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Veröffentlicht am 17.05.2021

Der zweite Fall führt uns nach Tanger

Die Vermissten von Tanger
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Inhalt
Karim Belkacems bester Freund und Kollege Abdou ist spurlos verschwunden. Die Aufzeichnung einer Überwachungskamera zeigt ihn zuletzt bei der Inspektion eines Containers am Hafen von Tanger. Also ...

Inhalt
Karim Belkacems bester Freund und Kollege Abdou ist spurlos verschwunden. Die Aufzeichnung einer Überwachungskamera zeigt ihn zuletzt bei der Inspektion eines Containers am Hafen von Tanger. Also reist Karim in die weiße Stadt am Meer und begibt sich auf die Suche. Doch schon bald hat er mehr Fragen als Antworten. Den Kollegen vor Ort kann er nicht trauen. Auch die Hafenarbeiter scheinen mehr zu wissen, als sie zugeben. Schließlich wendet er sich an die einzige Person, die ihm jetzt noch helfen kann – seine Adoptivschwester Ayesha, die sich als Kadettin an der Polizeiakademie ausbilden lässt. War Abdou womöglich kurz davor, ein Verbrechen aufzudecken, das noch viel größer ist, als Karim je ahnen konnte?


Meinung
Schon im ersten Marokko-Krimi von James von Leyden mochte ich die auftretenden Figuren und den Charme, den jede Seite versprüht hat, total gerne. Ich liebe das Land sehr und in Kombination mit einem spannenden Krimi war ich mir auch dieses Mal ziemlich sicher, dass es ein gutes Buch werden muss.

Wir begleiten Karim Belkacem nach Tanger. Die Stadt wird einem durch viele kleine Beschreibungen schnell nahe gebracht und wirkt deswegen sehr charmant. Ich mag es gerne, wenn ich in dem Ort des Geschehens so richtig ankommen kann und das ist hier definitiv gelungen. Außerdem wird es schnell spannend und immer mehr erst einmal klein wirkende Stränge der Handlung werden nach und nach zu einem großen Band aus Kriminalität – und für Karim wird es schwerer und schwerer, herauszufinden, was wirklich mit seinem Freund in Tanger passiert ist. Es wird sogar für ihn gefährlich. Besonders gerne mochte ich auch die Passagen, die aus der Sicht seiner Adoptivschwester. Ich finde, Ayesha ist der wohl spannendste Charakter im ganzen Buch.

Ebenfalls sehr gelungen sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Karim ist ein sehr empathischer Mensch, sowohl was seine Familie als auch seine Freunde und sogar Fremde angeht. Es macht einfach Spaß, ihn bei seinen Ermittlungen zu begleiten und dabei auch mal etwas abseits des offiziellen Weges zu wandern. Gegen Ende wurde es noch einmal sehr sehr spannend und rasant, aber keinesfalls künstlich überzogen. Ein wirklich spannender Fall, der sehr viele Facetten zeigt und von vorne bis hinten einfach gelungen ist!

Fazit
Ein sehr gelungener zweiter Krimi aus Marokko, sogar noch besser als der erste Roman von James von Leyden.

5 von 5 Buchherzen! ♥♥♥♥♥
Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2021

Super Geschichten!

Der Geist in der British Library und andere Geschichten aus dem Folly
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Inhalt
Stories aus dem ›Flüsse von London‹-Kosmos: Freue dich auf originelle, witzige, unheimliche Geschichten über Peter, Nightingale, Abigail, Agent Reynolds und Tobias Winter. Erfahre, wer (oder was) ...

