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Veröffentlicht am 09.03.2021

Atmosphärischer Kriminalroman

Mordsand
5


Inhalt:
Frida Paulsen und Bjarne Haverkamp von der Kripo Itzehoe bekommen es mit einem Cold Case zu tun. Auf der Elbinsel Bargsand wurde ein jahrzehntealtes Skelett mit gefesselten Händen im Schlick eingegraben ...


Inhalt:
Frida Paulsen und Bjarne Haverkamp von der Kripo Itzehoe bekommen es mit einem Cold Case zu tun. Auf der Elbinsel Bargsand wurde ein jahrzehntealtes Skelett mit gefesselten Händen im Schlick eingegraben gefunden. Kurz darauf wird auf einer anderen Insel die Leiche eines Hamburger Bauunternehmers entdeckt, auf die gleiche Weise gefesselt wie das Skelett von Bargsand. Hängen die beiden Fälle zusammen oder gibt es hier einen Nachahmer?

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 4. Teil der Reihe um die Itzehoer Kommissare Bjarne Haverkamp und Frida Paulsen. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Daher kann man dieses Buch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Auch das Wichtigste zu den bereits bekannten Akteuren wird noch einmal wiederholt. Allerdings nimmt auch das Privatleben der Ermittler in dieser Reihe einen großen Raum ein. Da macht es natürlich mehr Spaß, wenn man dies von Anfang an verfolgt. Ich finde die beiden Protagonisten samt ihrem Familienanhang sehr sympathisch und freue mich immer, darüber zu lesen. Das gibt dem Ganzen die besondere Atmosphäre. Dazu kommen die gewohnten liebevollen Landschaftsbeschreibungen, die einen gedanklich direkt in die Elbmarsch versetzen.

Der Kriminalfall ist ganz schön verzwickt und wenig vorhersehbar. Durch bedrückende Einschübe, die etwa dreißig Jahre in der Vergangenheit im Jugendwerkhof Torgau in der DDR spielen, ergibt sich zwar bald eine Richtung, in die uns das Buch führt. Doch die letztendlichen Zusammenhänge hat Romy Fölck zunächst gut verschleiert.

Als Leser*in begleitet man die Ermittler bei den ziemlich authentisch erscheinenden, mühsamen Ermittlungen. Spannung ist durchgehend vorhanden, wenn auch nicht auf allerhöchstem Niveau, aber das muss bei einem KriminalROMAN ja auch nicht unbedingt sein. Einige extrem spannende Szenen gibt es aber durchaus auch.

Einige Kleinigkeiten kamen mir nicht sehr glaubwürdig vor. Diese schmälern das Leseerlebnis aber nur marginal. Im Großen und Ganzen liegt hier ein solide aufgebauter und ausgearbeiteter Krimi mit tiefgründigen Charakteren vor, der jetzt schon meine Vorfreude auf den nächsten Band angefacht hat.

Die Reihe:
1. Totenweg
2. Bluthaus
3. Sterbekammer
4. Mordsand

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Spannung
  • Cover
Veröffentlicht am 06.03.2021

Nora Linde in Nöten

Das Grab in den Schären
0

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (4. März 2021)
ISBN-13: 978-3462052176
Originaltitel: I hemlighet begravd
Übersetzung: Dagmar Lendt
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Nora ...

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (4. März 2021)
ISBN-13: 978-3462052176
Originaltitel: I hemlighet begravd
Übersetzung: Dagmar Lendt
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Nora Linde in Nöten

Inhalt:
Bei Bauarbeiten auf der bislang unbewohnten Schäreninsel Telegrafholmen werden Teile eines Skeletts gefunden, das hier vergraben war. Polizeikommissar Thomas Andreasson und sein Partner Aram ermitteln in den Fällen der seit Jahren vermissten siebzehnjährigen Astrid und der fünfunddreißigjährigen Siri. Wurde eine von ihnen auf Telegrafholmen verscharrt?

Die Staatsanwältin Nora Linde, Thomas’ beste Freundin, ist nach ihrem tragischen letzten Fall schon seit Monaten krankgeschrieben. Nachts plagen sie Albträume, tagsüber gibt sie sich dem Alkohol hin. Als sie erfährt, dass möglicherweise Astrids Skelett gefunden wurde, ermittelt sie auf eigene Faust, denn sie hatte das Mädchen gekannt. Doch damit ruft sie nicht nur bei Thomas Ärger hervor, sondern auch die Aufmerksamkeit des Täters auf sich …

Meine Meinung:
Dies ist der 10. Fall für Thomas Andreasson. Das Lesen macht bestimmt mehr Spaß, wenn man zumindest einige der Vorgängerbände kennt, um die Beziehung der verschiedenen Personen zueinander besser nachvollziehen zu können. Für den Kriminalfall ist es aber nicht notwendig.

