Profilbild von MaddinLiest

MaddinLiest

Lesejury Star
offline

MaddinLiest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MaddinLiest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2021

Rückgrat beweisen

Die nicht sterben
0

Eine junge Malerin kehrt aus Bukarest in ihre Heimat zurück. Viele schöne Erinnerungen verbindet sie mit diesem Ort, sowohl familiär als auch politisch. Aber alle hat sich geändert, die kommunistischen ...

Eine junge Malerin kehrt aus Bukarest in ihre Heimat zurück. Viele schöne Erinnerungen verbindet sie mit diesem Ort, sowohl familiär als auch politisch. Aber alle hat sich geändert, die kommunistischen Grundzüge sind verschwun-den und die Menschen leben dennoch in Armut. Die Heimreise droht in einem Fiasko zu enden, als auch noch eine gute Bekannte der Familie bei einem Ausflug tödlich verunglückt und kurz darauf bei der Beerdigung eine Leiche auf dem Grabstein von Vlad dem Pfähler gefunden wird. Dieser steht als Identifikationsfigur und gnadenloser Herrscher für die Heimat und vermittelt allen Rumänen ein Hauch von Stolz. Kann mit Hilfe seiner Geschichte die Region aus ihrem Vakuumzustand befreit werden? Die junge Künstlerin ruft die Vampirsaga wieder ins Leben und es entwickelt sich eine Eigendynamik...

Ich war sehr gespannt auf den Roman "Die nicht sterben" von Dana Grigorcea, da er mit Rumänien eine Region aufgreift, die sehr selten im Fokus steht. Sie erzählt die Geschichte in einem sehr schönen, aber nicht leicht zu lesenden Schreibstil, der meine volle Konzentration einforderte. Mir fehlte in dem Buch ein roter Faden, der mich durch das Geschehen führte. Durch die sehr kreative und spannende Idee von Dana Grigorcea die Sage um Bram Stokers Dracula als prägende Geschichte für Rumänien mit in den Roman zu integrieren, sprang sie zwischen den Welten der Fiktion und der Realität umher. Dies führte bei mir in Kombination mit ihrer anspruchsvollen Sprache immer wieder zu Problemen, einen Zugang zum Buch zu finden. So blieb ich das eine oder andere mal nachdenklich zurück, ohne das Gelesene in den Kontext einordnen zu können und mein Durchhaltevermögen war gefragt, um das Buch zu Ende zu lesen.

Insgesamt konnte mich "Die nicht sterben" zwar nicht überzeugen, aber die grundsätzliche Idee und der Schreibstil der Autorin Dana Grigorcea haben mir schon sehr gut gefallen. Vielleicht war ich einfach nicht der richtige Adressat für das Buch und andere finden einen besseren Zugang. Sehr gerne würde ich aber in der Zukunft ein anderes Buch der Autorin lesen, denn ich bin mir sicher hier schlummert sehr viel Potential. Ich bewerte den Roman mit drei von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2021

Die Welt am Abgrund

2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt
0

Durch den Klimawandel erhöht sich der Erderwärmung dramatisch, an den Polen schmilzt das Eis und die dadurch weiter steigenden Temperaturen bringen das Weltklima immer stärker aus dem Gleichgewicht. Stürme, ...

Durch den Klimawandel erhöht sich der Erderwärmung dramatisch, an den Polen schmilzt das Eis und die dadurch weiter steigenden Temperaturen bringen das Weltklima immer stärker aus dem Gleichgewicht. Stürme, Hitze-Perioden und Hochwasser sind die Folge und fordern viele Menschenleben. Ist die Klimakatastrophe aufzuhalten? Der Gaziologe Jakob Richter hat belasten-des Material gesammelt, welches die Großkonzerne anprangert, lediglich den Profit im Fokus zu haben und damit alle Bemühungen zur Beruhigung des Klimas zunichte machen. Ihm gelingt es kurz vor seinem Tod, seiner Freundin die Unterlagen zuzuspielen, die nun nach vielen erfolglosen Anläufen den aussichtslosen Kampf gegen den übermächtigen Gegner antritt...

