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Veröffentlicht am 20.03.2017

Wer darüber nachdenkt: Bitte nicht lesen. Das vermiest nur die Laune!

Die Terranauten
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Im Rahmen des Literatursalons und einer daran gekoppelten Leserunde auf LovelyBooks habe ich dieses Buch erworben. Ich wollte mal wieder etwas anspruchsvollere Literatur versuchen, anstatt meine „normalen“ ...

Im Rahmen des Literatursalons und einer daran gekoppelten Leserunde auf LovelyBooks habe ich dieses Buch erworben. Ich wollte mal wieder etwas anspruchsvollere Literatur versuchen, anstatt meine „normalen“ Beuteschemata zu bedienen. Nachdem ich nach etwa einem Drittel erkennen musste, dass die als „fabelhafter Roman“ bezeichnete und beworbene Lektüre sich eher auf dem Dschungelcampniveau bewegt, habe ich das Buch abgebrochen. Das mache ich selten und noch mehr widerstrebt es mir, wenn es dabei um eine Leserunde geht – tatsächlich ist dies das erste Mal, dass ich eine solche nicht durchgezogen habe. Was das über das Buch aussagt, könnt ihr euch vielleicht selbst denken.

Ich habe Interesse an dem Buch entwickelt, weil es auf den immer so beifallheischend angepriesenen wahren Begebenheiten basiert, weil Wissenschaft und Astronauten eine wichtige Rolle spielen und weil die Vorstellung, in einer gigantischen Glaskuppel eingesperrt zu werden, zumindest ziemlich interessant, wenn nicht gar einschüchternd ist.

Die Kapitel sind aus den Perspektiven zweier Frauen und eines Mannes. Eine der Frauen gehört nicht zu denjenigen, die eingeschlossen wurden, sodass man einen Eindruck dessen bekommen kann, was außerhalb der Ecosphere 2 geschieht oder wie das Geschehen innerhalb von außen wirkt. Die andere Frau und der Mann sind zwei der acht Terranauten. Allerdings weiß ich nicht, ob ich sie als Protagonsiten der Geschichte bezeichnen würde. Die Terranauten insgesamt sind die Protagonisten und ich möchte diese Gruppe von acht Menschen nicht wirklich auseinandernehmen. Auf meinem Wissensstand basierend, der die ersten knapp 170 Seiten umfasst sowie die letzte – denn ich wollte wissen, ob es zumindest gegen Ende spannender wird und es sich somit lohnt, bis zum Ende durchzuhalten (was offensichtlich nicht der Fall ist), und habe das Ende gelesen, was ich sonst NIE mache und eigentlich auch bei anderen nicht mag – spielen diese beiden, Dawn und Ramsay, eine sehr wichtige Rolle, aber ob sie wichtiger sind als die übrigen? Keine Ahnung.

Dawn scheint eine zielstrebige Frau zu sein, die immer versucht, es allen recht zu machen, aber sich selbst dabei nicht verliert. Was sie selbst allerdings will, scheint sich sprunghaft immer wieder zu ändern. Sie gibt sich zufrieden mit einer unerfüllenden Beziehung, von der sie weiß, dass sie nicht hält, und bemüht sich nicht um die einzige richtige Freundschaft, die sie im Moment hat. Ramsay ist der Playboy, der von jedem gleichzeitig geliebt und gehasst wird. Er kennt sein Ziel, ist bereit, alles zu tun, um es zu erreichen, und vergisst dabei gern mal die Moral. Und Linda ist die verbitterte Zurückgewiesene, jedoch nicht von einem Mann, sondern von einem wissenschaftlichen Projekt beziehungsweise dem entsprechenden Gremium.

