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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2021

Lang erwartete Fortsetzung

Das Grand Hotel - Die mit dem Feuer spielen
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Bernadette von Plesow ist nach dem Tod ihres Sohnes froh über die Hilfe von Josefine im Grand Hotel. Doch der nächste Schicksalsschlag läßt nicht lange auf sich warten. Plötzlich erscheint ein unehelicher ...

Bernadette von Plesow ist nach dem Tod ihres Sohnes froh über die Hilfe von Josefine im Grand Hotel. Doch der nächste Schicksalsschlag läßt nicht lange auf sich warten. Plötzlich erscheint ein unehelicher Sohn ihres Schwiegervaters. Er könnte zur Gefahr für das bisherige Leben von Bernadette und ihrer Familie werden. Constantin lebt noch immer in Berlin, führt seine dunklen Geschäfte fort und sinnt auf Rache für den Tod seines Bruders. Sein Plan diesbezüglich wird immer konkreter.

"Das Grand-Hotel - Die mit dem Feuer spielen" ist der zweite Band der Reihe. Auch mit diesem hat Caren Benedikt mich komplett überzeugt. Ihre Charaktere entwickeln sich sehr vorteilhaft weiter und diese Entwicklungen machen Spaß. Vor allem Marie, die sich im Hotel hoch arbeitet, hat mir hier sehr gut gefallen. Sie verliert nie ihren Weg, bleibt sich dabei jedoch selbst treu. Die Familiengeschichte beinhaltet alles, was zu einer guten, abwechslungsreichen Handlung gehört. Der Familienfrieden wird immer wieder gestört, es gilt noch immer den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten und ein klein wenig Liebe erhält man ebenso. Caren Benedikt vermittelt alles Wissenswerte so gut, daß man hier auch ohne Vorkenntnisse lesen könnte. Allerdings wäre dies sehr schade. Solch Familiengeschichten gehören für mich einfach in Reihenfolge gelesen, dadurch kommt einfach mehr Lesevergnügen auf. Was mir hier auch sehr gut gefallen hat, sind die bildhaften Beschreibungen. Man fühlt sich in die alten Zeiten an der Ostsee versetzt und wandelt selbst durch Binz auf Rügen.

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Taschentuchalarm

Der Liebesbrief
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Die Malerin Chloe zieht nach dem Tod ihres Mannes in das alte Pfarrhaus eines kleinen Dorfes in Cornwall. Der Ort ist die Heimat des Dichters Kit Rivers, der im ersten Weltkrieg verschollen ist. Chloe ...

Die Malerin Chloe zieht nach dem Tod ihres Mannes in das alte Pfarrhaus eines kleinen Dorfes in Cornwall. Der Ort ist die Heimat des Dichters Kit Rivers, der im ersten Weltkrieg verschollen ist. Chloe mag seine Gedichte und will mehr über sein Leben in Erfahrung bringen. Dabei lernt sie den Historiker Matt kennen, der im Geburtshaus des Dichters eine Gedenkstätte einrichten will. Gemeinsam wollen sie mehr über das Leben und den Tod von Kit Rivers in Erfahrung bringen. Als Chloe das alte Tagebuch einer jungen Frau namens Daisy findet, entdeckt sie erstaunliches. Zusammen mit Matt lüftet sie ein grausiges Geheimnis. Doch auch Chloes Leben nimmt dabei eine überraschende Wendung.

Zunächst einmal ein guter Rat: Wer dieses Buch liest, sollte ein dickes Paket Taschentücher bereit liegen haben. Diese Geschichte ist so rührend, man muß schon ein Herz aus Stein haben, um dabei nicht den Tränen nahe zu sein. Das Liebespaar Daisy und Kit stehen hier stellvertretend für Millionen von jungen Menschen, denen der Krieg das Leben und die Zukunft genommen hat. Ruth Saberton hat in ihrem Roman "Der Liebesbrief" bewußt auf eine detaillierte Beschreibung des Horrors an der Kriegsfront verzichtet. Das Leid der Menschen ist auch so schon deutlich spürbar. Die Angst der daheim gebliebenen Frauen vor den Nachrichten von der Front ist sehr menschlich beschrieben. Man kann sich sehr gut in sie hinein versetzen. Auch der Teil, der in der heutigen Zeit spielt, ist wunderschön geschrieben und geht ans Herz. Hier kann man für sich Lehren aus dem längst vergangenen Leben anderer Menschen ziehen. Dies ist eine interessante Erkenntnis.

