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Veröffentlicht am 18.01.2021

Traumatische Ereignisse in Ostfriesland

Miss Wattenmeer singt nicht mehr
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Reemts junge Frau liegt tod im Störbecken, als er nach dem Sieg des Wattschlickrennens nach Hause zurück kommt. Da Rudi der Dorfpolizist mit ihm in einem Schlitten saß wurde er als erster zum Ort des Geschehens ...

Reemts junge Frau liegt tod im Störbecken, als er nach dem Sieg des Wattschlickrennens nach Hause zurück kommt. Da Rudi der Dorfpolizist mit ihm in einem Schlitten saß wurde er als erster zum Ort des Geschehens gerufen. Zusammen mit seinem Freund Henner und dessen Nachbarin Rosa startet das Ermittlerteam in die Aufklärung des Falls.

Dies ist nun schon der dritte Teil der Serie um die Ermittler aus Neuharlingersiel. Mit stoischer Ruhe und viel Gespür für Zwischentöne agieren die drei wieder jeder auf seine ganz eigene Art. So erhalten sie viele Informationen die gerne zusammen getragen werden.
Hierbei bringt es Rosa die Grunschullehrerin durch ihre geschickt gelegten Aktionen immer so, dass sie an viel Wissen rund um die Verdächtigen oder Opfer kommt. Henner als Postbote des Ortes bekommt sowieso viel mit was vor Ort passiert und Rudi als Dorfpolizist ist schon rein beruflich sehr an der Lösung der Fälle interessiert.

Wie so häufig bleibt es auch in diesem Krimi nicht wieder nur bei der einen Leiche. Aber wer sollte ein Interesse am Tod der jungen Frau haben? Welches Geheimnis hat sie mit in ihre feuchtes Grab genommen?

Ludwig, ein gehbehinderter Mitbewohner, der sein Faibel für Berichte im Internet sehr aktiv auslebt ist immer schnell mit Verdächtigungen im Netz. Das er dabei schnell Rufmord betreibt und erst nach genauem Recherchieren der Freunde klar wird, das er mal wieder voreilige Schlüsse gezogen hat, macht es den Ermittlern nicht wirklich einfacher.

Das angenehme an den Protagonisten ist meiner Ansicht nach, das sie Menschen wie du und ich sind. Es macht sie echt und das kommt , wie ich finde, gut rüber. Die etwas naseweise aber auch manchmal echt naive Rosa, der eher ruhige und überlegende Henner und Rudi, eine Mischung aus den beiden. Auf jeden Fall ergänzen sie sich gut.

Zum Ende hin wird es immer noch mal richtig spannend und meist gerät einer der Drei nochmal so richtig in Bedrängnis.

Ein seichter Krimi mit viel Herz und wenig Blut. Meines Erachtens zu vergleichen mit der Fernsehserie Mord mit Aussicht.

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Veröffentlicht am 17.01.2021

Autorensterben in Ostfriesland

Mörderjagd mit Inselblick
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In Neuharlingersiel finden zum ersten Mal die ostfriesischen Literaturtage statt. Sehr zum Erstaunen Rosas konnte Meta die Leiterin des Lesezirkels dieses Event an Land ziehen. Klar, das sie ihr im Organisationskomitee ...

In Neuharlingersiel finden zum ersten Mal die ostfriesischen Literaturtage statt. Sehr zum Erstaunen Rosas konnte Meta die Leiterin des Lesezirkels dieses Event an Land ziehen. Klar, das sie ihr im Organisationskomitee zur Seite steht. Doch dann erschüttert ein plötzlicher Herztod die Büchergemeinde. Als danach plötzlich noch zwei weitere Herztote zu beklagen sind steigen die bekannten Drei in ihre Ermittlungen ein.

Ich habe zuvor schon einen dieser Ostfriesenkrimis um die Recherchen von Rosa, der Grundschullehrerin, Rudi dem Dorfpolizisten und Henner dem Postboten von Neuharlingersiel gehört und mich nun für einen weiteren Teil der Serie entschieden.
Da ich nicht recherchiert habe in welcher Reihenfolge die Krimis sind kann es dazu führen das ich vielleicht schon Randnotizen aus dem Leben der drei Protagonisten kenne, aber das tut dem Krimi keinen Abbruch.
Man kann eine jede der Folgen eigenständig betrachten.

Rosa ist immer in der Nähe wenn gerade ein Mord geschieht und nimmt dann meist Rudi, aus beruflichen Gründen, und Henner aus privaten Gründen mit an Bord für ihre Ermittlungen.

Dieses Mal erscheint ihr de Tod wieder genau vor die Füße zu fallen. Zunächst steht sie mit ihrer Mordtheorie jedoch auf verlorenem Posten und selbst nach mehreren Todesfällen muss sie noch harte Überzeugungsarbeit leisten um die Freunde an Bord zu bekommen.
Henner ist in dieser Folge gerade von einer Kur auf Norderney zurück und steckt selbst ziemlich im Liebesschlamassel.

Wer hat die Bücherfreunde ermordet, und womit? Wie konnte das Gift verabreicht werden, ohne das es zunächst groß auffallen konnte?

