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Veröffentlicht am 11.04.2021

Ein spannender Auftakt

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum
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Inhaltsangabe:
Berlin 1920
Nach dem frühen Tod ihres Mannes beschließt die junge Ärztin Magda Fuchs ihre Heimat Hildesheim zu verlassen und zieht in die Metropole Berlin. Dort findet sie eine Anstellung ...

Inhaltsangabe:
Berlin 1920
Nach dem frühen Tod ihres Mannes beschließt die junge Ärztin Magda Fuchs ihre Heimat Hildesheim zu verlassen und zieht in die Metropole Berlin. Dort findet sie eine Anstellung als Polizeiärztin, aber die Arbeit ist keineswegs eine leichte. Prostitution, eheliche Gewalt und Kindesmisshandlung stehen auf der Tagesordnung. Wird sie den Schicksalsschlägen gewachsen sein oder kehrt sie bald wieder zu ihrer Familie zurück?
Die junge Arzttochter Celia von Liebenau hat einen großen Traum: sie möchte in die Fuß-stapfen ihres Vaters treten und Medizin studieren. Dies allerdings missfällt ihrem Ehemann, der sie lieber als Hausfrau und Mutter sieht. Zwischen den beiden gibt es Differenzen und die letzte Distanz ist die Scheidung. Das dieser Weg kein einfacher sein wird, wird ihr nach einem tragischen Unglück mehr als nur bewusst. Wird sich ihr Traum dennoch erfüllen?

Nach dem großen Erfolg ihrer Trilogie „Die Ärztin“ legt das Autorenpaar mit dem Auftakt-band Die Polizeiärztin „Das Leben ein ewiger Traum“ einen weiteren Meilenstein vor. Ich muss gestehen, dass ich zwar die erste Bücherreihe besitze, aber sie aus Zeitgründen noch nicht gelesen habe. So durfte ich mit dem neuen Werk mein Debüt feiern. Das Cover und auch der dazugehörige Klapptext haben sofort meine Neugierde geweckt. Ich liebe histori-sche Romane und wenn sie zudem auch noch in Berlin spielen, bin ich sofort Feuer und Flamme.
Bereits ab der ersten Seite verliebte ich mich in den flüssigen und bildhaften Schreibstil von Helene Sommerfeld. Dank der detailgetreuen und faszinierenden Kulissenbeschreibung durfte ich die zwanziger Jahre ein und abtauchen. Man nannte diese Zeit auch die goldenen 20er Jahre. Allerdings war die Bezeichnung mehr Schein als Sein, denn es herrschte Nach-kriegszeit. Wie in den allermeisten Großstädten beherrscht Hunger, Armut und Arbeitslosig-keit auch das Berliner Stadtbild. Die meisten Männer kamen als Kriegsverwundete nach Hause, Kinder wurden zum Betteln auf die Straße geschickt und die Prostitution florierte und genau diese Atmosphäre hat das Autorenpaar so brillant eingefangen, dass es mir ein herrliches Kopfkino beschert hat. Nicht nur das ich mich in diese Zeit zurückversetzt fühlte, ich hatte das Gefühl ein Teil des Geschehens zu sein. Die Charaktere wurden ausdruckstark, facettenreich und lebendig gezeichnet und durch die Einstreuung des Berliner Dialektes er-hielt das Gesamtbild seine Authentizität. Die beiden Hauptprotagonistinnen Magda Fuchs und Celia von Liebenau gefielen mir sehr gut. Beide Frauen sind so unterschiedlich, aber haben dennoch sehr viel gemeinsam: sie müssen ihr Schicksal meistern. Dem Autorenpaar ist es hier mehr als nur gelungen, dass der Leser den beiden über die Schultern schauen und sie auf ihren Weg begleiten darf. Ich war erschrocken, über das, was den Kindern angetan worden ist. Nicht nur, dass sie zum Betteln geschickt worden sind, sondern auch von der häuslichen Gewalt oder gar von dem Verkauf der Kinder. Einfach grausam!
Schade nur, dass dieses Buch mit seinen 539 Seiten so schnell ausgelesen war und zudem auch noch mit einem Cliffhanger enden musste. Jetzt heißt es bis Herbst 2021 warten und ich hoffe, dass der zweite Band genauso historisch und spannungsgeladen ist wie dieser hier.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war am Ende dieses Romanes das Personalregister und wer mag, kann sich noch einmal informieren, wer mit wem in welchem Verhältnis steht.