Dieses Buch ist wunderschön und richtig etwas für das Herz. Man bleibt am Ende nachdenklich zurück.

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Nun heißt es leider Abschied nehmen

Der Nordseehof – Als wir den Himmel erobern konnten
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Im Jahr 1981 bewirtschaftet Johanna noch immer den Nordseehof. Ein anderes Leben kann sie sich nicht vorstellen. Ihre Tochter Adda dagegen wohnt in Bremen. Ihre Ehe mit Dirk ist nicht glücklich. Johannas ...

Im Jahr 1981 bewirtschaftet Johanna noch immer den Nordseehof. Ein anderes Leben kann sie sich nicht vorstellen. Ihre Tochter Adda dagegen wohnt in Bremen. Ihre Ehe mit Dirk ist nicht glücklich. Johannas ganzer Stolz ist ihre Enkelin Feemke. Das Mädchen liebt den Nordseehof genau wie ihre Großmutter. In ihr sieht Johanna ihre Nachfolgerin, die den Hof auch in nicht so guten Zeiten sicher weiterführen wird. Rolf lebt inzwischen auch in Ostfriesland. Er ist Johanna ein guter Freund, möchte aber viel mehr für sie sein. Doch das Leben hält noch viele Turbulenzen bereit, bevor Rolf und Johanna endlich zueinander finden.

Mit "Der Nordseehof - Als wir den Himmel erobern konnten" schließt Regine Kölpin die Trilogie nun leider ab. Die Geschichte beginnt im Jahr 1981. Auch diesmal wird das aktuelle Geschehen geschickt in die Handlung eingefügt. Von der Politik bis hin zur Mode der damaligen Zeit entsteht vor Augen des Lesers ein lebhaftes Bild. Wer diese Zeit selbst erlebt hat, wird hier einiges wiedererkennen und in der Vergangenheit schwelgen. Die Autorin schafft es auch hier wieder, den Leser an das Buch zu binden. Ihr wunderbar lockerer Schreibstil ist einfach ein Genuß. Ihre Bücher spiegeln das Zeitgeschehen, zeigen das reale Leben und machen sie dadurch zu etwas ganz Besonderem. Ihre Charaktere haben, wie im echten Leben, ihre Stärken und Schwächen, dadurch wirken sie authentisch und vor allem sympathisch. Man lebt mit ihnen, wünscht Ihnen nur Erfolg und Glück und leidet bei Problemen mit ihnen. Sie werden zu vertrauten Freunden, von denen es nun gilt Abschied zu nehmen. Und dieser Abschied fällt sehr schwer!

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Außergewöhnlich

Unter Wasser Nacht
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Inga, Bodo, Sophie und Thies leben auf einem Hof an der Elbe im Wendland. Sie verband eine alte Freundschaft. Doch jetzt ist alles anders. Während Inga und Bodo scheinbar glücklich mit ihren Kindern ihr ...

Inga, Bodo, Sophie und Thies leben auf einem Hof an der Elbe im Wendland. Sie verband eine alte Freundschaft. Doch jetzt ist alles anders. Während Inga und Bodo scheinbar glücklich mit ihren Kindern ihr Familienleben genießen, müssen Sophie und Thies mit dem Tod ihres Sohnes Aaron fertig werden. Dabei gerät ihre Ehe an den Abgrund. Als eines Tages eine geheimnisvolle Fremde auftaucht, gerät die mühsam aufgebaute Fassade der Familien ins wanken. Die Frau stellt unangenehme Fragen und zerrt alte Familiengeheimnisse ans Licht.

