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Veröffentlicht am 01.12.2017

etwas zäh

Leere Herzen
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„Leere Herzen“ ist eine Dystophie der nahen Zukunft. Britta Söldner ist eine der Hauptakteurinnen. Ihr Name ist Programm. Sie leitet eine Agentur für Selbstmordattentäter. Ein straff geführtes Unternehmen, ...

„Leere Herzen“ ist eine Dystophie der nahen Zukunft. Britta Söldner ist eine der Hauptakteurinnen. Ihr Name ist Programm. Sie leitet eine Agentur für Selbstmordattentäter. Ein straff geführtes Unternehmen, welches durch große Verschwiegenheit und hohe Professionalität um Kunden wirbt.

Keine rosige Zukunft, die Julie Zeh in ihrem neuen Buch beschreibt. Eher eine rabenschwarze in der Tod und Selbstmord ebenso vermarktet werden, wie alles andere. Die Gleichförmigkeit der Menschen ist das gewollte Ideal. Individualität des Einzelnen unerwünscht. So ist Britta auch ein ziemlich unspektakulärer Charakter, der wenig Ecken und Kanten hat und leider auch nicht besonders sympathisch ist.

Der Roman ist eine Gesellschaftssatire die mit einem leicht erhobenen Zeigefinger eine Zukunft beschreibt, die so oder so ähnlich eintreten könnte, wenn wir den Entwicklungen in der Gegenwart nicht die richtige Richtung geben. Einige der Ideen von Julie Zeh sind durchaus unterhaltsam und der Titel beschreibt hervorragend ihre Protagonisten.

Alles in allem war das Buch für mich aber leider etwas zäh und nicht besonders spannend.

Veröffentlicht am 04.10.2017

It's marketday

It's Market Day
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Eigentlich hätte ich es schon am Cover merken sollen, denn der Jungspund Fabio Haebel spricht sicher schon optisch eher die jugendlichen Köche an. Ähnliche Eindrücke habe ich von der ganzen Buchaufmachung. ...

Eigentlich hätte ich es schon am Cover merken sollen, denn der Jungspund Fabio Haebel spricht sicher schon optisch eher die jugendlichen Köche an. Ähnliche Eindrücke habe ich von der ganzen Buchaufmachung. Das soll jetzt nicht gleich negativ klingen, aber es ist durchaus spürbar am Buch.

Das Papier ist dicker als normal und wirkt wie Recylingpapier. Finde ich positiv, macht das Buch aber auch schwerer. Die Vorstellung der Märkte erfolgt durch viele farbenfrohe Fotos, die in ihrer Mehrzahl nicht unbedingt mit Lebensmitteln und Kochen zu tun haben, aber ein Feeling vermitteln sollen und ästhetisch sind. Und dann gibt es relativ viele Rezepte.

Diese Rezepte sind allerdings, meiner Meinung nach, oft eher Fast-Food. Im Sinne von schnell zubereitet aber auch nicht unbedingt als vollwertiges Essen. Klar kann man gute Produkte verwenden. Klar schmecken diese Sachen alle. Aber für ein schönes Sonntagsmenü war wenig dabei, finde ich. Hier denke ich, werden junge Leute lachen. Denn die machen wohl selten ein Sonntagsmenü. Ich habe sehr wenig gefunden, was mich wirklich angesprochen oder inspiriert hat.

Mein Fazit:
Ich bin vielleicht nicht gerade die Zielgruppe für dieses Buch und werde es also an meine Enkelsöhne weitergeben, denen es gefallen könnte.

Veröffentlicht am 05.06.2017

gute Idee mit Schwächen

Stormheart 1. Die Rebellin
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Die guten Kritiken und der interessante Klappentext haben mich dazu verleitet, mir "Stormheart" von Cora Cormack zu kaufen. Ein farblich ansprechendes Cover mit einer Abbildung der Heldin, sicherlich ein ...

Die guten Kritiken und der interessante Klappentext haben mich dazu verleitet, mir "Stormheart" von Cora Cormack zu kaufen. Ein farblich ansprechendes Cover mit einer Abbildung der Heldin, sicherlich ein Hingucker im Regal. Ich lese viel Fantasy und regelmäßig Jugendliteratur, war also gespannt auf diese Geschichte.

Der Lesestil war sehr angenehm und passend für Teenager. Für All-Age-Literatur finde ich, hätte es aber gerne noch etwas ausführlicher und anspruchsvoller sein dürfen.

Der Plot an sich hatte für mich zwei unterschiedliche Stränge. Da ist zum einen der oberflächliche einer Liebesgeschichte, die in so einem Buch natürlich nicht fehlen darf. Ich fand es aber nicht besonders romantisch und doch sehr vorhersehbar, was da zwischen Aurora und Lock und Cassius passierte. Das Hin und Her der Gefühle war mir zuviel Teenager-Liebe und ich hätte mir da etwas mehr Raffinesse erwartet.