Inhalt
Stories aus dem ›Flüsse von London‹-Kosmos: Freue dich auf originelle, witzige, unheimliche Geschichten über Peter, Nightingale, Abigail, Agent Reynolds und Tobias Winter. Erfahre, wer (oder was) in einer einsamen Autobahnraststätte umgeht, wer immer noch auf den Regalen einer bekannten Londoner Buchhandlung herumspukt und was genau eigentlich mit dem Fluss Lugg passiert ist …


Meinung
Wie ich diese Welt liebe! Schon seit ich das erste Buch von Ben Aaronovitch gelesen habe und mit “Die Flüsse von London” das erste mal in dieses magische, faszinierende und so wunderbar ironisch-komische London gereist bin, wusste ich, dass dies eine ganz besondere Reihe ist.

In der Tat hab ich mir oft gewünscht, dass ein paar Randfiguren mehr Platz bekommen. Ich war schon von dem Kurzroman von Tobi Winter sehr begeistert und wusste daher, dass der Autor auch auf wenig Platz viel Inhalt liefern kann. Man hat also auch hier einen hervorragenden Blick über den Tellerrand der Figuren hinaus. Es gibt auch ein paar sehr kurze Geschichten und selbst die sind super gelungen. Ein paar magische Snacks für zwischendurch, die viel Laune machen!

Sehr charmant fand ich auch, dass Ben Aaronovitch vor jeder Geschichte noch einmal deren Entstehungsgeschichte erzählt hat. Das gab dem Ganzen eine persönliche Note, die ich so gar nicht erwartet habe und die die Geschichten noch ein bisschen würziger gemacht haben.

Ich kann wirklich jedem Fan dieses Büchlein empfehlen. Als erstes Buch der Reihe ist es in meinen Augen aber nicht geeignet, denn da fehlen schlichtweg zu viele Informationen, um die Geschichten zu verstehen und richtig in die Welt eintauchen zu können.

Fazit
Tolle Geschichten aus einer meiner liebsten Zauberer-Welten!

5 von 5 Buchherzen ♥♥♥♥♥
Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 15.04.2021

Sehr spannend!

Broken Things – Alles nur (k)ein Spiel
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Inhalt
Was ist, wenn alle denken, dass du mit 13 Jahren deine beste Freundin umgebracht hast? Wenn jeder einzelne Schritt dieser Tat in deiner eigenen Fan-Fiction beschrieben wurde? Mia und Brynn ist genau ...

Inhalt
Was ist, wenn alle denken, dass du mit 13 Jahren deine beste Freundin umgebracht hast? Wenn jeder einzelne Schritt dieser Tat in deiner eigenen Fan-Fiction beschrieben wurde? Mia und Brynn ist genau das passiert. Ihre Leben sind nicht mehr die gleichen, seitdem Summer damals gestorben ist. Sie wissen bis heute nicht, was wirklich passiert ist, nur dass alle Welt sie als schuldig erklärt hat. Doch eines Tages sind die gezwungen, die Scherben der Vergangenheit aufzusammeln und beginnen gemeinsam die Suche nach dem, was damals wirklich passiert ist.


Meinung
Lauren Oliver hat damals mein allererstes richtiges Lieblingsbuch geschrieben. Mit “Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie” hat sie mein jugendliches Herz damals im Sturm erobert – und seitdem habe ich alle Bücher von der Autorin gelesen. Dass Broken Things sich in diese Sammlung einreihen muss, war für mich absolut klar.

Ich kenne wenige AutorInnen, die einen so grandiosen Schreibstil haben. So bildlich, fesselnd, packend und spannend und dabei immer mit genau den Worten, die es braucht, um Gefühle und Empfindungen zu beschreiben. Darin ist Lauren Oliver wirklich eine Königin. Und sie hat ein Händchen dafür, was eine gute Geschichte sonst noch braucht. Bei ihren Büchern gibt es keine Klischees, sondern Figuren, die von vorne bis hinten perfekt durchdacht sind, die Eigenarten haben und die damit super interessant sind.