Wie immer hat Viveca Sten einen spannenden Roman kreiert. Er wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei wird die Erzählung in der Gegenwart immer wieder durch Einschübe aus Astrids und aus Siris Sicht in der Vergangenheit unterbrochen. Scheibchenweise erfährt man so, was damals passiert ist. Und auch wenn man dadurch als Leser*in etwas mehr weiß als die Polizisten, wirkt der Fall keineswegs klarer. Die Story ist voller Wendungen und Überraschungen und fesselt dadurch ungemein.

Trotzdem war das Lesevergnügen für mich nicht ganz ungetrübt. Zum einen gefiel es mir nicht, dass Nora Linde dermaßen im Vordergrund steht und zweitens, dass hier ein psychisches Problem das andere jagt. Sowohl Nora als auch Thomas haben Probleme mit ihren Partnern, Nora steigert sich in ihre Ängste und Panikattacken. Auch fast sämtliche anderen Ehen oder Partnerschaften werden negativ beschrieben. Dies alles nimmt für meinen Geschmack zu viel Raum ein und ist recht deprimierend zu lesen. Daher wünsche ich mir, dass Nora sich endlich wieder erholt und im 11. Fall wieder psychisch fit ist.

Die Fälle von Thomas Andreasson:
1. Tödlicher Mittsommer
2. Tod im Schärengarten
3. Die Toten von Sandhamn
4 .Mörderische Schärennächte
5. Beim ersten Schärenlicht
6. Tod in stiller Nacht
7. Tödliche Nachbarschaft
8. Mörderisches Ufer
9. Flucht in die Schären
10. Das Grab in den Schären

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNUGITLAWEGREV

★★★★☆

Veröffentlicht am 26.02.2021

Toll, aber Band 1 recht ähnlihc

Erebos 2
0

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (14. August 2019)
ISBN-13: 978-3743200494
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Preis: 19,95 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Toll, aber Band 1 ...

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (14. August 2019)
ISBN-13: 978-3743200494
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Preis: 19,95 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Toll, aber Band 1 recht ähnlich

Inhalt:
Etwa 10 Jahre ist es her, dass Erebos sich abgeschaltet hat. Als plötzlich das entsprechende Icon wieder auf Nicks Computer auftaucht, kann er es zunächst gar nicht glauben. Doch schneller als ihm lieb ist, hat das Spiel ihn wieder in seinen Fängen.

Der 16-jährige Derek ist dagegen mit Feuereifer dabei, als das Spiel ihn rekrutiert. Stück für Stück lässt er sich in etwas hineinziehen, das er nicht überblicken kann.

Meine Meinung:
Den 1. Band habe ich vor 10 Jahren verschlungen und war total begeistert. Bevor ich nun den 2. Band in die Hand nahm, habe ich den 1. noch einmal gelesen, weil ich mich zwar noch grob erinnerte, worum es damals ging, aber die Einzelheiten natürlich nicht mehr parat waren. Nachdem ich nun auch Band 2 gelesen habe, bin ich mir unsicher, ob der Reread gut oder schlecht war.

Es war gut, weil mich das Buch noch einmal genauso begeistern konnte wie beim ersten Lesen. Ich war nun wieder ganz in dem Spiel Erebos drin, kannte die Regeln, die Spielwelt und auch die Spieler.

Schlecht war es deswegen, weil im 2. Band einiges davon wiederholt wird, damit Neueinsteiger die Handlung einordnen können. Das war für mich dann natürlich nicht so aufregend. Außerdem ist der Spielhintergrund leider nicht mehr wirklich überraschend, wenn man Band 1 kennt. Und das machte damals doch viel vom Reiz des Buches aus.

Aber ich kam mit dem 2. Band trotzdem auf meine Kosten. Ursula Poznanski versteht es einfach, spannend zu erzählen und die Leserschaft zu fesseln. Gerade bei den Spielszenen hat man das Gefühl, selbst am PC zu sitzen und die Spielfigur durch die Spielwelt zu führen. Das wirkt so realistisch.

Auch wenn man als Band 1-Leser schon weiß, wie das Spiel funktioniert, weiß man trotzdem noch nicht, wer diesmal dahintersteckt und was das Ziel von Erebos ist. Insofern ist der Ausgang immer noch überraschend.

★★★★☆

Veröffentlicht am 26.02.2021

Fesselnder Mystery-Thriller

Ich will dich nicht töten
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Taschenbuch: 445 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (1. Oktober 2010)
ISBN-13: 978-3492267816
Originaltitel: Full of Holes
Übersetzung: Jürgen Langowski

Fesselnder Mystery-Thriller

Inhalt:
Der sechzehnjährige ...

