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Veröffentlicht am 23.03.2021

Hochspannendes Gesamtpaket

Hexenjäger
1

Worum geht’s?
Eine grausame Mordserie erschüttert Finnland. Zunächst deutet alles auf eine Inszenierung der Morde aus einer Bestsellertrilogie hin, die sich mit der Hexenverfolgung beschäftigt. Doch dann ...

Worum geht’s?
Eine grausame Mordserie erschüttert Finnland. Zunächst deutet alles auf eine Inszenierung der Morde aus einer Bestsellertrilogie hin, die sich mit der Hexenverfolgung beschäftigt. Doch dann tauchen immer mehr Hinweise auf, die eine Verbindung zu Chefermittlerin Jessica Niemi vermuten lassen – und das rückt nicht nur sie, sondern auch ihr Team ins Visier des Täters.


Meine Meinung
Es passiert mir ja wirklich nicht häufig, dass ich nach dem Lesen eines Thrillers nicht besonders gut schlafen kann – aber mit diesem Buch hat Max Seeck definitiv eine Atmosphäre geschaffen, die selbst mir mehr als nur einen eiskalten Schauer über den Rücken hat laufen lassen.

Grundsätzlich überzeugen konnte mich zunächst einmal der Schreibstil. Der ist flüssig und angenehm zu lesen, unterstützt gleichzeitig den Spannungsaufbau und hat es mir persönlich wirklich leicht gemacht, schnell im Buch voran zu kommen.

Auch der Spannungsaufbau war meiner Meinung nach ausgesprochen gut gemacht, ohne dabei zu starke Sprünge zu machen oder über einen längeren Zeitraum hinweg zu stark abzuflachen. Ein wenig kritisieren muss ich hierbei allerdings den Schlussteil, der zwar grundsätzlich nicht langweilig war, auf mich aber doch etwas weit hergeholt wirkte und so in meinen Augen keinen wirklich runden Abschluss für die Geschichte darstellen konnte.

Insgesamt konnte mich die Atmosphäre dieses Buches auf jeden Fall packen, weshalb ich grundsätzlich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen kann. Da ein zweiter Teil um das Ermittlerteam bereits angekündigt ist, bin ich jetzt auf jeden Fall sehr gespannt darauf, inwieweit das Niveau dieser Geschichte auch da gehalten oder vielleicht sogar noch übertroffen werden kann.


Fazit
Auch wenn mich der Schlussteil nicht mehr wirklich überzeugen konnte, der Großteil dieser Geschichte hat mich auf jeden Fall gleichermaßen begeistert wie auch verstört. Mit ein wenig Nachsicht kann man aber ganz gut über diese Schwäche hinwegsehen, weshalb ich mich jetzt schon wirklich auf das Erscheinen von Band zwei freue.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2021

Schwierige Thematik – spannend gemacht

Leichenblume
0

Worum geht’s?
Journalistin Heloise verliert fast ihren Job, als sie eine große Story mit falschen Beweisen veröffentlicht. Kurzerhand auf das berufliche Abstellgleis verfrachtet, soll sie eigentlich eine ...

Worum geht’s?
Journalistin Heloise verliert fast ihren Job, als sie eine große Story mit falschen Beweisen veröffentlicht. Kurzerhand auf das berufliche Abstellgleis verfrachtet, soll sie eigentlich eine Zeit lang die Füße still halten – doch da flattern ihr Briefe ins Haus, die nicht nur sehr persönliche Informationen enthalten, sondern auch noch von einer gesuchten Mörderin unterschrieben sind. Heloise denkt natürlich nicht mal im Traum daran, diese seltsamen Ereignisse nicht unter die Lupe zu nehmen – und bringt damit nicht nur sich in Lebensgefahr.


Meine Meinung
Egal ob Schweden, Dänemark oder Norwegen: Thriller und Krimis kann man im Norden einfach irgendwie. Dementsprechend gespannt bin ich natürlich jedes Mal, wenn sich vielversprechende Neuheiten in diesem Bereich ankündigen.

Im Großen und Ganzen konnte mich auch dieses Buch wirklich begeistern. Einzig der Aufbau des Klappentextes und die Bezeichnung Thriller haben bei mir zunächst die Vorstellung geweckt, dass es in dieser Geschichte ein wenig rasanter zugeht, als das tatsächlich der Fall ist.

Abgesehen davon – und nachdem ich mich mit diesem Zustand angefreundet hatte – konnten mich der angenehm zu lesende Schreibstil und die wirklich gut konstruierte Handlung schnell begeistern. Die einzelnen Ereignisse kamen nicht zu überstürzt, der Spannungsaufbau erfolgte in logischen Schritten und selbst die teils etwas plötzlichen Perspektivwechsel haben bei mir nicht zu Verwirrung geführt.

Überraschend wenig gestört hat mich tatsächlich, dass das eigentliche Thema bzw. der eigentliche Hintergrund, der so ziemlich alle Ereignisse in diesem Buch bedingt erst recht spät offengelegt wird. Die Thematik ist wirklich nicht leicht, und ich bin tatsächlich auch ganz froh, nicht über 400 Seiten damit konfrontiert gewesen zu sein.

