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Veröffentlicht am 10.03.2021

Es sind nicht die Häuser

Böse Häuser
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Bei einer Hausbesichtigung in einer Gegend, in der Hochdeutsch als Fremdsprache gilt, wird ein interessierter Kunde, ein wohlhabender Autohändler, erschossen. Ein Mitkonkurrent? Ein erboster Autokäufer? ...

Bei einer Hausbesichtigung in einer Gegend, in der Hochdeutsch als Fremdsprache gilt, wird ein interessierter Kunde, ein wohlhabender Autohändler, erschossen. Ein Mitkonkurrent? Ein erboster Autokäufer? Oder war er gar nicht die Zielperson? Galt der tödliche Schuss eher dem gewieften Makler?
Das angebotene Haus ist nicht das, was die Irmi, die gerade auf Grundstückssuche und deshalb vor Ort ist, möchte. Polizei wird hinzugerufen. Kommissar Weinzirl ist brummig und verplant, aber hartnäckig und ein guter Beobachter. Kriminalkommissarin Irmi Mangold kommt ihm als Assistentin gerade recht. Eine gute Idee, wie sich herausstellt.
Über Irmis Privatleben erfährt man eine ganze Menge. Sehr normal, unaufgeregt. Die Ermittlungen gehen in verschiedene Richtungen, Befragte plaudern bereitwillig.
Nicola Förg vermittelt Allgäuer Lokalkolorität, bemüht geografische und historische Fakten, berichtet über Argwohn gegenüber Fremden, lässt über das Lebensrisiko dozieren, gibt Gespräche im örtlichen Dialekt wieder. Passt. Ebenso die muntere Kathi, die Schwung ins Geschehen bringt. Irmis Freund und Kollege Fridtjof Hase wird immer wieder als hilfreich erwähnt. Dann wird es gefährlich ... .
Ein Krimi mit vielen Abschweifungen, dennoch gut zu lesen.
Herausgegeben vom Pendo Verlag in der Piper Verlag GmbH.

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Veröffentlicht am 10.03.2021

Machtkämpfe auf Avalon

Hidden Worlds 2 – Die Krone des Erben
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In Band 2 der abenteuerlichen Urban-Fantasy-Trilogie sind Elliot und Elfe Soleil nach Avalon gelangt. Vor längerer Zeit schon war Elliots Mutter Cecile auf die magische Insel geflohen, wollte die phantastischen ...

In Band 2 der abenteuerlichen Urban-Fantasy-Trilogie sind Elliot und Elfe Soleil nach Avalon gelangt. Vor längerer Zeit schon war Elliots Mutter Cecile auf die magische Insel geflohen, wollte die phantastischen Wesen Schottlands vor der Inquisition zu retten. In der
Hauptstadt Avanaat, die wie wie Filmkulisse für einen mittelalterlichen Blockbuster scheint, leben Zwerge, Elfen, Gnome, Halblinge, Trolle und zahlreiche andere Gestalten. Gehörnte Wesen mit behaarten Beinen und Hufen, Totenkröten, Nachtalbe, Phönixe findet man auch auf dem geheimnisvollen Eiland. Nur Hilfe für die Erdenmenschen und ihre Märchenwesen und Feen findet man nicht, Magie ist ausgestorben, Machtkämpfe bestimmen das dortige Leben. Im Parlament bekriegen sich zwei Parteien: die Liga des Volkes und die Erben Merlins. Das tun sie unter anderem in langweiligen politischen Diskussionen oder Wahlkampfdebatten. Das passt nicht so wirklich. Erst recht keine Mutter, die wie eine lieblose Politkommissarin auftritt.
Es wird wieder spannend, als Elliot und Soleil auf der Flucht und der Suche nach Rhegad, einer geflügelten Echse, sind. Sie begegnen Dämonen, unheimlichen Nachtalben und sogar Zentauren. Mikkel Robrahn schildert packend, mit welchen Herausforderungen seine Helden fertig werden müssen, welche Gefahren auf sie lauern, welchen Überraschungen sie ausgesetzt werden. Ausweglos scheinende Situationen häufen sich. Wird am Ende doch das Böse triumphieren?
Auf den dritten Teil darf man gespannt sein.
Unterhaltsames aus dem Fischer Verlag.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Gefährliche Spiele

Escape Zone
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Prolog: Die Geschichte beginnt mit einem blutigen Massaker in einer Shopping Mall. Ein brutaler Überfall eskaliert.
Handlung: Ein ganz besonders actionreiches Escape Game wird geplant. In Brandenburg. ...