Taschenbuch: 445 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (1. Oktober 2010)
ISBN-13: 978-3492267816
Originaltitel: Full of Holes
Übersetzung: Jürgen Langowski

Fesselnder Mystery-Thriller

Inhalt:
Der sechzehnjährige John Cleaver hat bereits zwei Dämonen zur Strecke gebracht. Nun hat er den dritten nach Clayton gelockt, wo seine Mutter ein Bestattungsinstitut führt. John versucht, dem Dämon auf die Spur zu kommen, denn diverse Personen des öffentlichen Lebens fielen diesem schon zum Opfer. Und daneben gilt es eine ungeklärte Reihe mysteriöser Selbstmorde von jungen Mädchen aufzuklären.

Meine Meinung:
Die ersten beiden Bände habe ich schon vor einer Ewigkeit gelesen und mich praktisch nicht mehr daran erinnert. Dies störte mein Lesevergnügen jetzt aber kaum. Alles, was man wissen muss, erfährt man in diesem Band.

Es dauerte eine Zeit lang, bis ich mich auf den soziopathischen Protagonisten einlassen konnte. Ich fand ihn einfach zu abgedreht bzw. es erschien mir seltsam, dass er von seinen Mitmenschen relativ gewöhnlich behandelt wird. Ich persönlich würde um einen solchen Menschen, wie er hier dargestellt wird, wohl eher einen großen Bogen machen. Er ist zuweilen schon ein bisschen gruselig.

Auch die Handlung darf man nicht für bare Münze nehmen. Manches wirkt schon etwas unglaubwürdig, zum Beispiel, wenn der Polizist sich ernsthaft mit dem Jugendlichen über die Aufklärung des Falles berät.

Dan Wells erzählt aber sehr fesselnd, und wenn man die Figur des John Cleaver einmal akzeptiert hat, ist alles Weitere auch recht schlüssig. Beim Lesen erleben wird die Story aus Johns Sicht, dringen in seine tiefsten (verstörenden) Gedanken vor, die jegliches Gefühl vermissen lassen. Das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, aber gut umgesetzt und auch interessant.

Die Reihe:
1. Ich bin kein Serienkiller
2. Mr Monster
3. Ich will dich nicht töten

★★★★☆

Veröffentlicht am 26.02.2021

Bedrückende Familiengeschichte

Die Schweigende
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Broschiert: 518 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (26. Oktober 2020)
ISBN-13: 978-3328104858
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Bedrückende Familiengeschichte

Inhalt:
Alles scheint ...

Broschiert: 518 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (26. Oktober 2020)
ISBN-13: 978-3328104858
Preis: 16,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Bedrückende Familiengeschichte

Inhalt:
Alles scheint gut zu laufen bei Familie Remy, bis Vater Jens stirbt und seiner Tochter Imke das Versprechen abnimmt, nach einem Peter zu suchen. Imke steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe, an der schon ihre Eltern zeitlebens gescheitert sind. Ihre Recherchen führen sie etwa sechzig Jahre in die Vergangenheit und decken ein lang gehütetes Geheimnis ihrer Familie auf.

Meine Meinung:
Ellen Sandberg ist das Pseudonym von Inge Löhnig, deren Krimi-Reihen um Kommissar Dühnfort und Gina Angelucci ich sehr gerne lese. Auch für Familiengeschichten und Spannungsromane kann ich mich begeistern. So griff ich zu dem vorliegenden Roman in der Hoffnung, genauso gut unterhalten zu werden, wie mit Löhnigs Krimis, hatte anfangs jedoch ein wenig Probleme damit.

Mir war zum einen die Sprache etwas zu einfach und die Erzählung zu ausschweifend. Die Charaktere fand ich ein bisschen platt und klischeehaft. Hier hätte man durchaus mehr draus machen können. Die Geschichte brauchte so etwas zu lang, bis sie mich fesseln konnte. Doch das wurde von Seite zu Seite besser. Schließlich konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und war vollkommen gefangen von der dramatischen Story.

Mir gefiel der Aufbau der Handlung sehr gut. Es gibt vier Perspektiven in der Gegenwart: die der Mutter Karin und die der drei Töchter Geli, Imke und Anne. Dazu kommt Karins Handlungsstrang in der Vergangenheit, der nach und nach Schreckliches offenbart. Das ist zwar schlimm zu lesen, dadurch, dass der Schrecken aber immer wieder von der „netteren“ Gegenwartserzählung unterbrochen wird, hat man als Leser*in immer wieder Gelegenheit das Gelesene psychisch zu verarbeiten und sich davon zu erholen.

Im Großen und Ganzen ist „Die Schweigende“ ein wirklich lesenswerter Roman, aber wahrlich keine leichte Kost.

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNULDNAHSSIMSEDNIK HCUARBSSIMSEDNIK DIZIUS

★★★★☆