Ich kann nur eins schreiben: ein historischer und spannungsvoller Roman, der den Leser in die Goldenen Jahre nach Berlin entführt. Für mich ein wahrer Lesegenuss und deshalb 5 von 5 Sternen. Wer historische Romane liebt, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 04.04.2021

Loretta kann es wieder nicht lassen

Schach mit toter Dame
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Inhaltsangabe
Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn ein Bewohner in der Seniorenresidenz „Herbstglück“ stirbt. Wenn aber kurzdarauf antike Wertgegenstände aus dem Zimmer des Verstorbenen entwendet werden ...

Inhaltsangabe
Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn ein Bewohner in der Seniorenresidenz „Herbstglück“ stirbt. Wenn aber kurzdarauf antike Wertgegenstände aus dem Zimmer des Verstorbenen entwendet werden schon und genau dies haben die beiden Zimmernachbarinnen und einge-fleischte Krimifans Cäcilie und Käthe bemerkt. Kurzerhand wird ihre neue Freundin und Hobbyermittlerin Loretta Luchs ins Boot gezogen und um Rat gefragt. Sofort wittert diese einen neuen Fall und lässt sich als Kaltmamsell in die Küche einschleusen. Kaum ist sie vor Ort, wird auch schon eine Person vermisst. Loretta ist natürlich bei der Suche mit von der Partie und wie sollte es auch anders sein, ist sie diejenige, die über die Leiche „stolpert“. Diebstahl und Leiche…haben die zwei Fälle miteinander zu tun oder ist es nur Zufall, dass beides zeitnah geschieht? Loretta nimmt die Ermittlungen auf….

Schach mit toter Dame von Lotte Minck ist bereits der 13te Fall dieser Ruhrpott-Krimireihe. Vor etlichen Jahren habe per Zufall einen Roman von der Autorin in die Hand bekommen und seitdem bin ich ein großer Fan. Seitdem kann ich es vor Spannung kaum aushalten, dass ein neuer Fall erscheint. Endlich war es wieder soweit und das langersehnte Wiedersehen mit Loretta und ihren Weggefährten konnte stattfinden.
Info: Natürlich kann man die Bücher unabhängig von einander lesen, aber besser ist, die Reihe bei Fall 1 zu beginnen. Es fehlen sonst einige private und berufliche Details, deren Zusammenhang sich nicht ganz erschließt.
Der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin ließ mich abermals durch das Buch fliegen. Seite für Seite ist es ein humorvoller und spannender Hochgenuss Loretta bei ihren Ermitt-lungen über die Schultern zu schauen. Zum Leidwesen von ihrer ärgsten Konkurrentin der Kommissarin Küppers. Sie hasst es, wenn Loretta sich in ihren Fall ungefragt einmischt und Undercover ermittelt. Trotz der kleinen Reibereien (wenn es diese nicht geben würden, wür-de mir was fehlen) harmonieren die beiden bestens miteinander. Lotte Minck versteht es, ihre Fans immer wieder auf ein Neues zu begeistern. Der neuste Fall spielt in der Senioren-residenz „Herbstglück“ und dort trifft man auf so unterschiedliche Charaktere. Zum einen eine Primaballerina, die auf ihrer Art und Weise um Aufmerksamkeit buhlt, ein Schlager-sänger, der es nicht wahrhaben möchte, dass seine Karriere vorbei ist oder ein Sternekoch, der die Bewohner kulinarisch mehr als nur verwöhnt. Aber auch alte Bekannte dürfen nicht fehlen, wie zum einen Lorettas neuen Freund Dennis oder die Ladenbesitzer Gitte und Frank, dessen Ruhrpott- Dialekt ich so liebe. Was den Fall anbelangt möchte ich nicht allzu viel davon verraten, denn sonst würde ich spoilern und das will niemand. Soviel kann ich aber verraten: Lotte Minck hat es wieder einmal geschafft, einen schönen humorvollen, stimmi-gen und spannenden Krimi zu schreiben, der Lust aufs Mitraten macht.

