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Veröffentlicht am 19.01.2021

Unterhaltsames Buch aus der Welt der Gamer - wo Jeder Alles sein kann, was er sich wünscht...

88 Namen
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"88 Namen" von Matt Ruff ist als Taschenbuch mit 336 Seiten im November 2020 beim Fischer Tor Verlag erschienen.

Mit seiner auffälligen Erscheinung fällt das Buch direkt ins Auge des Betrachters, der ...

"88 Namen" von Matt Ruff ist als Taschenbuch mit 336 Seiten im November 2020 beim Fischer Tor Verlag erschienen.

Mit seiner auffälligen Erscheinung fällt das Buch direkt ins Auge des Betrachters, der Titel macht neugierig, ohne etwas über Inhalt oder Thematik zu verraten.

"88 Namen" handelt von der Welt der Online-Spiele. Hauptperson ist John Chu, ein sog. Sherpa, der sich dafür bezahlen lässt, Kunden beim Bestehen von Online-Games zu helfen und sie als Kämpfer, Helden, Trolle, Götter oder was immer sie sich zu sein wünschen durch die Spiele zu führen, hauptsächlich durch ein Abenteuer-Spiel namens "Call to Wizardry".

Das Geschäft läuft bestens, aber dann kommt Mr. Jones - wer ist dieser geheimnisvolle Auftraggeber, der durch seinen Assistenten Smith immer wieder mitteilen lässt, wie das Game abzulaufen hat. Was will er wirklich? Ist er vielleicht Kim Jong-Un, der die virtuelle Welt auskundschaften möchte, um sie für seine politischen Intrigen zu nutzen? Er zahlt hohe Summen an John Chu und sein Team, aber was wäre ein guter Job ohne das Angebot eines mysteriösen Gegenparts, der das Doppelte zahlt, wenn Chu Mr. Jones auflaufen lässt?!...

Außerdem hat John Probleme mit seiner Ex-Freundin Darla, die nach einer äußerst unschönen Trennung geschworen hat, sich an ihm zu rächen...

Matt Ruff hat einen wirklich mitreißenden, cleveren Schreibstil, die Welt der Games ist super erklärt (es gibt auch ein Glossar im Anhang mit der Erklärung der Grundbegriffe, was für mich als Neuling in dieser Welt wirklich wertvoll war!) und am Anfang jeden Kapitels gibt es einen kurzen Absatz aus jeweils unterschiedlichen Quellen, die Erklärungen und Infos im lexikalischen Stil liefern.

So macht das Lesen viel Spaß und auch die Ausflüge in die vergangenen Epochen der virtuellen Welten haben mir sehr gefallen. Ein paar reichlich skurrile Abschweifungen gab es hier auch, aber bevor es anfing, wirklich zu nerven, war es damit dann auch wieder vorbei.

Der Autor erschafft hier vielschichtige Charaktere, teilweise weiß man nicht, ob man sich mit ihnen gerade in der Realität oder in der virtuellen Welt von "Call to Wizardry" befindet. So fällt besonders gut ins Auge, dass hier mit Identitäten gespielt wird, Realität und Fiktion werden miteinander vermischt, Jeder kann Alles sein - das liefert auf der einen Seite Chancengleichheit (niemand weiß, ob die gertenschlanke Amazone in Wirklichkeit ein bärtiger Trucker mit Bierbauch ist oder eine Person mit Handicap, die auch einfach mal ein Held sein will oder normal, ohne Getratsche und mitleidige Blicke). Auf der anderen Seite ist es ein gefährliches Gebiet, weil niemand wirklich weiß, mit wem er es zu tun hat, ob das Gegenüber hehre Ziele verfolgt oder ein Betrüger ist.

Alles in allem sehr unterhaltsam und witzig auch für Nicht-Gamer. Für echte Geeks und Nerds vermutlich nochmal ein gänzlich anderes Lesevergnügen, da hier garantiert genügend Anspieleungen, Hinweise und ironische Parodien drinstecken, die man nur mit einem gewissen Basiswissen erkennt ;o))

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Veröffentlicht am 08.01.2021

Jessie und Sam im magischen Wunderland - ein düsteres Fantasy-Märchen

Todessamen
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"Todessamen" von Nicole Siemer ist ein düster angehauchter Fantasyroman, der in Grubingen spielt, einem kleinen Ort, der auf keiner Karte zu finden ist...

Hauptprotagonistin ist Jessie, die seit ihrer ...

"Todessamen" von Nicole Siemer ist ein düster angehauchter Fantasyroman, der in Grubingen spielt, einem kleinen Ort, der auf keiner Karte zu finden ist...

Hauptprotagonistin ist Jessie, die seit ihrer Geburt in Grubingen lebt und Vollwaise ist. Den Tod ihrer Eltern hat sie nie verkraftet, und die einzig greifbare Erinnerung, die sie tröstet, ist eine alte Ausgabe von "Alice im Wunderland", das sie von ihren Eltern geschenkt bekam - damals.

Jessie ist recht einsam, ihre einzige Freundin Jenny ist missgünstig und oft ätzend und keine echte Freundin...so flüchtet sich Jessie, die eine sehr rege Fantasie besitzt, in ihre eigene Welt und zu ihrem imaginären Freund Sam - und eines Tages steht er am Waldrand des Grubingers Forsts, ganz real, und bittet Jessie, ihm zu folgen...so beginnt der erste spannende Ausflug in eine andere Welt...traumhaft und idyllisch, aber der Schein trügt...

Die Autorin Nicole Siemer hat einen wahnsinnig bildhaften, kreativen Schreibstil, ihre Fantasie finde ich absolut faszinierend!

Die Handlung ist spannend und ideenreich, bisweilen gibt es auch kleine Abstecher zu Heinrich ins 14. Jahrhundert, dort geht es äußerst blutig und gruselig zu...die detaillierten Szenen von Heinrichs "Experimenten" waren schon heftig, aber ich mag es blutig ;)

Die Kombination aus düsterer, blutiger Fantasy und Geschichte über Freundschaft und (Un-)Menschlichkeit finde ich sehr gelungen!

Die Hauptfiguren Jessie unnd Sam finde ich sehr gelungen und sympathisch, auch Jenny kommt gut herüber, man mag sie einfach nicht...

Meine Lieblingsprotagonistin ist die Strassenkatze Cheshire, die sich unauffällig überall bewegt und eine geheimnisvolle Rolle spielt...ist sie die, die sie zu sein scheint?

Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und ich mag an "Todessamen" vor allem die Ideenvielfalt. Was mich ein wenig gestört hat in meinem Lesefluss war die Ähnlichkeit der Namen "Jessie" und "Jenny"...

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Sterbewohl - provokante Dystopie über das Älterweden

Sterbewohl
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"Sterbewohl" von Olivia Monti wurde im November 2020 als Taschenbuch mit 220 Seiten veröffentlicht.

Es handelt sich um eine Dystopie über das Älterwerden in einer Diktatur bzw. die eiskalte, wirtschaftliche ...

"Sterbewohl" von Olivia Monti wurde im November 2020 als Taschenbuch mit 220 Seiten veröffentlicht.

Es handelt sich um eine Dystopie über das Älterwerden in einer Diktatur bzw. die eiskalte, wirtschaftliche Erwägung, ob alte Menschen noch genug Nutzen bringen...

Die Zukunft: Deutschland ist eine Diktatur, nur leicht verschleiert vom Titel "Demokratie"...die Insel Fehmarn wurde komplett umgerüstet vom Ferienparadies zum Sterbedomizil - der Staat finanziert Menschen ab einem gewissen Alter 2 Wochen Aufenthalt in einem Luxushotel, um sie dort durch Sterbeseminare zu überzeugen, "Sterbewohl" zu schlucken, um den Staat kein Geld mehr zu kosten...Eine Pille, die Dich friedlich einschlafen lässt.

Die vier Nachbarn Nadja, Anna, Max und Fred sind inzwischen alle über 65 und haben vom Staat die Einladung ins Sterbehotel erhalten. Aber sie sind sich eigentlich eilig, dass sie noch gar nicht sterben wollen - aber angucken kann man sich das Ganze ja mal. Urlaub auf Staatskosten, und dann entspannt wieder heimwärts, so planen es die 4 Protagonisten. Vor Ort stellen sie aber ganz schnell fest, dass nicht alles so ist wie es scheint und dass es so aussieht, als wenn niemand das Sterbehotel lebend verließe...

Das Thema finde ich super, es ist recht brisant und schrappt erschreckend dicht an der Realität entlang...es ist möglicherweise nur ein schmaler Grat, der da zu überschreiten wäre.

Das Buch ist zugleich unterhaltsam und wichtig, die Charaktere werden gut ausgearbeitet und haben ihre ganz eigenen Macken, so sind sie sehr authentisch und menschlich.

Es wird eine Menge detektivische Arbeit geleistet, clevere Pläne werden geschmiedet und am Ende kommt eine ganze Menge Action herein.

Leider finde ich das Ende etwas weit hergeholt und der Schreibstil des Buches konnte mich persönlich nicht so recht fesseln, daher ziehe ich einen Stern ab.

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Veröffentlicht am 10.12.2020

Mord im Wiener Glücksspielmilieu mit Charme und Humor

Mörder Quoten
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"Mörder Quoten" von Leo Lukas ist im Oktober 2020 als Tachenbuch mit 224 Seiten beim Carl Ueberreuter Verlag erschienen.

Was macht der Auftragskiller, wenn jemand ihm zuvorgekommen ist? Er sucht den Mörder, ...

"Mörder Quoten" von Leo Lukas ist im Oktober 2020 als Tachenbuch mit 224 Seiten beim Carl Ueberreuter Verlag erschienen.

Was macht der Auftragskiller, wenn jemand ihm zuvorgekommen ist? Er sucht den Mörder, der ihm den Job wegnahm, höchstpersönlich selbst - immerhin hat er seinen Ruf zu wahren. Zusammen mit einem Schauspielerder eher unfreiwillig mit im Boot ist, gilt es, den Mörder zu finden und zugleich nicht der Polizei ins Auge zu fallen...

Der Autor Leo Lukas hat einen sehr detailreichen Schreibstil, der mit ganz viel Lokalkolorit, Wiener Charme und einem besonderen Humor gespickt ist. Besonders die beiden Hauptfiguren Bravo und Pez wirken sehr authentisch, ebenso wie die Schauplätze und die Hintergrundinfos zur Glücksspielszene, das ist wohl sehr sorgfältig recherchiert.

Die Idee der außergewöhnlichen Ermittler, ein Wettbüro zu eröffnen, um die richtige Klientel kennenzulernen, fand ich absolut großartig :)

Auch sonst hat das Lesen eine Menge Spaß gemacht, die Portion Humor und Ironie war genau richtig, nicht übertrieben.

Zum Ende hin wurde es dann sehr actionreich und die Auflösung kam durchaus überraschend. Allerdings ging das dann plötzlich ziemlich holterdipolter und kam damit etwas zu vollgepackt einher.

Insgesamt ein super Buch mit einer guten Mischung der bereits genannten Komponenten!


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Veröffentlicht am 03.12.2020

Fall 2 für Griet Gerritsen in Friesland - ein spannender Hollandkrimi !

Die Tote in der Gracht
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"Die Tote in der Gracht" von Jan Jacobs ist im Oktober 2020 als Taschenbuch mit 368 Seiten bei Knaur erschienen.

Es handelt sich hier um den zweiten Band der Teihe "Tödliches Vlieland", in der Commissaris ...

"Die Tote in der Gracht" von Jan Jacobs ist im Oktober 2020 als Taschenbuch mit 368 Seiten bei Knaur erschienen.

Es handelt sich hier um den zweiten Band der Teihe "Tödliches Vlieland", in der Commissaris Griet Gerritsen und ihr Kollege Pieter de Vries ermitteln.

Ich kenne Band 1 der Reihe nicht, bin aber trotzdem gut in die Story hineingekommen.

In Holland hat der Winter Einzug gehalten - der kälteste seit 1997. Somit kann endlich mal wieder der Elfstedentocht (Elfstädtelauf) stattfinden, das legendäre Schlittschuh-Rennen, das auf über 200 km Natureis in den Grachten stattfindet.

Doch noch während darüber entschieden wird, ob das Eis dick genug ist, wird in einer der Grachten eine Reporterin tot aufgefunden. Sie wurde vergiftet, und die Spuren führen zum Planungskomitee des Elfstädtelaufs und zurück ins Jahr 1997. In welches Wespennest hat die Reproterin gestochen, dass sie dafür sterben musste?!

Griet Gerritsen und Pieter de Jong bekommen den Fall zugewiesen und haben mit ihrem Team einiges zu tun, um den Fall aufzuklären.

Der Schreibstil ist durchgängig spannend, sehr bildhaft und mit einer Menge Lokalkolorit angereichert. Der Leser erfährt viel interessantes über Friesland und dessen Bewohner, durchsetzt mit einer Menge holländischer Begriffe, mit denen ich recht gut zurechtkam.

Mir hat besonders gefallen, dass der Elfstädtelauf ein reales und hochinteressantea Ereignis ist, das der Autor geschickt in seinen Plot eingebracht hat.

Pieter de Vries ist ein sehr sympathischer und cleverer Ermittler, und Griet stößt mit ihrer gründlichen und manchmal fast pedantischen Art des Ermittelns nicht immer auf Gegenliebe.

Außerdem ist sie eine merkwürdige Mutter, die es nicht schafft, ein "normales" Verhältnis zu ihrer Tochter aufzubauen. Ihr Privatleben weist einige Ecken und Kanten aus, aber so werden die Protagonisten umso authentischer.

Ein sehr spannender Krimi, der für kurzweilige Unterhaltung und neues Wissen über Holland sorgt :o))

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