Der zweite Erzählstrang behandelt die phantastische Welt, die beherrscht wird von gewaltigen Stürmen voller Magie. Die Beschreibungen dieser Orkane, Stürme, Taifune war spannend und sehr unterhaltsam und für mich in der Form etwas Neues. Hier fühlte ich mich gut unterhalten und war gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Die Fähigkeiten, die Lock hat und die Aurora lernen möchte, diesen Teil des Buches mochte ich sehr gerne.

2 Sterne für die Liebesgeschichte, 4 für den Rest.

Veröffentlicht am 05.06.2017

unterhaltsam

Die Morde von Morcone
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Erst wenn man das Buch in Händen hält, kann man sehen, wie liebevoll und schön die Covergestaltung dieses Ullstein-Buches wirklich ist. Es ist nich tnur das ansprechende Motiv, welches ich in ähnlicher ...

Erst wenn man das Buch in Händen hält, kann man sehen, wie liebevoll und schön die Covergestaltung dieses Ullstein-Buches wirklich ist. Es ist nich tnur das ansprechende Motiv, welches ich in ähnlicher Form tatsächlich so auch in meinen Urlaubsbildern findenkann. Der Rahmen für den Titel ist wie eine Todesanzeige gestaltet und das kleine Kreuz unter Toskana-Krimi ist das I-Tüpferl. Dafür gibt es von mir schon mal die volle Punktzahl.

Der Krimi an sich hält, was ich mir davon vorgestellt hatte. Es ist ein typischer Regionalkrimi. Der Ermittler ist zwar nicht von der Polizei sondern ein Anwalt - aus meiner Wahlheimatstadt München - aber neben dem schönen Lokalkolorit, welches der Autor stimmungsvoll in die Handlung einarbeitet, gibt es einige Rätsel zu knacken, einige störrische Einheimische zum Reden zu bringen, mehr als einen Toten und einen Fall, der kniffelig und überraschend unheimlich anmutet.

Manche Wendung war vielleicht etwas aufgesetzt und so schon mal gelesen. Ich hatte sogar das Gefühl, etwas weniger Psycho hätte es auch getan. Oft sind es bei mir die ganz "normalen" Morde, die mich bewegen. Diese Geschichte hier geht schon in die Psychopathen-Ecke ist dabei aber bei weitem nicht so brutal wie andere Romane.

Alles in allem unterhaltsamer aber etwas kurzer Krimi über einen Serienmörder.

Veröffentlicht am 14.03.2017

schwer zugänglich

In jedem Augenblick unseres Lebens
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Dieses Buch hat autobiographischen Charakter, denn der Autor erzählt von sich selbst und seiner Lebensgefährtin Karin, die hochschwanger mit Blutkrebs ins Krankenhaus eingeliefert wird. Im Laufe weniger ...

Dieses Buch hat autobiographischen Charakter, denn der Autor erzählt von sich selbst und seiner Lebensgefährtin Karin, die hochschwanger mit Blutkrebs ins Krankenhaus eingeliefert wird. Im Laufe weniger Stunden und Tage wird ihre Situation dramatisch schlechter und das Kind wird per Kaiserschnitt geholt. Obwohl die Ärzte ihre gesamte Apparate-Medizin einsetzen stirbt Karin. Tom Malmquist versucht mit dem Niederschreiben der Ereignisse, dieses Traum zu verarbeiten.

Wie immer war das Cover von Klett Cotta anspruchsvoll und sehr schön. Auch, dass das Buch unter dem Einband noch ein zartes Muster hat, fand ich ansprechend. Leider kann ich das vom Schriftbild und Erzählstil nicht sagen. Ich habe wirklich versucht, mich darauf einzulassen.
Der Autor versucht gänzlich auch Absätze zu verzichten. Er macht weder die wörtliche Rede kenntlich, noch nimmt er sich die Zeit, Situationen und Stimmungen groß zu beschreiben. In einem eher stakkatoartigen Stil berichtet er die ersten 100 Seiten - bis zum Tod von Karin - auf eine meist sehr distanzierte und reduzierte Art und Weise. Es fällt schwer, zu erfühlen, was er selber oder die anderen Protagonisten empfinden. Man kann dies zwar anfangs dem zugute schreiben, dass er einfach von der Situation überrollt wird. Im einen Arm hält er sozusagen seine neugeborene Tochter und im anderen die sterbende Freundin. Ganz furchtbar sind die Ärzte, die zum Großteil gefühllos und eher rüde wirken. Aber Tom ist nicht viel besser. Er will alles mit medizinischen Begriffen genauestens erklärt haben, schreibt dies haarklein mit, versucht nach außen hin den Coolen zu geben, lässt weder Schwiegereltern noch Freunde an sich ran. Dass er leidet, spürt man irgendwie. Aber er bleibt einem trotzdem fern und leider auch unsympathisch.

Im Laufe des Buches wird die Beziehung zu Karin genauer beschrieben und auch hier hatte ich den Eindruck, dass beide oft sehr spröde und abgeklärt miteinander umgehen. Obwohl er sich bei ihr beschwert, dass sie ihre Liebe nie zeige, so richtig konnte ich das bei ihm auch nicht nachempfinden.

Durch den Schreibstil entsteht leider kein Interesse an den Personen, wodurch das Buch etwas langweilig wird. Von mir leider nur 3 Sterne.