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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2017

Hart und heftig

Sie werden dich finden
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Um es gleich vorwegzunehmen, die Südafrikaromane des Autors hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Sie werden dich finden“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen ...


Um es gleich vorwegzunehmen, die Südafrikaromane des Autors hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Sie werden dich finden“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen rasanten Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. James Rayburn alias Roger Smith lebt inzwischen in Thailand. Thailand ist auch der Hauptschauplatz seines neuen Hardcore-Thrillers. Worum geht es?

Kate Swift ist auf der Flucht. Als ihr Mann von der CIA ermordet wird, macht sie die Machenschaften ihres ehemaligen Arbeitgebers publik und wird seitdem gejagt. Zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter Suzie flüchtet sie nach Thailand. Dort trifft sie sich mit Harry Hook. Denn der ist bekannt für seine genialen Ideen. Ein zufälliger Flugzeugabsturz kommt ihm dabei zur Hilfe. Doch Lucien Benway, ihr damaliger Chef, gibt nicht auf.

„Sie werden dich finden“ ist kein klassischer Agententhriller mit einer bösen, ausländischen Macht. Denn seit dem 11. September 2001 hat sich die Welt, speziell in den USA, grundlegend geändert. Es geht um die Agenten selbst, nicht um Politik. Es geht es um Terrorismus und Patriotismus, Überwachung - und um Rache.

James Rayburn aka Roger Smith lässt uns in seinem Thriller nicht viel Zeit. Er reißt uns mitten in eine Geschichte, bei der es einzig und allein ums Überleben geht. Exotische Schauplätze, ein Heer von Protagonisten und viel Action. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Drogen und Gewalt, das kenne ich schon aus seinen Südafrika-Thrillern.

Kate und Harry sind mir sofort ans Herz gewachsen. Leider sind die Figurenzeichnungen, außer bei den Hauptfiguren, nicht besonders tiefgründig. Der einzelne Mensch wird oftmals hart getroffen von den Handlungen der Mächtigen und ihrer brutalen Handlanger. Und so ist das Ende vorhersehbar (Titel!), aber ein Happy-End mit Zuckerguss hätte hier nicht gepasst!

Fazit: Alles in allem ein tempo- und actionreicher Thriller, der jedoch nicht an die Südafrikaromane des Autors heranreicht.

Veröffentlicht am 10.03.2017

Der erste Fall für Oberkommissar Max Bischoff

Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe
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Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe fast alles von Arno Strobel gelesen. „Die Flut“ hatte mich begeistert und so war ich schon gespannt auf seinen neuen Thriller „Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe“. ...


Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe fast alles von Arno Strobel gelesen. „Die Flut“ hatte mich begeistert und so war ich schon gespannt auf seinen neuen Thriller „Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe“. Worum geht es?
Erst wenige Wochen arbeitet Oberkommissar Max Bischoff beim KK11, der Mordkommission in Düsseldorf, als eines Morgens ein Mann auf dem Polizeipräsidium auftaucht. Er kann sich nicht erinnern, was in der Nacht zuvor geschehen ist. Aber er ist von oben bis unten voller Blut. Der Mann heißt Harry Passeck und ist Journalist. Und er weiß sogar noch, wo er sich zuletzt aufgehalten hat, in einer Wohnung in Unterbilk.
Als Max und sein erfahrener Partner Horst Böhmer dort ankommen, scheint es sich auf den ersten Blick nicht um einen Tatort zu handeln. Bis sie das Schlafzimmer betreten. Hier ist alles voller Blut. Das Blut stammt jedoch nicht von Passeck, sondern von einer Frau, die seit über zwei Jahren als vermisst gilt. Die Schauspielerin Miriam Winkel war von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden.
Hat Passeck sie damals entführt, gegen ihren Willen festgehalten und sie jetzt, in dieser Wohnung, getötet? Aber wo ist dann ihre Leiche? Und weshalb sollte Passeck zur Polizei gehen und behaupten, man habe ihn bei seinen aktuellen Recherchen unter einem Vorwand in eine Falle gelockt und in diese Wohnung bestellt?
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Als sich Max in eine Kollegin von Miriam verliebt, wird der Fall für ihn sehr persönlich.
„Tiefe Narbe“ ist der Auftakt einer Trilogie um den jungen Ermittler Max Bischoff. Eine Mischung aus Krimi und Psychothriller. Arno Strobel erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, auch aus Sicht des Täters. Der Titel erschließt sich einem erst ganz zum Schluss.
Ein typischer Strobel. Der Schreibstil ist klar und prägnant, die Figurenzeichnung glaubhaft und durchdacht. Max und Horst, ein ungleiches, aber erfolgreiches Duo. Jugend und Neugier gepaart mit Fachkenntnis und Lebenserfahrung - eine gute Kombination.

