Ein Hörbuch der Extraklasse, spannender Ostfriesenkrimi
OstfriesenzornDie Reihe um die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen ist mega erfolgreich und die ersten Bände wurden inzwischen sogar verfilmt. Ich habe die meisten Bücher bereits gelesen und gerade aus einem Interview mit ...
Die Reihe um die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen ist mega erfolgreich und die ersten Bände wurden inzwischen sogar verfilmt. Ich habe die meisten Bücher bereits gelesen und gerade aus einem Interview mit dem Autor zum Thema Verfilmung erfahren, dass Klaus-Peter Wolf real existierende Personen in seinen Romanen auftauchen lässt. Neben seiner Frau Bettina Göschel ist das beispielsweise auch der Journalist Holger Bloom oder der Handwerker Peter Grendel, die der Leser aus den vorangegangenen 14 Büchern kennt. Das finde ich ein witziges Detail und zeigt, warum die handelnden Personen so lebendig wirken.
Den Band 15 habe ich als Hörbuch gelesen bzw. mir vorlesen lassen und es liest der Autor persönlich. Der unaufgeregte Stil, die Betonung eines Mannes, der sein Werk ganz genau kennt und der feinsinnige Humor machen Ostriesenzorn zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Ein neuer Serienmörder geht um im beschaulichen Ostfriesland. Statt Sonne, Strand und Meer wartet eine Stahlschlinge auf ihre Opfer. Und wie der Mörder auf seine Opfer aufmerksam wurde, ist perfide und schockiert und doch entspricht es leider dem wahren Leben.
Ausgerechnet der verurteilte Serienmörder Dr. Sommerfeld, den Ann Kathrin selbst hinter Gittern gebracht hat, bietet ihr seine Hilfe an, den „Kollegen“ zu schnappen. Doch was ist die wahre Intention dieses Mannes? Und kann sie dieses Risiko eingehen?
Ostfriesenzorn ist ein wahrer Leckerbissen und von Müdigkeitserscheinungen ist bei Klaus-Peter Wolf nichts zu spüren. Er liebt seine Protagonisten und das merkt man in jedem Wort. Ich kann mir jede einzelne Person wunderbar vorstellen und sogar ihre Gedanken hören, etwa die des Journalisten, der um sein Leben kämpft und dem Serienkiller deshalb schmeicheln muss, obwohl er in Wahrheit ganz anders über ihn denkt und ich als Leser diesen Gedanken voll und ganz zustimme.
Nach spannenden Sequenzen mit dem Killer, lässt der Autor uns wieder verschnaufen und entspannen, lässt uns teilhaben an gemütlichen Abendessen mit Freunden von Ann Kathrin und ihrem Mann Frank. Witziges Detail: Bettina Göschel ist die Nachbarin von Ann Kathrin, denn wie der Autor auch, lebt das Ehepaar Klaasen/Weller im Distelkamp in der Stadt Norden. Und Klaus-Peter Wolf macht sich auch lustig über einen Ostfriesenkrimischreiber, den er nicht beim Namen nennt, dessen Romane aber die Regale in den Supermärkten verstopfen. 😉
Und wie das Salz in der Suppe ist da natürlich Rupert. Dieser Macho mit seinen frauenfeindlichen Sprüchen, den man entweder liebt oder hasst. Klaus-Peter Wolf hat ihm sogar einen extra Band gewidmet, in Rupert Undercover darf Rupert endlich mal zeigen, was er so ganz alleine kann.
In Ostfriesenzorn hat Rupert für viel Spaß gesorgt. Rupert ist wie ein Unfall, man muss dauernd hinstarren und denkt, das gibt es doch nicht. Das kann er doch jetzt nicht gesagt haben. Doch, Rupert kann und hat für schallendes Gelächter gesorgt. Mir tut zwar seine Frau Beate leid, aber da ich ja nur über ihn lesen und nicht mit ihm leben muss, finde ich Rupert klasse!
Ich höre Hörbücher meist im Auto auf dem Weg zur Arbeit und ich habe öfter sehr bedauert am Ziel zu sein, weil ich gerne noch weiterhören wollte.
Daumen hoch und 5 Sterne für diese gelungene Mischung aus Spannung und Humor.