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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2017

Psychogramm einer eiskalten Mörderin - hart, schonungslos, aber absolut überzeugend

Drei Meter unter Null
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Marina Heib, die ich bisher nur durch ihre Krimis aus der Reihe um den Ermittler Christian Beyer kannte, legt hier einen harten und schonungslosen Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat.

Die ...

Marina Heib, die ich bisher nur durch ihre Krimis aus der Reihe um den Ermittler Christian Beyer kannte, legt hier einen harten und schonungslosen Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat.

Die Geschichte spielt auf zwei unterschiedlichen Ebenen. Auf der einen begleitet man die namenlose Mörderin bei der Durchführung ihres eiskalten Racheplanes, der nach einem klaren Muster verläuft und auch einer vorgegebenen Reihenfolge folgt.
Auf der anderen Ebene erfahren wir nach und nach immer mehr Details aus der Vergangenheit der Frau, bis wir mit ihr den Moment erleben, an dem ihre bisherige Welt in Trümmern liegt und sie beschließt, zur Mörderin zu werden.

Der Wechsel zwischen diesen beiden Ebenen sorgt dafür, das man ständig zwischen Abscheu und Verständnis bzw. Ablehnung und Zustimmung schwankt und sich im Verlaufe des Buches irgendwann entscheiden muss, welche der beiden Seiten hier die Überhand gewinnen soll und muss. Das das Buch dabei konsequent aus der Sicht der Mörderin geschrieben ist und es keine Passagen aus einer zweiten bzw. einer neutralen Sichtweise gibt, die dem Leser helfen, das Geschehen ein wenig besser einordnen zu können, macht einem diese Entscheidung allerdings auch nicht gerade einfacher.

Der Schreibstil des Buches ist hier doch eher ungewöhnlich und sicherlich auch gewöhnungsbedürftig, er gibt aber die zum Teil wirre und abschweifende Gedankenwelt der Protagonistin insgesamt gut wieder, macht es dem Leser aber auch nicht gerade leicht, ihr immer gleich folgen zu können. Viele dieser Gedanken ergeben dann im weiteren Verlauf des Buches aber durchaus noch einen tieferen Sinn.

Ein kompromissloser Thriller, der meinen Geschmack voll getroffen hat.

Veröffentlicht am 12.04.2017

Wenn Liebe zur Obsession wird ... - atemberaubender Psychothriller um ein Autorenpaar

Zeilengötter
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9 Jahre nach der Trennung von ihrem Ehemann Adrian Bartosz hat die Autorin Malin Remy einen autobiographischen Roman mit dem Titel "Ehe" geschrieben, um mit diesen Kapitel in ihrem Leben endgültig abschließen ...

9 Jahre nach der Trennung von ihrem Ehemann Adrian Bartosz hat die Autorin Malin Remy einen autobiographischen Roman mit dem Titel "Ehe" geschrieben, um mit diesen Kapitel in ihrem Leben endgültig abschließen zu können. Doch mit dem Buch holt sie auch die dunklen Geister der Vergangenheit wieder ans Tageslicht. Adrian, selber Autor und schon immer eifersüchtig auf Malins schriftstellerische Erfolge, befindet sich unter den Gästen der Premierenlesung. Und so setzt sich ein Strudel aus psychischer und physischer Gewalt in Gang, der alles und jeden im Umfeld der beiden zu verschlingen droht ...

Nach einem kurzen Prolog, der einen ersten Blick auf den Tag Null bietet, springt die Geschichte zur ersten Begegnung von Malin und Adrian zurück und man begleitet die beiden auf dem verhängnisvollem Weg ihrer explosiven Beziehung, die sich dann am Tag Null fulminant entlädt.
Mit einem eindringlichen Schreibstil wird der Leser mit jeder Seite des Buches tiefer in die Abgründe der menschlichen Psyche hineingezogen.
Die Geschichte ist dabei abwechselnd aus den Perspektiven von Malin und Adrian geschrieben, auf einen neutralen Blick auf das Geschehen wird hier weitestgehend verzichtet. So muss man sich beim Lesen selber auf die Suche machen, was hier Wahn und was Wirklichkeit ist.

Astrid Korten gelingt hier ein atemberaubender Psychothriller, der zudem noch auf einem wahren Fall beruht. Die entsprechenden Erläuterungen im Anhang lassen einen genauso wie das Ende des Buches dann auch ziemlich betroffen zurück.

Ein Buch, das seine Leser noch weit über sein Ende hinaus beschäftigt und lange nachhallt.

Veröffentlicht am 05.04.2017

Überzeugender Thriller aus dem Bundeswehrmilieu

Blutfährte
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Oberleutnant Mark Becker von den Feldjägern erhält den vermeintlich leichten Auftrag, den Verbleib des Sanitätsfeldwebels Tim Baumann, der nicht zum Dienst erschienen ist, zu klären. Doch bei der Suche ...

Oberleutnant Mark Becker von den Feldjägern erhält den vermeintlich leichten Auftrag, den Verbleib des Sanitätsfeldwebels Tim Baumann, der nicht zum Dienst erschienen ist, zu klären. Doch bei der Suche stößt er in ein Wespennest und steckt urplötzlich mitten in einem undurchsichtigen Fall, der auch schon sehr bald auf das Interesse der Stuttgarter Kriminalpolizei stößt. Dabei stellt er fest, das er nicht der Einzige ist, der nach Baumann sucht, und seine Gegner sind äußerst skrupellos und schrecken auch vor Mord nicht zurück ...

