse zu klären. Dies wird ihr unentwegt von gefühlt allen erschwert. Niemand ist an der Wahrheit oder der Vergangenheit interessiert. Es kommen immer mehr Fragen auf und verdächtig ist eigentlich jeder.

Der Erzählstil ist gut und die Perspektivwechsel zwischen den Mädchen und den Zeiten gefallen mit gut.
Der Plot ist vielversprechend und es gibt viele gute Rezensionen. Mir war das Ganze jedoch zu überfrachtet. Es war alles dystopisch düster, wirklich jeder war verdächtig und verhielt sich merkwürdig. Die Entwicklungen waren nicht immer logisch und das Ende wirkte auf mich nicht schlüssig und hinterließ viele offene Fragen. Die abschließende Veränderung bei den Eltern konnte ich letztlich nicht glauben und die Auflösung empfand ich unbefriedigend. Schade, von mir gibt es hier 2,5 Sterne

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