Platzhalter für Profilbild

sveso

Lesejury Star
offline

sveso ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sveso über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2021

Geballtes Wissen

Re-Power
0

Die beiden Ärztinnen Susanne Esche-Belke
und Suzann Kirschner-Brouns beleuchten in vier unterteilten Kapiteln, wie wir unseren Darm, die Schilddrüse und das Herz, den Vagusnerv und die Nebenniere sowie ...

Die beiden Ärztinnen Susanne Esche-Belke
und Suzann Kirschner-Brouns beleuchten in vier unterteilten Kapiteln, wie wir unseren Darm, die Schilddrüse und das Herz, den Vagusnerv und die Nebenniere sowie unserer Seele und unser Gewicht beeinflussen und maßgeblich unterstützen können.

Die Ausgangslage bildet der 80/20-Ansatz, dass wir also 80% unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens steuern können. In lockerem Schreibstil vermitteln die Autorinnen in sogenannten Care-Paketen geballtes Fachwissen auf Ebenen wie Ernährung, Psyche und Bewegung.
In den vier übergeordneten Kapitel, die sich jeweils auf ein Organ und dessen Bedürfnisse und mögliche Probleme beziehen, nennen sie typische Symptome, Lebensmittel, die vermehrt in den Alltag integriert bzw. auf die verzichtet werden sollte, und welche Nahrungsergänzungsmittel und Alltagsroutinen unterstützend eingesetzt werden können.

In der Mitte befindet sich das 28-Tage Re-power-Programm, das sich jeweils eine Woche einem spezifischen Organ und seinen Bedürfnissen widmet. Neben einer Übersicht und Flussdiagrammen enthält es Rezepte, Meditations- und Yogaübungen.

Durch den flüssigen Schreibstil und unterstützende Grafiken und Abbildungen lässt sich das Buch recht schnell lesen. Allerdings enthält es so viel Wissen, das größtenteils zusammengefasst und in wesentlichen Punkten reduziert vermittelt wird. Durch die Zusammenfassung am Kapitelende bieten die Autorinnen einen Überblick der wichtigsten Punkte und einen fundierten Leitfaden zur langfristigen Umsetzung.
Wer sich jedoch im Detail mit all den komplexen Zusammenhängen, den teilweise angerissenen Abläufen pflanzlicher und tierischer Produkte im Körper, den medizinischen Fachbegriffen und individuellen Symptomen und Ursachen auseinandersetzen möchte, sollte weitere Literatur heranziehen und/oder die Kapitel mehrmals lesen.
Ich habe mich bereits im Vorfeld mit den Themen Nebennierenerschöpfung, Darmbeschwerden und Schilddrüsenerkrankungen beschäftigt und konnte hier trotzdem nicht alles aufnehmen. Durch dieses Vorwissen konnte ich an bereits vorhandene Kenntnisse anknüpfen und neue Erkenntnisse gewinnen. An einigen Stellen bin ich jedoch gestolpert, weil die Informationen widersprüchlich waren. Beispielsweise soll bei gewissen Problemen einerseits auf Hülsenfrüchte und Gluten verzichtet werden, andererseits werden Bohnen und Linsen dann auf derselben Seite als Kohlenhydratquelle empfohlen. So ganz eindeutig sind die Inhalte durch die oftmals knapp/reduziert/komprimiert formulierten Inhalte nicht und das Programm durch die empfohlenen neuen Routinen, Gewohnheiten und Änderungen im Speiseplan für mich auch nicht mal eben so umsetzbar. In dem Fall hätte ich mir an einigen Stellen detailliertere Ausführungen gewünscht.

Die beiden Autorinnen vermitteln hier die verschiedenen Ebenen, die wichtig für unsere Gesundheit sind, und verdeutlichen an praxisnahen Beispielen und mit fundierten Fachkenntnissen, wie wir im Alltag aktiv Einfluss darauf nehmen können. Wie sie selbst in der Einleitung sagen, kann sich hier jede*r die Bausteine heraussuchen, die gerade akut sind, sie miteinander ergänzen oder selektiv behandeln. Für mich auf jeden Fall eine wertvolle Lektüre, deren Inhalte ich Schritt für Schritt vertiefen und praktisch umsetzen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Thema
  • Umsetzung
Veröffentlicht am 09.03.2021

Sehr informativ und flüssig zu lesen

Essen gut, alles gut
0

Heike Niemeier informiert in "Essen gut, alles gut!" über die vielfältigen Aspekte der Ernährung und stellt diese immer in Beziehung zum Alltag. Als Ernährungsexpertin bringt sie anschauliche ...

Heike Niemeier informiert in "Essen gut, alles gut!" über die vielfältigen Aspekte der Ernährung und stellt diese immer in Beziehung zum Alltag. Als Ernährungsexpertin bringt sie anschauliche Beispiele ihrer Klienten ein und stellt so einen einschlägigen Praxisbezug zu eventuellen Herausforderungen beim täglichen Essen und dem Griff zu den "richtigen" Lebensmitteln her.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Autorin weiß komplexe Sachverhalte und Fakten verständlich und ansprechend zu vermitteln. Trotz der hohen Informationsdichte ist das Buch also keineswegs dröge oder langwierig.
Dabei sind die Themen sinnvoll in kleinere Abschnitte und Kapitel unterteilt, die als guter Leitfaden und Orientierung im Gesamtkontext dienen.