Für mich sind diese Bücher ein MUST Have und mir würde etwas fehlen, wenn es diese Krimireihe nicht mehr geben würde. Wer Regionalkrimis liebt, der kommt hier mehr als nur auf seine Kosten. Ich kann und möchte diese Loretta Luchs Fälle nur weiterempfehlen.
5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 25.03.2021

Urlaub ade - der weiße Heilbutt ist zurück

Der weiße Heilbutt
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Inhaltsangabe:
Eigentlich möchte Dorfpolizist Thies Detlefsen und seine Fredenbüller Freunde ein paar erholsame Tage auf der Insel Amrum verbringen, aber es kommt anders als geplant. Das idyllische Strandleben ...

Inhaltsangabe:
Eigentlich möchte Dorfpolizist Thies Detlefsen und seine Fredenbüller Freunde ein paar erholsame Tage auf der Insel Amrum verbringen, aber es kommt anders als geplant. Das idyllische Strandleben wird jäh unterbrochen, denn plötzlich schwimmt ein riesiger Fisch in Richtung Strand. Der weiße Heilbutt! Unter den Strandbesuchern bricht Panik aus und als wäre dies nicht schon genug Aufregung, buddelt Nicoles Sohn Finn auch noch einen grausa-men Fund aus: einen Frauenfuß mit lackierten Nägeln. Da lässt sich Thies Detlefsen nicht zweimal bitten und übernimmt kurzerhand die Ermittlungen. Wem gehört dieser Fuß und wo ist der Rest der Leiche? War es ein Unfall oder sogar Mord? Die Spurensuche geht in vielen Richtungen.

Der weiße Heilbutt ist bereits der neunte Fall für Dorfpolizist Thies Detlefsen. Seit Mona-ten freue ich mich schon auf den neuen Inselkrimi, der jetzt endlich im DTV – Verlag er-schienen ist. Natürlich musste dieser auch sofort gelesen werden, aber das versteht sich fast von selbst!

Der Wohlfühlfaktor stellte sich bereits nach der ersten Seite ein. Ach, wenn ich die lustige und bunt gemischte Fredenbüller Truppe aus der Hidden Kist treffe, weiß ich sofort: es wird lustig und spannend zugleich und so sollte es auch werden. Nur das der Leser seine Lieblin-ge nicht in Fredenbüll wiedersieht, sondern im Urlaub auf Amrum antrifft. Wer schon den einen oder anderen Fall von Thies Detlefsen und Nicole Stappenbek kennt, weiß, dass für die beiden das Wort „Erholung“ eigentlich ein Fremdwort ist und so ist es auch hier. Kaum sind ein paar ruhige Tage ins Land gezogen, wird schon der nächste Fall an Land gespült. Sofort wittert Thies seine Chance und zieht ihn an Land. Seine Ermittlungsmethoden sind zwar sehr eigen, aber sie führen, nach vielen Abwegen, zum Erfolg. Wieder einmal unterstreichen die witzigen Dialoge den Charakter dieses Inselkrimis und führen dazu, dass ich das eine oder andere Mal herzhaft auflachen musste. Der Humor ist einfach brillant und ich liebe ihn! Wie schon in den vorherigen Fällen nimmt Krischan Koch erneut aktuelle Themen auf die Schip-pe, wie auch in diesem Fall. Influencer, die für ihre Likes fast alles tun, Wohlfühlseminare über Kartoffelschältherapien oder High Tech Kochen mit Seegras stehen ganz oben auf der Liste. Es gibt nichts was es nicht gibt!

