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Veröffentlicht am 21.03.2017

Berlin, du bist so... weit, weit weg. Und das ist ok.

Where the fuck is the Führer?
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Im Buch erzählt Christian Seltmann von seinen Stadtführungen durch Berlin - und den durchaus kuriosen und verrückten Fragen, die man ihm dabei so gestellt hat. Außerdem erfährt man einiges über die unterschiedlichsten ...

Im Buch erzählt Christian Seltmann von seinen Stadtführungen durch Berlin - und den durchaus kuriosen und verrückten Fragen, die man ihm dabei so gestellt hat. Außerdem erfährt man einiges über die unterschiedlichsten Touristen bzw. Tour-Teilnehmer.

Ja, Bücher mit einem durchaus kuriosen und witzigen Titel erwecken bei mir ja Neugier - und bringen aber auch eine gewisse Erwartungshaltung mit sich. Diese wurde leider nicht so ganz erfüllt, aber mal langsam.

Vom Schreib- und Erzählstil her ist das Buch gut zu lesen, alles soweit gut nachvollziehbar, ich hatte hier keinerlei Schwierigkeiten. Fremdwörter und Fachbegriffe gibt es nicht bzw. sind wenn dann durchaus bekannt, von daher bestand hier für mich keine Schwierigkeit. Natürlich wird im Buch von einigen Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten in Berlin erzählt, wobei man davon auch schon mal gehört hat (würde ich jetzt mal so sagen) bzw. diese ggf. eben auch selbst schon gesehen hat.

Die Schilderungen der einzelnen Touren bzw. Touristen(gruppen) waren schon auch unterhaltsam, haben mich aber nicht so unterhalten, wie ich das gerne gehabt hätte. Für mich plätscherte das Buch so dahin, es gab keine großartig kuriosen Momente, an die ich mich nun auch nach dem Lesen noch erinnere, was ich schon ein wenig schade finde, muss ich ganz ehrlich sagen. Generell hat mich das Buch ein wenig an Tilman Birr's "On se left you see se Siegessäule" erinnert, jedoch hat mich eben jenes Buch einfach mehr begeistert.


Es ist schon interessant, wie Christian Seltmann all das schildert, welche Arten von Touristen es gibt, wie interessiert und durchaus (vor-)gebildet manche sind, wie neunmal-klug andere hingegen sind, wie andere hingegen wieder absolut auf "the führer" scharf sind. (Und das sind dann wohl seltener die deutschen Touristen, sondern eher "auswärtige". ;) ) Irgendwie habe ich da auch Kritik am Tourist an und für sich herausgehört - weil er eben überhaupt nach Berlin kommt. (Hm, vielleicht bringt der Tourist ja aber auch Geld in diese Stadt?) Nun ja. Ich wurde beim Lesen durchaus unterhalten, es war in Ordnung das Buch zu lesen, ich habe vielleicht noch die ein oder andere Information über Berlin erhalten, nach Berlin selbst muss ich aber generell so schnell nicht (mehr). Es gibt meiner Ansicht nach viel schönere Städte, freundlichere Menschen, nun ja.

Von mir gibts für dieses Buch 2 von 5 Sternen und hinsichtlich einer Empfehlung bleibe ich unentschlossen.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Manche Bücher brauchts einfach nicht.

Treffen sich zwei
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Man weiß nie, wann und wo es sein wird, aber es ist gewiss, dass die Liebe zuschlägt. Und wenn, dann wohl heftig. So wie bei Senta und Thomas. Sie arbeitet in einer Galerie, er ist Systemberater. So heftig ...

Man weiß nie, wann und wo es sein wird, aber es ist gewiss, dass die Liebe zuschlägt. Und wenn, dann wohl heftig. So wie bei Senta und Thomas. Sie arbeitet in einer Galerie, er ist Systemberater. So heftig wie es die beiden überkommt, so heftig zweifelt vor allem Senta immer und immer wieder. (Die Geschichte spielt in Berlin-Kreuzberg.)

