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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2021

Auch dieser Fall überzeugt auf ganzer Linie

Deichbrückenmord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi
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Auf der Deichbrücke in Bensersiel wird im Morgengrauen ein ermordeter Jogger gefunden. Die Identität ist schnell geklärt, es handelt sich um den aus Bensersiel stammenden Hoferben Jano Wilts, der gemeinsam ...

Auf der Deichbrücke in Bensersiel wird im Morgengrauen ein ermordeter Jogger gefunden. Die Identität ist schnell geklärt, es handelt sich um den aus Bensersiel stammenden Hoferben Jano Wilts, der gemeinsam mit seiner Frau den Urlaub auf dem nahe gelegenen Campingplatz verbrachte. Die Wittmunder Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig finden heraus, daß Jano den Verkauf des elterlichen Hofes als Erbe verhindern wollte. Unter Verdacht geraten seine Stiefmutter und seine Stiefschwester mit Ehemann. Ist der Mörder hier zu suchen? Als auch der zu Jano haltende Hofverwalter tätlich angegriffen wird, spitzt sich die Lage zu...

Mit "Deichbrückenmord in Bensersiel" läßt Rolf Uliczka sein Dream-Team Nina und Bert nun schon zum 12. mal ermitteln. Und auch dieser Fall schwächelt in keinster Weise. Geschickt verwickelt er den Leser in eine fesselnde Handlung voller falscher Fährten. Hier erscheint jeder verdächtig, so daß man sich nie festlegen kann und jedem mißtraut. Wie bei Rolf Uliczka gewohnt, wird die Lösung erst ganz am Ende präsentiert und man reibt sich verwundert die Augen. Bert und Nina ermitteln hier wieder auf ihre eigene Weise, die zum Teil recht unkonventionell ist, aber zum Ziel führt. Durch diese Art wirkt die Ermittlung authentisch und glaubhaft, es wird klar, daß auch Kommissare ein Privatleben haben und auch einmal ihren Feierabend normal verbringen. Das macht sie immer wieder sehr sympathisch. Der Autor schafft hier eine gelungene Balance zwischen Dienst und Schnaps. Bei diesem Buch fliegt man wieder durch die Seiten. Der angenehme Schreibstil, übersichtliche Kapitel mit Andeutungen am Ende und die nie nachlassende Spannung machen einfach Spaß. Ein Highlight dieser Serie ist die Regionalität. Hier lebt man richtig in Bensersiel und hat durch die Beschreibungen alles genauestens vor Augen.

Diese Serie macht einfach gute Laune und wird hoffentlich noch lange fortgeführt!

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Veröffentlicht am 02.02.2021

Perfekt - wie nicht anders zu erwarten

Die Zeit der Birken
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Im Jahr 1977 lebt Gesine auf dem Gestüt ihrer Eltern in Schleswig-Holstein. Sie möchte am liebsten den ganzen Tag auf dem Rücken ihres Pferdes über die Wiesen reiten. Ihre ehrgeizige Mutter jedoch will, ...

Im Jahr 1977 lebt Gesine auf dem Gestüt ihrer Eltern in Schleswig-Holstein. Sie möchte am liebsten den ganzen Tag auf dem Rücken ihres Pferdes über die Wiesen reiten. Ihre ehrgeizige Mutter jedoch will, daß sie ein hervorragendes Abitur macht und eine berühmte Dressurreiterin wird. Als ihr Vater den jungen Russen Grigori als Pferdetrainer einstellt ist Gesine zuerst skeptisch, doch dann erkennt sie, daß sie sich in ihn verliebt hat. Auch Grigori zeigt Gefühle für Gesine. Doch plötzlich verschwindet Grigori spurlos. Gesine glaubt immer an Grigoris Liebe, aber erst nach Jahren beginnt sie nach ihm zu suchen. Dabei kommt sie einer alten Familiengeschichte auf die Spur.

