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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2021

Düsterer Thriller voller Spannung

Der Mädchenwald
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Elissa wird bei einem Jugendschachturnier entführt, als sie kurz ans Auto geht. Sie wacht auf in einem dunklen Keller. Außer dem „Ghul“, dessen Besuch jedesmal erschreckend ist, kommt regelmäßig Elijah ...

Elissa wird bei einem Jugendschachturnier entführt, als sie kurz ans Auto geht. Sie wacht auf in einem dunklen Keller. Außer dem „Ghul“, dessen Besuch jedesmal erschreckend ist, kommt regelmäßig Elijah zu ihr. Doch der Junge schafft es nicht, die Polizei zu Hilfe zu holen. Er weiß genau, dass Elissa nicht das erste Mädchen in diesem Versteck ist. Währenddessen sucht die Polizei nach Elissa, doch für DI MacCullagh gibt es kaum einen Ansatzpunkt, um das Mädchen wirklich zu finden.

Damit beginnt eine äußerst spannende Geschichte, die mich von Anfang an fesseln konnte. Nicht nur die vielen überraschenden Wendungen haben die Geschichte vorangetrieben, sondern auch die psychologischen Hintergründe zu Elijahs Verhalten. Durch den Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven gelingt es dem Leser schnell, sich in die Handlung einzufinden und von Anfang an mitzufiebern. Die Auflösung hat mich überrascht, dennoch fehlte mir ein allerletztes Puzzleteil, um alle Beweggründe ganz zu verstehen. Besonders gelungen fand ich Elissas Überlegungen, wie sie selbst Kontakt nach außen aufnehmen kann, es erinnerte viel an ein Schachspiel, das sie ja selbst als Nachwuchs-Profi beherrschte. Die düstere Atmosphäre wie auch die Analogien zur Märchenwelt bringen eine ganz besondere Geschichte hervor.

Sehr gerne empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Wer war Vati?

Vati
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Monika Helfer erzählt über ihren Vater, der so manches ganz gut konnte, aber das Schicksal ließ ihn seine Vaterrolle anders als erwartet ausfüllen. Als Kriegsversehrter mit Beinprothese leitete er zusammen ...

Monika Helfer erzählt über ihren Vater, der so manches ganz gut konnte, aber das Schicksal ließ ihn seine Vaterrolle anders als erwartet ausfüllen. Als Kriegsversehrter mit Beinprothese leitete er zusammen mit seiner Frau ein Kriegsopfer-Erholungsheim in den österreichischen Bergen. Selbst aufgewachsen in größter Armut, werden auch seine Kinder Armut kennenlernen. Wer nur ist jener Mann, den das Schicksal so hart geschlagen hat, dass seine Töchter ihn erst Jahre später richtig lachen hören?

Aus den Erinnerungen der Autorin Monika Helfer wie auch deren Schwestern und ihrer Stiefmutter entsteht ein Bild einer Familie, das überhaupt nicht dem gängigen Ideal entspricht. Wie ja auch ihr Vater nicht so sehr dem Bild des Familienoberhaupts entspricht, er wirkte (und war) oft abwesend. Monika Helfer lässt sein Leben durch verschiedenste Erinnerungen erzählen. Und doch hatte dieser Mensch etwas an sich, das ihn auch am Ende des Buches nicht richtig greifbar werden lässt. Bis auf seine Liebe zu Büchern, die alles andere überstrahlte. Man spürt hinter jedem Wort die Suche der Autorin nach dem Vati, der doch immer ein bisschen auf Distanz geblieben ist. Es ist eine interessante Erzählung, die uns die Autorin schildert, die umso mehr berührt, als sie auf tatsächlichen Geschehnissen beruht.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 10.03.2021

Fantasievolle Drachengeschichten

Der Drache aus dem Pflaumenbaum
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Der kleine Drache Funkel landet versehentlich in einem Garten in der Menschenwelt. Er will ganz dringend zurück in den Zauberwald. Da trifft er das Mädchen Lisa: Sie will ihm helfen, zurück nach Hause ...

Der kleine Drache Funkel landet versehentlich in einem Garten in der Menschenwelt. Er will ganz dringend zurück in den Zauberwald. Da trifft er das Mädchen Lisa: Sie will ihm helfen, zurück nach Hause zu kommen.