Der Schreibstil gefällt mir überhaupt nicht: Er wurde mir sowohl von LovelyBooks selbst als auch von diversen Zeitschriften (u.a. Buch-Journal und Öko-Test) als zynisch und humorvoll angepriesen, man spricht von Den Terranauten als eine Komödie. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei eher um eine Tragödie. Nämlich deshalb, weil dieses Buch es auf den Bestsellerlisten so weit nach oben geschafft hat, ohne, dass jemandem auffiel, dass es hierbei nur um Klatsch und Tratsch auf Dschungelcampniveau handelt, bei dem man sich gegenseitig schlecht macht, um selbst besser dazustehen. Die Kapitel sind in einer Form geschrieben, dass es wirkt, als ob die Terranauten nachträglich über ihre Erlebnisse berichten, einem Journalisten vielleicht. Dafür holen sie so extrem weit aus und erklären jedes noch so kleine wissenschaftliche Detail, dass die ersten paar Seiten zwar interessant sind, aber danach verliert sich die Spannung ziemlich schnell im Nirgendwo. Die Figuren gehen öffentlich normal miteinander um, aber innerlich – und das ist der größte Teil des Textes – ziehen sie dermaßen übereinander her, dass es absolut kein Vergnügen ist, die Geschichte zu lesen. Ich finde es interessant, wie Menschen miteinander interagieren, insbesondere, wenn sie über längere Zeit auf engstem Raum miteinander festsitzen. Aber von einer wissenschaftlichen Betrachtung dieser Fragen sehe ich hier nicht viel. Alles, was mir auffiel, waren gehässiges Lästern, verbitterte Kommentare, sexistische (aber wohl der Zeit, in der die Geschichte spielt, angemessenen) Bemerkungen, wissenschaftliche oder auch pseudo-wissenschaftliche, wer weiß das schon, Zahlen in einer solchen Menge, dass niemand da so wirklich aufmerksam geblieben sein kann, und dermaßen unangemessene Formulierungen, dass ich froh bin, mit dieser Rezension dieses Buch abschließen und hinter mit lassen zu können.

Vermutlich wird dieses Buch so über den grünen Klee gelobt, weil der Autor schon viele gute Bücher veröffentlicht haben soll. Ich kannte ihn vor Den Terranauten nicht und habe auch nach dieser abgebrochenen Lektüre nicht vor, ihn näher kennen zu lernen. Allerdings kann ich mir auch kaum vorstellen, dass er so erfolgreich mit seinen Büchern sein soll, wenn sie alle so sind wie dieses. Natürlich hat jeder Leser seinen eigenen Geschmack, aber mir fällt auch nach längerem Nachdenken keine Zielgruppe ein, für die dieses Buch gemacht sein soll. Da es mir jedoch mit dem Dschungelcamp genau so geht, nehme ich mal an, dass ich die beiden in eine Schublade stecken kann. Dieses Buch ist mir nicht einmal einen lausigen Punkt wert. (Weil Lesejury aber nicht weniger als einen Punkt erlaubt, muss ich einen vergeben. Mist.)

Wer sich jetzt auf den Schlips getreten fühlt, der sei daran erinnert, dass diese Rezension schlicht meine persönliche Meinung wiederspiegelt und jeder andere Dinge mag und priorisiert. Entschuldigen werde ich mich für diese Kritik deshalb also nicht.

Veröffentlicht am 08.03.2017

Nicht das richtige Buch für mich

Imagines
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Ich selbst habe früher gern und viel geschrieben und spüre in letzter Zeit auch wieder vermehrt den Drang danach. Allerdings waren das unzählige Ideen, die weder ausgereift waren noch jemals beendet wurden. ...

Ich selbst habe früher gern und viel geschrieben und spüre in letzter Zeit auch wieder vermehrt den Drang danach. Allerdings waren das unzählige Ideen, die weder ausgereift waren noch jemals beendet wurden. Ein, zwei Gedichte habe ich fertig geschrieben und ein paar Kurzgeschichten, aber sonst waren das große Fantasien und kleine Puzzlestückchen, die ich vermutlich einfach hätte zusammensetzen müssen – wozu es bisher nie kam, aber vielleicht wird das ja irgendwann noch mal was. Damit möchte ich sagen, dass ich den Gedanken, eigene Träume und Fantasien zu Papier zu bringen, sehr gut verstehen kann. Nur das Prinzip der sogenannten Imagines ist mir dabei etwas suspekt. Fanfiction kann ich nachvollziehen – man stellt sich gerade als Teenager eben gern vor, was das Idol oder sonst eine bekannte Person gerade tut oder wie sie auf eine bestimmte Situation reagieren würde. Aber sich selbst in eine solche Geschichte hineinzuschreiben, davon hatte ich bisher nichts gehört oder gelesen. Vielleicht bin ich auch einfach mit Scheuklappen durch das Internet gezogen.

