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Veröffentlicht am 20.02.2017

Insel der roten Mangroven

Die Insel der roten Mangroven
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Gleich zu Beginn, als ich das Cover, dass erste Mal gesehen habe, kam direkt Urlaubsfeeling auf. Die in leichtem Sepia-Ton gehaltenen Farben und der Strand machen irgendwie Lust auf Insel und Meer und ...

Gleich zu Beginn, als ich das Cover, dass erste Mal gesehen habe, kam direkt Urlaubsfeeling auf. Die in leichtem Sepia-Ton gehaltenen Farben und der Strand machen irgendwie Lust auf Insel und Meer und Sonne.

Doch erstmal zum Inhalt, und gleich vor weg, nein man muss "Die Insel der tausend Quellen" nicht gelesen haben um dieses Buch zu verstehen, auch wenn es die direkte Vorgeschichte erzählt. Viel mehr fand ich manche Wendung im Buch spannender, einfach weil ich die Vorgeschichte nicht kannte, aber das Buch dennoch in sich geschlossen war und Unklarheiten gar nicht erst aufgekommen sind.

Die Handlung startet auf Jamaika wo wir die Plantage der Familie Fortnam kennen lernen. Nora Fortnam, und das wird direkt klar, hat eine bewegte Vergangenheit die sie aber stärker und aufrichtger gemacht. Ihr Mann Doug ist durch sein Wesen absolut liebenswert, auch hier scheint die Vergangenheit Narben hinterlassen zu haben. Die Tochter Deidre ist ein absoluter Wirbelwind, scheint schwer zu zähmen und im Herzen eine Rebellin zu sein. Sie ist wunderschön, eine wahre Inselgöttin, aber niemand kann ihr das Wasser reichen, alle langweilen sie. Im Laufe des Buches lernen wir immer wieder ihr Feuer kennen und auch die Folgen die daraus resultieren. Vorallem der Umgang mit den Sklaven hat mir die Familie Fortnam sehr symphatisch gemacht, hier ist das Herz am richtigen Fleck.

Das komplette Gegenteil ist die Familie Dufresne, mit ihrer riesigen pompösen Plantage auf Saint-Domingue. Selten ist mir eine Familie direkt von Anfang an so unsympathisch, was hier aber sicherlich gewollt ist. Das Aufgesetzte Gehabe, die Wichtigkeit des Ansehens in der Gesellschaft und der Umgang mit den Sklaven ist einfach nicht vertretbar. Einzig Victor, der Sohn der Familie Dufresne, scheint normal zu sein, er hat sich als Arzt einen Namen gemacht und wie es der Zufall trifft er bei Deidre genau ins Herz. Victor ist mein absoluter Lieblingsprotagonist, denn niemand scheint so aufrichtig und ehrlich zu sein wie er, keinerlei Geheimniss verbrigt sich hinter seiner Fassade. Er ist immer bemüht gütig und liebevoll zu sein, und er schenkt den Sklaven die Freiheit.

Neben der Handlung rund um die Verbandlungen der Familie lernen wir noch Bonnie und Jefe kenne. Jefe lebt als freie Schwarzer auf Grand Cayman zusammen mit seiner Mutter Maanu, diese betriebt einen Gemischtwarenladen. Doch Jefe weis trotz seiner Freiheit, und der Kunst das Lesen und Schreiben zu beherrschen, nichts mit sich anzufangen. Er ist ein rastloser und vor allem impulsiver Charakter, oftmals fragt mich sich, wieso er nicht mal kurz nachdenkt was er tut. So kommt es, dass er sich auf den Weg macht die Welt zu sehen. Die kleine Bonnie hingegen will einfach nur von ihrem Backra weg, und jeder Gang zu Maanu und Jefe ist für sie wie eine Höhenflug, schließlich hat sie ihr Herz an Jefe verloren, der weis davon aber leider nichts. Bonnie tritt zunächst sehr zurückhaltend auf, doch kaum das der Funke übergetreten ist legt sie eine wahnsinnig tolle Entwicklung hin, über das ganze Buch hinweg konnte sie oftmals mit kleinen Entscheidungen überraschen und auch das Herz schmelzen lassen.

Mehr möchte an dieser Stelle gar nicht verraten, denn das Buch ist trotz seiner lange von mehr als 600 Seiten so facettenreich, dass niemals Langeweile auf kommt. Vor allem der Schreibstil und die Wortwahl lassen die Seiten fortfliegen und man träumt vom Strand an dem die roten Mangroven blühen.