Prolog: Die Geschichte beginnt mit einem blutigen Massaker in einer Shopping Mall. Ein brutaler Überfall eskaliert.
Handlung: Ein ganz besonders actionreiches Escape Game wird geplant. In Brandenburg. Acht Kandidaten sollen sich durch ein kompliziertes Labyrinth kämpfen und in einem Horrorhaus über mehrere Levels zu einem Raum mit 300000€ Preisgeld gelangen. Besonders in den Focus werden der profitgierige Veranstalter, die bei dem Überfall verletzte Blumenverkäuferin und ein Teenie-Idol auf absteigendem Ast gerückt.
Überhaupt spielen Social Media wie Youtube und Instagramm eine wichtige Rolle, die Live-Übertragung ist Like-orientiert und soll als Werbeplattform viel Geld einbringen. Ulf Torreck gewährt einen Einblick in das Geschehen hinter den Kulissen.
Das Event ist zwar genau geplant, aber es geht doch Einiges schief und ein ungeplanter Eindringling lässt das Spiel schnell außer Kontrolle geraten.
Es ist sehr, sehr spannend und mit viel Tempo und brutaler Gewalt geradezu gespickt. Einige der Protagonisten bedienen sich einer erschreckend gewöhnlichen Sprache, kranke Phantasien werden ausgelebt.
Eine tolle Idee, teilweise ausgesprochen packend beschrieben, weniger gewalttätige Szenen wären mir aber lieber gewesen.
Thriller aus dem Piper Verlag.

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Veröffentlicht am 06.03.2021

Einmal Zweitbesetzung, immer Zweitbesetzung?

Ewig Zweiter
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Stephen C. McQueen, nein, nicht der berühmte, ist Schauspieler. Er bekommt stets nur unbedeutende, kleine Rollen; Kurier, Leiche oder Geist. Alles, was er will, ist Vollbeschäftigs- und Anerkennungsruhm. ...

Stephen C. McQueen, nein, nicht der berühmte, ist Schauspieler. Er bekommt stets nur unbedeutende, kleine Rollen; Kurier, Leiche oder Geist. Alles, was er will, ist Vollbeschäftigs- und Anerkennungsruhm. Leider greift er immer nur tief hinein in den Pechtopf, er ist absolut unscheinbar, unauffällig und hat ein Allerweltsgesicht. Aus Filmen hat er eine Menge Dinge gelernt (küssen, arme Ritter zubereiten, ein Auto kurzschließen, Erde aus einem Fluchttunnel beiseite schaffen), manche sind nützlich, andere weniger. Das hilft ihm aber wenig, sein Vorhandensein ist einfach nur bequem für einige Mitmenschen, bequem wie olle Latschen. Das wird gern ausgenutzt. Stephen wartet auf seine Chance, doch der ersehnte unverschämte Glücksfall kommt nie. Er ist ein Tagträumer, die ständige Zweitbesetzung für nicht eintretende Notfälle, gefangen in Filmszenen, die er in die Wirklichkeit umsetzen möchte. Und es nie schafft. Ausgesprochen vorstellbar und anschaulich beschrieben von David Nicholls, durchsetzt mit unterschwelligem Witz und einem überraschenden Ende.
Aus dem Englischen übersetzt von Simone Jakob, herausgegeben vom Ullstein Verlag.

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Veröffentlicht am 05.03.2021

Eine Welt auf einer Scheibe

Scheibenwelt All Stars
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Es geht verdreht, verschwurbelt, irrsinnig zu in der Scheibenwelt. Alles verkehrt sich ins Gegenteil, es gibt rückwärts wachsende Pflanzen, kochende Eiswürfel.
Der freakige Mortimer wird Auszubildender ...

Es geht verdreht, verschwurbelt, irrsinnig zu in der Scheibenwelt. Alles verkehrt sich ins Gegenteil, es gibt rückwärts wachsende Pflanzen, kochende Eiswürfel.
Der freakige Mortimer wird Auszubildender beim Tod. Dessen Zuhause ist ungewöhnlich, seine Sense steht im Schirmständer, er hat eine Tochter! So richtig interessant wird es, wenn Tod den Jungen auf seine Touren mitnimmt. Er besucht nicht nur Könige und wichtige Schlachten; zu seinen Kunden gehören auch ganz gewöhnliche Leute. Er mag Geistliche, Hexen dafür weniger. Zu seiner Entlastung übergibt er Aufträge an Mort. Daraus ergeben sich Begegnungen der unterhaltsamen Art, aberwitzig und erstaunlich.
Ebenfalls originell sind die schriftlichen Anweisungen in eigenartiger Orthographie. Erstaunlich verständlich.
Auch im zweiten Teil, Mac Best, der angelehnt an Shakespearesche Dramen und Grimmsche Märchen angelegt ist, geht es turbulent zu. Es gibt Hexen, Geister, Kronen und ermordete Könige, verbitterte Narren, noch immer sind wir in der Scheibenwelt und erleben Merkwürdiges. Allerdings hat diese Geschichte im Vergleich zur Ersten stark an Tempo verloren, ist zwar auch fantasievoll (Trolle trinken heiße Lava) und voller Action, aber nicht ganz so unterhaltsam.
Wachen, Wachen ist gewöhnungsbedürftig, Hauptfigur Kommandant Mumm ist einer Verschwörung auf der Spur und betätigt sich als Ermittler. Er kennt alle Tricks, muss aber erst einmal in Fahrt kommen. Dann aber legt er los!
Terry Pratchetts Stil enthält viele unübliche, aber witzige Metaphern und Vergleiche. Das Buch ist wie leckere Schokolade: mag ich sehr, aber zu viel davon kann ich nicht genießen.
Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Brandhorst, verlegt von Piper.

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