Die Tipps und Ratschläge zur eigenen Umsetzung konnte ich mir teilweise sehr gut zu Herzen nehmen und hoffentlich zukünftig berücksichtigen. Andere fand ich sehr pauschal formuliert, alles klingt so "einfach" umzusetzen, dabei sehe ich da potentiell individuelle Schwierigkeiten, weil das eigene Ernährungsverhalten ja durch Konventionen, Glaubenssätze und Emotionen geprägt ist und meiner Meinung nach nicht schlichtweg durch eine Änderung der Verhaltensmuster geändert werden kann. Dieser Aspekt fehlte mir bei den Betrachtungen.

Dennoch handelt es sich hier um ein sehr informatives Buch, das als guter Einstieg in die gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit dem eigenen Körper dient.

Veröffentlicht am 28.02.2021

Intelligenter, ruhiger Krimi

Der Malik
0

Walter Denk, der im Auftrag des österreichischen Finanzministeriums auf Malta ist, verschwindet spurlos. Hinterlassen hat er die Notiz "Malik" auf seinem Schreibtisch, die die Ermittlung der Kommissare ...

Walter Denk, der im Auftrag des österreichischen Finanzministeriums auf Malta ist, verschwindet spurlos. Hinterlassen hat er die Notiz "Malik" auf seinem Schreibtisch, die die Ermittlung der Kommissare Michael Lenhart und Sabine Preiss ins Rollen bringen. In Verbindung mit einem anderen Verfahren kommen sie dem Malik und dessen wirtschaftskriminellen Machenschaffen langsam auf die Schliche.

Bernhard Kreutner überzeugt durch einne sehr ruhigen und informativen Schreibstil, spinnt ein komplexes Netz im Feld der Wirtschaftskriminalität und wartet durch Lenhrarts Wissen mit zahlreichen philosophischen Ausführungen und Vorträgen für seine Mitarbeitenden auf. Erzählt wird wechselnd aus der Perspektive des Maliks und des Ermittlerteams, das langsam die Spur aufnimmt. Da die Lesenden von Anfang an in die Machenschaften des Maliks involviert sind, liegt hier nicht die Spannung auf actionreichen Begegnungen und der Frage, wer der Täter ist, sondern wie Lenhart und Preiss es mit ihrem Team schaffen, diese zu enttarnen.

Die Auflösung war bis zum Schluss nicht absehbar und konnte mich daher überraschen. Insgesamt ein sehr inhaltsvoller, intelligent erzählter Fall, der Kriminalität mit viel Hintergrund- und Philosophiewissen kombiniert.

Veröffentlicht am 26.02.2021

Humorvoller Cosy-Krimi

Kurschatten-Affäre
0

Alexander Mariensäss, genannt Sascha, wird von seinem Freund gefragt, ob er kurzfristig als vermeintlicher Physiotherapeut in dessen Praxis einspringen könne. Ehe er sich versieht, ist der Croupier der ...

Alexander Mariensäss, genannt Sascha, wird von seinem Freund gefragt, ob er kurzfristig als vermeintlicher Physiotherapeut in dessen Praxis einspringen könne. Ehe er sich versieht, ist der Croupier der persönliche Physiotherapeut der Kurgästin Mira Schimmel und wird darüber hinaus im Casino noch mit krummen Machenschaften an seinem Roulettetisch und einer ewig kritischen Großtante Paulina konfrontiert.

Auch wenn die Geschichte recht lange vor sich herplätschert und sehr ausführlich beschreibt, wie Sascha immer mehr in die Hochstaplerschiene gerät und Gefühle für Mira entwickelt, ehe der Mord passiert, habe ich das Buch sehr gern gelesen. Ich mochte vor allem den sehr flüssigen, humorvollen Schreibstil der Autorin, mit der sie alle Figuren sehr anschaulich gestaltet hat und die Geschehnisse in Bad Reichenfall anschaulich schildert. Mit dem Mord und dessen Aufklärung setzt im letzten Drittel dann der Spannungsbogen ein, der mich gut aufgefangen und abgeholt hat.

Ingesamt ein schöner Cosy-Krimi, der mir unterhaltsame Lesestunden bereitet hat, und von dem ich auf jeden Fall einen zweiten Teil lesen würde.

Veröffentlicht am 04.01.2021

Ernstes Thema unterhaltsam betrachtet

Die große Pause
0

Statt auf Tour zu sein findet sich Bastian Bielendorfer, wie viele während der Pandemie, im Home-Office wider. Zu seiner Zwangs-WG zählen seine Frau Nadja, deren Mutter und Hund Otto und gemeinsam bestreiten ...

Statt auf Tour zu sein findet sich Bastian Bielendorfer, wie viele während der Pandemie, im Home-Office wider. Zu seiner Zwangs-WG zählen seine Frau Nadja, deren Mutter und Hund Otto und gemeinsam bestreiten sie die ersten Monate der Pandemie, die Bastian Bielendorfer hier schriftlich in Tagebuchform festgehalten hat.

Gestaltet ist das Buch als Tagebuch, das in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen von den kleinen und großen Herausforderungen und Absurditäten zwischen März und Juni berichtet. Geschmückt sind die Seiten dabei durch unterhaltsame Zeichnungen, die zu jeweiligen Ausführungen passen.

Wie von Bielendorfers Bücher gewohnt, ist hier der Schreibstil wieder sehr locker, flüssig und humorvoll. Er präsentiert seine Wortgewandheit und seinen Witz und lässt den Leser an eigenen Erfahrungen teilhaben, in denen ich mich mehr als einmal wiederfinden konnte. Dabei entlockte er mir gelegentliches Schmunzeln und beleuchtete vor allem die humorvolle Perspektive auf das doch sehr ernste Thema bzw. deren Konsequenzen, die mit Humor betrachtet werden können.

Durch den guten Lesefluss und die recht geringe Seitenzahl ließ sich das Buch an einem Abend flott durchlesen und bescherte mir unterhaltsame Stunden.