Jedenfalls fand ich Anfang Januar einen Newsletter des Heyne Verlags in meinem E-Mail-Postfach vor, in dem dieses Buch präsentiert wurde. Der Name Anna Todd wird dabei, basierend auf dem Ruhm ihrer AFTER-Reihe, als Mittel zur Bekanntmachung eingesetzt, denn der Großteil der Kurzgeschichten stammt aus anderen Federn. Verbindend ist die Tatsache, dass sie alle wohl auf Wattpad veröffentlicht wurden. Und dass in jeder einzelnen Geschichte der Protagonist der Leser ist, weshalb nie Namen genannt werden (abgesehen von den Stars und Nebenfiguren). Allerdings ist mir ein paar Mal aufgefallen, dass durchaus Pronomen vorkommen, wonach die Protagonisten weiblich sind. Dieses Buch ist also an eine weibliche Leserschaft gerichtet. Ja, das ist anhand des knallpinken Umschlags (auf dem Bild oben sieht er lila aus, aber das Buch ist fast neonpink) und der Tatsache, dass es um Fanfiction geht, schon zu erahnen, aber ich finde (scheinbar entgegen den Wünschen und Erwartungen unserer Öffentlichkeit), dass man eine männliche Leserschaft nicht ausschließen sollte. Denn im Gegensatz zu normalen Romanen, in denen die Ich-Perspektive männlich oder weiblich sein kann, ohne zu diesen Problemen zu führen, ist in den Imagines der Leser der Ich-Erzähler. Und wenn im Text dann ein geschlechtsspezifisches Pronomen eingesetzt wird, dann ist es eben nicht mehr für jeden und jede möglich, sich in diese Position hineinzuversetzen. Versteht ihr, was ich meine? Das widerspricht doch der Grundidee der Imagines. Oder verstehe ich da etwas falsch?

Ich habe für meine Verhältnisse lange gebraucht, um diesen Wälzer zu lesen. Das lag aber nicht daran, dass er so dick ist. Vielmehr sind es die kurzen Sätze, die mich stören und aufhalten. Der Schreibstil, der auf Teenager ausgerichtet ist. Die Gedanken der Ich-Erzähler, die sich mit den Problemen von Teenagern befassen (mit wenigen Ausnahmen). Ich versuche bewusst, jetzt so zu schreiben. Damit ihr erkennt, dass es anstrengend ist, so etwas auf Dauer zu lesen.
Nein, ich halte das nicht durch; dafür liebe ich meine Schachtelsätze zu sehr und ich möchte euch das Leben auch nicht unnötig schwer machen. Ich denke, die Zielgruppe dieses Sammelbandes an Kurzgeschichten rund um Stars, Sternchen und die Träume junger Mädchen (und wieder einmal sind es Mädchenträume…) ist etwas jünger als ich oder aber ich bin mental anders strukturiert. Das ist nicht schlechtes, für mich ist es einfach nicht das richtige Buch.

Inhaltlich haben mich zwar einige Geschichten interessiert, zum Beispiel die um Supernatural, Captain Amerika aka Chris Evans oder auch Zayn Malik. Aber obwohl ich mich auf diese gefreut hatte (in der Hoffnung, dadurch Kim Kardashian und Konsorten besser zu überstehen), wurde ich dabei doch enttäuscht.
Dabei muss man auch wissen, dass ich Kurzgeschichten nicht so gern mag. Ich brauche mehr Zeit, um die Figuren kennen und lieben zu lernen, um der Handlung den benötigten Raum zu geben, sich zu entwickeln. Deshalb liebe ich Reihen und auch TV-Serien wohl so sehr.

Ich habe auch nicht allzu viel von Imagines erwartet, weil ich schon vermutet hatte, dass ich nicht mehr ganz in der Zielgruppe drin stecke – obwohl ich in den letzten Monaten ab und zu ganz gern mal eine Wattpad-Fanfiction gelesen habe -, wollte dem Buch aber eine Chance geben. Leider hatte ich mit meiner Befürchtung recht und bleibe nun etwas enttäuscht zurück. Aber wer weiß, in meiner Verwandschaft gibt es ein paar Mädchen, denen ich mit diesem Buch vielleicht eine große Freude machen kann. Ich muss nur warten, bis sie alt genug sind…

Fazit
Ein Band voller Kurzgeschichten, in denen der Leser der Protagonist ist, der auf diverse Stars und Sternchen trifft: Kling interessant, ist es aber nicht. Jedenfalls nicht für mich. Der eine Punkt ist für die Mühe der Schreiberlinge und des Verlags, diese Imagines alle in einem Buch zu versammeln.

Veröffentlicht am 11.10.2016

Meh.

Begierde des Blutes
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Das Cover gefällt mir, es spiegelt das Buch wirklich wieder. Ich habe mit einem Vampirroman gerechnet, der vielleicht ein-, zweimal Sexszenen aufweist. Dass quasi das ganze Buch daraus besteht, wird jedoch ...