Die beiden Protagonisten Heloise und Erik finde ich tatsächlich in ihrer doch recht ungewöhnlichen Dynamik ebenfalls sehr interessant und bin jetzt schon gespannt darauf, ob man in weiteren Büchern mit dem Duo noch die ein oder andere Charakterentwicklung bei ihnen beobachten können wird.


Fazit
Mit Leichenblume ist Anne Mette Hancock auf jeden Fall ein tolles Debüt gelungen. Als Thriller würde ich dieses Buch vielleicht nicht unbedingt bezeichnen, eine spannende Geschichte und interessante Charaktere findet man hier aber auf jeden Fall trotzdem.

Dafür verteile ich viereinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2021

Toller Auftakt einer vielversprechenden Trilogie

Fall of Legend
0

Worum geht’s?
Scarlett Priest und Gabriel Legend könnten wohl kaum unterschiedlicher sein. Sie bewegt sich in der New Yorker High Society, während er sich mit bloßen Fäusten durchs Leben kämpft. Da eine ...

Worum geht’s?
Scarlett Priest und Gabriel Legend könnten wohl kaum unterschiedlicher sein. Sie bewegt sich in der New Yorker High Society, während er sich mit bloßen Fäusten durchs Leben kämpft. Da eine Schießerei in seinem Nachtclub den erwarteten Erfolg des Legends hat ausbleiben lassen, ist er jedoch auf ihren Einfluss und ihre Unterstützung angewiesen – und lässt sie in dem Glauben, keine andere Wahl zu haben als einzuwilligen. Doch was zunächst lediglich eine Geschäftsbeziehung zu sein scheint, wird schon bald zu wesentlich mehr. Denn Gefühle lassen sich bekanntlich nicht einfach ausblenden, völlig egal, ob diese nicht vielleicht doch zu einer Gefahr für alle Beteiligten werden können.


Meine Meinung
Der Einstieg in diese Geschichte mag auf den ersten Blick mehr als nur ungewöhnlich erscheinen. Ob man das jetzt unbedingt realistisch finden muss, sei mal dahingestellt. Nichtsdestotrotz konnte mich die Handlung von Seite eins an mitreißen und hat keinerlei Langeweile aufkommen lassen.

Mit Abstand am positivsten hat mich Protagonistin Scarlett überrascht. Im ersten Moment vermutet man bei ihr, auf einen eingebildeten und überheblichen Charakter zu treffen und sehr schnell an ihrer Art zu verzweifeln. Stattdessen beweist sie aber, dass sie durchaus bodenständig und sympathisch ist – und das liest sich wirklich angenehm.

Gabriel bleibt ein relativ geheimnisvoller Protagonist, der meiner Meinung nach den Hauptteil des Spannungsaufbaus mitgetragen hat. Seine Hintergrundgeschichte hat mein Interesse maßgeblich hochgehalten, und da immer mal wieder kleine Bröckchen an Informationen bezüglich seiner Vergangenheit eingestreut wurden, konnte bei mir einfach keine Langeweile aufkommen.

Darüber hinaus hat Gabe unter Beweis gestellt, dass er nicht nur interessant und vielschichtig, sondern auch sehr fürsorglich sein kann. Diese Mischung verschiedener Charakterzüge hat nicht nur ihn, sondern auch Scarlett zu zwei für dieses Genre fast schon außergewöhnlich abwechslungsreichen und authentisch dargestellten Protagonisten gemacht, die ich wirklich gerne noch länger auf ihrer Reise begleiten möchte.


Fazit
Mich konnte dieser Auftaktband auf jeden Fall überzeugen und neugierig auf die beiden Folgebände machen. Wer kein Problem mit Slowburn – Lovestories hat und auf durchgängig eingestreute Spannung auch in Liebesromanen steht, dem wird Fall of Legend sicherlich auch so gut gefallen wie mir.

Dafür vergebe ich viereinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.12.2020

Ausführlich recherchiert – authentisch erzählt

Der Turm aus Licht
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Worum geht’s?
Im Zentrum dieser Geschichte steht der Bau des Freiburger Münsters, der nicht nur die Obrigkeiten der Stadt, sondern auch so ziemlich alle ihre Bewohner beschäftigt. Denn im Schatten des ...

Worum geht’s?
Im Zentrum dieser Geschichte steht der Bau des Freiburger Münsters, der nicht nur die Obrigkeiten der Stadt, sondern auch so ziemlich alle ihre Bewohner beschäftigt. Denn im Schatten des schönsten Turms auf Erden lebten die unterschiedlichsten Charaktere, deren Lebensgeschichten mal mehr und mal weniger eng mit dem berühmtesten Bauwerk der Stadt verwoben waren.


Meine Meinung
Dieses Hörbuch ist sicherlich das umfangreichste, welches ich dieses Jahr gehört habe. Die Masse an Inhalt mag zunächst ziemlich überwältigend wirken, dabei merkt man dann aber auch relativ schnell, dass sich das Zuhören wirklich lohnt.