Fazit:
Mich konnte das Buch ab dem ersten Kapitel überzeugen, und ich habe viele tolle Lesenstunde verbracht, nicht zuletzt sogar die letzten 220 Seiten in einem Stück gelesen. Für alle die gern abtauchen in die karabische Welt und dabei noch Spannung, Romantik und Geschichte genießen wollen, ist dieses Buch genau das Richtige.

Veröffentlicht am 20.02.2017

Zeitsplitter

Zeitsplitter
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Zunächst muss ich sagen, dass schon das Cover mich "zersplittert", an dem einem Tag finde ich es toll an einem anderem kann ich mich nicht ganz damit anfreunden, aber rückblickend ist es stimmig mit der ...

Zunächst muss ich sagen, dass schon das Cover mich "zersplittert", an dem einem Tag finde ich es toll an einem anderem kann ich mich nicht ganz damit anfreunden, aber rückblickend ist es stimmig mit der Geschichte und zeigt die Zweispaltung der Protagonisten.

4 Jahre vor dem Jetzt: Wir erleben Marina, ein Mädchen das grade erst lernt sich selbst zu mögen und ihre Wirkung auf Menschen einzusetzen. Mit ihren zwei Freundinnen versucht sie das typische Teenagerleben zu meistern. Dabei hat sie ein Auge auf James geworfen, den Nachbarsjungen, der ihr das Herz gesohlen hat. Er ist der verschlossene ruhige Typ, der vor allem durch seinen hohen Intelligent auffällt. Obwohl er nur ein Jahr älter ist, besucht er bereits die Univeristät, während Marina noch zur Highschool geht. James bester Freund Finn stellt, neben Marina, für James eine der wichtigsten Stützen in seinem Leben dar. Den seit dem tragisch Tod seiner Eltern ist James verändert. Doch grade als Marina denkt, sie könnte James Herz erobern passiert etwas vollkommen unaussprechliches, und ihre Welt zerreisst innerhalb von Minuten.

Jetzt, die Zukunft: Die Zukunft ist schrecklich, die Welt hat sich innerhalb von vier Jahren so unfassbar unwiderruflich ins Schlechte verändert. Em ist eingesperrt in einer einsamen Zelle und wird jeden Tag gequält. Jeden Abend kommt der Doktor zu ihr und versucht durch seine eigenen Methoden die Wahrheit aus ihr heraus zu bekommen, doch Em schweigt. In ihrer Nachbarzelle ist ihr Mitstreiter, und auch wenn sie eine Wand trennt, sind sie doch vereint im Geist. Und dann stößt Em auf die Lösung der Probleme, doch es könnte nicht grauenvoller sein. Sie muss es tun, sie muss ihn töten!

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Marina und Em geschrieben, und so erleben wir ganz langsam wie beide Welten sich zusammen fügen und wo welches Puzzlestück hineinpasst. Der Einstieg wirft viele Fragen auf und lässt einen nach jedem Kapitel ahnungslos zurück, zum Glück lüften sich nach und nach die ein oder anderen Geheimnissen, und wir als Leser tauchen ab in eine Welt der Zeireisen und Zeitsplittern.

Die Autorin hat einen tollen Mix aus Action, Spannung, Zeitreise und Liebe geschaffen, der einen in den Bann zieht und nicht mehr loslässt. Bis zur letzten Seite bleibt es aufregend und am Ende bleibt nur das Gefühl zu denken alles zu wissen, doch hier ist defintiv Raum für eine Fortsetzung. Einige Fäden bleiben offen und auch wenn der Roman in sich als geschlossen betrachtet werden könnte ist man natürlich auch an Nebengeschichten interessiert.


Fazit:
Dieses Buch lässt mich mit einem Lächeln auf dem Gesicht zurück, es hat mich verzaubert und in seinen Bann gezogen. Die Umsetzung der Idee zur Zeitreise und zu den Paradoxien ist in einer guten Mischung zur Liebes- und Actiongeschichte.

Veröffentlicht am 14.06.2025

Unblutig, aber dennoch spannend!

Sieben letzte Tage
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Ein Anruf verändert alles: Alice, erfolgreiche Strafverteidigerin und pflegende Tochter, erfährt, dass ihr entfremdeter Vater in den USA in sieben Tagen hingerichtet werden soll. Der Kontakt zu ihm liegt ...

Ein Anruf verändert alles: Alice, erfolgreiche Strafverteidigerin und pflegende Tochter, erfährt, dass ihr entfremdeter Vater in den USA in sieben Tagen hingerichtet werden soll. Der Kontakt zu ihm liegt viele Jahre zurück – zu tief sitzt der Vertrauensbruch, der einst ihre Familie zerriss. Doch als Juristin spürt Alice schnell, dass mit dem Fall etwas nicht stimmt. Ist ihr Vater tatsächlich schuldig? Oder wurde er in ein perfides Netz aus Intrigen verstrickt?

Rutherfords Thriller setzt genau bei der Frage an, die man sich unweigerlich an dieser Stelle stellt: Ist Jim, der Vater von Alice, wirklich unschuldig? Von hier entfaltet sich die Geschichte rückwärts – vom siebten Tag bis zur geplanten Hinrichtung. Diese Erzählweise hat mich sofort in den Bann gezogen. Der Countdown erzeugt eine eindringliche Spannung, die mit jedem Kapitel zunimmt. Entscheidungen müssen schnell getroffen werden, Hinweise deuten in alle Richtungen, und immer bleibt die Frage: Wer sagt hier die Wahrheit?




Die Stärke des Romans liegt für mich eindeutig in seinem Konzept: Die umgekehrte Chronologie wirkt erfrischend und sorgt dafür, dass man als Lesende*r ständig mitdenkt, spekuliert, sich neu orientieren muss. Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil wirklich sehr angenehm und man springt von Szene zu Szene, was auch teilweise einen Wechsel des Erzählenden mit sich bringt. Besonders gelungen ist die Art, wie Rutherford es schafft, juristische Details verständlich einfließen zu lassen, ohne zu überfrachten.




Alice als Hauptfigur hat mich überzeugt. Ihre Zerrissenheit zwischen ihrer Pflicht als Tochter und Schwester und der Bewältigung der Vergangenheit, zwischen persönlicher Verletzung durch den Vater als Kind und professioneller Integrität als Anwältin wirkt glaubhaft und zeigt sich in den ausschlaggebenden Momenten. Man spürt, wie sehr sie mit jeder Entscheidung hadert. Ihre Entwicklung gibt dem Thriller emotionale Tiefe.




Was mich dagegen weniger begeistert hat, waren manche Nebenfiguren. Gerade Figuren wie ihre Schwester oder einzelne Ermittlungsbehörden blieben für mich zu blass oder schablonenhaft. Sie dienen oft nur der Funktion innerhalb der Handlung, statt als eigenständige Charaktere zu wirken. Hier hätte ich mir mehr Nuancen und echte Reibung gewünscht, vor allem angesichts der familiären Dramatik, die im Hintergrund mitschwingt.




Trotzdem bleibt "Sieben letzte Tage" ein spannungsgeladener Thriller, der viel richtig macht: Ein intelligenter Plot, hohes Tempo, moralische Dilemmata und eine starke Protagonistin – all das ergibt ein Leseerlebnis, das mich über weite Strecken gefesselt hat. Für Fans von psychologisch dichten Thrillern ohne viel Blutvergießen, dafür mit juristischem Einschlag ist es definitiv eine Empfehlung.




Fazit:
Robert Rutherford überzeugt mit einem ungewöhnlichen Erzählkonzept und einer durchgängig spürbaren Spannung. Besonders die emotionale Zerrissenheit der Hauptfigur verleiht dem Thriller Tiefe. Leider bleiben einige Nebenfiguren etwas blass – trotzdem ein fesselndes Leseerlebnis.

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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.05.2025

Erwachsen werden kann auch grausam sein

Nowhere Heart Land
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Was passiert, wenn das Erwachsen werden zu schwer wird? Wenn die Vergangenheit immer wieder anklopft und dich nicht los lässt? Man zerbricht daran, wird realitätsfern und läuft Gefahr zu vereinsamen. Genau ...

Was passiert, wenn das Erwachsen werden zu schwer wird? Wenn die Vergangenheit immer wieder anklopft und dich nicht los lässt? Man zerbricht daran, wird realitätsfern und läuft Gefahr zu vereinsamen. Genau so ergeht es Rosa in ihrer Geschichte, die eben kein Loblied auf die 20er Jahre ist, sondern brutal ehrlich zeigt, wie man daran scheitern kann. Mir hat dabei vor allem gefallen, dass Rosa eben nicht die typische symphatische Protagonistin ist, die immer lacht und das positive sieht und am Ende besonders gut weg kommt. Stattdessen ist sie eben zerfressen von allem, kann Wahrheit von Lüge in der Welt um sich herum und in ihrem Kopf nicht mehr unterscheiden. Genau diese Ehrlichkeit, dieses Gefühl des Verloren seins macht dieses Buch zu einem Buch der etwas anderen Art.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2021

Schaurige Vergangenheit

Mordsand
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Nachdem Fund einer Leiche auf der Elbinsel Bargsand führt die Spur zurück in ein dunkles Kapitel der ehemaligen DDR. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Mordkommission Itzehoe stehen vor einem Rätsel ...