Fazit: Max Bischoff ermittelt in Düsseldorf. Spannend!

Veröffentlicht am 01.03.2017

Der erste seiner Art

Abgrund
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„Abgrund“, ist bereits der dritte Roman mit dem Kieler Biologen Hermann Pauli. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum ...

„Abgrund“, ist bereits der dritte Roman mit dem Kieler Biologen Hermann Pauli. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Hermann kann es einfach nicht lassen. Kaum ist er mit seiner Partnerin, der Kriminalhauptkommissarin Anne Detlefsen, auf den Galápagos-Inseln gelandet, sticht er erneut in See, auf der Suche nach einem unbekannten Hai. Bizarre Vulkanlandschaften und die atemberaubende Unterwasserwelt, ziehen Hermann und seine Freunde in ihren Bann.
Anne ist frustriert. So hatte sie sich den ersten gemeinsamen Urlaub mit Hermann nicht vorgestellt. Doch dann bekommt auch sie plötzlich zu tun. Denn im Hafen von Santa Cruz brennt ein Schiff, anscheinend nicht das erste. Als es sogar einen Toten gibt, bittet Polizist Jorge sie um Hilfe. Was haben beide Handlungsstränge miteinander zu tun?
Die Verhältnisse auf Galápagos sind kompliziert. Jeder hat seine eigenen Interessen. Die Touristen bringen Geld ins Land. Die Quoten der Fischer werden dagegen aus Naturschutzgründen gekürzt. Und die Mitarbeiter der örtlichen Forschungsstation sind auch nicht gerade willkommen. Jeder kämpft gegen jeden. Da hat es die Polizei wirklich nicht leicht.
Nach „Der Rote“ und „Ein tiefer Fall“ legt Bernhard Kegel, selbst promovierter Biologe, mit „Abgrund“ erneut einen Wissenschaftsroman vor. Schauplatz ist diesmal das Naturparadies Galápagos. Sachlich, dennoch unterhaltsam, gibt uns der Autor faszinierende Einblicke in die biologische Forschung: „Fiction Meets Science“.
Klimawandel versus Evolution. Die Natur ist stark. Sie hat schon immer Möglichkeiten gefunden, sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Da ich selbst tauche, fand ich die Geschichte um diesen seltsamen Hai natürlich besonders interessant. Nichtsdestotrotz hätte der Roman für meinen Geschmack etwas spannender sein können.

Fazit: Gelungener Mix aus Fakten und Fiktion, der mich gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 01.03.2017

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Anton zaubert wieder
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„Anton zaubert wieder“, ist bereits der dritte Fall für Inspektorin Willa Stark, genannt Fräulein Ösi. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse ...