Lisa ist ein mutiges Mädchen, das sich in die Zauberwelt traut, um dem liebenswerten Drachen Funkel zu helfen. Sie hat überhaupt die Fähigkeit, sich mit Tieren zu verständigen, ist also schon ein ganz besonderes Kind. Wie sehr besonders, darf man in diesem Sammelband erfahren, das 4 Geschichten über Lisa und den Drachen Funkel enthält. Die Geschichten wenden sich an Kinder im Alter von 5 – 10 Jahren, zum Vorlesen oder zum Selberlesen für die gewiefte Schulkinder. Die Geschichten sind nicht zu lang, vom Schreibstil gut verständlich für die Zielgruppe. Die Zauberwelt wird in bunten Farben geschildert, so dass man sich als Leser gut darin zurechtfinden kann. Die Illustrationen haben mir sehr gut dazu gefallen, ich hätte mir aber gerne noch mehr davon gewünscht.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 02.03.2021

Rätselhafte Geschehnisse

Falcon Peak – Wächter der Lüfte (Falcon Peak 1)
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Der 13jährige Kendrick kehrt zurück in die Heimat seiner verstorbenen Mutter. Dort soll er das Internat besuchen, das inzwischen sein Vater leitet. Während Kendrick sich einerseits den Querelen eines Mitschülers ...

Der 13jährige Kendrick kehrt zurück in die Heimat seiner verstorbenen Mutter. Dort soll er das Internat besuchen, das inzwischen sein Vater leitet. Während Kendrick sich einerseits den Querelen eines Mitschülers erwehren muss, ist er andererseits neugierig darauf, wohin einige Mitschülerinnen immer wieder heimlich verschwinden. Auch das Verhalten der Lehrerinnen geben ihm Rätsel auf. Und bald merkt er, dass all die rätselhaften Geschehnisse mit ihm selbst und seiner Vergangenheit zu tun haben…

Kendrick ist nicht zu beneiden, er leidet unter schlimmen Alpträumen und hat schon des öfteren die Schule gewechselt. Diese hier macht es ihm nicht einfach sich einzugewöhnen. Es gibt jede Menge Rätsel, die sich vor ihm auftun – und als er die ersten Fäden zur Lösung in der Hand hält, kann er kaum glauben, was er erkennt. Ein Abenteuer ohnegleichen eröffnet sich ihm. Gleichzeitig aber schlägt er sich mit all den Problemen herum, die Jugendliche in diesem Alter beschäftigen: Schule, Leistung, das Verhältnis zum Vater, Ärger unter Mitschülern sowie das erste Kribbeln bezüglich des anderen Geschlechts. Die Geschichte baut sich spannend auf und hinterlässt den Leser mit einem Cliffhanger, so dass man sich auf die Fortsetzung freut. Einige Fragen, die ihn anfangs beschäftigt haben, sind auf erstaunliche Weise beantwortet – nur um neue Fragen aufkommen zu lassen, die nach einer Antwort schreien.

Dieses spannende Fantasy-Buch empfehle ich Lesern ab ca. 10 Jahren und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Aus den Anfängen der Kinderheilkunde

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1)
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Berlin 1911: Die beiden Waisenmädchen Marlene und Emma Lindow beginnen ihre Lehre als Kinderkrankenschwestern in der Kinderklinik Weißensee. An Marlenes sechstem Geburtstag starb ihre Mutter, und seither ...

Berlin 1911: Die beiden Waisenmädchen Marlene und Emma Lindow beginnen ihre Lehre als Kinderkrankenschwestern in der Kinderklinik Weißensee. An Marlenes sechstem Geburtstag starb ihre Mutter, und seither hat die ältere Schwester immer für Emma gesorgt, getreu dem Versprechen, das Marlene der sterbenden Mutter gab. In der Ausbildung werden beide selbständiger, die enge Nähe zwischen den beiden verschwindet nach und nach. Beide gehen in ihrer Ausbildung auf und sind Feuer und Flamme für die neu gegründete Kinderklinik und für die kleinen Patienten, die dort behandelt werden.

Als historischer Roman angelegt, erzählt das Buch einiges über die Kinderklinik Weißensee, die es tatsächlich gab, wie die Autorin Antonia Blum in ihrem Nachwort erläutert. Die Geschehnisse um die Schwestern Lindow sind jedoch Fiktion, auch wenn sie gut in die historischen Gegebenheiten eingebettet werden. Es wird auch immer wieder Bezug genommen auf den medizinischen Stand der damaligen Zeit. Die Erzählung spielt in den Anfängen der Kinderheilkunde, bis dahin wurden Kinder als kleine Erwachsene gesehen und auch so behandelt. Doch durch die beiden Männer, in die sich die beiden Schwestern verlieben, gerät das Buch auch zu einem Liebesroman, der immer mal wieder droht im Kitsch zu versinken. Mir hätte es besser gefallen, wenn der Schwerpunkt der Geschichte mehr auf dem historischen Hintergrund gelegen wäre.

Wer gerne in einem Gefühlsbad versinkt, eingebettet in einen historisch fundierten Rahmen, wird in diesem Buch einen guten Schmöker für sich finden. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen, die ich auf 4 Sterne aufrunde.

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