Für mich ist Krischan Koch einer der besten Krimiautoren, der mit Humor und Spannung den Leser auf Verbrecherjagd mitnimmt, um ihn dann an der Nase herumführt. Wie oft glaubte ich, diesen Fall gelöst zu haben, aber Pustekuchen: es kam alles anders.
Ein humorvoller Lesespaß der Lust auf den zehnten Fall macht.
5 Sterne und ein absolutes Muss für Krimifans!

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Veröffentlicht am 15.03.2021

Lebenssekunden, ein Moment, der alles verändert

Lebenssekunden
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Die 15jährige Angelika Stein hat einen großen Traum: sie will Fotografin werden! Als sie von der Schule geworfen wird, scheint sich ihr Wunsch nicht mehr zu erfüllen. Trotz ihrer fotografischen Vorkenntnisse ...

Die 15jährige Angelika Stein hat einen großen Traum: sie will Fotografin werden! Als sie von der Schule geworfen wird, scheint sich ihr Wunsch nicht mehr zu erfüllen. Trotz ihrer fotografischen Vorkenntnisse und dem Talent, will kein Fotograf sie einstellen. Über Umwe-ge lernt sie doch noch einen Fotografen kennen, der ihr Können und Wissen zu schätzen weiß und sie als Lehrling einstellt.
In der DDR trainiert zeitgleich die 15jährige Leistungsturnerin Christine Mangold. Ihr gro-ßes Ziel sind die Olympischen Spiele. Die harten Trainingsmethoden und der dazugehörige Drill setzen Christine immer mehr zu. Nicht nur gesundheitlich, sondern auch seelisch. Im-mer wieder ertappt sie sich dabei, dass sie oft an ihrem großen Wunsch zweifelt. Möchte sie wirklich einer der großen DDR – Sportlerinnen werden?

Lebenssekunden ist bereits der dritte Roman von Katharina Fuchs, der jetzt im März 2021 erschienen ist. Von ihren vorherigen Büchern (Zwei Handvoll Leben und Neuleben) habe ich leider noch keins gelesen und für mich ist dieses Werk eine Premiere! Allein der Titel „Le-benssekunde“ weckte schon meine Neugierde und ich fragte mich: Wofür steht dieser Titel bzw. was für eine Geschichte mag sich dahinter verbergen? Um meine Neugierde ein wenig zu stillen, las ich den Klapptext und ab diesem Moment, wusste ich, dass diese deutsch-deutsche Geschichte genau meinen Nerv trifft.

Der flüssig-leichte und zugleich sehr berührende Schreibstil der Autorin hat mich von An-fang an überzeugt und ließ mich sofort in die Geschichte von Angelika Stein und Christine Mangold ein und abtauchen. Katharina Fuchs ist wahrlich ein „Fuchs bzw. eine Füchsin“, denn sie weiß wie sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann. Mich eingeschlossen. Dank ihrer facettenreichen und authentischen Darstellung wirkten die Charaktere sehr le-bendig und so entstand der Eindruck, dass man sie schon seit Jahren kennen würde. Die re-bellische Angelika Stein, die so gerne Fotografin werden möchte. Das war Ende der 50er Jahre leider kein leichtes Unternehmen. Frauen wurden ungern in einem Männerberuf einge-stellt und wenn dann wurden ihre Arbeiten meist unterschätzt, aber Angelika weiß sich durchzubeißen und kann sich in der Männerdomäne behaupten. Die Autorin beschreibt hier nicht nur den steilen Werdegang einer angehenden Fotografin, sie lässt ihre Leser auch einen Blick hinter die Kulissen eines Fotografen werfen. Dunkelkammer, Entwickler, Abzüge und sogar die spannungsgeladenen Momente, die jeder Fotograf erlebt, wenn er zum ersten Mal sein Bild in Natura sieht, hält Katharina Fuchs ihren Lesern nicht vor. Ein wirklich sehr inte-ressanter und spannender Einblick.
Parallel zu Angelikas Werdegang lebt die ehrgeizige Christine Mangold in der DDR, die auch nur einen großen Traum hat: sie möchte eine erfolgreiche Kunstturnerin werden. Hartes Training und eiserne Disziplin stehen ganz oben auf ihren Tagesplan und wenn dies alles nicht ausreichte, griff man in der DDR auch schon mal zu ganz anderen Maßnahmen. Hun-ger, Drill und auch Trainerübergriffe standen dann ebenfalls auf dem Stundenplan und das alles nur für ein Stückchen Erfolg. Über Gesundheit und deren Spätfolgen machte sich kaum Einer Gedanken. Detailliert und erschüttert beschreibt sie den Alltag einer Kunstturnerin. Auch wenn Christines Karriere der eigentliche Fokus war, so blieb die politische Entwick-lung Ende der 50er bzw. Anfang der 60er nicht außen vor. Pendeleien nach West und Ostber-lin, Grenzübergänge, Überwachungen durch die Stasi und auch der Mauerbau 1961 finden hier ihren Platz.

