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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2021

mal was anderes

Das Geheimnis von Zimmer 622
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Joel Dicker ist sein eigener Protagonist und erzählt, unter welchen Umständen er zu der Geschichte dieses Romans gekommen ist und wie er stetig an weitere Informationen gelangte.
In einem zweiten Erzählstrang ...

Joel Dicker ist sein eigener Protagonist und erzählt, unter welchen Umständen er zu der Geschichte dieses Romans gekommen ist und wie er stetig an weitere Informationen gelangte.
In einem zweiten Erzählstrang geht es parallel dazu um den mysteriösen Mord von damals und warum es Zimmer 622 in diesem Hotel nun nicht mehr gibt.
Damit erschafft er einen völlig anderen Stil, als ich ihn bisher gelesen hatte und setzt damit eine großartige Idee um.

Im Allgemeinen muss man wissen, dass die Bücher von Joël Dicker sehr umfangreich sind und um die 600 Seiten haben. Dafür wird man aber mit einer starken, gut konstruierten Story belohnt, die sich nur langsam zusammenfügt und damit die Spannung gemächlich ansteigen lässt, aber auch sehr ausführlich die Zusammenhänge erklärt, um gut folgen zu können.
Die vielen französischen Bezeichnungen finde ich immer etwas anstrengend - man gewöhnt sich aber daran und es spielt nun einmal in der französisch sprachigen Schweiz.

Die "Auflösung" ist dann allerdings sehr abgedreht und von Intrigen, Lügen, Egoismus nicht mehr zu toppen - aber auch sehr unterhaltsam.

Fazit: Ein spannender Roman voller Lügen und Intrigen und Liebe, der einfach mal anders ist und mir gut gefiel.

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Veröffentlicht am 01.03.2021

Rache

Darling Rose Gold
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Gleich nach ihrer Entlassung, zieht Patty bei Rose Gold ein. Hat diese ihr wirklich vergeben oder ist sie auf Rache aus?

Recht schnell bemerkt man, das Patty offensichtlich ein größeres psychisches Problem ...

Gleich nach ihrer Entlassung, zieht Patty bei Rose Gold ein. Hat diese ihr wirklich vergeben oder ist sie auf Rache aus?

Recht schnell bemerkt man, das Patty offensichtlich ein größeres psychisches Problem hat. Jahrelang hat sie ihre Tochter misshandelt, um sie von sich abhängig zu machen und von anderen zu isolieren.
Auch nach 5 Jahren Haft erkennt man keine Reue.

Zitat Pos. 3775
"Alles, was ich als Mutter je wollte, war, gebraucht zu werden. In den ersten Lebensjahren eines Kindes ist niemand wichtiger als die Mutter. Diesem biologischen Gesetz muss Folge geleistet werden, immer und immer wieder. Aber wenn das Kind irgendwann zehn wird, dann zwölf und dann achtzehn, ist man nicht mehr wichtig. Wie soll man denn damit zurechtkommen?"

Es war eigentlich direkt klar, dass man nicht davon ausgehen konnte, dass Rose Gold ihrer Mutter verzeiht und alles wieder gut wird.
Wer würde nach so einer Kindheit keine Rachegelüste spüren?

Die Autorin schafft es aber immer wieder an ihrer Standhaftigkeit zu zweifeln, denn es gab ja auch viele schöne Momente mit ihrer Mutter, die durch ihre eigene Kindheit geschädigt ist.

Zitat Pos.1177
"Aber ich musste Menschen gegenüber vorsichtiger sein. Ich vertraute allen viel zu schnell. Meine Mom hatte mich betrogen und Alex ebenso. Ich durfte nicht länger auf mir herumtrampeln lassen."

Patty ist manipulativ und gibt sich alle Mühe, die Gunst ihre Tochter zurückzugewinnen.

Erst zum Ende erfährt man Rose Gold wahres Vorhaben, das einen dann total schockiert.

Fazit: Die Geschichte ist sicher nicht neu und im Grunde vorhersehbar, aber gut und ideenreich umgesetzt. Das ganze Ausmaß der Geschichte war schon erschreckend und konnte auch emotional berühren.

