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Veröffentlicht am 15.02.2021

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Der Klang der Wälder
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In einem abgelegenen Bergdorf wächst Tomura-kun auf, das Rauschen der Wälder begleitet ihn und prägt seine Leidenschaft für Klang und Musik. Als er eines Tages dem Klavierstimmer Itadori-san bei der Arbeit ...

In einem abgelegenen Bergdorf wächst Tomura-kun auf, das Rauschen der Wälder begleitet ihn und prägt seine Leidenschaft für Klang und Musik. Als er eines Tages dem Klavierstimmer Itadori-san bei der Arbeit zusieht und -hört, ist er von dieser Aufgabe so fasziniert, dass er selber dieses Handwerk erlernt. Umgeben von erfahrenen Kollegen, setzt er sich allerdings sehr unter Druck und fühlt sich stets minderbegabt. Erst durch die Schwestern Yuni und Kazune und deren Schicksal findet er zu sich selbst und seiner Bestimmung.

Mit klaren Worten, einfach und prägnant, dennoch aber mit einer gewissen Melodie setzt Autorin Natsu Miyashita diesen Roman in Szene. Tomura-kun trifft fern von seiner Heimat auf viele Gewohnheiten, die ihm fremd sind. Nur langsam fügt er sich mit viel Fleiß ins Erwerbsleben ein und versucht, seine vermeintlichen Schwächen durch Ausdauer und Lernbereitschaft auszugleichen.

Während das Titelbild und der Klappentext sehr einladend wirken, so plätschert die Geschichte Tomura-kuns nur langsam und gemächlich dahin. Zu Beginn ist die Technik des Klavierstimmens noch sehr interessant, mit zunehmenden Wiederholungen wird die Sache jedoch ein wenig langatmig, auch wenn hinter jedem Klavier ein ganz individueller Pianist steht und jeder Spieler sich eine andere Klangnote wünscht. Ist Klavierstimmen also nur ein Handwerk, das man erlernen kann und eine reproduzierbare Technik? Oder steckt schlussendlich doch mehr dahinter? Der Protagonist muss sich viele Monate quälen, bis er wiederum auf die beiden Schwestern trifft, bei denen er das erste Mal nach seiner Grundausbildung beim Klavierstimmen dabei sein durfte. Erst jetzt erkennt er, was seine Arbeit bewirken kann und worauf er sein Augenmerk richten möchte.

Leider erscheint vieles in diesem Roman etwas schwermütig und eintönig, die Figuren bleiben nebelhaft fern, die Entwicklung Tomura-kuns nicht so lebendig, wie es hätte sein können. Vielleicht liegt es an der ganz anderen Kultur Japans, dass hier dieser Eindruck entsteht, an den sehr höflichen und oft recht förmlichen Umgangsformen, die kaum Privates und Ungezwungenes zulassen? In Summe handelt es sich um eine interessante Geschichte, die aber kaum Emotionen bei mir auslösen kann. Schade. Aufgrund der angenehmen Sprachmelodie und der grundsätzlich schönen Idee für dieses Buch vergebe ich drei Sterne.

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Veröffentlicht am 08.02.2021

Wofür wir leben

Fürchtet uns, wir sind die Zukunft
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Theo Sandmann ist talentiert, eine verheißungsvolle Zukunft steht ihm bevor. Insbesondere sein Klavierlehrer an der Akademie stellt sich als ganz besonderer Mentor heraus. Aber dann trifft Theo auf die ...

Theo Sandmann ist talentiert, eine verheißungsvolle Zukunft steht ihm bevor. Insbesondere sein Klavierlehrer an der Akademie stellt sich als ganz besonderer Mentor heraus. Aber dann trifft Theo auf die Schauspielstudentin Aida und hat plötzlich ganz andere Ziele. Die verkrusteten und von Geld und Macht geleiteten Strukturen sollen eingerissen werden durch feurige Reden und wilde Aktionen der ZUKUNFT.

