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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2021

Gruselige Kurzgeschichten

Kinder, die im Dunkeln spielen
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Schon das aus meiner Sicht mehr als gelungene Cover zeigt, was den Leser erwartet. In "Kinder, die im Dunklen spielen" zaubert der Autor Daniel Kasper sieben schaurige Geschichten hervor, die einen völlig ...

Schon das aus meiner Sicht mehr als gelungene Cover zeigt, was den Leser erwartet. In "Kinder, die im Dunklen spielen" zaubert der Autor Daniel Kasper sieben schaurige Geschichten hervor, die einen völlig neuen Gruselfaktor auslösen. Stets stehen Kinder im Mittelpunkt und gerade ihre Unbefangenheit bietet dem Autor jede Menge Potential für seine Fantasie. So kämpfen zwei Banden um die Vorherrschaft einer Baubude, die mitten im Wald steht. Ob der Gewinner viel Spaß mit ihr hat? Am Strand trifft die kleine Isabelle auf den Klabautermann und es entbrennt ein Streit um die Barbiepuppe. Auch der vermeintlich harmlose Besuch eines Hallenbades gerät in der düsteren Welt des Autors zu einem Horrorszenario. Man kann an den kurzen Highlights schon erkennen, dass die Kreativität des Autors keine Grenzen kennt.

Daniel Kasper hat aber auch das große Talent, seine vielfältige Fantasie gelungen in Worte zu fassen. Der bildreiche und sehr wortgewandte Schreibstil erzeugt eine sehr düstere und damit mehr als passende Atmosphäre. Gerade aufgrund dieses Rahmens funktionieren seine Geschichte auch so gut und sorgen beim Leser für die entsprechende Gänsehaut. Spätestens seit den Büchern von Stephen King ist es für jeden erkennbar, dass Horror in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen hervorragend funktioniert. Daniel Kasper hat aber seinen ganz eigenen Stil gefunden und konnte mich mit seinen unvorhersehbaren Geschichten voll und ganz überzeugen.

Insgesamt haben es die sieben Kurzgeschichten wirklich in sich, so dass ich jedem, der mal wieder Lust hat, sich ein wenig zu gruseln, das Buch ans Herz legen kann. Meine Bewertung fällt mit den vollen fünf von fünf Sternen entsprechend positiv aus.

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Veröffentlicht am 28.03.2021

Tödlicher Umzug

Chienbäse
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Samantha ist schon ganz aufgeregt, da sie bald Besuch von ihrer Leiblichen Schwester aus Indien erhält. Ranjana will zum ersten Mal das Leben ihrer Schwester in der Schweiz kennenlernen. Es geschieht aber ...

Samantha ist schon ganz aufgeregt, da sie bald Besuch von ihrer Leiblichen Schwester aus Indien erhält. Ranjana will zum ersten Mal das Leben ihrer Schwester in der Schweiz kennenlernen. Es geschieht aber in Samanthas Umfeld ein rätselhafter Mord. Opfer ist ein guter Bekannter vom Vater ihres Freundes Joel. Niemand kann sich die scheinbar sinnlose Tat erklären und die Verwunderung wird noch größer als ein Tag später die Leiche eines Arztes gefunden wird, aus dessen Wohnung das Opfer während des Chienbäse-Umzugs erschossen wurde. Als weitere auffällige Situation im Umfeld der Familie geschehen, gerät Samanthas Freund Joel in den Fokus der Ermittler. Kann er für die Taten verantwortlich sein? Der Verdacht erhärtet sich, als er auch noch spurlos verschwindet...

"Chienbäse" ist mittlerweile der dritte Band um die sympathische und aufgeweckte Samantha. Die Autorin Ina Haller konnte mich schon mit vielen ihrer Kriminalromanen begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in das neue Abenteuer der Hauptprotagonistin gestartet bin. Nach wenigen Seiten hatte mich Ina Haller mit ihrem temperamentvollen und sehr gut zu lesenden Schreibstil bereits wieder in die Schweiz entführt und es fiel mir zunehmend schwerer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Spannungsbogen wird klassisch über den rätselhaften Mord beim Chienbäse-Umzug aufgebaut und über die ereignisreichen und fesselnden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Den besonderen Charme verleiht die Autorin der raffiniert konzipierten Geschichte mit einem wohldosierten und zugleich informativen Lokalkolorit, der die Atmosphäre der Schweizerischen Kulisse authentisch einfängt.