Zum Ende hin wird es noch wieder richtig spannend und sogar Rosa rutscht ins Visier der Ermittlungen.

Ich finde diese Serie sehr unterhaltsam und gut gemacht. Der Spannungsbogen ist gut gespannt, wenn auch nicht übermäßig.
Die Dialoge sind mitunter lustig und es spielt auch sehr viel Privates in die Ermittlungen ein.
Wenig Blut und keine unangenehmen Schreckensbilder vor meinem geistigen Auge. Genau so liebe ich Krimis.
Vergleichbar meines Erachtens mit der Fernsehserie : Mord mit Aussicht.

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Veröffentlicht am 12.01.2021

Der 4. Band der Fotografinnenreihe

Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht
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Der 1. Weltkrieg zieht ein ins Land und auch die Münsinger Männer ziehen mehr freiwillig als gefordert schnell in den Krieg. Zu Beginn ist die Hoffnung noch groß das alles schnell vorüber sein wird, doch ...

Der 1. Weltkrieg zieht ein ins Land und auch die Münsinger Männer ziehen mehr freiwillig als gefordert schnell in den Krieg. Zu Beginn ist die Hoffnung noch groß das alles schnell vorüber sein wird, doch die Hoffnung trügt.
Schatten breiten sich nicht nur auf den Seelen der Soldaten, sondern auch auf denen der Daheimgebliebenen aus. Es gibt kaum noch was zum Geld verdienen. Das Geld wird immer weniger Wert. Dafür wird das Elend und der Hunger immer mehr.
Wann wird dieser seelenlose Krieg bloß ein Ende finden.

Anton meldet sich freiwillig als Sanitäter, da er ausgemustert wurde. Schon bald merkt er das der Krieg nichts heroisches hat und das die Herren am grünen Tisch wahllos über Menschenleben zu entscheiden scheinen.

Auch Mimi muss ihr Scherflein zum Gelingen beisteuern und Dinge drucken, die sie in Friedenszeiten als Aufträge schlichtweg abgelehnt hätte.

Die Frauen in Münsingen stehen stellvertretend für die Frauen dieser Zeit. Sie leiden und trotzen den Gefahren die dieser Krieg auch für sie mit sich bringt. So manche muss hier ihren Mann stehen, da der eigene im Krieg gefallen, verwundet oder vermisst ist.

Beatrice muss sich neben ihren Schafen auch um viele andere Dinge kümmern und geht daran fast zu grunde. Da ist es nur gut, das es Freundinnen gibt, die in Notzeiten zusammen stehen und einander helfen.

Diese Geschichte hat mir nochmal deutlich aufgezeigt wie unterschiedlich das Gesicht des Krieges für die Menschen der damaligen Zeit war.
Da waren zum einen die Kriegsgewinnler, die aufgrund ihrer Stellung oder aber ihres Reichtums auf wenig verzichten mussten und andere die zwar Selbstversorger hätten sein können , aber aufgrund von Aufpassern in jedem Dorf nichts für den Eigenverbrauch abzwacken durften.
Das hatte ich so nicht erwartet.
Ich dachte immer das es den Menschen auf dem Land besser ergangen sei als in den Städten, aber das kann man so wohl auch nicht pauschalisieren.

Auf jeden Fall hat mich dieser 4. Band wieder sehr betroffen zurück gelassen.
Aufgrund des, von mir unerwarteten, Cliffhangers am Ende scheint es mir im 5. Band noch mal auf ganz andere Art und Weise spannend zu werden in Mimi Rewentlows Leben.
Ich warte schon gespannt auf das Frühjahr 2021.

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Mord auf der Alpakafarm

Krabbenkuss mit Schuss
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Am Teemuseum wird eine goldene Teekanne geklaut. Dann findet man einen getöteten Teetester auf der Alpakafarm. Zunächst ermitteln Rudi und seine Kollegen als gäbe es eine Verbindung zwischen den beiden ...

Am Teemuseum wird eine goldene Teekanne geklaut. Dann findet man einen getöteten Teetester auf der Alpakafarm. Zunächst ermitteln Rudi und seine Kollegen als gäbe es eine Verbindung zwischen den beiden Verbrechen. Rosa die Grundschullehrerin und Henner der Briefträger unterstützen ihren Freund Rudi hierbei wieder mit Rat und Tat.
Werden sie gemeinsam der Lösung auf die Spur kommen?

Mich hat das lustige Lama auf dem Cover gleich angesprochen, deshalb habe ich mir den Audiodownload in der Onleihe ausgeliehen.

Dies ist schon der 7. Teil der Serie Ostfriesenkrimi mit Henner, Rudi und Rosa.
Ich muss gestehen das es für mich der erste Teil der Serie war, aber es war kein Problem ihn ohne die vorherigen Teile zu hören. Da hat man vielleicht nur einfach mehr Hintergrundwissen über die Verwandtschafts- und Bekanntschaftsverhätnisse der Personen. War aber nicht so wichtig um dem ganzen folgen zu können.

