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Veröffentlicht am 15.03.2021

Ein Dorf mausert sich

Fritz und Emma
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Die Schriftstellerin Barbara Leciejewski hat eine einfühlsamen Schreibstil

In dem Roman „Fritz und Emma“ geht es um einige Monate 2018 mit Erinnerungen bis 1945. Fritz wird 18jährig noch eingezogen. ...




Die Schriftstellerin Barbara Leciejewski hat eine einfühlsamen Schreibstil

In dem Roman „Fritz und Emma“ geht es um einige Monate 2018 mit Erinnerungen bis 1945. Fritz wird 18jährig noch eingezogen. Er und Emma waren ein Paar. Als er 1947 aus der Gefangenschaft kam, war er seelisch gezeichnet. Es kommt zu einer Trennung und sie reden 70 Jahre nicht mehr miteinander, obwohl sie beider in Oberkirchbach leben.

2018 wird Maries Mann als Pastor in das Dörfchen versetzt. In dem Ort haben sich die Einwohner gespalten. In Oberkirchbach wohnen fast nir noch Alte und in Unterkirchbach die Jüngeren.
Marie fühlt sich dort nicht ausgefüllt, sie möchte auch in ihrem Beruf arbeiten, das in dem Dorf nicht möglich ist.

Die Autorin besitzt eine herausragende Erdzählkraft. Mit viel Tiefe lässt sie immer wieder schwierige Situationen geschehen.
Aber auch humorvolle Erlebnisse bereichern den Roman.
Ich war von dieser Geschichte und den Einwohnern des Dorfes gefangen.
Der Roman ist ein wunderbares Leseerlebnis.


Veröffentlicht am 12.03.2021

Frauenpower

Freiflug
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Die Schriftstellerin Christine Drews kenne ich schon von ihrem letzten Roman . Darum interessierte mich „Freiflug“ auch sofort.
In den siebziger Jahren war es für Frauen schwer in der Männerwelt Fuß ...



Die Schriftstellerin Christine Drews kenne ich schon von ihrem letzten Roman . Darum interessierte mich „Freiflug“ auch sofort.
In den siebziger Jahren war es für Frauen schwer in der Männerwelt Fuß zu fassen.

Als Anwältin wird Katharina Berner in der Kanzlei nicht ernst genommen. Um richtig arbeiten zu können, machte sie sich selbstständig. Ihr Vater hatte Angst, das sie seinem Ansehen schaden könnt.

Rita hat es geschafft Pilotin zu werden, aber sie wurde bei der Lufthansa nicht eingesetzt.
Sie beauftragt Katharina zu klagen. So wird Rita auch noch ein Opfer der Presse.

Die Autorin hat diese Zeit für Frauen genau eingefangen. Ich habe diese Zeit persönlich miterlebt und kann sagen, genau so ungerecht war es. Wenn man dann noch einen Minirock trug war das skandalös.

Die Autorin versteht es gut, problematische Themen, zu beschreiben.

Das Nachwort ist auch noch sehr informativ.
Der Roman hat mich gut unterhalten.


Veröffentlicht am 10.03.2021

Schicksalshaft

Als wir uns die Welt versprachen
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Die Schriftstellerin Romina Casagrande führt uns in ihrem Roman „Als wir uns die Welt versprachen“ in die Vergangenheit Tirols.

Edna entdeckt in einer Zeitschrift ein Foto ihres Kindheitsfreundes Jacob. ...




Die Schriftstellerin Romina Casagrande führt uns in ihrem Roman „Als wir uns die Welt versprachen“ in die Vergangenheit Tirols.

Edna entdeckt in einer Zeitschrift ein Foto ihres Kindheitsfreundes Jacob. Sie wurden durch den Weltkrieg auseinander gerissen und sie will ihn jetzt besuchen, denn es gibt da ein paar Missverständnisse.
Die beiden Kinder haben eine schwierige Kindheit als Schwabenkindeer erlebt. Es ist eine bewegende anrührende Geschichte.

Da macht sich jetzt die alte Edna mit ihrem Papagei Emil auf den Weg, von Südtirol nach Deutschland. Wie sie diese Reise bestreitet ist schwer, teilweise lustig, aber immer mit ernste Hintergrund, ist spannend.

Die Autorin hat das Bild dieser Protagonist liebevoll gewebt.

Sie lässt die Schicksale der Zeit akut erscheinen. Teilweise erinnert mich der Roman an meine Vorfahren, die in der Kindheit ähnliches erlebten.



Veröffentlicht am 08.03.2021

Fesselnde Geschichte

Die dritte Frau
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Der Schriftsteller Wolfram Fleischhauer ist ein faszinierender Erzähler.
Bei dem Roman „Die dritte Frau“ war ich erst nicht so sicher, ob ich das lesen will.
Dann bekam ich das Hörbuch und mit Hilfe ...



Der Schriftsteller Wolfram Fleischhauer ist ein faszinierender Erzähler.
Bei dem Roman „Die dritte Frau“ war ich erst nicht so sicher, ob ich das lesen will.
Dann bekam ich das Hörbuch und mit Hilfe der sonoren Stimme des Martin Bringmann fesselte mich diese Geschichte.

Der Protagonist ist ein Schriftsteller der vor 20 Jahren einen Roman über ein Gemälde aus dem Louvre und seine Abgebildeten Mätressen Heinrich des 4. beschrieben sind.

Wolfram Fleischhauer lässt uns an den Fragen und der Unsicherheit des Schriftstellers teilnehmen. So erfahren wir auch von den Intrigen am Hofe und die hinterhältigen Gelüste des Monarchen.
Bei der Liebesgeschichte ist der Protagonist etwas triebgesteuert. Es gibt Frauen, die mehr erwarten und vor allem Ehrlichkeit.
Der Schreibstil ist einfach wunderbar.
Der Roman ist ein wahres Leseerlebnis, der eine gute Empfehlung verdient.

Veröffentlicht am 03.03.2021

Beeindruckende Zeitgeschichte

Sie haben mich nicht gekriegt
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Der österreichische Schriftsteller Felix Kucher hat mit dem Buch „Sie haben mich nicht gekriegt“ einen wunderbaren Roman geschaffen.
In dem Roman wird abwechselnd der Lebensweg von Tina Modotti und ...




Der österreichische Schriftsteller Felix Kucher hat mit dem Buch „Sie haben mich nicht gekriegt“ einen wunderbaren Roman geschaffen.
In dem Roman wird abwechselnd der Lebensweg von Tina Modotti und Marie Rosenberg
Für Tina gab es wohl eine wirklich Vorlage. Sie wurde in Norditalien in ärmlichsten Verhältnissen geboren. Ihr Weg geht über Hollywood, Mexiko , als Kommunistische Agentin in den spanischen Bürgerkrieg.

Marie ist eine Buchhändlertochter und ihr Vater verlangt von ihr, das sie seinen Laden weiterführt. Nach anfänglichem Aufbegehren wird sie eine passionierte Buchhändlerin. Als Jüdin gelingt ihr in letzter Minute die Ausreise nach New York.

Felix Kucher zeichnet beide Wege mit großem Können.
Das einzige, was mir nicht so gefiel, war der schnelle Wechsel, der beiden Geschichten.
Der Roman ist sehr spannend, man zittert mit beiden Frauen.
Ein Roman den ich unbedingt empfehlen möchte.