Charlotte lebt im Jahr 1938 in Estland. Die deutsche Gemeinschaft hat sich dort sehr isoliert. Deshalb ist Charlottes Liebe zu dem Esten Lennart nicht erwünscht. Als sie schwanger wird wollen sie allen Widerständen zum Trotz eine Familie gründen. Doch dann bricht der zweite Weltkrieg aus und sie werden gewaltsam getrennt. Ihr Schicksal wird erst viele Jahre später geklärt.

Christine Kabus hat mit ihrem Roman "Die Zeit der Birken" die bewegte Geschichte Estlands in zwei zauberhafte Liebesgeschichten verpackt. Durch die Charaktere erlebt man hautnah mit, wie dieses kleine Land und seine Bewohner wie ein Spielball zwischen den Mächten hin und her geworfen werden. Die Erzählungen in zwei Zeitebenen erfordern zunächst Konzentration, jedoch findet man sich schnell zurecht. Sie verbinden sich zum Schluß auf verblüffende Art und Weise zu einer dritten Geschichte. Das Ende kam für mich etwas abrupt daher und ich hätte mir hier noch etwas mehr gewünscht. Christine Kabus schreibt wie gewohnt unheimlich fließend und anschaulich. Dadurch erhält man ein ganz genaues Bild von Charakteren und Landschaft, ist wahrhaft mittendrin in einer ganz tollen Geschichte. Man fühlt, liebt und leidet mit Gesine und Charlotte. Ganz besonders muß man bei diesem Buch die Fleißarbeit der Autorin hervorheben. Die zitierten Texte aus alten Zeitungen und Bekanntmachungen erfordern mit Sicherheit eine mühsame Recherche. Aber es hat sich gelohnt, denn dadurch wird das Buch dazu beitragen ein Stück Geschichte Europas zu erklären.

"Die Zeit der Birken" erhält von mir ein: "Unbedingt lesen!"

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Veröffentlicht am 31.01.2021

Auch Teil 2 begeistert

Die Erben von Seydell - Die Schicksalsjahre
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1914. Alexander von Seydell hat sich nach einem Streit mit seinem Bruder in Navarra ein neues Leben aufgebaut. Als der erste Weltkrieg ausbricht, wird er Opfer einer Verwechslung und Alexander muß sich ...

1914. Alexander von Seydell hat sich nach einem Streit mit seinem Bruder in Navarra ein neues Leben aufgebaut. Als der erste Weltkrieg ausbricht, wird er Opfer einer Verwechslung und Alexander muß sich der französischen Armee anschließen. Auch sein Sohn Robert wird eingezogen, beide stehen sich auf dem Schlachtfeld gegenüber. Währenddessen kämpft Luise in der Lüneburger Heide um das Gestüt und das Glück ihrer Tochter.

Auch im zweiten Teil der Trilogie "Die Erben von Seydell" , "Die Schicksalsjahre" begeistert das Autorenduo Sophie Martaler wieder. Die Charaktere werden hier so wundervoll dargestellt, da bekommt man eine genaues Bild vor Augen. Christina und Robert als Alexanders Kinder sind absolut authentisch. Christina ist typisch Tochter. Sie rebelliert gern, so daß Alexander es nicht wirklich einfach mit ihr hat. Robert vermittelt hier sehr gut, wie unsinnig manche Entscheidungen im Krieg sind. Er kann die Entscheidungen seiner Vorgesetzten nicht nachvollziehen, sie sind komplett gegen seine Lebenseinstellung. Sophie Martaler bringt dem Leser diese Zerrissenheit nah, man erlebt es wie mit eigenen Augen. Die Handlungsorte wechseln zwischen der Lüneburger Heide und Navarra. Beide Gegenden werden sehr anschaulich dargestellt, man bekommt ein Gefühl dafür, wie es dort jeweils zu der Zeit zuging. Man erlebt Schicksalsschläge und Verluste, leidet und kämpft mit Alexander und Luise und findet sich in einer Handlung wieder, die auf geschickte Weise historische Fakten mit Fiktion verwebt.

Ich persönlich fiebere schon jetzt dem nächsten Band entgegen!

