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Veröffentlicht am 14.03.2021

Eine grandiose Fortsetzung mit mehr Spannung und Action

Federn über London 2
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Mit dem ersten Teil der „Federn über London“ hatte ich ganz ehrlich meine Schwierigkeiten. Für mich gab es da zu wenig Action und es war mir eine zu lange Einführung in die Welt sowie das Leben der Todesengel. ...

Mit dem ersten Teil der „Federn über London“ hatte ich ganz ehrlich meine Schwierigkeiten. Für mich gab es da zu wenig Action und es war mir eine zu lange Einführung in die Welt sowie das Leben der Todesengel. Diese Fortsetzung hat mich allerdings vollends überzeugt und ich bin sehr glücklich erneut in die Welt der Engel eingetaucht. Die Spannung, die mir noch im Auftakt gefehlt hat, habe ich nun bekommen.

In der Fortsetzung wird die Handlung nahtlos fortgeführt, also direkt nach dem Schub von Clear. Es gibt aus den verschiedenen Sichten noch einmal eine kleine Zusammenfassung, was bisher geschehen ist, sodass der Leser schnell wieder in die Geschichte hineinfindet. Bei mir war es nicht so lange her, dass ich den ersten Teil gelesen habe, dennoch war ich froh über die kurze Zusammenfassung, sodass ich direkt wieder die Atmosphäre der Londoner Welt gespürt habe, das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere im Kopf hatte und die Möglichkeiten der Magie vorgestellt habe. Es war alles direkt wieder da und das sehe ich als große Stärke der Autorin an, dass sie es schafft den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen.

Eine weitere Stärke dieser Reihe ist, dass der Leser immer wieder überrascht wird. Natürlich ist das Grundkonstrukt dieser Welt bereits bekannt, aber nun erfährt der Leser erst, was es wirklich im Detail bedeutet ein Todesengel zu sein. Clears Training fängt nun richtig an und die Probleme in der Akademie nehmen zu. Es sind nun nicht mehr nur die falschen Aufträge, um die sich die Engel kümmern müssen, sondern es gibt eine weit größere Bedrohung. Natürlich habe ich direkt angefangen zu spekulieren, wer für die Probleme verantwortlich ist. Bei manchen Schwierigkeiten war ich positiv überrascht, dass ich die Hinweise richtig gedeutet habe, aber bei manchen habe ich komplett im Dunklen getappt. Einige Fragen sind auch noch offen, sodass ich den Mai, wenn der dritte Teil herauskommt, kaum erwarten kann.

Sehr gut fand ich auch, dass die Handlung weiterhin aus vier Sichten erzählt wird, sodass es zu allen Hauptcharakteren eine eigene sowie eine Fremdbetrachtung gibt. Das schafft ein umfassenderes Bild und der Leser bekommt auch mehr von den Geschehnissen in London mit. Gerade von Lance und Ease bin ich begeistert. Die beiden sind einfach so tolle Persönlichkeiten, sodass ich sie direkt ins Herz geschlossen habe. Mit Ease würde ich auch gerne zusammenarbeiten oder ihn direkt als besten Freund in mein Leben integrieren.

Die Fortsetzung hat mich in jedem Fall begeistert und ich freue mich darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Sabine Schulter hat mich hiermit überzeugt, dass die „Federn über London“ äußerst lesenswert und genauso gut wie die anderen Bücher der Autorin sind.

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Veröffentlicht am 08.02.2021

Auch nach der Netflix Serie ein ausgesprochen unterhaltsames Lesevergnügen

Bridgerton - Der Duke und ich
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Zunächst brauchte ich etwas Überredung, bis ich die Netflix Serie angefangen habe und sie dann plötzlich innerhalb von einem Wochenende durchgesehen habe. So ähnlich ging es mir auch mit dem Buch. Ich ...

Zunächst brauchte ich etwas Überredung, bis ich die Netflix Serie angefangen habe und sie dann plötzlich innerhalb von einem Wochenende durchgesehen habe. So ähnlich ging es mir auch mit dem Buch. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Buch nur annähernd an die Serie herankommen könnte oder falls sie zu ähnlich ist, dass es noch spannend zu lesen ist. Ich bin auch hier sehr froh, dass ich hartnäckige Freundinnen habe, die mich dazu gebracht haben, dieses Buch zu lesen.

