emotional berührende Geschichte zu einem wichtigen Thema
Zwischen uns tausend BilderZwischen uns tausend Bilder
von Neda Alaei
eine emotional berührende – zu Herzen gehende Geschichte.
Scheinbar leicht, vordergründig eher die aktuelle Lebenswirklichkeit beschreibend und so den Leser ...
Zwischen uns tausend Bilder
von Neda Alaei
eine emotional berührende – zu Herzen gehende Geschichte.
Scheinbar leicht, vordergründig eher die aktuelle Lebenswirklichkeit beschreibend und so den Leser nicht auf die emotionale „Tränendrüse“ drückend erzählt – wirkt die Geschichte doch nach.
Die Erzählungen der Lebenswirklichkeit der Protagonistin rufen im Leser diffuse, schwer beschreibbare Ahnungen hervor und wecken ein Gefühl der Beklemmung, der Ohnmacht – wie leicht sich Sannas Umfeld täuschen lässt.
Mit wie wenig Einfühlungsvermögen, Verständnis und Hilfe alle Freunde und Lehrer reagieren – bis auf eine Lehrerin – nicht wahrnehmen, dass sie den Tod der Mutter noch nicht verwunden hat. Das insbesondere die Lehrer – nicht reagieren. Versuchen herauszufinden – was hinter ihrem veränderten Verhalten steckt.
Eine Geschichte, die zeigt – wie schnell Kinder eine Rolle übernehmen, die ihnen alles und mehr abverlangt. Wie sehr sie die Aufgaben der Eltern übernehmen, wie Kinder sich für das Wohl und Wehe der Eltern verantwortlich fühlen – sich die Schuld darangeben. Wenn es doch nicht mehr funktioniert.
Eine Geschichte die zeigt, wie unterschiedlich und tiefgreifend Trauer das Leben der Betroffenen verändert. Wie allumfassend sie das Leben verändert – wie sie dazu führen kann, das Betroffene in eine Schockstarre, in eine Depression verfallen können – und Kinder so gezwungen werden – für den Überlebenden Elternteil zu sorgen. Wieviel Kraft es die Kinder kostet, den Schein aufrecht zu erhalten.
Zu alledem kommt die bröckelnde, aktuell nicht mehr existente Freundschaft zu ihrer ehemals besten Freundin, die sich vor einem Jahr der neuen Schülerin zuwandte, einem beliebten, strahlenden Mädchen, das die Menschen für sich einnimmt.
Einziger Lichtblick, ein neuer Schüler Yousef, der sie so nimmt wie sie ist. Sich selbst ein einer annähernd vergleichbaren Situation befindet. Der sie so nimmt wie sie ist. Der es schafft, über das gemeinsame Hobby – der Fotografie – einen Draht zu ihr zu finden. Sie aus ihrer Isolation zu holen.
Kritikpunkt:
Es gibt 2 Stellen im Text, die mir als Leser die vage, diffuse Befürchtung hervorriefen, es könne zu einem Missbrauch gekommen sein. Die Beschreibung der Szenen selbst – bestätigen diesen Verdacht nicht. Es handelte sich lediglich um ein Hineininterpretieren, ein was könnte noch passiert sein. Wurde es „durch die Blume“ gesagt. Dieser Verdacht wurde weder bestätigt, noch zum Schluss vollständig aus dem Weg geräumt. Es bleibt für mich zum Ende hin ungeklärt – ob ich in Sannas Beschreibungen zu viel hineininterpretiert habe. Und ich gehe davon aus – da es nicht thematisier worden ist – habe ich zu viel hineingedeutet. Etwas zwischen den Zeilen gelesen – das nicht passiert ist.