Gerade das brisante Thema des Thrillers "2,5 Grad" hatte meine Aufmerksamkeit geweckt und mich mit viel Neugierde in das Buch starten lassen. Der Autor Noah Richter erzählt die Geschichte in einem äußerst temperamentvollen Schreibstil, der der Geschichte mit ihren vielen kurzen Kapiteln und damit verbundenen Perspektivwechseln ein sehr hohes Tempo verleiht. Leider waren es mir anfangs zu viele Handlungsstränge, in denen sich die Ereignisse überschlugen, so die Geschichte aus meiner Sicht überladen wirkte. Darunter litt der Spannungsbogen, der mit den tragischen Ereignissen an der Forschungsstation direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut wurde. Ich bekam dadurch niemals eine wirkliche Verbindung zu den Protagonisten, so dass mich die vielen Ereignisse kaum berührten. Eigentlich schade, denn ich denke, das Potential wäre mit mehr Tiefe bei den handelnden Personen und etwas weniger spektakulären Szenen deutlich besser gehoben worden.

Insgesamt ist "2,5 Grad" ein solider Thriller, der sich aus meiner Sicht nicht wirklich aufdrängt. Das Buch hat mich daher ein wenig enttäuscht, was vielleicht an der zu hohen Erwartungshaltung lag. Ich bewerte das Buch mit drei von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2021

Konnte mich nicht mitreißen

Perfect Secret – Hier ist Dein Geheimnis sicher
0

Jeweils am letzten Wochenende des Sommers findet in dem Küstenstädtchen Littleport eine Saison-Abschlussparty statt. Auch im Jahr 2017 ist es wieder so weit und alle freuen sich auf das Event. Auch die ...

Jeweils am letzten Wochenende des Sommers findet in dem Küstenstädtchen Littleport eine Saison-Abschlussparty statt. Auch im Jahr 2017 ist es wieder so weit und alle freuen sich auf das Event. Auch die beiden Freundinnen Sadie und Avery wollen an dem Abend feiern, aber Sadie ist spurlos verschwunden und taucht auch im Laufe des Abends nicht mehr auf. Erst in der späten Nacht werden erste Befürchtungen zur Realität, als die Leiche von Sadie an den Klippen aus dem Wasser gezogen wird. Avery ist bestürzt und zieht sich zurück. Sie ist es auch, die nicht an die offizielle Version eines Selbstmordes glaubt und als sie auf erste Beweise für ihre Theorie eines Mordes stößt, versucht sie mit allen Mitteln die Wahrheit ans Licht zu bringen...

Die Autorin Megan Miranda hat mit ihren beiden Thrillern "Little lies" und "Tick tack" auf sich aufmerksam gemacht und viele gute Bewertungen erhalten. Meine Neugier auf ihr neues Werk war somit geweckt und ich bin mit einer hohen Erwartungshaltung in das Buch gestartet. Ihr Schreibstil liest sich auch sehr flüssig, aber dennoch konnte mich der Thriller nie so richtig packen. Der Spannungsbogen wird mit dem tragischen Tod Sadies zu Beginn des Buches zwar gut aufgebaut, aber auf Averys Suche nach der Wahrheit ergeben sich aus meiner Sicht immer wieder Längen, die der Spannung den raum nehmen, sich zu entfalten. Die zeitlichen Sprünge haben das geschehen belebt, aber gerade die Perspektive Averys wurde zu viel Raum gegeben und die Enthüllungen haben so allzu lange auf sich warten lassen. Ich hätte vielleicht über einen herausragenden Plot versöhnt werden können, aber die Auflösung hielt im Finale zwar eine Überraschung parat, erzeugte bei mir aber keinen Aha-Effekt.

Insgesamt liest sich der Thriller "Perfect Secret" gut und flüssig, aber da mich die Handlung zu keinem Zeitpunkt fesseln konnte, kann ich ihn auch nicht wirklich weiterempfehlen. Vielleicht sollte ich mit einem der früheren Werke der Autorin auseinandersetzen. Ich bewerte "Perfect Secret" mit drei von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2020

Ein Mann in den besten Jahren

Ein Sommer in Cassis
0

Der erfolgreiche Kommissar und Leiter der Mordkommission in Frankfurt flüchtet aus seiner Arbeitswelt in den Süden Frankreichs. Zwischen den Weinanbaugebieten und den Kalksteinklippen sucht er nach der ...

Der erfolgreiche Kommissar und Leiter der Mordkommission in Frankfurt flüchtet aus seiner Arbeitswelt in den Süden Frankreichs. Zwischen den Weinanbaugebieten und den Kalksteinklippen sucht er nach der nötigen Ruhe, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Kurz nach seiner Ankunft wird er aber unverhofft in einen tragischen Todesfall verwickelt. Eine junge Frau wird aus dem Hafen gefischt und die Polizei vor Ort mutmaßt einen Suizid. Der erfahrene Kommissar bewertet die Situation jedoch komplett anders und begibt sich eigenständig an die Ermittlungen. Dabei stößt er auf kriminelle Machenschaften in der idyllischen Region und muss sich auch selbst hinterfragen...