Julia Quinn entführt den Leser in das 18. Jahrhundert, in eine Zeit in der es für eine junge Frau ausgesprochen wichtig ist, einen guten Ehemann zu finden. Daphne ist die älteste Tochter des Hauses Bridgerton und die erste, die verheiratet werden soll. Ihr Problem ist, dass sie meistens so freundlich zu den Herren ist, dass sie in ihr eher eine Freundin als eine zukünftige Ehefrau sehen. Das alles ändert sich als ein Duke Interesse an ihr zeigt – auch wenn dieses Interesse nur gespielt ist.

Zunächst einmal war ich überrascht, wie nah die Serie an der Buchvorlage ist, auch wenn es kleine Unterschiede gibt. Daphne hat braune Haare, ihre Geschwister haben eine viel kleinere Präsenz und auch der zeitliche Rahmen ist kürzer. Aber dies sind insgesamt nur kleinere Unterschiede, die wesentlichen Aspekte sind die gleichen. Trotz der Ähnlichkeit ist es jedoch auch nicht langweilig. Der Sprachstil ist so unterhaltsam, dass die Lektüre fesselnd war. Ich wusste zwar, wie es enden würde, allerdings wollte ich unbedingt weiterlesen. Die Dialoge sind einfach so witzig geschrieben, dass ich davon auch noch hundert weitere Seiten hätte lesen können.

Das besondere an dieser Geschichte ist eine Lady Whistledown. Eine anonyme Klatschtante, die besonders gut über die Geheimnisse der Gesellschaft bescheid weiß und diese in einer Zeitung verkündet. Ähnlich wie in der Serie „Gossip Girl“ ist es ein gut gehütetes Geheimnis, wer diese geheimnisvolle Frau ist und woher sie all ihre Informationen hat. Ihre Kolumne leitet jedes Kapitel ein und schafft damit einen bringt damit noch eine andere Sicht in die Geschichte. Bis dato habe ich noch nie einen historisch angehauchten Roman gelesen, der einen solchen Aufbau hatte. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Eine kleinen Punktabzug würde ich lediglich geben, weil mir die emotionale Ebene etwas zu kurz gekommen ist. Natürlich gab es in der damaligen Zeit kaum Liebeshochzeiten und der größte Teil war arrangiert, aber hier hätte ich mir noch ein paar mehr Gefühle gewünscht. Ich hätte mir gewünscht mehr zu erfahren, wie es für Daphne ist so viele Erwartungen erfüllen zu müssen, Sorge zu haben keinen passenden Ehemann zu finden oder auch wie es ist sich zu verlieben. Auch wenn es nicht schicklich ist, diese Emotionen zu zeigen, sollte sie diese doch empfunden haben. Sie wurden auch in jedem Fall angedeutet, aber in meinen Augen hätten sie noch präsenter sein dürfen.

Die anderen Teile der Buchreihe erzählen jeweils die Geschichte eines anderen Kindes der Familie Bridgerton. Als nächstes muss wohl Anthony, der älteste Bruder eine Ehefrau für sich finden. Ich bin sehr gespannt darauf, welche Frau er sich suchen wird und welche Gerüchte bis dahin Lady Whistledown erzählen wird. Das besonders gute ist, dass die nächsten beiden Teile bereits diesen Monat erscheinen, sodass sie einem auch das Warten auf die zweite Staffel bei Netflix versüßen werden.

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Veröffentlicht am 07.12.2020

Es kommt eben nicht auf das Äußere an

Making Faces
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„Sie war die Art Mädchen, die sich keine Gedanken darüber machte, ob man zu einer Party in einem für einen Rollstuhlfahrer ausgelegten Minivan auftauchen sollte. Die Art Mädchen, die vor Aufregung ganz ...

„Sie war die Art Mädchen, die sich keine Gedanken darüber machte, ob man zu einer Party in einem für einen Rollstuhlfahrer ausgelegten Minivan auftauchen sollte. Die Art Mädchen, die vor Aufregung ganz aus dem Häuschen gewesen war, als man sie zu einem dummen Spiel eingeladen hatte. Die Art Mädchen, die zurückgekommen war, um sich von einem Jungen zu verabschieden, der sie wie Dreck behandelt hatte.“

Schon als Kind wusste Fern, dass sie nicht hübsch und viel zu klein ist. Da war es undenkbar, dass der wunderschöne sowie beliebte Ambrose sie bemerken könnte. Statt ins Rampenlicht gehörte Fern zusammen mit ihrem Cousin Bailey, der wegen einer Muskelerkrankung im Rollstuhl sitzt, zu den Außenseitern. Ambrose nimmt Fern erst wahr, als er als gebrochener Mann von einem Militäreinsatz zurückkommt.

Von Amy Harmon habe ich bereits „Bird & Sword“ gelesen. Mit diesem Buch hat die Autorin bereits gezeigt, dass sie gefühlvolle, bewegende Geschichte schreiben kann und ich habe mich in ihren Stil verliebt. Andere Bücher kenne ich bis dato von ihr nicht, auch wenn die Trilogie, die nun neu im LYX Verlag aufgelegt wird, bereits im Deutschen verfügbar ist. Diese Geschichte ist bereits 2014 bei INK Egmont unter dem Titel „Vor uns das Leben“ erschienen.

Zunächst hat mich der Roman ein bisschen verwirrt, weil er recht langsam startet und auf den ersten Blick anders ist als der Klappentext vermuten lässt. Es geht in erster Linie nicht um Ambrose, sondern zunächst um Bailey und Fern. In meinen Augen hat dieses Buch drei Hauptpersonen, die alle drei sehr detailliert ausgearbeitet sind und vielseitige Facetten haben. Jede Geschichte für sich würde schon ausreichen, um einen Roman zu füllen. Alle drei zusammen ergeben eine komplexe, emotionale Geschichte.

Besonders gut hat mir bei diesem Buch gefallen, dass es sich nicht irgendwelcher Stereotype bedient, sondern Einzelschicksale beschreibt. Damit wirkt alles viel authentischer sowie realistischer. Auch hat mir die Botschaft, die das Buch vermittelt, ausgesprochen gut gefallen. In vielen Situationen zeigt sich, dass es viele Arten von Schönheit gibt und ein Mensch nur wahrlich schön sein kann, wenn sowohl das Innere als auch das Äußere schön sind. Eine hübsche Schale allein reicht eben nicht.

In meinen Augen ist dies eine berührende, wunderschöne Geschichte. Für mich war es ein ausgesprochener Lesergenuss, sodass es hierfür eine eindeutige Leseempfehlung gibt. Wer gerne Fantasy mag, sollte zudem auch unbedingt von der Autorin die Dilogie „Bird & Sword“ lesen. Diese Geschichte ist genauso genial und tiefgründig.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

Entwicklung zu einer wahren Königin

Protect the Prince
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Es ist schon ein paar Monate her, dass ich „Kill the Queen“ gelesen habe und musste mir auch erst noch einmal die Handlung in Erinnerung rufen, aber mit der ersten Seite von „Protect the Prince“ war ich ...

Es ist schon ein paar Monate her, dass ich „Kill the Queen“ gelesen habe und musste mir auch erst noch einmal die Handlung in Erinnerung rufen, aber mit der ersten Seite von „Protect the Prince“ war ich wieder in der Geschichte drinnen. Die ganzen Intrigen aus dem ersten Teil war mir noch recht präsent. Die Fortsetzung startet wenige Wochen nach dem Ende vom Auftakt beziehungsweise nach der Krönung von Everleigh Blair zur Königin von Bellona. Ihre Gefährten aus der Gladiatorengruppe und auch Lucas Sullivan sind noch an ihrer Seite, sodass der Leser vielen bekannten Gesichtern wiederbegegnet.

Mit ihrer Krönung ist Everleigh nun vollends im Fokus aller Intrigen am Hof geworden. Bis dato hatte sie diese eher alle aus dem Hintergrund mitbekommen, aber nun muss sie sich selber davor schützen nicht hintergangen zu werden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie auch in den Fokus von Attentätern wird. Die Attentate auf sie gliedern das Buch, so ist auch die Geschichte selber in drei Abschnitte eingeteilt, die jeweils erstes, zweites oder drittes Attentat heißen. Als ich das in der Kapitelübersicht gesehen habe, dass das Buch so aufgebaut ist, habe ich mich erste einmal gefragt, ob das nicht total langweilig und repetitiv wird. Ich kann ehrlich sagen, das ist nicht der Fall. Die Attentate geben vielleicht die Struktur für die Kapitel, aber nicht für den roten Faden. Dieser entwickelt sich auch so weiter.

Begeistert hat mich auch, dass die Handlung eigenständig ist und andere Probleme beziehungsweise Themen enthält als der erste Teil. Es ist somit nicht eine ähnliche Geschichte in einem anderen Gewand, sondern eine wirkliche Weiterentwicklung. So bleibt es weiterhin spannend zu lesen, wie es mit Everleigh weitergeht und vor allem auch wie sie ihre neue Rolle als Königin ausfüllt.

Ebenfalls neu ist, dass die Hauptcharaktere in ein angrenzendes Königreich reisen. Somit lernt der Leser noch mehr von der Welt und den verschiedenen Bräuchen kennen. Ein bisschen rücken jedoch die Beschreibungen der Umgebung in den Hintergrund, da Emotionen etwas wichtiger werden. Everleigh wird dazu gedrängt eine Hochzeit – im besten Fall eine strategisch günstige Hochzeit – einzugehen. Da muss sie sich fragen, was sie eigentlich möchte und ob sie ihre Pflicht vor ihr Herz stellen kann.

Wie bereits im Auftakt wirkt die Handlung in sich abgeschlossen. Jedoch bleiben auch noch ein paar Fragen offen, die Lust auf mehr machen und noch genug Material für eine weitere Fortsetzung liefern. Ich hoffe sehr, dass die Autorin noch viele Bücher in diesem Setting schreiben wird und freue mich schon auf das nächste Buch von ihr. Das ist definitiv eine Reihe, die High Fantasy Fans lesen sollten.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

Über Hoffnung und Träume

Wenn aus Funken Flammen werden
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In letzter Zeit werden immer mehr vermeidliche Tabuthemen in Romanen thematisiert und damit auch etwas enttabuisiert. Das Hauptthema ist hier eine mögliche Unfruchtbarkeit und wie sich dies auf die Partnerwahl ...

In letzter Zeit werden immer mehr vermeidliche Tabuthemen in Romanen thematisiert und damit auch etwas enttabuisiert. Das Hauptthema ist hier eine mögliche Unfruchtbarkeit und wie sich dies auf die Partnerwahl auswirkt. Kristen leidet seit ihrer Jugend extreme Probleme mit ihrer Periode, sodass es ihr fast unmöglich wird ein normales Leben zu führen. Da ist es nur verständlich, dass sie überlegt dieses Thema ein für alle Male zu beenden. Schwierig wird diese Entscheidung erst als sie Josh kennenlernt, der in jedem Fall eine große Familie und eigene Kinder haben möchte.

Zunächst ist der Kinderwunsch erst einmal ein Randthema, viel stärker geht es darum, dass sich Josh und Kristen kennenlernen. Kristen präsentiert sich von der ersten Seite an als schlagfertiger und humorvoller Charakter. Die Unterhaltungen zwischen den beiden haben mich ausgesprochen gut unterhalten und ich mochte auch die kleinen Streiche, die die beiden ihren Freunden gespielt haben. Es hat einfach nur Spaß gemacht diese Geschichte.

Nicht nur Kerstin, sondern auch Josh hat eine spannende Hintergrundgeschichte. Nach einigen gescheiterten Beziehungen ist er nun bereit mit einer Frau sesshaft zu werden und eine Familie zu gründen. Er ist in jedem Fall ein interessanter und vor allem auch sympathischer Charakter. Einige Kapitel sind auch aus seiner Sicht geschrieben, jedoch würde ich sagen, dass seine Präsenz in dem Roman nicht so groß ist wie die von Kristen. Sie ist hier stärker im Fokus.

Im Verlauf der Handlung habe ich immer wieder auf ein Happy End gehofft, aber war mir gar nicht sicher, ob dies überhaupt möglich ist. Ich möchte das Ende nicht verraten, daher sage ich nur, dass es mich zufrieden gestellt hat. Im ersten Augenblick dachte ich, dass es etwas zu übertrieben ist, aber dann habe ich es etwas sacken lassen und habe vor allem auch das Nachwort der Autorin gelesen. Das kann ich jedem nur nahelegen, da er hier noch ein paar Hintergrundinformationen zu der Geschichte und zu der Thematik gibt. Das hat mir auch noch einmal geholfen das Ende in dem richtigen Licht zu sehen.

Mir haben diese Thematik und die Geschichte zum Nachdenken gegeben, sie hat mich emotional berührt und sehr gut unterhalten. Den Roman habe ich regelrecht verschlungen und es hat vollkommen meine hohen Erwartungen erfüllt. Ich hatte sehr viel Spaß Kristen bei ihrer Entscheidungsfindung zu begleiten. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für dieses außergewöhnliche Buch.