Neben einer Handvoll von genau solchen Figuren gab es hier obendrein auch noch eine Handlung, die zu recht als Thriller bezeichnet wird. Zweifelsohne ist es ein Jugendbuch, aber eines, bei dem ich hin und wieder durchaus einmal tief Luft holen musste und bei dem sich die Nackenhaare aufstellen. Man fiebert unheimlich mit, begegnet neu auftauchenden Figuren automatisch mit einer Prise Skepsis. Lauren Oliver hat es einfach geschafft, dass man mittendrin ist.

Besonders gelungen fand ich auch die Zwischenkapitel, die von der Fan-Fiction stammen, die einem Lovelorn näherbringen und so noch einmal das gewisse Etwas bilden.

Fazit
Alles in allem ein wirklich rundum gelungenes Buch mit tollen Figuren, einer spannenden Handlung und einem Showdown, der sich gewaschen hat. Toll!

5 von 5 Buchherzen ♥♥♥♥♥
Danke an den Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2021

Eine schillernde Persönlichkeit!

Career Suicide
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Inhalt
Bill Kaulitz resümiert in diesem Buch seine ersten dreißig Jahre. Wahrscheinlich hat jeder von uns zumindest einen Teil von diesen drei Jahrzehnten mitbekommen. Unbewusst oder bewusst. Das Phänomen ...

Inhalt
Bill Kaulitz resümiert in diesem Buch seine ersten dreißig Jahre. Wahrscheinlich hat jeder von uns zumindest einen Teil von diesen drei Jahrzehnten mitbekommen. Unbewusst oder bewusst. Das Phänomen Tokio Hotel wird an kaum einem von uns spurlos vorbeigegangen sein. In dieser Biografie beschreibt der Musiker nun den Aufstieg von sich und seiner Band, gibt Einblicke in Privates und Berufliches und ist dabei vor allem eins: schonungslos ehrlich.


Meinung
Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die Bill Kaulitz als Poster in ihrem Zimmer hängen hatte. Mehrfach. Ich war riesiger Fan, inklusive Bravo-Schnipsel ausschneiden. Irgendwann ist der Hype abgeebbt, aber deswegen war ich nicht weniger gespannt auf das, was Bill Kaulitz in seiner Biografie schreibt. Ich hatte schon vor dem Lesen einen Artikel in einer Zeitung gelesen, wo er selbst behauptet, an einigen Stellen wohl sehr unsympathisch rüberzukommen. Das hat mich nicht wirklich abgeschreckt, aber im Nachhinein weiß ich, was er damit gemeint hat. Dazu aber später.

Ich mag den Aufbau des Buches gerne. Er fängt im Kleinkind-Alter an und schon da gibt es viel zu berichten. Es ist spannend, wie einige Teile aus diesem frühen Leben sich schon auf den späteren Erwachsenen auswirken und wie gut und authentisch er das hier beschrieben hat.

Authentisch – das ist ohnehin das Wort, was diese Biografie wohl am besten beschreibt. Authentisch und schonungslos ehrlich. So ehrlich und unbeschönt, dass ich selbst manchmal schlucken musste. Man vergisst leicht, wie viele Schattenseiten diese Art von Leben hat. Und man kann sich schwer vorstellen, wie es sein muss, wenn deine ganze Jugend aus Hysterie besteht. Diese Biografie bringt es einem sehr nah.

Man bekommt Einblicke in die Entstehung der Band, in die Ängste und teilweise sogar Gefahren, die er erleben musste. Man erfährt mehr über ihn und seine Persönlichkeit. Ich denke, jeder Fan wird seinen Spaß an diesem Buch haben. Aber auch für alle anderen ist die Biografie sehr lesenswert.

Fazit
Bill Kaulitz lässt nichts aus in seiner Geschichte. Er schreibt gut, glaubhaft und ja, manchmal vielleicht ein bisschen unsympathisch. Aber ich finde, genau das macht es aus. Wer das Buch gelesen hat, wird verstehen, was damit gemeint ist. Und wir können uns einigen, dass er eine wahrlich schillernde Persönlichkeit hat, egal was man auch von ihm halten mag. Beeindruckend!