Toll und übersichtlich gestaltet sind die Abschnitte des Buches, der Schreibstil ist eingängig und flott zu lesen. Die Entwicklung Theos vom behüteten Muttersöhnchen weg über den Studenten mit leichten Eingewöhnungsschwierigkeiten bis hin zum Mitglied der ZUKUNFT wird plastisch und glaubwürdig beschrieben. Die Figuren sind rasch, aber doch erkennbar skizziert. Sehr sympathisch kommt insbesondere Professor Goldstein herüber, der höchst individuelle und auf jeden einzelnen Schüler zugeschnittene Unterrichtsstunden erteilt. Schritt für Schritt steigert sich das Tempo und unerwartete Offenbarungen treten zutage. Mit der ein oder anderen Lebensweisheit führt Oppermann schließlich zu einem recht schnellen Ende.

Bei diesem Buch handelt es sich um einen kurzweiligen Jugendroman, wobei man gerade über die Gruppe ZUKUNFT und ihre Beweggründe doch gerne ein wenig mehr erfahren hätte. So werden viele Punkte eher schnell und oberflächlich abgehandelt, Gefühle, Ideen und Hintergründe bleiben verborgen. Dennoch ist die zugrunde liegende Botschaft klar. Deshalb drei Sterne.

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Veröffentlicht am 26.01.2021

Klimakinder

CO2 - Welt ohne Morgen
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Zwölf Kinder aus zwölf verschiedenen Nationen nehmen an einem Klimacamp in Australien teil. Aber rasch läuft etwas schief – sie werden entführt. Als Lösegeld werden nahezu unmögliche Klimaziele und sofortige ...

Zwölf Kinder aus zwölf verschiedenen Nationen nehmen an einem Klimacamp in Australien teil. Aber rasch läuft etwas schief – sie werden entführt. Als Lösegeld werden nahezu unmögliche Klimaziele und sofortige Maßnahmen erwartet. Jede Woche ist eine Nation gefordert, bei Nichteinhaltung stirbt das von dort stammende Kind. Ein Wettlauf beginnt: sind die Forderungen angemessen, ist es Erpressung, darf man Kinder opfern?

Das Thema ist brisant und spannend, Tom Roth schreibt vom fortschreitenden Klimawandel, der nun durch ein Verbrechen an unschuldigen Kindern in die täglichen Schlagzeilen rückt. Flott im Stil, übersichtlich bei Kapitelüberschriften und Zeitangaben präsentiert sich dieses Buch vom Titelbild bis zum Rückentext als stimmiges Ganzes.

Es geht um CO2, rauchende Schlote und entsprechende Zertifikate. Dass für eine Kinderkonferenz die Teilnehmer um den Erdball fliegen und dort am Riff spazieren gehen, sowie besorgte Angehörige quer durch die Welt reisen, passt da allerdings nicht mehr so optimal und glaubwürdig ins Konzept. Während man in Italien nicht einmal für nur einen einzigen Tag einen Flugstopp erwirken kann, befindet sich der besorgte Onkel viel zu oft über den Wolken. Neben einigen anderen weniger realistischen Episoden ist das Buch aber spannend geschrieben. Viele unterschiedliche Personen, Sichtweisen und Schauplätze bringen Abwechslung und lassen den Leser rasch durch die Seiten preschen. Die Sorge um Hannah und ihre Mitstreiter steigt von Tag zu Tag, bis das Ultimatum abläuft.

Gutes Konzept, durchschnittlich umgesetzt, drei Sterne.

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Veröffentlicht am 17.01.2021

Heißes Klima - kalte Menschen

2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt
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In der Antarktis bricht ein riesiger Gletscher ab, mit ihm versinkt die deutsche Forschungsstation Neumeyer III samt dem Glaziologen Jakob Richter. Eine unvermeidbare Katastrophe? Vor seinem Tod kann Richter ...

In der Antarktis bricht ein riesiger Gletscher ab, mit ihm versinkt die deutsche Forschungsstation Neumeyer III samt dem Glaziologen Jakob Richter. Eine unvermeidbare Katastrophe? Vor seinem Tod kann Richter noch Daten an seine Verlobte Leela senden, mit denen sie gegen Konzerne und mächtige Regierungen vorgehen soll. Doch schneller als sie ahnt, gerät sie ins Blickfeld ihrer Gegner und in Todesgefahr. Ein ungleicher Kampf, ein Wettlauf um die Klimarettung, ein einzig erkennbarer Ausweg bahnen sich an.

