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Veröffentlicht am 17.03.2021

Wunderbarer Roman, der tief berührt

Das Bernsteinmädchen
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Als der deutsche Matrose Karl in Argentinien Helena kennenlernt, ist es für die beiden Liebe auf den ersten Blick. Helena verlässt für Karl ihr Heimatland und folgt ihm auf den kleinen Hof in der Nähe ...

Als der deutsche Matrose Karl in Argentinien Helena kennenlernt, ist es für die beiden Liebe auf den ersten Blick. Helena verlässt für Karl ihr Heimatland und folgt ihm auf den kleinen Hof in der Nähe der Ostsee. Der Zweite Weltkrieg trennt die Liebenden. Auf dem Hof ist und bleibt Helena als Argentinierin die Außenseiterin. Selbst die Geburt des gemeinsamen Sohnes Robert ändert nichts daran. Etwa 70 Jahre später bekommt Robert von einem Notar das Erbe seiner Mutter ausgehändigt. Es handelt sich um einen Bernstein und die Aufforderung in seinen Geburtsort zurückzukehren. Robert macht sich auf den Weg, das Rätsel des Bernsteins zu ergründen und mehr über die Vergangenheit, von der seine Mutter niemals sprach, zu erfahren...

Die Handlung trägt sich auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen zu. Der Strang in der Vergangenheit beginnt Ende der 30er Jahre in Argentinien. Hier beobachtet man Helena als junges Mädchen und verfolgt dann, wie sie den Matrosen Karl kennenlernt und diesem schließlich in seine deutsche Heimat folgt. Im aktuellen Geschehen, das sich etwa siebzig Jahre später zuträgt, lernt man Robert kennen, erfährt etwas über ihn und beobachtet, dass er sich auf den Weg nach Deutschland, in das Dorf seines Vaters, macht. Diese beiden Handlungen wechseln sich ab. Die Übergänge sind allerdings sehr gelungen. Denn beide Perspektiven sind so interessant und lebendig geschildert, dass man den jeweiligen Handlungsstrang nicht verlassen möchte, um sich dem jeweils anderen zuzuwenden. Dadurch gerät man schon früh in den Sog der Erzählung und mag das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Handlungsorte und Protagonisten sind so authentisch beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Man kann sich in beiden Handlungssträngen ganz auf das Geschehen einlassen und dabei gespannt beobachten, was geschieht. Man fiebert mit beiden Hauptcharakteren mit. Die Handlung ist aufwühlend, stellenweise etwas distanziert erzählt, schafft es dabei aber dennoch, tief zu berühren und zum Nachdenken anzuregen.

Ein wundervoll erzählter Roman, der unheimlich fesselnd erzählt wird und es schafft, tief zu berühren und zum Nachdenken anzuregen.

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Tolle Fortsetzung

Falling for my Brother's Best Friend (Baileys-Serie 4)
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Durch den viel zu frühen Tod ihrer Eltern, musste Savannah Bailey bereits in jungen Jahren die Verantwortung für das Familienunternehmen übernehmen und ihre eigenen Wünsche zurückstellen. Das ist bis heute ...

Durch den viel zu frühen Tod ihrer Eltern, musste Savannah Bailey bereits in jungen Jahren die Verantwortung für das Familienunternehmen übernehmen und ihre eigenen Wünsche zurückstellen. Das ist bis heute so geblieben. Unbeschwertheit oder vielleicht sogar das große Liebesglück, scheint es für sie nicht zu geben. Doch Liam, der beste Freund ihrer Brüder, setzt alles daran, Savannahs Herz zu gewinnen. Sie muss sich eingestehen, dass ihr der attraktive Liam alles andere als egal ist. Doch er ist jünger als sie und außerdem als Schürzenjäger bekannt. Das kann doch gar nicht gut ausgehen, oder? 

Dies ist bereits der vierte Band der Reihe um die Geschwister der Bailey-Familie. In diesem Teil stehen Savannah Bailey und Liam Kelly im Zentrum der Ereignisse. Die beiden kennen sich schon ewig, da Liam der beste Freund ihrer jüngeren Zwillingsbrüder und deshalb quasi gemeinsam mit den Baileys aufgewachsen ist. Obwohl man die Bände unabhängig voneinander lesen kann, kann man das ganz besondere Verhältnis der Bailey-Familie eher nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält. Dann versteht man nicht nur die Insider-Witze besser, sondern kennt außerdem Savannahs bisherige Stellung in der Familienkonstellation und kann dadurch ihre jetzigen Gefühle und Vorbehalte einschätzen. Außerdem gibt es natürlich ein Wiedersehen mit den Paaren aus den vorherigen Bänden, wodurch man beobachten kann, wie ihnen mittlerweile ergangen ist. 


Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Savannah und Liam, erzählt. Dadurch kann man nicht nur in ihre jeweiligen Gedanken und Gefühle eintauchen, sondern auch beobachten, wie sie aufeinander wirken. Man ist den beiden dadurch also einen Schritt voraus und kann die Wortegefechte, die sie sich ständig liefern, genießen. Der Schreibstil ist locker und leicht. Man fühlt sich in der Handlung sofort wohl und verfolgt gespannt das Geschehen. Zuweilen hat man sogar das Gefühl, dass man von den beiden direkt angesprochen wird, wodurch man noch tiefer in die Lovestory eingebunden wird. Und die hat es dieses Mal wirklich in sich. Denn Savannah macht es sich selbst nicht leicht, über ihren Schatten zu springen. Es gibt einige emotionale Szenen, doch der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Durch lebendige Charaktere, spritzige Dialoge und prickelnde Emotionen liest sich auch dieser Band quasi von selbst. 

Ein äußerst gelungener Band der Reihe, bei dem das Ende mal wieder dafür sorgt, dass man am liebsten sofort erfahren würde, wie es mit dem nächsten Paar weitergeht. 

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Veröffentlicht am 27.02.2021

Spannende Ermittlungen

Mordsand
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Am Strand einer Elbinsel wird ein Skelett gefunden. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn nehmen die Ermittlungen auf. Es stellt sich heraus, dass es sich offenbar um einen Mann handelt, der vor etwa dreißig ...

Am Strand einer Elbinsel wird ein Skelett gefunden. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn nehmen die Ermittlungen auf. Es stellt sich heraus, dass es sich offenbar um einen Mann handelt, der vor etwa dreißig Jahren gefesselt im Schlick vergraben wurde. Der Fall ist rätselhaft. Doch wenig später wird ein erfolgreicher Bauunternehmer, ebenfalls gefesselt im Schlick sitzend, tot aufgefunden. Daraus ergeben sich zwar neue Ermittlungsansätze, doch so leicht lässt sich der Täter nicht enttarnen...

"Mordsand" ist bereits der vierte Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, ist es nicht zwingend notwendig, die vorherigen Teile zu kennen. Wenn man allerdings daran interessiert ist, die beruflichen und privaten Weiterentwicklungen der Hauptcharaktere zu verfolgen, ist es ratsam, die Reihenfolge einzuhalten. 

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, denn Romy Fölck versteht es wieder hervorragend, Charaktere und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man meint, selbst vor Ort zu sein. Fans der Reihe dürfen sich über ein Wiedersehen mit den altbekannten Protagonisten freuen und beobachten, was sich auf dem Paulsen Hof mittlerweile getan hat. Und auch in Bjarne Haverkorns Privatleben gibt es interessante Neuigkeiten. Diese Einblicke drängen sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgen dafür, dass die Hauptcharaktere noch sympathischer und lebendiger wirken. Im Zentrum der Ereignisse steht ganz klar die Suche nach dem Täter. 

Dabei wird die Handlung in zwei Ebenen unterteilt. Man beobachtet die aktuellen Ermittlungen und außerdem gibt es Rückblicke in die Vergangenheit. Hier verfolgt man gleichermaßen interessiert und entsetzt, was sich zu DDR-Zeiten in den Jugendwerkhöfen, in die vermeintlich schwererziehbare Jugendliche von der Jugendhilfe eingewiesen wurden, zugetragen hat. Diese Einblicke schockieren und regen zum Nachdenken an. Obwohl man durch diese Szenen Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn einen kleinen Schritt voraus ist, lassen sich der Täter und die genauen Hintergründe, die zu den Toten im Schlick führten, nicht genau ausmachen. Der Fall ist und bleibt lange rätselhaft. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint und deshalb kann die früh aufgebaute Spannung durchgehend gehalten werden. Es kommt zu Wendungen, die dafür sorgen, dass man zum Schluss noch einige Überraschungen erlebt. Krimileser kommen bei diesem Fall also voll auf ihre Kosten. 

Ein rätselhafter und durchgehend spannender Fall für Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, der außerdem zum Nachdenken und Erinnern anregt. 

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Veröffentlicht am 26.02.2021

Hochspannung garantiert!

Die Stimme der Rache
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Francis Ackerman jr. und seine Partnerin Nadia Shirazi vom FBI sind auf dem Weg, um November McAllister in ihre Obhut zu nehmen und die junge Frau vor dem Black Rose Killer schützen. Sie konnte dem Killer ...

Francis Ackerman jr. und seine Partnerin Nadia Shirazi vom FBI sind auf dem Weg, um November McAllister in ihre Obhut zu nehmen und die junge Frau vor dem Black Rose Killer schützen. Sie konnte dem Killer zwar entkommen, doch die Gefahr, dass er sich sein Opfer zurückholt, ist groß. Ackerman und Nadia kommen tatsächlich zu spät. Der Black Rose Killer hat brutal zugeschlagen, die Polizisten, die zu Novembers Schutz abgestellt waren, ausgeschaltet und die junge Frau erneut in seine Gewalt gebracht. Ackerman und Nadia setzen alles daran, November aus den Fängen des Killers zu befreien. Doch der scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Selbst Ackerman, dem nun wirklich keine Brutalität fremd ist, scheint an seine Grenzen zu kommen...

"Die Stimme der Rache" ist nach "Die Stimme des Zorns" bereits der zweite Band in dem Francis Ackerman jr. mit seiner Partnerin Nadia Shirazi für das FBI ermittelt. Da der Autor wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einstreut, kann man dem aktuellen Fall sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat. Um Francis Ackerman jr. richtig einzuschätzen und seine Vergangenheit als Serienkiller zu kennen, lohnt es sich aber definitiv den Vorgänger, oder noch besser die gesamte Reihe, in der er vorher mit seinem Bruder Marcus Williams im Mittelpunkt stand, zu lesen.

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt wieder mühelos. Ohne langatmiges Vorgeplänkel, befindet man sich sofort mitten im spannenden Geschehen. Die Spannung ist vom ersten Moment an spürbar, wodurch man bereits früh in den Sog der Handlung gerät. Francis Ackerman jr ermittelt für das FBI unter dem Namen Frank Stine mit seiner Partnerin Nadia Shirazi. Die beiden wirken mittlerweile wie ein eingespieltes Team. Für Nadia ist dieser Fall persönlich, denn sie selbst hatte in ihrer Jugend Kontakt zum Black Rose Killer und will ihn deshalb unbedingt zur Strecke bringen.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da diese häufig an entscheidenden Stellen wechseln, wird früh ein hohes Tempo aufgebaut, dem man sich nur schwer entziehen kann. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, denn nicht nur Ackerman läuft zur Hochform auf, sondern auch der Black Rose Killer, der ein perfides und äußerst brutales Spiel, bei dem es keine Gewinner geben kann, vorbereitet hat. Es gibt also einige actionreiche und äußerst spannende Szenen, die einem den Atem stocken lassen und Gänsehautfeeling garantieren. Ackermans Gegner ist mit allen Wassern gewaschen - als Frank Stine wird er ihn deshalb nicht zur Strecke bringen. Ackerman muss die Bestie in sich selbst wecken, um überhaupt eine Chance zu haben. Diese Szenen dürften Fans des ehemaligen Serienkillers absolut begeistern.

Ein rasanter Fall für Francis Ackerman jr., in dem er die Bestie in sich entfesseln muss und damit das Herz seiner Fans höher schlagen lässt!

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Gelungene Fortsetzung

Die Wunderfrauen
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Mittlerweile hat sich Luise Dahlmanns kleiner Laden fest etabliert. Ihre Stammkundschaft schätzt Luises Beratung und spürt, dass sie mit Herzblut dabei ist. Um mit der Konkurrenz mitzuhalten, denkt Luise ...

Mittlerweile hat sich Luise Dahlmanns kleiner Laden fest etabliert. Ihre Stammkundschaft schätzt Luises Beratung und spürt, dass sie mit Herzblut dabei ist. Um mit der Konkurrenz mitzuhalten, denkt Luise darüber nach, auf Selbstbedienung umzustellen. Doch das Geschäft ist langsam viel zu klein. Helga Knaup ist auch wieder in der Stadt. Mittlerweile ist sie Ärztin und versucht ihr Leben als alleinerziehende Mutter mit den Bedürfnissen ihrer Patientinnen in Einklang zu bringen. Marie ist mittlerweile mehrfache Mutter, wobei ihr Tag kaum genug Stunden hat, um die Arbeit auf dem Hof und den Haushalt zu bewältigen. Und Annabel von Thalers Familie wird von einem Schicksalsschlag getroffen. Doch die vier Frauen stehen füreinander ein....

"Von allem nur das Beste" ist nach "Alles was das Herz begehrt" der zweite Band der Wunderfrauen-Trilogie. Man kann den Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat. Allerdings kann man die ganz besondere Verbindung, die sich zwischen den Frauen entwickelt hat, besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die Frauen abwechselnd im Zentrum der Ereignisse stehen. Die Autorin versteht es wieder hervorragend, die ganz besondere Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und zu vermitteln. Deshalb kann man mühelos in die Handlung eintauchen und die Sorgen und Nöte der vier Frauen, aber auch ihre Erfolge und Freuden, genießen. Man freut sich über das Wiedersehen mit den Charakteren und beobachtet gespannt, was das Schicksal dieses Mal für sie bereithält und wie es in ihrem Leben weitergeht. Dabei gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag das Buch schon bald nicht mehr aus der Hand legen. Ein Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass man es kaum erwarten kann, den finalen Band der Trilogie in den Händen zu halten.

Ein überaus gelungenes Wiedersehen mit den Wunderfrauen.

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