Der Roman "Unter Wasser Nacht" von Kristina Hauff beginnt im dichten Nebel. Dies ist sinnbildlich für die gesamte Stimmung in diesem Buch. Das Wetter wird zwar schnell besser, aber die Düsternis der Handlung bleibt. Man spürt das angespannte Verhältnis der Menschen zueinander sehr deutlich. Unausgesprochene Vorwürfe und gegenseitiges Mißtrauen vergiften die ehemals gute Freundschaft der Menschen. Die Zerrissenheit der Eltern, die ihr Kind so gern lieben würden, geht sehr zu Herzen. Dies alles wird von Kristina Hauff sehr realistisch erzählt. Man gerät beim Lesen sehr schnell mit in den Strudel der Ereignisse. Die Handlung ist geschickt aufgebaut, die Spannung steigt langsam aber stetig an und läßt den Leser nicht mehr los.

"Unter Wasser Nacht" ist kein "Gute-Laune-Liegestuhl-Buch". Dafür ist es zu problembeladen. Trotzdem gefällt mir das Buch ausgesprochen gut - vielleicht gerade weil es so anders ist.

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Veröffentlicht am 15.03.2021

Das Kult-Trio ist zurück!

Wenn Wattwürmer weinen
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Der Marketingmanager von Neuharlingersiel wird von Postbote Henner morgens tot im Schlafstrandkorb aufgefunden. Als Todesursache wird schnell vergifteter Rotwein festgestellt. Die Kripo vermutet Rache ...

Der Marketingmanager von Neuharlingersiel wird von Postbote Henner morgens tot im Schlafstrandkorb aufgefunden. Als Todesursache wird schnell vergifteter Rotwein festgestellt. Die Kripo vermutet Rache einer seiner zahlreichen Frauenbekanntschaften. Doch dieser Verdacht löst sich in Luft auf, als es weitere Giftopfer gibt. Postbote Henner, Lehrerin Rosa und Dorfpolizist Rudi ermitteln wieder auf eigene Faust und müssen nebenbei auch noch ihr Privatleben regeln.

Das Autorenduo Christiane Franke und Cornelia Kuhnert schicken das Kult-Trio Henner, Rudi und Rosa mit "Wenn Wattwürmer weinen" erneut auf Ermittlungsarbeit in Neuharlingersiel. Und auch dieser 8. Fall versprüht Spannung, gute Laune und ganz feinen Humor. Dieser Fall kann auch einzeln gelesen werden - jedoch macht die Serie bereits nach wenigen Seiten süchtig nach mehr. Die Charaktere sind so unterschiedlich wie das Leben sie bietet. Das Trio und Familie Steffens sind natürlich absolute Sympathieträger. Ebenso Hoyko, Rudis Vater, der sich prima eingelebt hat und nicht mehr wegzudenken ist. Das Buch ist von Beginn an spannend, die Morde undurchsichtig und werden nach vielen falschen Spuren und Verdächtigungen durch Kommissar Schnepel erst ganz zum Schluß und sehr überraschend gelöst. Die beiden Autorinnen haben einen ganz herrlichen Stil. Locker, leicht und fröhlich mit Talent für humorvolle, aber nicht alberne Szenen. Hier erlebt man ostfriesisches Dorfleben pur. Man sitzt beim Frisör und erlebt den Dorftratsch, beerdigt per Seebestatter den alten Schuldirektor, bekommt einen Schnellkurs für Imkerei und plant mit Mudder Steffens den Umbau des Bauernhofes in eine Pension. Dies alles läßt den Leser zum Teil des Dorfes und des Freundeskreises werden. Man liebt diese Charaktere und möchte einfach nicht, daß dieses Buch endet. Ein Trost bleibt - mit den am Ende des Buches angefügten Rezepten von Mudder Steffens kann man die Zeit bis zum nächsten Fall für das Trio wenigstens kulinarisch überbrücken. Das Nachkochen und -backen lohnt bei diesen Rezepten immer!

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