Literarisches Verwirrspiel
Nach einer wahren GeschichteAn einem Abend lernt Autorin Delphine L. kennen, von der sie sich sofort angezogen fühlt. L. teilt ihre Vorlieben, sie sind sofort auf einer Wellenlänge und so entsteht eine enge Beziehung der beiden. ...
An einem Abend lernt Autorin Delphine L. kennen, von der sie sich sofort angezogen fühlt. L. teilt ihre Vorlieben, sie sind sofort auf einer Wellenlänge und so entsteht eine enge Beziehung der beiden. Bei Delphines Schreibblockade unterstützt L. sie zunehmend und übernimmt sodann sogar Aufgaben in Delphines Namen.
Dieses Buch über die Demontage einer Frau ist vor allem eines: intelligent. Und damit hat der Klappentext, der ein raffiniertes literarisches Spiel voraussagt, nicht zu viel versprochen. Als Leser bewegt man sich von der ersten bis zur letzten Seite zwischen Fiktion und Wirklichkeit – und bis zuletzt stellt man sich die Fragen: Hat Delphine das Buch tatsächlich selbst geschrieben? Oder vielmehr L.? Passend dazu trickst auch das Cover – mit dem Bild der Frau, das auf dem Schutzumschlag mehrfach erscheint, auf dem Buch selbst dann wiederum nur ein leerer Rahmen ohne Bild zu sehen ist.
Für mich das Besondere am Buch ist eine Story, die sich liest wie ein Krimi, nebenbei, ja gar unbemerkt aber einen seltenen Tiefgang entwickelt, den ich mir von manch anderem Buch wünschen würde. Und dazu braucht es gar nicht viel: Eine gute Idee und die Macht der Sprache. Uneingeschränkte Empfehlung für dieses literarische Verwirrspiel!