5 von 5 Buchherzen ♥♥♥♥♥
Danke an den Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 10.03.2021

Lehrreich und spannend!

Couchsurfing in Saudi-Arabien
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Inhalt
Als Saudi-Arabien erstmals Touristen einreisen lässt, packt Bestsellerautor Stephan Orth sofort den Rucksack. Von Couch zu Couch erkundet er das Königreich und erhält Einblicke
in eine verschlossene ...

Inhalt
Als Saudi-Arabien erstmals Touristen einreisen lässt, packt Bestsellerautor Stephan Orth sofort den Rucksack. Von Couch zu Couch erkundet er das Königreich und erhält Einblicke
in eine verschlossene Gesellschaft, wie sie bisher keinem westlichen Besucher möglich waren. Er wird Zeuge eines radikalen Wandels, sieht Frauen Auto fahren und tanzt mit Zehntausenden beim Wüsten-Rave. Doch jenseits der Glitzerwelt gelten drakonische Strafen, und an der Grenze zum Jemen sind die Bomben nicht zu überhören. Stephan Orth berichtet von seiner bisher aufregendsten Reise.


Meinung
Saudi-Arabien. Ein Land, mit dem ich mich bisher nur sehr wenig beschäftigt habe und das man leider oft nur aus den Nachrichten kennt – und dann auch noch mit News, die für uns Europäer oft befremdlich, komisch, fast altertümlich erscheinen. Aber da ich selbst die Reisen nach Tunesien und Marokko zu den schönsten in meinem Leben zähle – und das vor allem wegen der Herzlichkeit der Menschen – wollte ich unbedingt wissen, wie es Stephan Orth in Saudi-Arabien ging.

Ich hatte zuvor kein Buch von Stephan Orth gelesen, aber nur Positives gehört. Den sehr angenehmen, teils witzigen und humorvollen Schreibstil, kann ich hier gleich an erster Stelle als richtigen Pluspunkt anführen. Es war super angenehm, seiner Reise in schriftlicher Form zu folgen. Und der Autor ist vor allem eins: authentisch. Denn er schreckt auch nicht davor zurück, auch mal etwas kritisch zu hinterfragen oder auch Situationen zu teilen, die ihm selbst vielleicht seltsam vorkamen. Er ist keinesfalls zwanghaft bemüht, dass immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist und das hat mir besonders gut gefallen.

Aber auch der Punkt, wegen dem ich mich so brennend für das Buch interessiert habe, kam nicht zu kurz. Denn vor allem alles Zwischenmenschliche war wunderbar echt und authentisch beschrieben. Darauf kommt es, finde ich, in solchen Büchern hauptsächlich an!

Ich finde es immer großartig, wenn man am Ende eines Buches das Gefühl hat, etwas mitgenommen zu haben. Im besten Fall hat man sogar etwas gelernt. Hier war beides der Fall. Ich habe ein Land kennengelernt, in dem ich noch nie war und von dem ich nicht weiß, ob ich es jemals bereisen werde. Ich hätte in jedem Fall riesige Lust dazu! Ich habe das Gefühl, dass ich Saudi-Arabien aus einer ziemlich sympathischen Sichtweise kennengelernt habe und seine coolen Sehenswürdigkeiten nun genauso kenne wie Regeln und Gesetze, die ich etwas kritisch sehe. Vor allem aber kann ich sagen, dass ich die Lektüre wirklich sehr genossen habe. Es war mal etwas ganz anderes – und es wird bestimmt nicht das letzte Mal sein, dass ich Stephan Ort auf seiner Couchsurfing-Reise begleite.

Fazit
Tolles und lehrreiches Buch, aus dem ich viel mitgenommen habe und durch das man durch einen lockeren und humorvollen Schreibstil nur so fliegt. Klare Empfehlung von mir!

5 von 5 Buchherzen! ♥♥♥♥♥
Danke an den Verlag und NetGalley für das Rezesionsexemplar!

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