Das Cover gefällt mir, es spiegelt das Buch wirklich wieder. Ich habe mit einem Vampirroman gerechnet, der vielleicht ein-, zweimal Sexszenen aufweist. Dass quasi das ganze Buch daraus besteht, wird jedoch schnell langweilig. Leider wimmelt es auch von Rechtschreib- und Zeichenfehlern. Es sollte wirklich möglich sein, solche Fehler zu vermeiden, ehe das Buch veröffentlicht wird! Diese Fehler störten erheblich meinen Lesefluss. (Aufgehört zu zählen habe ich beim fünfzehnten nicht übersehbaren Fehler.)

Die Geschichte fängt eigentlich ganz gut an: Zuerst bekommt man einen Einblick in das Leben der Sohie Ashford, dann, ein Kapitel später, in das der eigentlichen Protagonistin Tamara. Beide Frauen haben Gemeinsamkeiten in ihrem Leben, die viel zu schnell zu erkennen sind. Dennoch ist das Buch so weitergeschrieben worden, als wüsste der Leser noch nichts über diese Zusammenhänge. Das funktioniert überhaupt nicht.

Die Figuren sind ganz nett. Sie sind nicht so fein gezeichnet, dass es mir vorkommt, als kenne ich sie schon eine ganze Weile, aber auch nicht so grob, dass sie mir wie vollkommen Fremde erscheinen. Allerdings ist das, und es tut mir leid, dass so sagen zu müssen, im Grunde das Einzige, das mir an dem Buch gefiel.

Ja, es gab einige Szenen, die Hoffnung darauf machten, dass sich die Handlung so entwickelt, dass sie mir gefallen könnte. Doch diese Hoffnung wurde oft schon auf der nächsten Seite zerstört.

Ich ziehe das Fazit, dass dieses Buch eindeutig sowohl inhaltlich als auch auf der Ebene der Bearbeitung nicht für mich geschrieben wurde.

Veröffentlicht am 20.09.2016

Meh

If you stay – Füreinander bestimmt
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Es war einmal ein Mädchen, dass ohne festes Ziel in einem Second-Hand-Laden stöbert. Genannt Stöberstübchen. Da gibt es Bücher ohne Ende. Leider sind das meist nur alte, verstaubte, unansehnliche Bücher. ...

Es war einmal ein Mädchen, dass ohne festes Ziel in einem Second-Hand-Laden stöbert. Genannt Stöberstübchen. Da gibt es Bücher ohne Ende. Leider sind das meist nur alte, verstaubte, unansehnliche Bücher. Manchmal stecken da aber auch Schätze zwischen. Das Gefühl, eines entdeckt zu haben, hatte ich vor ein paar Tagen, als ich im Regal If you stay von Courtney Cole entdeckte. Gekauft, mit nach Hause genommen, gelesen. Hier jetzt Meine Meinung dazu.

Ich fand die Idee des Bad Boys, der langsam auftaut und mit seinen Ängsten kämpfen muss, schon immer anziehend. Wer nicht?? Dass ihm dabei eine Frau zur Seite steht, die alles in seinem Leben durcheinander bringt, ganz besonders natürlich seine Gefühle, ist dabei ja wohl selbstverständlich. Dass ab und an mal eine Sexszene auftaucht, in der es auch mal härter zugeht, ist da auch keine Überraschung.

Aber irgendwie fehlt hier das gewisse Etwas. Die Passagen passen nicht recht zusammen, gerade weil sie kapitelweise aus der Perspektive von Mila oder aber von Pax erzählt werden. Die Personen sind schwammig skizziert und es ist unmöglich, sich in sie hineinzufühlen. Die Handlung ist extrem nichtssagend und eindeutig nicht mein Fall. Es fehlt einfach an Tiefgang und Sinn – meiner Ansicht nach. Es fiel mir schwer, das Buch nicht einfach beiseite zu legen und es gut sein zu lassen. Das ist mir schon länger nicht mehr passiert.

Das Cover ist interessant und inhaltlich passend gestaltet – das ist ein eindeutiger Pluspunkt. Ja, es gibt durchaus Stellen im Buch, die auch mir gefallen haben. Aber überwiegend war es schlicht nicht mein Fall.

Deshalb vergebe ich hierfür auch nur 1 von 5 Punkten.