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Veröffentlicht am 01.03.2021

gelungener Fantasyroman

Tinte & Siegel
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So auffällig und stilistisch extravagant wie das Cover daherkommt, ist auch der Tonus der Story. Trotz einer teilweise schwermütigen Sprache, liest sich der erste Teil der Siegelmagierchronik flüssig und ...

So auffällig und stilistisch extravagant wie das Cover daherkommt, ist auch der Tonus der Story. Trotz einer teilweise schwermütigen Sprache, liest sich der erste Teil der Siegelmagierchronik flüssig und leicht verständlich.

Al MacBharris ist ein Sonderling. Gesegnet mit einem ungewöhnlich schönen Schnurrbart und einem ausgeprägten Sinn für kunstvoll gemixte Cocktails, verkörpert er den ehrbaren Schotten. Doch in ihm steckt mehr, als man zunächst vermuten würde. Al besitzt ein einzigartiges magisches Talent: das Schreiben von Zaubersprüchen mit einer Geheimtinte. Diese macht aus den Zauberphrasen starke und nützliche Waffen im Kampf gegen das Böse. Al ist nämlich so etwas wie ein Siegelagent, und er ist es, der gerufen wird, als man einen Schüler tot in dessen Wohnung findet. Erstickt an einem Rosinenscone. Es gibt wohl spektakulärere Wege, ins Jenseits zu gelangen, aber ich fand das wirklich sehr witzig und mal was anderes. Der Humor bleibt auch im weiteren Verlauf erhalten und lockert die Story deutlich auf. Besonders die Dialoge zwischen Al und einer anderen tragenden Figur, Nadia, gefielen mir. Da folgte ein Kalauer dem anderen.

Zitat
"Und was jetzt?", fragte sie.
"Du stellst dich hin und riechst schmackhaft. Du bist der Köder."

Das Ende ist insgesamt stimmig und rund. Man wird also nicht mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen, was ich sehr begrüße. Ich bin definitiv kein Freund von offenen Enden.

Fazit: Zugegebenermaßen ist dies ein Fantasyroman, der inhaltlich an manch anderen erinnert, und doch überzeugt er mit einem unverwechselbaren Charakter, der allein es definitiv wert ist, dass man die Reihe weiter verfolgt. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und wurde gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 01.03.2021

interessanter Politthriller

Der Solist
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Neuhaus ist ein ziemlich introvertierter Typ, mit Ecken und Kanten, allerlei Eigenarten, aber einer gewissen Bodenständigkeit, mit der er den Leser als stillen Beobachter solide durch die Story bewegt. ...

Neuhaus ist ein ziemlich introvertierter Typ, mit Ecken und Kanten, allerlei Eigenarten, aber einer gewissen Bodenständigkeit, mit der er den Leser als stillen Beobachter solide durch die Story bewegt. Ich blieb ihm gegenüber recht neutral, empfand weder große Sympathie noch Antipathie. So war es mir zwar nicht möglich, einen näheren Bezug zu ihm herzustellen, andererseits ließ er mich so bestimmte Ereignisse nüchtern betrachten, in die ich sonst womöglich zu viele Emotionen gelegt hätte.

Zitat Seite 10: Wie in allen großen Städten kann man in Berlin einsam leben und einsam sterben.

Berlin als Schauplatz sagte mir sehr zu, da ich dort geboren wurde und aufwuchs. Das fühlte sich ein bisschen an wie nach Hause kommen.
Neuhaus wurde vom BKA Wiesbaden zur SETA nach Berlin geschickt, um diese zu unterstützen. Die Sondereinheit zur Terrorabwehr wurde in Folge eines Anschlags auf einem Weihnachtsmarkt gegründet.
Neuhaus' erster Fall führt ihn zu einem Tatort am Landwehrkanal, wo ein jüdischer Aktivist erschossen aufgefunden wurde. In der Nähe des Opfers wurde außerdem ein Bekennerschreiben entdeckt, das offenbar vom "Kommando Anis Amri" hinterlassen wurde. Jenem Kommando, das auch für den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verantwortlich war.

