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Veröffentlicht am 22.03.2017

"Der lügt doch, Alta! Frau Richta, der lügt, dit stümpt nisch."

Zum Leben ist es schön, aber ich würde da ungern auf Besuch hinfahren
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Im Buch widmet sich Tilman Birr den Eigenheiten und Unarten der Deutschen - auf amüsante Art und Weise.

Ja, ich war wirklich gespannt auf dieses Buch. (Bin ich ja wohl eigentlich immer wieder bei neuen ...

Im Buch widmet sich Tilman Birr den Eigenheiten und Unarten der Deutschen - auf amüsante Art und Weise.

Ja, ich war wirklich gespannt auf dieses Buch. (Bin ich ja wohl eigentlich immer wieder bei neuen Büchern... ;) ) Das erste Buch von Tilman Birr "On se left you see se Siegessäule" hat mich damals schon sehr begeistert, von daher hatte ich wohl große Erwartungen in dieses Buch. (Und habe wohl ein ähnliches Buch wie "Westfalen" von Mischa-Sarim Vérollet erwartet... )

Mit der Übersicht auf die Titel der einzelnen Geschichten war mein Interesse dann absolut geweckt - "Städtebeleidigungen" sag ich nur... (Was mich dann an das "Denkmäler-Beleidigen" von Andy Strauß, auch ein Slammer, erinnert hat...) Leider hat mich jedoch die Städtebeleidigungsgeschichte hinsichtlich des Ruhrgebiets nicht wirklich umgehauen, die für München auch nicht wirklich vom Hocker gerissen. Sie waren zwar unterhaltsam und die aufgeführten Klischees führte immer wieder zu Kopfnicken meinerseits, aber gut. Ich dachte, dass im Buch wirklich öfter z.B. auf verschiedene Städte, Bundesländer, etc. eingegangen wird, was aber nicht der Fall ist. Das Buch wechselt sich quasi mit einer sich durch Buch-ziehenden (haha!) Geschichte ab, der Protagonist studiert in einem vermeintlich fremden, äußert bürokratisch-strengen Land - und diese Geschichten davon erzählt er dann immer einer gewissen Lina. (über sie erfährt man dann auch noch mehr, das möchte ich nicht vorweg nehmen!) Unterbrochen werden diese Schilderungen von Geschichten über die verschiedensten Menschen, die Städtebleidigungsgeschichten (leider nur zwei bzw. drei...).

Von der Sprache her merkt man, dass Tilman Birr da wirklich Talent hat, alles absolut geschickt zu formulieren, sich wunderbar auszudrücken, er weiß sich eben wirklich genial zu artikulieren, Respekt! Vom Lesen her wird es daher manchmal ein bißchen schwieriger, manchmal legt er schon eine außergewöhnliche Wortwahl an den Tag. (Was aber dennoch absolut in Ordnung ist!)

Durch die äußerst gezielte Ausdrucksweise war es manchmal etwas schwierig das Buch zu lesen, einfach mal mehrere Geschichten nacheinander zu lesen oder eben in der Straßenbahn zu lesen während andere um einen herum sich unterhalten etc. Von daher nicht unbedingt leichte Kost. Inhaltlich ist es auch keinesfalls ein seichtes Buch, man merkt schon, dass Tilman Birr Kabarettist ist, die Menschen wirklich gut unterhalten will - und geistig auch diesen Anspruch hat.

Ich hatte mir hier einfach ein bißchen mehr leichte Kost erhofft, nicht jede Geschichte hat mich so direkt umgehauen, dennoch habe ich mich oft amüsiert, konnte vieles auch wirklich nachvollziehen. (Wir haben schon so unsere Eigenarten, manche Klischees treffen eben auch absolut zu, etc.) In gewisser Weise hat es mich auch manchmal nachdenklich gemacht.

Von mir gibt es für dieses Buch 3 von 5 Sternen, ich hatte mir hier einfach etwas völlig anderes vom Inhalt her erwartet, wurde entsprechend einfach ein wenig enttäuscht, wobei ich es sprachlich und inhaltlich durchaus auch gut fand. Hinsichtlich einer Empfehlung bleibe ich unentschlossen.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Einfach mal was wagen…

Wenn du dich traust
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Lea zählt – aber wirklich alles. Sie macht sich Notizen über ihre Zahlen, kontrolliert immer wieder den Herd, ob dieser auch wirklich ausgeschalten ist, außerdem muss alles ordentlich sortiert sein. Jay ...