Das Buch wird als "eine der schönsten Liebesgeschichten der letzten Jahre" bezeichnet und gelobt. Ich kann dies absolut nicht nachvollziehen. Es geht im Buch von der Geschichte her rund, keine Frage. Aber das muss nicht immer positiv sein. Die Autorin fügt sehr viele Zeilen - zwischen die Zeilen. So gibts öfter mal eine kurze Zeile aus einem Song, die wohl zwischen dem eigentlichen Satz (wirklich zwischen zwei Wörtern, einfach so, unvermittelt!) noch mehr das Gefühl vermitteln soll, dass die beiden bzw. einzelnen da gerade empfinden. (Das Ganze ist dann immer kursiv gedruckt.) Grundsätzlich finde ich sowas interessant, aber hier gehen mir die Ausführungen sehr gegen den Strich, gefällt mir einfach nicht.

Auch die Umschreibungen sonst so. Treffen sie sich an einem öffentlichen Platz in Berlin, so bringt die Autorin spontan eine kleine, mehrseitige Exkursion hinsichtlich der Geschichte des Platzes mit ein. Grundsätzlich fände ich das interessant, so aber wird der Lesefluss doch sehr unterbrochen, finde ich.

Und auch sonst ist die Geschichte her irgendwie schwierig, ich hatte auf den letzten Seiten keine großartige Leselust mehr, ich wollte einfach endlich wissen, wie es ausgeht, so dass ich hier viel überflogen hab. Ja, ich war genervt. Es hat sich einfach nur noch hingezogen, das fand ich echt enttäuschend.

Von der sprachlichen Seite her ist dieses Buch echt interessant gemacht, auch manche Einwürfe (die kursiv-gedruckten) finde ich gut, es ist mal was anderes. Sprachlich ist das Buch wirklich Poesie.

Aber sonst gefällt es mir leider nicht. Entsprechend vergebe ich hier 2 von 5 Sternen und spreche keine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Ähm. Naja.

Schlechter Sex 3
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Im dritten Buch der Folge "schlechter Sex" - geht es: um schlechten Sex. Eigentlich simpel, oder? 33 Frauen berichten in diesem Buch über ihre lustigsten, peinlichsten und absurdesten Erlebnisse.

Durch ...

Im dritten Buch der Folge "schlechter Sex" - geht es: um schlechten Sex. Eigentlich simpel, oder? 33 Frauen berichten in diesem Buch über ihre lustigsten, peinlichsten und absurdesten Erlebnisse.

Durch Zufall bin ich auf diese Bücherreihe von Mia Ming gestoßen, in einem Online-Portal, in dem es eigentlich ums Verkaufen und Tauschen von Klamotten geht, gabs im Forum schon länger die Schilderungen verschiedener Mädels vom "schlimmsten Mal" - angelehnt an die Bücher von Mia Ming.

Entsprechend war ich auf das Buch, das in 33 verschiedene, eher kurze Geschichten (je nachdem ca. 3-7 Seiten lang) sowie Themen (Die xx.te Todsünde des Sex: Tabulosigkeit, Schwatzhaftigkeit, Unehrlichkeit, Verrat...) eingeteilt ist, sehr gespannt. Mia Ming hat die Geschichten nicht geschrieben, sondern "nur" gesammelt und herausgebracht.

Mit der Zeit hat mich das Buch jedoch eher enttäuscht als begeistert. Ich hatte mir hier doch eher kuriose Dinge beim Sex erwartet - und keine komischen Dinge beim generellen Verhalten danach - nicht direkt danach, sondern "allgemein so". Manche Geschichten sind schon ganz lustig, nett, zum Kopf schütteln. Aber das, was ich mir da so eigentlich erwartet hatte, kam eben nur in maximal einem Drittel der Geschichten wirklich so vor. (So u.a. eben, dass ein Mann beim Sex vor lauter Anspannung im beruflichen die Tränen kommen, weil er so glücklich ist;) Bei manchen Geschichten gehts "nur" um ein komisches Verhalten der Männer im Allgemeinen, so gibts eine Urlaubsbekanntschaft, die mal wieder nach Berlin kommt, die Frau, die sich auf den Sex mit ihm freut und eine Studien-Freundin von ihm "vorgesetzt" bekommt, die "ältere Rechte" hat... Nun ja.

Ich bin von diesem Buch nicht so ganz überzeugt. Irgendwie hat es mich eher etwas enttäuscht als so wirklich "begeistert". Möglicherweise hätte ich vorher auch erstmal das erste Buch aus dieser "Reihe" lesen sollen, wobei die Bücher ja wohl nicht wirklich zusammen hängen.

Ich vergebe hier 2 von 5 Sternen und bleibe unentschlossen.

Veröffentlicht am 16.03.2017

Von Filmfehlern, die man im Buch aufführen muss. Äh, nein!

Saugfest
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Die 29jährige Helene ist Taxifahrerin und fast immer nur mit schlechter Laune ausgestattet, sie motzt ihre Fahrgäste an und ruiniert ihrer besten Freundin Annkathrin die Hochzeit. Sie meint dennoch, dass ...

Die 29jährige Helene ist Taxifahrerin und fast immer nur mit schlechter Laune ausgestattet, sie motzt ihre Fahrgäste an und ruiniert ihrer besten Freundin Annkathrin die Hochzeit. Sie meint dennoch, dass ihre Motzerei begründet ist und sieht es nicht ein, dass sie sich vielleicht mal ändern sollte. Doch dann erhält sie plötzlich einen komischen Fahrauftrag...

Ja, ich war wirklich gespannt auf dieses Buch, zumal ich von Steffi von Wolff noch "Die Knebel von Mavelon" im Hinterkopf hatte und dieses Buch damals beim Lesen echt amüsant fand... nun ja... Hier bin ich von einem vermeintlichen Roman mit möglicher Vampirstory ausgegangen - zumindest dem Cover nach... was ich dann aber so gelesen habe, war wirklich nur großer Humbug. Schon zu Beginn hat mich das Buch nicht wirklich gepackt, der Schreib- und Erzählstil ist soweit ganz ok, alles nachvollziehbar, keine große Kunst (auch die des Lese-Verstehens nicht...). Aber der Humor im Buch der Fahrt in die Story bringen soll ist einfach nur zum Fremdschämen. Ab und an habe ich mal geschmunzelt, aber größtenteils fand ich es einfach zu blöd.

Ich lese gerne mal was humorvolles, aber dieses Buch vermischt da einfach ein bißchen was: einerseits gehts da um das Leben der griesgrämigen Taxifahrerin, dann ist da die Sache mit der Hochzeit der Freundin und dann noch die komische Taxi-Abholfahrt. Für mich kommt da ein Mix an Unterhaltung-Möchte-Gern-Frauenroman- sowie ein bißchen Gruselstory zusammen, was hinten und vorne nicht passt.

Allein die Griesgrämigkeit, die im Buch verbreitet wird, hat mich echt ein Stück weit aggressiv gemacht, ich hasse nichts mehr als Menschen, die nur schlecht gelaunt und motzig sind. (Menschen, die wohl noch nie gelernt haben, wie schlecht das Leben wirklich sein kann, die das Leben einfach nicht zu schätzen wissen...) Entsprechend war das für mich und meinen Blutdruck nicht so förderlich, aber gut... es waren ja nur Schilderungen im Buch... wie die Geschichte aber dann ihren Lauf und letztendlich eine Wendung nehmen soll, fand ich wirklich sehr merkwürdig, geradezu abstrus das Ganze.

Was mir auch immer wieder aufgefallen ist: Im Buch ist immer wieder von vermeintlichen Filmfehlern die Rede war, die die Autorin benannt hat. (Auf Anhieb habe ich die jeweiligen Beispiele jetzt nicht gefunden, wer das Buch noch liest, weißt, was ich meine.) Meiner Ansicht nach passt dieses "Ich habe einen Fehler-Gefunden"-Gehabe da absolut nicht ins Buch hinein, die Autorin wollte es aber wohl mal geäußert haben?

Ich war echt froh, als ich das Buch durchgelesen hatte, ja, ich habe hin und wieder mal geschmunzelt, deshalb gibt es gerade noch 2 von 5 Sternen, eine Empfehlung kann ich jedoch keinesfalls aussprechen.

Veröffentlicht am 16.03.2017

"Ich bin ein Bock. Ein Facebock."

Resteklicken
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Moritz wurde von Steffi verlassen, weshalb er nun Liebeskummer hat. Statt vielleicht noch halbwegs "normal" um Steffi zu kämpfen, gibt er sich absolut seinem Leiden hin, trinkt (säuft!) nur noch Bier, ...

Moritz wurde von Steffi verlassen, weshalb er nun Liebeskummer hat. Statt vielleicht noch halbwegs "normal" um Steffi zu kämpfen, gibt er sich absolut seinem Leiden hin, trinkt (säuft!) nur noch Bier, raucht ohne Ende, im Grunde verwahrlost nicht nur seine Wohnung, sondern auch er. An seinen Gefühlen lässt er alle seine Facebook-Freunde teilhaben, auch Steffi, die jedoch nichts davon wissen will (und ihn wohl kurzerhand ignoriert bzw. blockiert). Und außerdem sammelt er Freunde bei Facebook...

Ich weiß nicht, was ich mir von diesem Roman versprochen habe... einerseits war ich auf die Art und Weise, wie hier wohl Facebook eine Rolle im Buch spielt, sehr gespannt. Andererseits klang es auch ein bißchen spannend noch zu hören, wie Moritz wohl mit der Trennungssituation umgeht. Dass manche Menschen sich nach einer Trennung entsprechend erstmal gehen lassen, war mir ein wenig bewusst.

Wie dies aber im Buch von Moritz geschildert (und im "Real Life" ggf. auch tatsächlich durchgeführt wurde?) wird, hat mich dann doch eher genervt: Moritz (der eh schon wohl nur äußerst selten bis gar nicht in die Uni geht, also eher vor sich hinlebt bzw. gammelt) lässt sich dermaßen gehen, seine Körperhygiene geht quasi gegen Null, außerdem trinkt, naja, vielmehr säuft er ständig Bier. (Bier in Ehren, hier wird dauernd getrunken, deshalb: Saufen!) Mit seinen Freunden ist dies wohl ähnlich - sie laden sich gegenseitig zum Betrinken (ggf. mit Pokerrunde) ein.

Seine Art, wie er um seine Ex Steffi kämpft, kommt auch nicht wirklich gut an. Gelegentlich ist es so, dass "Status-Meldungen" bzw. generell Facebook-Meldungen eingeblendet werden, außerdem "Likes" auftauchen.

Mich hat es unheimlich bei diesem Buch aufgeregt, wie Moritz sich ständig betrinkt. Alkohol in Ehren, er säuft hier ständig. (Ich bin dann ja auch immer am Überlegen: Wie finanziert man das?) Alkohol wird geradezu schön geredet. Sowas geht für mich überhaupt nicht.

Außerdem hat mich dieses krasse "Leben wir mal in den Tag hinein" echt narrisch gemacht. Weil ich es wohl einfach nicht verstehen kann, wie man v.a. in diesem Alter so vor sich hin gammeln kann... ohne irgendwelche Perspektiven bzw. Planung zu haben...

Ich bin schier weg enttäuscht von diesem Buch und kann hier absolut keine Empfehlung aussprechen... ich hab mich durch gekämpft, da ich wissen wollte, wie es ausgeht... mehr nicht... Entsprechend vergebe ich auch nur 2 von 5 Sternen. Ja, dennoch zwei. Die Aufmachung ist nett und manchmal musste ich doch auch noch ein klitzekleines bißchen Schmunzeln. Ansonsten: Finger weg!