Aufgrund dessen, dass die Handlung abwechselnd aus der Sicht beider Hauptcharaktere er-zählt wird, konnte ich mich sehr gut in die beiden Leben hineinversetzen. Am Anfang der Geschichte erschloss mir noch nicht so recht, wie die zwei „Schicksale“ zueinander finden würden, aber nach und nach kam Licht ins Dunkel und ich muss sagen, dass mir die Ver-flechtung beider Stränge sehr gut gefiel. Kompliment für diese berührende und spannende Lebensgeschichte. Auch wenn man dies nicht merkt möchte ich darauf hinweisen, dass es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt. Aber wer weiß, vielleicht hat sich irgendwo genau diese Geschichte so abgespielt…

Eine deutsch-deutsche Geschichte über zwei junge Frauen, die nicht bewegender hätte sein können. Ein Buch, dass mich nicht nur auf eine Lebens-Reise mitnahm, sondern auch noch emotional berührt und erschüttert hat. Für mich war dieser Roman ein weiteres Lesehigh-light 2021! (Ganz oben auf meiner Leseliste stehen schon ihre beiden bereits erschienen Werke)

5 von 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung obendrauf!

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Veröffentlicht am 12.02.2021

Beeindruckend und emotional

Glückskinder
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München 1945:
Der zweite Weltkrieg ist fast vorbei und München ist eine der Städte, die es am härtesten getroffen hat. Überall stehen zerbombte Häuser oder man sieht nur noch die Grundmauern derer. Brauchbaren ...

München 1945:
Der zweite Weltkrieg ist fast vorbei und München ist eine der Städte, die es am härtesten getroffen hat. Überall stehen zerbombte Häuser oder man sieht nur noch die Grundmauern derer. Brauchbaren Wohnraum ist Mangelware, aber Tonis Familie hat Glück im Unglück. Die Villa ihrer Tante Vev ist verschont geblieben und so kann die Familie Brandl vorüberge-hend dort Unterschlupf finden. Jetzt haben Toni zwar ein Dach über dem Kopf, aber der Ma-gen bleibt leer. Um zu überleben, fährt Toni regelmäßig zum Schwarzmarkt, um das Nötigs-te an Lebensmittel zu besorgen. Eines Tages steht Griet van Mook vor Vevs Tür, mit der Op-tion bei ihr einzuziehen. Die Freude über ihren Einzug hält sich bei Familie Brandl in Gren-zen und bei Toni löst es nicht nur den Unmut aus, sondern auch Skepsis. Doch ein Ereignis lässt die zwei jungen Frauen zu Freundinnen werden.

Nach ihren Bestsellern „Die Holunderschwestern“ oder „Die Oleanderfrauen“ hat die Auto-rin Teresa Simon nun ihren neusten Roman „Glückskinder“ vorgelegt. Viele Leser werden ihre Bücher bereits kennen und deren Geschichten lieben. Zwar habe ich einiges über Teresa Simons Romane gehört, aber noch keins davon gelesen. Dennoch ist die Autorin keine Un-bekannte für mich, denn wie der Heyne Verlag jetzt enthüllte, ist Teresa Simon Brigitte Rie-be und diese hat vor ein paar Jahren ihre Bestseller-Trilogie „Die Schwestern vom Ku´damm“ herausgebracht. Dank einer Leserunde durfte ich mich auch unter die Glückskin-der mischen und mein Lesedebüt feiern.