Insgesamt ist "Der Solist" eine gut recherchierte, aktuelle Lektüre, die politische Aspekte aufgreift und in spannende Mordfälle integriert. Der Autor bedient sich einer eindringlichen und unmissverständlichen Sprache, mit denen er den Leser geschickt um den Finger wickelt.

Persönliches Fazit: Ein packender und äußerst realistischer Politthriller, der mit einem einprägsamen Protagonisten und einem präzisen Stil punktet. Seghers sollte man unbedingt im Auge behalten.

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Veröffentlicht am 01.03.2021

zu empfehlen

Fair Play
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Die Grundidee hat mich sofort an „Die Welle“ von Morton Rhue denken lassen. Doch das Buch ist nicht nur in die Neuzeit katapultiert, sondern auch die Charakteren sind ausgereifter und vielfältiger.
Ein ...

Die Grundidee hat mich sofort an „Die Welle“ von Morton Rhue denken lassen. Doch das Buch ist nicht nur in die Neuzeit katapultiert, sondern auch die Charakteren sind ausgereifter und vielfältiger.
Ein Schulprojekt soll an einem Wettbewerb teilnehmen, bei dem auch Politiker involviert sind und bei dem es zu einer finalen Preisverleihung kommen soll. Also lassen sich die Mitschüler der Klasse einiges einfallen. Zu den vier Initiatoren, die Four Fair Player, zählen Kera, eine strebsame Einserschülerin, die bereits vorab auf Demonstrationen für eine bessere Welt unterwegs gewesen ist und die die Grundidee für das Projekt hat. Leonard, der eigenbrötlerische Computernerd, der zwar wenige soziale Kontakte pflegt, dafür aber die Kenntnisse besitzt, um die App zu programmieren. Elodie, eine Influencerin, die schon während ihrer Schulzeit Werbeverträge mit Unternehmen aufgrund ihres Instagramkanals hat und Max, der eher in die oberen Vier gedrängt wurde, um seine Versetzung nicht zu gefährden, der aber der widerwillige Freigeist ist und sich vehement weigert, die App herunterzuladen und sein Leben von ihr bestimmen zu lassen.

Das Buch ist abwechselnd aus den Perspektiven der Four Fair Player geschrieben, in einfacher, flüssiger Sprache gehalten und nicht allzulangen Kapiteln. Es kommen zwar keine klassischen Cliffhanger in den Kapiteln vor, dennoch entwickelt das Buch einen Sog, dem man kaum entkommen kann.
Die Charakteren sind trotz ihrer anfänglichen Klischees glaubwürdig. Man nimmt die Personen zu Beginn so wahr, wie sie von den Klassenkameraden wahrgenommen werden. Im Laufe der Handlung erfährt man beispielsweise, warum Kera so versessen einem Politiker an den Fersen klebt, was hinter Elodies social media-Leben steckt und wie Leonard zu solch einem Außenseiter werden konnte, obwohl er während der Grundschulzeit noch einige enge Freunde hatte. Dadurch werden die Hauptpersonen realistischer und der erste Widerwillen, weil die Figuren vor Klischees nur so strotzten, weicht einer gewissen Nachdenklichkeit, die man das ganze Buch über nicht mehr los wird.

Das Cover ist meiner Meinung nach passend gestaltet. Es werden die Hauptprotagonisten dargestellt, digitale Lichtwellen, die für das Projekt stehen und ein Pflanzen reiches Herz, welches für das (Über)Leben der Welt steht.

Fazit

Insgesamt hat mir das Buch trotz auf dem ersten Blick ähnliche Grundidee wie „Die Welle“ gut gefallen. Zwar hat mir das zu klischeehafte in geballter Ladung am Anfang etwas die Leselust gedämmt, doch das Buch hatte inhaltlich einige unerwartete Wendungen parat, die das Steuer deutlich herum gerissen haben und überzeugen konnten. Empfehlung für alle, die an Umwelt, Aktion-Reaktion und Auswirkungen von Macht und Korruption interessiert sind und dennoch ein Buch in unterhaltsamen Schreibstil lesen möchten

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