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Veröffentlicht am 31.01.2021

Schwieriges Thema gut verpackt

Marigolds Töchter
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Als Tochter Daisy überraschend zurückkehrt wird es eng im Haus von Marigold. Denn neben der jüngsten Tochter wohnt auch noch Großmutter Nan mit in dem kleinen Haus. Doch Marigold ist ein Familienmensch ...

Als Tochter Daisy überraschend zurückkehrt wird es eng im Haus von Marigold. Denn neben der jüngsten Tochter wohnt auch noch Großmutter Nan mit in dem kleinen Haus. Doch Marigold ist ein Familienmensch und macht für ihre Familie alles. In Marigolds kleinem Lädchen wird nun in nachbarschaftlicher Gemeinschaft versucht, für Daisy neben einem Job auch einen Mann zu finden. Bei all diesen Bemühungen übersieht allerdings jeder, daß es Marigold immer schlechter geht.

Julia Woolf beschreibt in ihrem Buch "Marigolds Töchter" das traurige Thema Demenz auf berührende Art. Dabei schafft sie es bei aller Schwere des Themas, daß man dies Buch gern liest. Denn sie verzaubert den Leser durch ihren Schreibstil, der fesselt, berührt und eine ganz eigene Art der Eindringlichkeit aufweist. Sie schafft eine gute Balance zwischen Emotionalität und Lesespaß. Dies ist eine Kunst, die gegeben ist und wohl nicht erlernt werden kann. Ihre Charaktere sind so geschaffen, daß man eine Verbindung zu ihnen bekommt, sich als Teil der Familie und somit mit ihnen fühlt. Man erkennt, was es heißt eine Familie zu sein. Die Demenz wird hier in keiner Weise beschönigt, man erlebt das Anfangsstadium sehr intensiv mit und ist oft zu Tränen gerührt.

"Marigolds Töchter" ist ein Highlight und absolut zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.01.2021

Ist dies wirklich schon der letzte Band?

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph (Sophia 3)
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Im Jahr 1930 scheint es für Sophia endlich ein Glück zu geben. Darren macht ihr einen Heiratsantrag, den sie mit Freuden annimmt. Da steht plötzlich ihre Freundin Henny vor ihrer Tür und braucht dringend ...

Im Jahr 1930 scheint es für Sophia endlich ein Glück zu geben. Darren macht ihr einen Heiratsantrag, den sie mit Freuden annimmt. Da steht plötzlich ihre Freundin Henny vor ihrer Tür und braucht dringend Hilfe. Sie ist in Paris durch falsche Freunde in die Kokainsucht getrieben worden. Um den teuren Aufenthalt in einer Suchtklinik zu finanzieren, nimmt Sophia das Angebot von Helena Rubinstein an und arbeitet wieder für sie. Daß dadurch ihre Ehe mit Darren zu sehr belastet wird, merkt sie fast zu spät. Als der Krieg ausbricht meldet Darren sich freiwillig zur Army. Schon wieder steht Sophia vor den Scherben ihres Lebens. Doch sie wäre nicht Sophia, wenn sie nicht wieder einmal den Kampf um ihr Glück aufnehmen würde. Auch dieses Mal hat sie einen langen Weg vor sich, den sie mit ihrer für sie typischen Beharrlichkeit gehen wird.

Das dritte und letzte Buch der Serie "Die Farben der Schönheit" von Corina Bomann trägt den Untertitel "Sophias Triumph". Dies Buch ist für mich ein Sinnbild für die tiefe Freundschaft von zwei jungen Frauen, die zusammen durch dick und dünn gehen. Es berührt einen sehr, wenn man miterlebt, was diese beiden Frauen erleben und gemeinsam meistern. Corina Bomann schreibt in einer so schönen und warmherzigen Art, daß man einfach mitleiden muß. Die unbarmherzigen Bedingungen, mit denen die Königinnen der Schönheitsbranche ihre Imperien aufgebaut haben, werden in dieser Serie zu Recht an den Pranger gestellt. Jeder sollte wissen, für was er sein Geld ausgibt.

Am Ende überlege ich, ob es wirklich das letzte Buch in dieser Reihe sein muß. Es gibt doch bestimmt noch viel zu erzählen über Sophia Krohn und ihr aufregendes Leben.

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