Die Vertonung dieser Geschichte hat mir sehr gefallen, da man der Sprecherin auch über lange Zeit hinweg wirklich gut zuhören kann. Die häufigen Perspektivwechsel waren für mich zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, dadurch erhält man gleichzeitig aber auch ein sehr breites Bild verschiedener Figuren und deren Schicksale.

Was man dabei natürlich nicht unterschätzen darf, ist die erforderliche Aufmerksamkeit des Hörers. Die vielen Handlungsstränge und die unterschiedlich detailliert erzählten Perspektiven waren neben der Gesamtlänge der Geschichte weitere Aspekte, die dieses Hörbuch zwar sehr interessant, dabei aber nicht gerade zu einer Nebenher – Lektüre gemacht hat.

Insgesamt hat man mit Der Turm aus Licht ein ganz schönes Stück Arbeit vor sich, welches Ausdauer und Interesse an der Thematik erfordert. Die historische Recherche ist aber wirklich beeindruckend und ermöglicht so eine ausgesprochen authentisch wirkende Erzählung, die viele interessante Hörstunden bietet.


Fazit
Auch wenn die Länge dieses Hörbuchs auf den ersten Blick ein wenig abschreckend wirken kann, das Durchhalten lohnt sich. Wer Lust auf eine historisch gut recherchierte Geschichte mit Einblicken in abwechslungsreiche Einzelschicksale hat, dem kann ich Der Turm aus Licht auf jeden Fall empfehlen.

Dafür vergebe ich viereinhalb Bücherstapel.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Die große Liebe im Schnelldurchlauf

Off Limits - Wenn ich von dir träume
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Worum geht’s?
Um trotz der Depressionen ihrer Mutter über die Runden zu kommen, opfert Heather schon lange so ziemlich alles – einschließlich ihrer Träume. Als der Fotograf Noah dann ihr Bootshaus für ...

Worum geht’s?
Um trotz der Depressionen ihrer Mutter über die Runden zu kommen, opfert Heather schon lange so ziemlich alles – einschließlich ihrer Träume. Als der Fotograf Noah dann ihr Bootshaus für einen ganzen Sommer mietet, trifft sie fast der Schlag. Denn auch wenn Noah deutlich älter ist als sie, kann sie nicht leugnen, dass sie verrückt nach ihm ist. Und obwohl er ihr deutlich zu verstehen gibt, dass aus ihnen niemals etwas werden kann, lässt sich die Anziehung zwischen ihnen schon bald nicht mehr leugnen – und noch weniger lässt die sich so einfach ignorieren.


Meine Meinung
Ich weiß wirklich nicht, ob mein Leseeindruck bloß so absolut überwältigend war, weil ich das gesamte Buch währen einer ziemlich langen und nicht so ganz entspannten Zugfahrt gelesen habe, aber auf jeden Fall hat mich diese Geschichte gefühlstechnisch echt aus den Socken gehauen.

Insbesondere von Protagonistin Heather war ich mehr als nur überrascht. Mit ihren zwanzig Jahren hätte ich sie – ganz dem New Adult Klischee entsprechend – völlig anders eingeschätzt, als sie schlussendlich war. Die Mischung aus geistiger Reife und verletzter Seele hat sie für mich fast ein wenig alterslos erscheinen lassen, was einerseits unglaublich zu lesen war, auf der anderen Seite in mir aber auch viel Mitgefühl für sie hat aufkommen lassen.

Ihre Offenheit und Direktheit haben nicht nur Protagonist Noah, sondern auch mir manchmal wirklich die Sprache verschlagen. Diese Forschheit hat sich meiner Meinung nach auch im Erzähltempo bzw. im Fortgang der Handlung niedergeschlagen, was mir im Endeffekt irgendwie das Gefühl gegeben hat, der Geschichte bloß im Schnelldurchlauf folgen zu können.

Witzigerweise fand ich die Anziehung zwischen den beiden trotzdem noch authentisch beschrieben, und selbst als sich das Buch dem Ende näherte, hatte ich nicht den Eindruck, als habe die Autorin bloß panisch versucht, noch möglichst viel Handlung auf wenige Seiten zu quetschen. Rational betrachtet war mir das Tempo an dieser Stelle eigentlich zu hoch, aber irgendwie hat es Penelope Ward doch geschafft, mich mit der Beziehung von Noah und Heather zu überzeugen anstatt mich völlig zu verschrecken.


Fazit
Die Grundstory hat mir gut gefallen, die Gefühle waren toll beschrieben und die Liebesgeschichte der Protagonisten hat mich tatsächlich sehr berühren können. Trotzdem ging es mir mit diesem Buch an einiger Stelle ein wenig zu schnell, auch wenn es natürlich super ist, ein Buch an einem Nachmittag durchsuchten zu können. Wer nach genau so einem Buch mit wirklich großen Gefühlen und einer sehr direkten Protagonistin sucht, der ist hier genau richtig.

Von mir gibt es dafür viereinhalb Bücherstapel.

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