Lea zählt – aber wirklich alles. Sie macht sich Notizen über ihre Zahlen, kontrolliert immer wieder den Herd, ob dieser auch wirklich ausgeschalten ist, außerdem muss alles ordentlich sortiert sein. Jay hingegen ist ein chaotischer Typ, er liebt Parties, ist bislang für eine feste Beziehung wohl nicht zu haben, durchaus schon straffällig geworden. Durch Zufall werden die beiden WG-Bewohner – und das Chaos ist quasi vorprogrammiert, wenn zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander prallen. Oder geht doch alles gut?

Der mir bisher bekannte Klappentext (kann man auch hier nochmal nachlesen: http://www.arena-verlag.de/artikel/wenn-du-dich-traust-978-3-401-60149-6 ) hatte mich sehr neugierig auf das Buch gemacht, dass es ein Jugendbuch war, war mir da erstmal egal. Dass es mit über 300 Seiten auch ein eher dickerer Schinken ist – nun ja. (Gerade für unterwegs ist das für mich nicht sooo praktisch, egal.)

Die Geschichte ist an und für sich gut geschrieben, alles sehr gut nachvollziehbar, kein großartig komplizierter Satzbau, schon gar keine Fremdwörter oder Fachbegriffe, auch keine Jugendsprache, die da irgendwie eingebracht wurde – sehr gut. (Was dem Buch keinen Abbruch tut, dass die aktuelle Jugendsprache nicht verwendet wurde!)

Generell also lässt es sich gut lesen – würde es sich zu Beginn nicht so hinziehen. Bis man so richtig „durchstartet“ hat es lange gedauert, wie ich finde. Die Geschichte geht nach frühestens 100 Seiten los, zumindest ist das mein Gefühl. Vorher ist alles mehr oder weniger Geplänkel und war schleppend zu lesen, was ich echt schade finde. Dafür ist es interessant, wie einerseits Lea, dann aber auch wieder Jay die Geschichte aus seiner Sicht schildert – immer wieder abwechselnd die beiden also. Schön, hier einen Einblick in beide Personen zu bekommen, das hat mir gut gefallen. Auch die Entwicklung der Geschichte, die vielleicht teilweise schon ein bißchen vorhersehbar war. Spannend ist es dann durchaus wenn man sieht, wie sich die Geschichte entwickelt, die auch durchaus emotional ist.

Was in meinen Augen nicht ganz klar geht ist die Jugendfreigabe ab 14 Jahren – oder vielmehr die Empfehlung, wie auch immer. Dafür sind im Buch Szenen geschildert, die 14 Jährige zwar wohl schon kennen, die aber meiner Ansicht nach in einem Jugendbuch nichts verloren haben – bzw. hätte ich dann die Altersempfehlung auf 16 Jahre hochgesetzt. (Und ja, zwei Jahre sind in diesem Alter doch ein ordentlicher Schritt…). Mag manch Anderer vielleicht jetzt nicht so sehen, aber das ist meine Meinung.

Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, grundsätzlich kann ich das Buch auch durchaus empfehlen. Ich ziehe jedoch zwei Sterne ab, da es lange gedauert hat, bis die Geschichte so richtig in Gang kommt sowie einen weiteren, da es für mich als Jugendbuch etwas zu freizügig geschrieben ist bzw. der Klappentext für mich anders zu deuten war (je ½ Stern). Entsprechend gibt es 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.03.2017

Ist nicht die Liebe das einzig Wahre?

Vögelfrei
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Im Buch schildert Sophie Andresky ihre Erfahrungen, die sie in einem Jahr gemacht hat, in dem sie sich sexuell austoben durfte – fernab von ihrem Ehemann. Der hatte sie betrogen und ihre „Rache“ war es ...

Im Buch schildert Sophie Andresky ihre Erfahrungen, die sie in einem Jahr gemacht hat, in dem sie sich sexuell austoben durfte – fernab von ihrem Ehemann. Der hatte sie betrogen und ihre „Rache“ war es nun, dass sie sich ebenso vergnügt. Er hatte ihr wohl gesagt, dass sein „Ausrutscher“ ja „nur Sex war“. Im Buch schildert sie ihre entsprechenden Erlebnisse.

Auf diese Art von Literatur war ich durchaus gespannt, ich hatte schon öfter mal was von der Autorin bzw. ihrem Buch gehört, entsprechend habe ich es dann mal erstanden und nun endlich gelesen. Grundsätzlich bin ich ja ein Freund solcher „Rache-Aktionen“, aber nun ja, ich muss ja nicht alles gut heißen, was ich lese.

Von der Art und Weise her, wie sich die Geschichte entwickelt, fand ich das zu Beginn des Buches nicht so gut. Mit der Zeit habe ich mich an die Schilderungen gewöhnt, aber manchmal fand ich diese weiterhin entweder zu ausführlich, zu „möchte-gern“-schildernd, manchmal ist die Autorin dann wieder etwas wortkarg, wie ich finde. Die Sprache her ist soweit gut nachvollziehbar, durchaus auch verständlich, manchmal eben ein etwas blöder, umschweifender Satzbau. Von der Sprache her geht es im sexuellen Bereich etwas derb zu, was ich aber nie als ganz extrem empfunden habe. Ja, da fallen schon mal das „F*****“-Wort und solche Sachen, aber das gehört ja auch dazu.

In gewisser Weise ist das Buch vielleicht auch ein Ratgeber, ein anregendes oder gar erregendes Buch, weil ja verschiedene Sex-Szenen geschildert werden. Das muss jeder dann für sich selbst wissen, wie er das für sich selbst empfindet.

Teilweise fand ich manches der Geschichte auch arg übertrieben und für mich somit unglaubwürdig geschildert. Das hat es für mich dann auch nicht mehr so attraktiv gemacht und ich habe das Buch kurze Zeit zur Seite gelegt.

Mich hat das Buch nicht ganz überzeugen können, aber auch nicht gänzlich kalt gelassen. Ich habe einfach schon mal ähnliches gelesen, was mich mehr überzeugt hat, wohin gegen ich bei diesem Buch hinsichtlich einer Empfehlung wirklich unentschlossen bleibe und 3 von 5 Sternen vergebe.

Veröffentlicht am 21.03.2017

Das rege Treiben in Würzburg - wie auf der Himmelsleiter

Von Mäusen, Ratten und Priestern
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Der Kelch aus der Sakristei des Würzburger Domes ist gestohlen worden, was die Dommäuse sowie den Dompfarrer Liebkind in helle Aufregung versetzt. Es handelt sich dabei um einen ganz besonderen Kelch, ...

Der Kelch aus der Sakristei des Würzburger Domes ist gestohlen worden, was die Dommäuse sowie den Dompfarrer Liebkind in helle Aufregung versetzt. Es handelt sich dabei um einen ganz besonderen Kelch, so dass sämtlichen Herrschaften viel daran liegt, ihn wieder zu erhalten. Dabei geraten dann allerdings aus die Dommäuse in unerwartete Gefahr... und auch manch anderer Zeitgenosse hat kriminelle Pläne...

Bei Geschichten, die in der eigenen Region spielen, bin ich ja immer besonders gespannt, wie sowas umgesetzt wurde bzw. wie hier manche real existierenden Orte eingesetzt werden. Entsprechend war ich hier wirklich gespannt darauf, wie sich das bei dieser Geschichte anbieten sollte bzw. wie es dann verarbeitet werden würde. Zumal mir der Würzburger Nachtwächter von mehreren Führungen (macht man hier immer wieder gerne mit Freunden, die einen besuchen, aber auch sonst mal so mit) schon bekannt war, also eben auch die Art und Weise, wie er seine "Geschichtle" erzählt.

An und für sich klingt die "Kriminalgeschichte" ganz unterhaltsam, was sich beim Lesen durchaus auch bestätigt hat. Gut, ob es in Würzburg wirklich Mäuse im Dom gibt sei mal dahin gestellt, für die Geschichte ist es ganz interessant, dass es die Mäuse gibt. Wobei ich mir da auch manchmal etwas komisch vor kam - lese ich nun ein Buch für Erwachsene oder doch eher für Kinder? Von der Thematik her ist es wirklich eher ein Buch für Erwachsene, generell von manchen Erzählungen her, wenn dann aber die Mäuse erzählen, kam es mir manchmal eher ein wenig kindisch vor. (Vielleicht soll's ja auch lustig wirken, klar kam manches witzig rüber, aber teilweise war es eben nicht so...) Ebenso auch bei mancher Namensgebung - die genauen Namen möchte ich hier nicht erwähnen, es geht dabei v.a. um die Kommissare...