Nach den überzeugenden Kriminalromanen um die Stuttgarter Kommissarin Anna Benz legt Silvia Stolzenburg hier noch eine Schippe drauf und legt einen Thriller aus dem Bundeswehrmilieu vor, der mich absolut begeistert hat und dem Genre durch diesen eher ungewöhnlichen Hintergrund neue Facetten abgewinnt.

Das Buch hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: ein gut konstruierte Geschichte, die mit reichlich Spannung, Action und überraschenden Wendungen aufwartet, überzeugend gezeichnete Charaktere, mit denen man gerne mitfiebert, und einen flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil, der die Story konsequent auf den großen Showdown und die überzeugende Auflösung zusteuern lässt. Zudem merkt man dem Buch jederzeit die sorgfältige Recherche der Autorin an, die der Geschichte mit den gelungenen Beschreibungen aus der Welt der Bundeswehr eine große Portion Glaubwürdigkeit verleiht.

Ein rundherum überzeugender Thriller mit einer Hauptfigur, von der ich sehr gerne mehr lesen würde.

Veröffentlicht am 21.03.2017

Überzeugender Ruhrgebiets-Krimi mit einer ordentlichen Prise Humor und herrlich schrägen Typen

Die Abbieger
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Klaus-Werner "Klausi" Lippermann hat die Nase voll: Akribisch hat der Buchhalter die Zeit ermittelt, die er in all den Jahren auf der Fahrt zwischen seiner Heimat Dortmund und seiner Arbeitsstelle in Duisburg ...

Klaus-Werner "Klausi" Lippermann hat die Nase voll: Akribisch hat der Buchhalter die Zeit ermittelt, die er in all den Jahren auf der Fahrt zwischen seiner Heimat Dortmund und seiner Arbeitsstelle in Duisburg durch unnötige Staus und Behinderungen auf der Autobahn A 40 verloren hat. Doch jetzt ist Schluß, jetzt muss sich etwas ändern und vor allem muss endlich jemand dafür bezahlen. Und so entführt er zusammen mit seinem Komplizen Freddy den Chef von Strassen.NRW, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Das Buch ist der inzwischen vierte Fall mit Kommissar Georg "Der Spaten" Schüppe und dem Reporter Tom Balzack. Nachdem mir der Vorgänger "Die Abdreher" durch die vielen behandelten Aspekte und Stränge teilweise etwas überfrachtet vorkam, konzentriert sich die Geschichte hier wieder konsequent auf sein Hauptthema und treibt die Geschichte ohne große Schnörkel und mit nur wenigen, aber gelungenen Abschweifungen voran.

Die Ausgangsidee ist herrlich absurd, trägt die Geschichte aber bis zum Ende ohne große Durchhänger und hält ihr hohes Niveau, ohne, das ihr dabei die Luft ausgeht.

Dabei bleibt das Buch trotz der vielen skurrilen Momente bzw. Protagonisten und dem durchgehenden humorvollen Unterton doch die ganze Zeit über immer auch ein echter und vor allem spannender Kriminalroman, der seine Geschichte absolut ernst nimmt und ihr bis zum überzeugenden Ende treu bleibt.

Wer spannende und zugleich abgedrehte Krimis mag, kommt hier voll auf seine Kosten.



Nachdem Georg Schüppe und Tom Balzack zuletzt auch kleine Gastauftritte im Buch "Datengrab" von Christiane Bogenstahl und Reinhard Junge hatten, kommt es hier zu einem Gegenbesuch und kleineren Querverweisen. Netter Spaß für Fans und Kenner beider Buchreihen.

Veröffentlicht am 15.03.2017

Spannender Umweltkrimi, der das Thema Tierschmuggel auf überzeugende Art und Weise behandelt

Ausgerottet
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Ich kannte die beiden Autorinnen bisher nur von ihren Krimis um den Bremer Kommissar Heiner Hölzle, hier wagen sie sich nun auf ein neues Terrain und wissen auch dort zu überzeugen.

Malie Abendroth arbeitet ...

Ich kannte die beiden Autorinnen bisher nur von ihren Krimis um den Bremer Kommissar Heiner Hölzle, hier wagen sie sich nun auf ein neues Terrain und wissen auch dort zu überzeugen.

Malie Abendroth arbeitet als Gärtnerin auf der Insel Mainau und stößt währen ihrer Arbeit im Schmetterlingshaus auf ein artgeschütztes Schuppentier, das irgendjemand dort versteckt haben muss. Zusammen mit der Tier- und Naturschützerin Lioba Hanfstängl versucht sie dem Geheimnis um die Herkunft und den Weg des Tieres auf den Grund zu gehen. Dabei stoßen die beiden auf ein Netz von skrupellosen Schmugglern, die auch vor Mord nicht zurückschrecken. Und die Spuren führen zudem direkt in Malies engstes Umfeld ...

Den Autorinnen gelingt es auf überzeugende Art und Weise, das Thema Tierschmuggel in eine spannenden Krimihandlung zu packen und so neben vielen interessanen Hintergrundinformationen, die von einer ausgesprochen guten Recherchearbeit zeugen, auch noch spannende Unterhaltung zu liefern.
Eine Mischung, die mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

Eine gut konstruierte Geschichte mit durchgehendem Spannungsboden, ein flüssiger Schreibstil mit bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino ordentlich ankurbeln, und die gelungenen Charakterisierungen der Haupt- und Nebenpersonen des Buches tragen zum überzeugenden Gesamtbild bei.

Spannender Umweltkrimi mit zwei sympathischen Ermittlerinnen, von denen ich sehr gerne mehr lesen würde.