(Nein, das liegt nicht daran, dass ich keine Sexszenen in Büchern mag (für den Fall, dass jetzt jemand diese Rezension mit der zu Begierde des Blutes in Verbindung bringt…). Mit so etwas habe ich kein Problem.? )

Veröffentlicht am 15.09.2016

Große Erwartungen, große Enttäuschung

Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur
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Sowohl Klappentext als auch Leseprobe dieses Romans klingen faszinierend, spannend und sehr ähnlich wie Jennifer Estep, deren Bücher ich, wie ihr sicherlich mittlerweile wisst, sehr gern lese. Es klingt ...

Sowohl Klappentext als auch Leseprobe dieses Romans klingen faszinierend, spannend und sehr ähnlich wie Jennifer Estep, deren Bücher ich, wie ihr sicherlich mittlerweile wisst, sehr gern lese. Es klingt nach Magie, Mystik und Macht, aber dieses Versprechen konnte Damirs Schwur für mich leider nicht halten. Ich bin total enttäuscht, um es kurz zu fassen.
Vor ein paar Jahren habe ich schon mal ein Buch von Bettina Belitz angefangen zu lesen, es dann aber abgebrochen, weil mir weder der Stil noch die Geschichte selbst gefielen. Ich habe der Autorin hiermit eine zweite Chance gegeben, mich zu überzeugen, aber sie hat es definitiv nicht geschafft. Die meiste Zeit war ich beim Lesen gelangweilt und ich gestehe, ich habe nicht jeden Satz gelesen, wenn es wieder einmal eine seitenlange Beschreibung gab. Während der ersten vier Fünftel des Buches kam ich mir vor wie eingesperrt in dem Kopf eines neurotischen und sehr anstrengenden Mädchens, das ständige innere Monologe hält. Wer bin ich, was soll das, was ist hier gerade passiert, wer will etwas von mir und was will er, meine Mutter hasst mich, ich liebe meine Großmutter, Maria ist die einzige Freundin, die ich habe aber ich kenne sie eigentlich gar nicht, die Schule ist überflüssig, lasst mich doch alle in Ruhe, mein Boss ist ein A****loch, mein Leben ist ein Desaster, wer ist dieser fremde Typ, der ist ja irgendwie scharf, ich will diese La Loba kennen lernen, mir ist so übel, mein Job ist anstrengend, aber ich bin ja soo gut, dass er schon wieder langweilig wird, ich werde sterben, warum bin ich nur so alleine, Damir ist ja da, ich bin nicht alleine, oh, jetzt bin ich wieder allein, … und so geht es immer weiter. Es ist schlicht immer wieder das gleiche, und das zieht sich über gut 250 Seiten! Dabei erfährt man kaum etwas über Saras Familie, mit Ausnahme ihrer Mutter und Großmutter. Hat sie überhaupt einen Vater? Und auch am Ende des Buches ist mir das Mädchen, das die Hauptfigur ist, noch ganz fremd. Ich stecke die ganze Zeit in ihrem Kopf, und kenne sie kein bisschen. So etwas mag ich gar nicht. Auch Damir ist mir fremd geblieben, wie ein Schemen in der Nacht, der auch noch im Schlagschatten eines Hauses steht. Ich habe nicht einmal Kopfkino-Gesichter für die beiden, und das ist mir schon lange nicht mehr passiert.
Ich glaube, die Geschichte hätte großes Potential gehabt, ein Knüller zu werden. Die Idee der Diamantkrieger finde ich, soweit ich sie verstanden habe – wobei ich mir nicht 100%ig sicher bin, dass ich das tatsächlich tue -, sehr interessant und vermutlich war es deshalb so ein Must-Have für mich. Aber es ist wieder einmal der Stil der Autorin, der mich abschreckt und mir überhaupt nicht gefallen hat. Nur eines muss ich ihr lassen: Sie weiß, wie man Rätsel entwickelt und Cliffhanger setzt. Das Ende hat mich tatsächlich kurz überlegen lassen, ob ich den zweifellos kommenden Folgeband lesen wollte. Jetzt, mit ein bisschen Abstand, bin ich mir aber relativ sicher, dass ich das nicht tun werde.

Ich möchte dieses Buch ungern verreißen, denn ich bin sicher, es gibt Leute, die gefesselt davon sein werden. Für mich war es schlicht nicht das richtige, und ich werde wohl wieder mindestens ein paar Jahre brauchen, ehe ich ein Belitz-Buch in die Hand nehme.

Fazit
Nach großen Erwartungen, geschürt durch Klappentext und Leseprobe, ist dieses Buch für mich eine einzige, große Enttäuschung gewesen.