„Anton zaubert wieder“, ist bereits der dritte Fall für Inspektorin Willa Stark, genannt Fräulein Ösi. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Willa ist 30, frustriert und arbeitet wieder in Graz.
Doch Hauptkommissar Peter Kraus von der Kölner Kripo bittet sie um Unterstützung in einem schwierigen Fall. Anton stammt ebenfalls aus Graz und wird verdächtigt, Anni ermordet zu haben, aber er schweigt. Wird es Willa gelingen, ihn zum Reden zu bringen?
Weitere Frauenleichen werden gefunden. Wie sich herausstellt, sind die Opfer schon länger tot. Anton ist also offenbar ein Serienkiller. Wider alle Vernunft verliebt sich Willa in den Verdächtigen, der zwar wieder spricht, aber seine Unschuld beteuert.
Ein wichtiger Fall, doch bei den Ermittlungen droht ein altes Trauma Willa in den Abgrund zu ziehen. Auch Onkel Willi spielt dabei eine Rolle.
Isabella Archan hat ihren neuen Krimi routiniert in Szene gesetzt. Aus wechselnden Perspektiven wunderbar geschrieben. Mit stilistischer Raffinesse und einem untrüglichen Gespür für die Abgründe der menschlichen Seele siedelt die Autorin ihre Geschichte im gewöhnlichen Alltag an, dort wo die bösen Träume lauern.
Willa Stark ist kein zweidimensionaler Wegwerfcharakter. Lebensnah ist sie eine Figur, die man so schnell nicht vergisst.

Fazit: Isabella Archan zieht einen mit in den Abgrund. Düster und beklemmend!

Veröffentlicht am 29.12.2016

Xavier ist zurück

Gefährliche Empfehlungen
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Das Warten hat ein Ende. Zwei Jahre sind seit „Tödliche Oliven“ vergangen. Und so war ich schon gespannt auf „Gefährliche Empfehlungen“. Worum geht es?
Tom Hillenbrand kommt gleich zur Sache. Ein Rückblick ...


Das Warten hat ein Ende. Zwei Jahre sind seit „Tödliche Oliven“ vergangen. Und so war ich schon gespannt auf „Gefährliche Empfehlungen“. Worum geht es?
Tom Hillenbrand kommt gleich zur Sache. Ein Rückblick in die Vergangenheit: Es geht um eine seltene Ausgabe des Gastroführers »Guide Gabin« aus der Zeit des 2. Weltkriegs.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Xavier Kieffer, dem beliebten Luxemburger Koch. Er schwelgt in Erinnerungen und freut sich auf eine Feier in Paris. Doch dann, ein Stromausfall. Was war passiert?
Die auf dem Fest ausgestellte Ausgabe des »Guide Bleu« von 1939 ist verschwunden und kurz darauf geschieht auch noch ein Mord. Was hat das mit dem Krieg zu tun? Xavier ermittelt…
„Gefährliche Empfehlungen“ ist bereits der fünfte Fall für den sympathischen Hobbydetektiv, der mir mittlerweile ans Herz gewachsen ist. Nicht nur spannend und unterhaltsam erzählt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und die zeitgeschichtlichen Hintergründe sind bestens recherchiert.
Manch falsche Fährte wird begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und führen schließlich auf Umwegen zum Ziel. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel.
Passagen in Luxemburger Dialekt und das Aufzählen traditioneller Gerichte sorgen für Lokalkolorit. Doch manchmal ist weniger eben mehr und würde aus einem guten, locker und leicht zu lesenden kulinarischen Krimi, einen sehr guten machen.
Last but not least, dass der französische Präsident persönlich involviert ist, das war mir dann doch „too much“. Nichtsdestotrotz bleibt „Gefährliche Empfehlungen“ ein zwar etwas überfrachtetes, jedoch intelligentes und kurzweiliges Lesevergnügen.

Fazit: Gut, für mich aber nicht das beste Buch aus der Reihe!

Anmerkung zum eBook: Ich habe das ePUB direkt vom Verlag bekommen. Wer hat sich das mit dem „zurück“ oben, rechts am Kapitelanfang ausgedacht? Ich pflege dort meine Lesezeichen zu setzen. Geht jetzt nicht mehr, ohne im Inhaltsverzeichnis zu landen. Außerdem dauert das Umblättern ca. 8 Sekunden, begleitet von der Meldung „Bitte Warten…“. Sorry, aber so macht das Lesen keinen Spaß! Ich lese seit 2012 eBooks. Aber derartige Probleme hatte ich noch nie.