Rosa ist eine angenehme Singlefrau auf der Suche nach dem passenden Mann. Neben ihrer Arbeit in der ortsansäßigen Grundschule findet man sie in der Regel dort wo es gerade spannend und aufregend wird.

Henner ist der gutmütige Briefträger des Ortes, der mit seiner Frau in dieser Folge eher an der Bearbeitung des Falles um die Teekanne beschäftigt ist.

Rudi wohnt mit Sohn und Vater zusammen, was sich sicherlich aber bald ändern soll. Er hat es nicht leicht mit seinem Kollegen, der alles immer sehr radikal durchzieht und nicht viel Empatie für sein Klientel aufbringt.

Dann ist noch Ludwig mit von der Partie, der mittlerweile im Unruhestand angekommen ist und mit seinen Artikeln bei Facebook so manchen User auf sich Aufmerksam macht.

Und meine Favoriten sind die Damen des Tortenclubs. Rüstige ältere Damen die so manchem Schabernack nicht abgeneigt sind.

Die ganzen Ermittlungen gestalten sich angenehm, ohne viel Blut und Schrecken, aber doch recht dramatisch.
Gegen Ende nimmt die Geschichte nochmal an Dramatik zu und jemand der nicht an Telepatie glaubt fühlt sich hier vielleicht ein wenig sonderbar im plötzlichen Lösen des Falls, aber es gibt so viel zwischen Himmel und Erde das man sich nicht erklären kann, so dass es für mich schon wieder glaubhaft wirkt.

Ich werde sicherlich auf die Suche nach weiteren Teilen der Serie gehen.

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Veröffentlicht am 26.12.2020

Die Sorgen einer alleinerziehenden Mutter mit besonderem Kind

Die kleine Pension am Meer
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Jule bekommt ein Kind. Johan ist von Beginn an sehr anstrengend und sie hat die Befürchtung zu versagen. Außerdem zieht der Kindsvater die Reißleine und verlässt Jule. Nach 6 Jahren, vielen anstrengenden ...

Jule bekommt ein Kind. Johan ist von Beginn an sehr anstrengend und sie hat die Befürchtung zu versagen. Außerdem zieht der Kindsvater die Reißleine und verlässt Jule. Nach 6 Jahren, vielen anstrengenden Zeit und einem Kind das als unbeschulbar gilt sucht Jule nach einem Ort in dem sie mal von dem ganzen Stress abschalten kann. Dabei führt sie ihr Weg im Internet auf eine Seite einer kleinen Pension in Kroatien, die auf Ivan, den Vater ihres Sohnes hinweist. Spontan beschließt Jule ihn mit seinem Sohn zu konfrontieren. Was sonst noch bei dem Urlaub geschehen wird lässt sie auf sich zukommen.


Das Cover des Buches sieht wie ein Reiseführer aus. Eine herrliche Bucht am blauen Meer. ganz idyllisch.

Das die Geschichte dann nicht so wirklich idyllisch beginnt schockt schon ein wenig. Da ich vom Fach bin hatte ich schon recht zeitig die Vermutung das Johan ein Asperger Autist ist. Erst in der Grundschule wird hier aber die Diagnose gestellt. Auf der einen Seite ist Jule froh zu wissen was Sache ist, auf der anderen ist sie aber auch schockiert, da sie , wie alle Eltern erhofft hatte das ihr Kind irgendwann alleine lebensfähig ist.

Die Sorgen der Mutter werden hier gut beschrieben und können von betroffenen sicherlich auch in der Art selbst erlebt worden sein. Gerade als Alleinerziehende kommt man da sicherlich megamäßig an seine Grenzen.
Schlimm fand ich das die Hilfen die angesetzt waren dann leider wieder gestrichen wurden da sich kein neuer Anbieter für eine Integrationsmaßnahme fand. Das ist aber leider die Realität, denn selbst wenn Maßnahmen genehmigt werden gibt es leider viel zu wenige Fachkräfte in diesem Bereich.

Die Bilder die es dann von der Insel Krk gab fand ich sehr schön. Ich konnte mir die Insel sehr gut vorstellen. Auch die kleine Pension und die Ruhe dort ließen mich ruhig werden. Ich habe das Buch an Weihnachten fertig gelesen und fand die Geschichte um Jule, Ivan, dessen Bruder Jakov, Mutter Gordana, Stiefvater Stipe sowie die Rentner Lotti und Professor.

Schön fand ich wie die Menschen mit Johan und seiner Beeinträchtigung umgegangen sind und wie auch deutlich gemacht wurde, das Johan locker und gelöst war sobald seine Mutter auch lockerer wurde.

Die vielen Wiederholungen die in der Rezension vor mir angemarkt wurden sind ganz typisch für viele Autisten und darf deshalb hier nicht fehlen. Ich fand es sehr passend.
Und schön das alle dort sagten Johan ist Johan, denn so ist es mit den Autisten auch .Sie sind alle ganz individuell. Man sagt bei vielen gleichen gerne. Kennst du einen kennst du alle.
Bei den Autisten kann man sagen: Kennst du einen, kennst du einen. Denn jeder ist anders und so soll es auch sein. Wir müssen einfach lernen damit umzugehen das es normale und anders normale gibt.

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