Insgesamt ist "Chienbäse" für mich die gelungene Fortsetzung einer sympathischen Krimi-Reihe, die mit interessant charakterisierten Protagonisten, einer clever ausgeklügelten Geschichte und dem Erzähltalent der Autorin überzeugt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Im Bannkreis des Mondes

Mondteufel
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Stellas Leben wird durch eine Hirnblutung von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Zunächst muss sie mit der Situation zurecht kommen, sich nicht mehr an die letzten Wochen erinnern zu können. ...

Stellas Leben wird durch eine Hirnblutung von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Zunächst muss sie mit der Situation zurecht kommen, sich nicht mehr an die letzten Wochen erinnern zu können. Diese halten auch noch böse Überraschungen für sie parat, denn in der Zeit ist ihre Mutter verstorben und ihr Mann hat beschlossen, sich von ihr zu trennen. In diesem schwierigen Szenario geschehen auch noch mysteriöse Dinge, die Stellas Zurechnungs-fähigkeit zunehmend in Frage stellen. In ihrer Verzweiflung weiß sie gar nicht mehr, wem sie noch trauen kann und beschließt die Klinik zu verlassen. Stella ist gewillt ihr aus den Fugen geratenes Leben wieder in den Griff zu bekommen...

Ich habe mittlerweile schon viele Thriller aus der Feder von Astrid Korten gelesen und jedes mal gelingt es ihr mich mit ihren tief in die Psyche der Protagonisten abtauchenden Geschichten zu begeistern. Ich bin daher mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in ihr neues Werk "Mondteufel" gestartet. Mit ihrem tiefsinnigen und temperamentvollen Schreibstil hatte sich mich schnell wieder in den Bann gezogen. Der Spannungsbogen wird mit Stellas rätselhafter Situation nach und nach aufgebaut und es ergeben sich für den Leser im Verlauf der Geschichte immer mehr Fragezeichen. Fiktion und Realität werden von Astrid Korten geschickt miteinander verknüpft, so dass der Fortgang aus meiner Sicht unvorhersehbar wird. Erst das fulminante und mit überraschenden Wendungen gespickte Finale bringt die gut nachvollziehbare und zufriedenstellende Auflösung.

Insgesamt ist "Mondteufel" ein aus meiner Sicht rundum gelungener Psycho-Thriller, der mich mit einer raffiniert aufgebauten Story und dem Erzähltalent der Autorin überzeugt hat. Ich lege das Buch den Freunden der Spannungsliteratur ans Herz und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Außergewöhnlicher und fesselnder Kriminalroman

Frostmond
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Obwohl bereits seit Jahren junge Frauen entlang des Transcanada-Highways spurlos verschwinden, hat die Polizei noch nicht viel unternommen, um diese Serie zu stoppen. Die Opfer sind indigene Frauen, was ...

Obwohl bereits seit Jahren junge Frauen entlang des Transcanada-Highways spurlos verschwinden, hat die Polizei noch nicht viel unternommen, um diese Serie zu stoppen. Die Opfer sind indigene Frauen, was die bisherige Untätigkeit wohl erklären mag. Und so ist es auch nur der Medienwirksamkeit der Presse zu verdanken, dass nach dem Auffinden der 15-jährigen Jeanette Maskisin die beiden erfahrenen Ermittler LeRoux und Garner auf den Fall angesetzt werden. Ihre Recherchen führen sie in das Reservat der Cree-Indianer, wo sie aber auf eine Mauer des Schweigens stoßen. Die Lösung des Falls rückt aufgrund fehlender Indizien in immer weitere Ferne und sowohl LeRoux als auch Garner haben auch noch in ihrem privaten Leben ihre Kämpfe zu absolvieren...