Vor einem sehr real anmutenden Hintergrund spielt Noah Richters Katastrophenszenario, nie dagewesenes Hochwasser, anhaltende Hitze, grausame Stürme, immer größer werdende Flächen der Erde werden unbewohnbar, Menschen begeben sich auf die Flucht, gekämpft wird um die letzte Ernte.

Die Hauptgeschichte dreht sich um Leela und ihren Willen, die Welt zu retten, den Großkonzernen die Stirn zu bieten. Jakob sendet ihr noch in seinem letzten Mail Kontakte, die ihr helfen sollen. Darum herum wechseln einander andere Handlungsstränge ab und lenken die Sicht auf unterschiedlichste Problemfelder, die die Menschen in dieser herausfordernden Zeit beschäftigen. Die wechselnden Perspektiven sind natürlich interessant und bergen Spannung, allerdings führen die Inhalte teilweise sehr weit vom ursprünglichen Thema weg und ufern zu sehr aus. Auch der flotte Erzählstil vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass einiges Überflüssige in die Geschichte verpackt ist und zuweilen langatmig werden lässt. Das Ende ist dafür eine sehr konsequente Sache, die kontrovers diskutiert werden kann, aber optimal zur vorangegangenen Handlung passt.

Alles in allem ein spannendes Thema, bei dem sich dieser Roman aber nur einreiht in einen von vielen.

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Veröffentlicht am 22.11.2020

Das Spiel hat begonnen

Frostgrab
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Nach 10 Jahren werden Milla und ihre Snowboardfreunde bzw. - konkurrenten von früher auf eine Lodge am Gletscher von Le Rocher in den französischen Alpen eingeladen. Ein vermeintliches Wiedersehen und ...

Nach 10 Jahren werden Milla und ihre Snowboardfreunde bzw. - konkurrenten von früher auf eine Lodge am Gletscher von Le Rocher in den französischen Alpen eingeladen. Ein vermeintliches Wiedersehen und Austauschen entpuppt sich bald als unglaubliche Intrige: Handys verschwinden, die Seilbahn steht still, keiner kann den anderen noch vertrauen. Wird der Berggipfel das frostige Grab für alle? Holt die Vergangenheit nun alle ein?

Der Prolog und das erste Kapitel im Jetzt versprechen ein spannendes Buch, auch die regelmäßig eingearbeiteten Kapitel, die das Geschehen zehn Jahre zuvor beleuchten, lassen die Sache interessant werden und den Leser Schritt für Schritt nähere Informationen ausgraben. Übersichtlich aufgebaut und flüssig zu lesen befindet man sich also schnell am schneebedeckten, eisigen Berg wieder und fiebert aufregenden Stunden entgegen. Soweit, so gut.

Allerdings verliert sich Reynolds immer wieder in vielen klitzekleinen Details rund ums Snowboarden, beschreibt dieselben Sprünge und Trickfiguren immer wieder, was zwar gut zum Thema passt und Kennern etwas sagt, für andere jedoch eher langweilig wirkt und das Ganze unnötig in die Länge zieht. Die Figuren selbst zeichnen sich durch unermüdlichen sportlichen Ehrgeiz aus und teilweise auch durch unsportliche Handlungen, um besser dazustehen als die Konkurrenz. Genau das passt recht gut zum Teil in der Gegenwart: wem traut man Hinterhältigkeit, Verrat, ja gar einen Mord zu?

Insgesamt betrachtet bietet dieser Thriller eine interessante Handlung, die in angenehm zu lesendem Stil erzählt wird, aber aufgrund des großzügigen Klappentextes bereits sehr vorhersehbar ist und auch – speziell im Mittelteil – nur wenig an Spannung bietet.

Daher von mir ausbaufähige drei Sterne.

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