Ich bin in Erwartung eines regionalen Kriminalromans mit dem Charme der südfranzösischen Küste in das Buch "Ein Sommer in Cassis" eingestiegen und war über den für mich ungewöhnlichen Schreibstil des Autors Peter Berg überrascht. Er wirkt auf mich sehr nüchtern und gefühlsarm, was, wie Peter Berg in der zugehörigen Leserunde erläuterte, als Stilmittel des ab-gekämpften und beziehungslosen Hauptprotagonisten gedacht ist. Deutlich gefühlsbetonter erschienen die Tagebucheintragungen, die mir den Kommissar aus Frankfurt aber auch nicht wirklich näher brachten. Die durchaus clever konzipierte kriminalistische Geschichte gerät bei der Auseinandersetzung mit sich selbst ein wenig in den Hintergrund und für einen Kriminalroman kamen mir die Spannungsmomente ein wenig zu kurz. Das Ganze wird dann von einer gut nachvollziehbaren und in der Konstellation überraschenden Auflösung abgerundet.

Insgesamt konnte mich "Ein Sommer in Cassis" nicht überzeugen, da mir die außergewöhnliche Herangehensweise des Autors nicht zugesprochen hat. Hier polarisiert er aber anscheinend die Leserschaft, da es durchaus einige positive Stimmen zu dem Buch gibt. Wer Lust auf ein außergewöhn-lichen Kriminalroman hat, kann dem Buch sicherlich etwas abgewinnen. Ich bewerte es mit drei von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2020

Der Geist sieht, was der Geist sehen will

Enigmas Schweigen
0

Mila Vasquez lebt mit ihrer Tochter in einem abgeschiedenen Haus und hat ihre Vergangenheit als investigative Ermittlerin bei der Polizei hinter sich gelassen. Ein brutales Verbrechen, bei dem scheinbar ...

Mila Vasquez lebt mit ihrer Tochter in einem abgeschiedenen Haus und hat ihre Vergangenheit als investigative Ermittlerin bei der Polizei hinter sich gelassen. Ein brutales Verbrechen, bei dem scheinbar eine ganze Familie ausgelöscht wurde, hält die Gegend in Atem und der inhaftierte Verdächtige hüllt sich in Schweigen. Die Vermutung, dass es sich bei dem von Kopf bis Fuß tätowierten Mann um einen Todesflüsterer handelt, lässt die Polizei Mila bitten, sich zumindest für kurze Zeit auf den Fall einzulassen. Das Ende ihrer Karriere bei der Polizei wurde durch einen Fall um einen solchen Todesflüsterer ausgelöst, aber durch ihre Erfahrung hoffen die Ermittler auf neue Erkenntnisse zu stoßen, die sie an die bisher nicht aufgefundenen Leichen der Familie führen wird. Mila lässt sich darauf ein und muss schnell erkennen, dass sie der Fall in ihre eigene Vergangenheit führt...

Der italienische Autor Donato Carrisi ist sehr erfolgreich mit seinen Thrillern und wird für seine Werke sehr gelobt. Ich bin mit einer entsprechend hohen Erwartungshaltung in den Thriller "Enigmas Schweigen" gestartet und war von den ersten Seiten an gebannt, von der packenden Geschichte, die mit dem vermeintlichen Tod einer ganzen Familie auf einem einsamen Bauernhof ihren Lauf nahm. Der hervorragend aufgebaute Spannungsbogen konnte mit äußerst spannenden Szenen im weiteren Verlauf auf einem hohen Niveau gehalten werden, aber die Story nahm immer komplexere und teilweise fantastisch anmutenden Züge an, die mich zunehmend ratloser zurückließen. Die Verbindung zu den Protagonisten war immer schwieriger aufrecht zu erhalten, so dass das äußerst überraschende und nachdenklich anmutende Finale mich nicht so wirklich zufrieden stellte. Es hinterließ am Ende bei mir den Eindruck, dass der Autor sehr viel in die Geschichte einbauen wollte und sich dabei ein wenig übernommen hat. Aus meiner Sicht wäre hier weniger mehr gewesen.

"Enigmas Schweigen" konnte mich nur stellenweise als wirklich guter Thriller überzeugen. Ich habe das Erzähltalent des Autors gerade für dieses Genre gut erkennen können, so dass ich es sehr schade fand, dass mich die Story nicht abholen konnte. Gerne werde ich es mit einem anderen Thriller des Autors noch einmal versuchen und bewerte das Buch drei von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere