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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2016

Großer Bruder Zorn

Großer Bruder Zorn
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Meine Meinung:

Ich mochte die Grundidee, das mal Vorweg oder besser ausgedrückt, das was ich mir unter der Grundidee vorgestellt hatte: Das Leben der ganz normalen Menschen in einem Berliner Kiez, mit ...

Meine Meinung:

Ich mochte die Grundidee, das mal Vorweg oder besser ausgedrückt, das was ich mir unter der Grundidee vorgestellt hatte: Das Leben der ganz normalen Menschen in einem Berliner Kiez, mit ihren Träumen und Sorgen, ihrem grauen Alltag und vielleicht auch mit ihren Lichtblicken, beschrieben in einem Buch, das mich eine Woche lang mitnimmt in ihr Leben.

Leider wurde mir die Woche zu hektisch, die einzelnen Protagonisten kamen mir nicht nah, ich konnte keine Verbindung aufbauen zu all den gescheiterten Existenzen und gescheitert sind sie alle auf die eine oder andere Art, sie haben mehr oder weniger hochtrabende Pläne und Flausen im Kopf, zu denen ich mir meist nur dachte Lern erst mal was anständiges, du bist doch nicht dumm das mag hart klingen, da ich ja nur eine Woche bei Ihnen war und wenig von dem wusste was sie früher erlebt hatten, aber mir kamen sie alle so vor wie die Personen die man in Pseudodokumentationen im Privatfernsehen erleben kann, die die sich für die Größten halten und erwarten das jeder nur auf sie gewartet hat.

Die einzige erwähnenswerte Frau im Buch, Jessi, ist auch die einzige Person der ich persönlich zutrauen würde, doch noch etwas aus ihrem Leben machen zu können, wenn sie ihre Ängste überwindet und mehr Selbstbewusstsein entwickelt.

Mir hat die Normalität gefehlt, die es in fast jedem Leben gibt, sei es noch so schwierig, lebte ich im Wedding, ich wäre stinksauer auf den Autor, da traut sich doch niemand mehr hin ;o)

Leider nicht das was ich erwartet hatte. 2,5 Sterne

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Toten von Natchez

Die Toten von Natchez
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Meine Meinung: Eins vorweg, dieses Buch ist ein zweiter Teil, der Vorgängerband Natchez Burning. ist ebenfalls bei Rütten & Loening erschienen und sollte unbedingt vorher gelesen werden, wenn man das ...

Meine Meinung: Eins vorweg, dieses Buch ist ein zweiter Teil, der Vorgängerband Natchez Burning. ist ebenfalls bei Rütten & Loening erschienen und sollte unbedingt vorher gelesen werden, wenn man das nicht tut, so wie ich, kann es etwas dauern bis sich ein wirkliches Lesevergnügen einstellt, denn die Story ist doch sehr komplex und gespickt mit geschichtlichen Informationen. Nahtlos geht die Geschichte um Bürgermeister Penn und seine Verlobte Caitlin wohl weiter und hätte der Autor nicht in kurzen Rückblendungen auf das vorige Buch Bezug genommen, ich hätte es abgebrochen, damit will ich das Buch aber nicht schlecht machen, denn es ist wirklich gut geschrieben, hervorragend recherchiert und spannend. Greg Iles hat es hervorragend verstanden Fiktion und Wirklichkeit zu vermischen, seine Protagonisten sind realistisch und auch die Örtlichkeiten so bildhaft beschrieben das ich mich teilweise in die Südstaaten versetzt fühlte.
Glaubhaft erzählt uns der Autor von den Machenschaften des organisierten Verbrechens in den USA, von der Unterwanderung staatlicher Organsisationen, z.B. des FBI.
Jeder in diesem Buch ist ein Einzelkämpfer, eine Tatsache die bei mir auf großes Unverständnis stieß,anstatt zusammen zu arbeiten, versucht jeder auf eigene Weise und für eigene Ziele, die Verbrecher zur Strecke zu bringen und begibt sich und andere damit auch durchaus in Gefahr.
Eine Leseempfehlung gebe ich hier trotzdem allerdings mit dem Hinweis: Lest erst Natchez Burning.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Basar der bösen Träume

Basar der bösen Träume
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Seit ich das erste Buch von Stephen King gelesen habe, haben wir einen Deal: Er schreibt, ich lese.
Das schöne am Basar der bösen Träume ist, es sind Kurzgeschichten und ich liebe Kurzgeschichten, wenn ...

Seit ich das erste Buch von Stephen King gelesen habe, haben wir einen Deal: Er schreibt, ich lese.
Das schöne am Basar der bösen Träume ist, es sind Kurzgeschichten und ich liebe Kurzgeschichten, wenn sie wirklich kurz sind, so das es immer möglich ist mal schnell eine zwischendurch zu lesen, wenn die Zeit nicht reicht sich in einen Roman zu vertiefen.

Ich wollte ja zu jeder Story etwas schreiben, nur leider haben mich viele der Geschichten etwas enttäuscht, so das ich auch keine große Lust hatte etwas dazu zu schreiben, mir fehlte es fast immer an Spannung, die Stories sind wie immer gut und flüssig zu lesen, Kings Schreibstil ist einfach gut, aber er vermochte mich kaum zu fesseln, normalerweise lese ich einen King an einem Wochenende.
Vor jeder Geschichte, erzählt Stephen King was ihn dazu bewogen hat sie zu schreiben und manchmal auch wer zu der Zeit seinen Schreibstil beeinflusst hat, das war noch mit das Interessanteste.
Vielleicht ist es jetzt an der Zeit für mich zu sagen: Stephen King schreibt und ich warte ab, in der Hoffnung das er es doch wieder einmal schafft mich zu fesseln, meine Nacht zum Tag zu machen.

Veröffentlicht am 16.08.2021

Die Optimistin

Die Optimistin
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Charlotte Keller ist eine bedingungslose Optimistin. Kurz vor ihrem achtzigsten Geburtstag nimmt sie den Hochzeitsflüchtling Toygar Bayramoğlu in ihrer Wohnung in einem Seniorenheim an der Ostsee auf und ...

Charlotte Keller ist eine bedingungslose Optimistin. Kurz vor ihrem achtzigsten Geburtstag nimmt sie den Hochzeitsflüchtling Toygar Bayramoğlu in ihrer Wohnung in einem Seniorenheim an der Ostsee auf und erzählt ihm innerhalb zweier Tage ihre Lebensgeschichte. Aber schon bald merkt Toygar: Alles stimmt, aber nichts ist wahr.
Ich habe mich vom Cover hinreißen lassen und auch der Klappentext klang gut, die ersten Seiten des Buches waren auch noch recht amüsant.

Weil sein Vater Schulden hat, lässt sich Toygar auf eine Hochzeit mit der Nichte des Geldverleihers Celâls ein, als es an einem Strand in Damp soweit ist flieht Toygar auf einem Dromedar vor der gerade mal 16-jährigen Braut. Eine arrangierte Hochzeit schön und gut aber nicht mit einem Kind. Unterschlupf findet er in einer Seniorenwohnanlage bei Charlotte und die erzählt ihm ihre Lebensgeschichte.

Das hätte jetzt sehr interessant und humorvoll werden können, Charlotte mischt überall mit, sie dreht einen Film mit Heinz Erhard, trifft am Set auf Elvis, schläft mit Ringo Starr und trifft in einer Abtreibungsklinik auf Catherine Deneuve, Ives Saint Laurent und weitere Promis und ist die beste Freundin Ulrike Meinhofs, um nur einige Episoden aufzuzählen. Leider sind diese Episoden allzu abgedreht.

Ja ich weiß schon im Klappentext steht, das nicht davon wahr ist, ich hatte aber erwartet, dass die Geschichte so geschrieben ist, dass sie wahr sein könnte. Ich denke mal das Ihr versteht, was ich meine.

Reißen die Protagonisten vielleicht alles raus?
Nein leider nicht, ich weiß gar nicht wie ich ihn beschreiben soll, um die 30, Journalist, liebender Sohn, geduldiger Zuhörer und das war es eigentlich auch schon, er bleibt blass und ziemlich langweilig.

Die Söhne des Geldverleihers Celâls Dinc, Cem,Bora und Ömer, die nach Toygars Flucht die Verfolgung aufnehmen scheinen irgendwie alle von etwas schlichterem Gemüt zu sein, der eine oder andere Geistesblitz eines der Söhne ändert auch an diesem Eindruck nichts. Auch das sollte sicherlich dazu dienen den Leser zum Lachen zu bringen.

Dann haben wir natürlich noch Charlotte, die absolute Hauptperson der Geschichte, eine schillernde Persönlichkeit, die sich ihr Leben schön träumt. Nimmt man all die abstrusen Begebenheiten, die sie erzählt aus ihrem Lebenslauf bleibt, wohl nicht all zu viel woran sie sich gern erinnert, eigentlich ist sie zu bemitleiden, eine Kindheit im Nachkriegsdeutschland und die wohl eher unglückliche Ehe mit Hasso, der sich erst spät zu seiner Homosexualität bekennen kann, lassen sie die Geschichten erfinden, wobei nicht ganz klar wird, ob sie das bewusst macht oder vielleicht an einer leichten Form von Demenz leidet.

Allerdings mochte ich den Schreibstil, Timo Blunck ist sicherlich ein hervorragender Geschichtenerzähler, locker und flüssig wechselt er von der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück, das mir seine Geschichte nicht gefällt ändert ja nichts daran.

Ich kann leider keine Leseempfehlung aussprechen, sicherlich findet das Buch seine begeisterten Leser, ich gehöre nicht dazu.

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Veröffentlicht am 04.07.2019

Hinterhaus

Hinterhaus
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Inhalt: Die Journalistin Carolin, lebt mir ihrem Freund Jens in einer luxuriösen Wohnung in Berlin am Prenzlauer Berg, bzw sie lebte, denn als sie eines Tages vom Yoga kommt ist die Wohnung leer und ihre ...

Inhalt: Die Journalistin Carolin, lebt mir ihrem Freund Jens in einer luxuriösen Wohnung in Berlin am Prenzlauer Berg, bzw sie lebte, denn als sie eines Tages vom Yoga kommt ist die Wohnung leer und ihre persönlichen Sachen stehen in 7 Kartons verpackt im Flur. Für Carolin bricht eine Welt zusammen. Da sie nicht weiß wohin, wird sie von Mandy aufgenommen, die im Hinterhaus lebt. Und als wäre das nicht genug findet Carolin in einem Kabuff die Überreste eines seit 20 Jahren vermissten Jungen.

Meine Meinung: Wieder einmal ließ ich mich vom Klappentext und vom Cover überzeugen das Buch zu lesen. Beides gefiel mir ausnehmend gut. Nur leider konnte mich der Inhalt nicht ganz überzeugen. Thematisch wäre die Story genau das richtige für mich gewesen, ein Verbrechen das tief in der Vergangenheit verwurzelt ist, ein Haus in dem die Bewohner ihre Geheimnisse zu bewahren wissen und eine Protagonistin die diesem Geheimnis auf die Spur kommen will.
Aber es passte doch nicht. Carolin, die Hauptprotagonistin hat sich ihr Leben lang um nichts kümmern müssen, zuerst hielt ihr Vater alles negative von ihr fern und dann verliebte sie sich in den Orthopäden Jens und auch Jens trägt sie auf Händen, bis zu dem Tag an dem er sie fallen lässt und sie ohne Vorwarnung selber laufen muss, nur das kann sie nicht.

Die Autorin hat viele Themen aufgegriffen, die der Leser erst einmal sortieren muss.
Carolin Mutter scheint Alkoholproblem gehabt zu haben, das wird allerdings nie ausgesprochen nur durch Andeutungen erfährt der Leser von dem Problem und da sich Carolins Vater rührend um die Tochter kümmerte scheint sie auch nicht sehr darunter zu leiden. Anders als Mandy in deren Wohnung sie unterschlüpft. Mandy Eltern betrieben zu DDR Zeiten eine Kneipe und waren wohl auch ihre besten Gäste, Mandy verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in einem sogenannten Wochenheim, wie es scheint eine eher lieblose Kindheit. Im Gegensatz dazu wurde ihr Bruder von den Eltern vergöttert, der als musikalisches Talent galt und auf ein Internat gehen sollte.

Ebenfalls im Haus leben Henriette genannt Henry und ihr Mann Gunther. Henry betreibt ein kleines Cafe und ist so etwas wie Carolins beste Freundin, ihr Mann Gunther ist ein übrig gebliebener Guru unsympathisch und angsteinflößend, hat er eine Vorliebe für junge Mädchen, eine Vorliebe von der Henry weiß und noch ein Thema das die Autorin so nebenbei abhandelt.

Das alles hätte so spannend sein können, ich hätte sogar mit der Naivität Carolins leben können, es gibt eben Menschen die immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen und irgendwann schmerzhaft lernen müssen, das das Leben auch Schattenseiten hat. Aber da sind dann auch noch die immer wiederkehrenden Beschreibungen der Menschen am Prenzlauer Berg, die alle einem Satiremagazin entsprungen zu sein scheinen, ohne das die Autorin es schafft, dem Biss dieser Magazine nahe zukommen. Die Wortwahl Lioba Werrelmanns glich leider so manches Mal einem Griff ins Klo, ich weiß nicht was sie mit der Schilderung von Carolins Verdauungsvorgängen in drastischen Worten bezwecken wollte.

Leider ist Hinterhaus von Lioba Werrelmann kein Buch das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.