Nachdem Fund einer Leiche auf der Elbinsel Bargsand führt die Spur zurück in ein dunkles Kapitel der ehemaligen DDR. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Mordkommission Itzehoe stehen vor einem Rätsel und versuchen schlimmeres zu verhindern, nachdem eine weitere Leiche gefunden wird. Doch der Täter scheint immer einen Schritt voraus zu sein und beide in die Irre zu führen. Können sie ihn dennoch schnappen?



„Mordsand“ ist bereits der vierte Band der Reihe rund um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haferkorn und ich habe mich unheimlich auf diese neue Geschichte gefreut. Wie schon bei den vorherigen Bänden, kann auch dieser ganz unabhängig von den anderen gelesen werden, da der darin behandelte Fall abgeschlossen wird. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die bisher erschienen Bände, lasst euch das nicht entgehen!



„Mordsand“ war für mich in Sachen Spannung und Ermittlung etwas schwächer als die bisherigen Bände. Daher habe ich nach dem Auslesen auch mit einer Rezension gewartet, denn ich glaube, dass Romy Fölck diese Wahl der Verschiebung der Aufmerksamkeit innerhalb des Romans bewusst getroffen hat. Der Roman teilt sich, ähnlich wie wir es schon kennen, in Kapitel aus der heutigen Zeit und Rückblenden. Dieses Mal beziehen sich die Rückblenden auf ein eher unbekanntes Kapitel der ehemaligen DDR: den Jugendwerkhöfen. Dies waren Einrichtungen in denen Jugendliche, welche als schwierig galten, zu einem sozialistischen Bürger erzogen werden sollten. Die Rückblenden waren für mich wirklich schockierend und man konnte gar nicht fassen, was dort erzählt wurde. Diese Jugendwerkhöfe gab es wirklich und ich finde es bemerkenswert, dass Romy Fölck sich diesem wirklich speziellen Thema widmet.



Wie für Krimis üblich wurden jede Menge falsche Fährten gelegt und man sucht als Leser zwischen den Zeilen die offenbar existierende Verbindung zu den Vorkommnissen in der DDR. Natürlich wird letztendlich alles aufgelöst, dennoch muss ich sagen, dass mich in diesem Fall die Auflösung nicht wirklich auf allen Ebenen überzeugen konnte. Natürlich muss es eine ungewöhnliche und spannende Geschichte sein, doch gerade bei „Mordsand“ hatte ich leider zwischendrin das Gefühl, dass die Wendungen zu unwahrscheinlich waren.



Wie schon eingangs erwähnt, glaube ich, dass die Autorin den Fokus auf andere Dinge gelegt hat. Unter anderem das Aufzeigen der Vergangenheit unseres Landes, nämlich den schon angesprochenen Jugendwerkhöfen in der DDR. Aber ebenso hatte ich das Gefühl, dass die privaten Geschichten rund um die beiden Ermittler Frida und Bjarne mehr Zuwendung erhalten haben. Das finde ich insgesamt, über alle Bände hinweg gesehen, gar nicht schlimm, hat aber aus meiner Sicht für diesen Fall dafür gesorgt, dass weniger Spannung aufgebaut wurde. Dennoch sorgt der unvergleichliche Schreibstil von Romy Fölck dafür, dass man das Buch inhaliert und schneller als gedacht die etwas mehr als 400 Seiten gelesen hat.







Fazit:

Für mich ist „Mordsand“ zwar schwächer als seine Vorgänger, aber dennoch nicht uninteressant. Durch die Thematik, welche uns in die Vergangenheit der DDR führt, bietet dieser Band einen besonderen historischen Bezug, was ihn aus meiner Sicht auf jeden Fall lesenswert macht. Wie schon zuvor, kann dieser Band theoretisch unabhängig gelesen werden, dennoch empfehle ich sehr gern die vorherigen Bände und gerade weil sich dieser Band im Besonderen auf die privaten Umstände des Ermittlerduos bezieht, lohnt sich ein Blick.

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