Die Autorin Frauke Buchholz hat mit "Frostmond" einen aus meiner Sicht herausragenden Kriminalroman geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, bei dem sie auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Zudem hat sie ihre beiden Hauptprotagonisten schonungslos offen und interessant charakterisiert, so dass es ihnen schwer fällt Sympathiepunkte zu verteilen, aber der Geschichte eine besondere Note verleihen. Der Spannungsbogen wird mit dem Auffinden der Leiche des indigenen Mädchens Jeanette eher klassisch aufgebaut und über die ereignisreichen Ermittlungen, sowie die Charakter-studien der beiden Ermittler auf einem hohen Niveau gehalten. Das fulminante Finale weiß mit einem hohen Maß an Spannung und einer genau zur Geschichte passenden Auflösung zu überzeugen. Ohne irgendwelche Klischees zu benutzen wurde das brisante Thema der Integrierung indigener Völker in Kanada in den Fokus gerückt und geschickt in die clever konzipierte Geschichte eingebaut.

Insgesamt hat mich "Frostmond" als rauer und kompromissloser Kriminal-Roman komplett überzeugt und ich bin gespannt, ob es weitere Fälle für das so ungleiche "Team" LeRoux und Garner gibt. Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerten. Bisher eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr.

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Veröffentlicht am 21.03.2021

Fesselnde Reise ins 17. Jahrhundert

Die Kannenbäckerin
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Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist das Leben im Westerwald schon beschwerlich genug, aber die Pest zieht nun auch noch durchs Land und rafft die Menschen dahin. Auch Johanna muss leidvoll miterleben, ...

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist das Leben im Westerwald schon beschwerlich genug, aber die Pest zieht nun auch noch durchs Land und rafft die Menschen dahin. Auch Johanna muss leidvoll miterleben, wie ihre ganze Familie an der Krankheit verstirbt und steht nun mit 14 Jahren ganz allein in dieser schwierigen Welt. Der Nachbar schickt sie als Junge verkleidet zu ihrem Onkel, der in einer weiter entfernten Gemeinde lebt. Als Johanna auf ihn trifft, nimmt er die Verantwortung an und lässt Johanna bei ihm unterkommen. Hier ist sie fasziniert vom Handwerk des Kannenbäckers, dem ihr Onkel Wilhelm nachgeht. Ob sie sich diese Fertigkeiten auch aneignen kann? Einen Beruf, der ausschließlich von Männern ausgeübt wird? Johanna beschließt ihr Leben in die Hand zu nehmen...

Die Autorin Annette Spratte hat mit "Die Kannenbäckerin" aus meiner Sicht eine gelungene Hommage an das etwas unbekanntere Handwerk geschrieben und es in den Rahmen einer bewegenden Geschichte der sympathischen Hauptprotagonistin Johanna umgesetzt. Der bildreiche und sehr flüssig zu lesende Schreibstil führte mir die damalige Zeit gut vor Augen. Der Charakter der Hauptprotagonistin ist interessant gezeichnet als starke Frau, die zum einen weiß, was sie will und zum anderen Wege findet, dies auch durchzusetzen. Die historischen Hintergrundinformationen sowohl um den Dreißigjährigen Krieg, als auch um das Handwerk des Kannenbäckers wirken sehr gut recherchiert und vermitteln ein authentisches Bild der damaligen Zeit. Das Schicksal Johannas lässt den Leser nicht los und für mich entwickelte sich eine fesselnde Geschichte, bei deren Verlauf es mir immer schwerer fiel, das Buch zur Seite zu legen.

Insgesamt ist "Die Kannenbäckerin" aus meiner Sicht eine mehr als gelungene und ereignisreiche Reise in die Vergangenheit. Der historische Roman überzeugt mit seiner authentischen Erzählweise, einem mir bis dato noch nicht so wirklich bewusstem Handwerk und dem großen Erzähltalent der Autorin. In meinen Augen ein echtes Lesehighlight, welches ich gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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