Von Anfang an konnte mich, wie einst bei der Ku´damm-Trilogie, der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin überzeugen. Erneut bewies Teresa Simon, dass sie ihr Handwerk ver-steht und sie weiß, wie sie ihre Leserschaft in ihren Bann ziehen kann. Ab der ersten Seite tauchte ich ein und ab in die Schicksalsjahre der beiden jungen Frauen. Von da an wusste ich, dass dies „meine Geschichte“ werden würde, denn ich konnte und vor allen Dingen wollte ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen. Was natürlich auch an den authentischen und facettenreichen Charakteren lag. Egal, ob Hauptfigur oder Nebendarsteller, jeder hatte seinen Platzt und bereicherte die Geschichte. Die Kulisse befand sich in München. In einer der Städte, die im zweiten Weltkrieg die meisten Zerstörungen hatte. Ausgebombt und fast völlig zerstört und genau diese Bilder hat die Autorin durch ihre ausdrucksstarke und detail-lierte Erzählweise mir vor Augen geführt. Auch wenn ich kein Zeitzeuge bin, konnte ich die-ses Inferno spüren und sehen, wie fassungslos die Einwohner in ihrer Stadt standen. Ruinen, Schutt und Asche prägten für lange Zeit ihr Bild. Die Handlung ist eine fiktive Geschichte zweier jungen Frauen, deren Schicksale nicht unterschiedlicher hätte sein können. Wie so viele Menschen im Krieg haben auch Toni Brandl und ihre Familie einige Schicksalsschläge erleiden müssen, aber zum Glück hatten sie sich und konnten bei der Tante Unterschlupf finden. Griet van Mook hingegen hat es viel schlimmer erwischt, denn sie hat alles verloren. Zudem war sie als Jüdin den Gräueltaten der Nazis schutzlos ausgesetzt. 1945 haben die Amis München befreit und somit auch vielen Menschen das Leben gerettet, wie auch Griet van Mook. Teresa Simon erzählt nicht nur eine bewegende Geschichte, ich durfte sie haut-nah miterleben. Die Gewaltmärsche, denen Menschen bis zur Erschöpfung oder gar bis zum Tod ausgesetzt worden waren, den Hunger der überall herrschte, die Angst vor noch mehr Gewalt, die Hoffnung das der Krieg bald endet oder gar die Freude über die Befreiung der Amis. Wieder ein Leben in Freiheit und ohne Angst führen zu können. Trotz der neu gewon-nenen Freiheit blieb die Lebensmittelknappheit und der damit verbundene Hunger. Auch dieses Thema hat die Autorin emotional eingefangen und wieder gespiegelt. Es muss furcht-bar gewesen sein, wenn die Speisekammer nahe zu leer blieb. Was da blieb, war der Schwarzmarkt und der boomte. Wer konnte, der tauschte. Brillant eingefangene Bilder, wie Schwarzhändler ihre Waren anpriesen und in Deckung gingen, wenn Gefahr von der Polizei drohte. Während des ganzen Buches lief ein emotionaler und spannender Film ab, der nicht besser hätte sein können. Auch die eingestreuten Liebesgeschichten einiger Charaktere pass-ten sich perfekt in die Geschichte ein. Authentisch und realistisch zugleich.

Die Authentizität dieser emotionalen Geschichte wird durch das angehängte historische Nachwort und den Rezeptteil „Gute Kost in mageren Zeiten“ perfekt unterstrichen.

Wer dieses Buch beendet, wird auch den Titel „Glückskinder“ mehr als nur verstehen.

Zwei bewegende Frauenschicksale, die mich auf eine spannende Zeitreise in die Nachkriegs-zeit Münchens entführten. Ich kann und muss dieses Buch einfach weiterempfehlen und oben drauf noch die volle Punktzahl. Danke für dieses Leseerlebnis!




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