Was für mich natürlich interessant zu lesen war, waren die geschilderten Orte im Buch, die mir durchaus bekannt sind - vom Würzburger Dom über die Kiliansgruft bis hin zum Lusamgärtlein - was alles quasi in einem direkten "Dreieck" liegt. Entsprechend heimisch hab ich mich hier gefühlt, musste über manche Aussagen auch sehr schmunzeln. (siehe Leseprobe... ;) ) Bei mancher Schilderung von Orten war mir durchaus auch bewusst, um was es sich dabei hier handeln könnte - ohne dass genaue Namen bzw.. Orte genannt wurden. ;) Hinsichtlich der verschiedenen genannten Weine hab ich mich durchaus auch amüsiert, man merkt eben einfach, dass man hier im Weinanbau- und im Weinverkostungsgebiet lebt... ;)

Vom Schreibstil her war alles soweit übrigens gut verständlich, hier gabs für mich überhaupt keine Schwierigkeiten, auch keine großartigen Fachbegriffe oder gar Fremdwörter...
Was mir zum Schluss des Buches leider etwas gefehlt hat war eine Art Glossar - um hier vielleicht über manches noch aufgeklärt zu werden - ob das nun tatsächlich so war oder nur der Phantasie entsprungen ist... (Bei einer Geschichte, die er auch als Nachtwächter erzählt - Marienkirche - habe ich mich sehr hinsichtlich der Umsetzung im Buch amüsiert...)
Die Illustrationen fand ich übrigens ganz schön gemacht - und durchaus passend - hier gibts immer mal wieder Mäuschen im Buch zu sehen.

Dennoch hat mich die Geschichte nicht hundertprozentig überzeugen können. Manchmal kam es mir alles ein wenig zu langatmig und an den Haaren herbeigezogen vor, so dass ich mich fast ein wenig gelangweilt habe beim Lesen. Auch die Art und Weise, dass Mäuse im Buch agieren hat mich einfach nicht begeistert, ich bin kein Fan von solchen Sachen. Generell kenne und mag ich die Art und Weise wie der Würzburger Nachtwächter seine Geschichtle erzählt, hier kam manches aber leider nicht so schön rüber wie er es "live" macht.
Auch bei mancher fränkischen Schreibweise war ich nicht so ganz angetan - ich bin ja immer noch der Meinung, dass wir hier "Mädle" sind - und nicht "Mädla". ;) (Unterfranken ist eher die -le-Endung, Richtung Bamberg, also Oberfranken, dann eher die -li-Endung, Mittelfranken mag ganz gern das -la. ;) )

Entsprechend vergebe ich hier für einen durchschnittlichen Lesegenuss 3 von 5 Sternen, bleibe aber hinsichtlich einer Empfehlung unentschlossen.

Veröffentlicht am 21.03.2017

Über den Wolken...

Von Luft und Liebe
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Steffi ist Flugbegleiterin und über den Wolken erwischt es sie total. Sie verliebt sich in Wolf, den Piloten. Anfängliche Irrtümer, er könnte Männer attraktiver finden, bringen Steffi ziemlich durcheinander, ...

Steffi ist Flugbegleiterin und über den Wolken erwischt es sie total. Sie verliebt sich in Wolf, den Piloten. Anfängliche Irrtümer, er könnte Männer attraktiver finden, bringen Steffi ziemlich durcheinander, bald ist aber klar, dass auch Wolf sich in Steffi verliebt hat. Einer gemeinsamen Zukunft der beiden steht nichts mehr im Wege, wenn dann nicht etwas unfassbares passieren würde…

Ja, ein Buch das sich recht leicht und locker lesen lässt, die Geschichte ist ganz nett zu lesen, wobei es dann eben eine drastische Wende gibt, die man eben so nicht erwartet - nichts “typisches”, was man vermuten könnte. Dadurch ändert sich eben auch teilweise die Handlung im Buch, was mich etwas genervt hat, denn was dann erzählt wird, halte ich für etwas blöd, ich möchte hier ja keinen Tierroman lesen und das was damit dann erzählt wird, halte ich einfach für unrealistisch. Aber gut, Einbildung ist auch eine Bildung - soviel zur Geschichte… Leider wird diese eben schon nach einem Drittel so ganz anders als man es sich vorgestellt hat, nichts mehr mit Friede, Freude, Eierkuchen… aber gut.

Geschrieben ist es echt alles recht locker, flockig, das find ich soweit ganz gut. Es liest sich also recht entspannt, ein gutes Buch um es in der Straßenbahn zu lesen lach Das Buch hatte ich recht schnell durch, als Taschenbuch ist es auch wirklich super handlich.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen - zwei Sterne ziehe ich wegen dieser blöden Handlung ab, die sich eben so dermaßen ändert. Eine Leseempfehlung spreche ich dennoch aus.