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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2021

Nett, hätte aber mehr Potential gehabt

Jenseits des Abgrunds
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Zum Cover:
Das Cover ist ein Hingucker, das kann ich gar nicht anders sagen! Es ist wirklich wunderschön und auch die Qualität des Papiers und die Haptik sind große Klasse! Mein einziger Kritikpunkt ist, ...

Zum Cover:
Das Cover ist ein Hingucker, das kann ich gar nicht anders sagen! Es ist wirklich wunderschön und auch die Qualität des Papiers und die Haptik sind große Klasse! Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Buch nicht am Meer, sondern in den Bergen spielt und man das Titelbild noch etwas besser darauf hätte ausrichten können.

Zum Buch:
Das Buch beginnt damit, dass der Bruder des Protagonisten Toni gestorben ist und er mit seiner Urne im Auto losfährt. Toni weiß nichts mehr mit sich anzufangen, obwohl er ein erfolgreicher Geschäftsmann ist und seiner Meinung nach immer alles für andere Menschen tut, die ihn dann aber im Stich lassen: Seine Frau hat ihn verlassen, jetzt ist sein Bruder gestorben. Er fährt los und erfährt an einer Raststätte von einem alten Mann, der einsam in den Bergen lebt. Toni ist Journalist und möchte über diesen Mann schreiben, also fährt er zu ihm. Dort spielt dann die Geschichte.

Kosei San ist ein alter Japaner und wohnt an einer Klippe, die gerne von Menschen mit suizidalen Gedanken aufgesucht wird. Genau an dieser Klippe fällt die Urne hinunter und Toni entschließt sich bei dem Japaner zu bleiben, bis er wieder an die Urne herangekommen ist. Kosei San beginnt Toni diverse Geschichten mit guten und weniger guten Enden zu erzählen, die alle vom Sinn des Lebens handeln und wie man trotz vielleicht schlimmen Erlebnissen sich selbst nicht aufgeben sollte. Es ist also fast eine Sammlung von Kurzgeschichten, die alle unabhängig von einander stehen. Manche haben mir besser gefallen, andere weniger. Bei manchen habe ich mir gedacht, dass hier viel zu leicht dargestellt wird, wie man Menschen, die in wirklich sehr schlimmen Situationen sind, z.B. Anhänger einer Sekte, mit einer Tasse Tee und ein paar netten Worten von ihrem Vorhaben abhalten kann, denn das ist was Kosei San tut.

Um diese Geschichten herum spielt Tonis Leben. Dieser wirkte auf mich aber immer eher distanziert und unnahbar. Zwar sieht man, dass er sich Gedanken macht je mehr Geschichten er hört, aber so richtig sympathisch wurde er mir nie. Zu einem Zeitpunkt trifft er eine Frau, Esmeralda, deren Geschichte uns die Sorgenpüppchen aus Guatemala näher bringt. Dies hat mir sehr gut gefallen. Sie tritt zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Geschichte und ich muss sagen, obwohl es Sinn macht und zu einem teils tröstlichen Ende führt, haben mir viele Teile, die sie und Toni betreffen nicht gut gefallen. Die sexuellen Aspekte, die auch sprachlich sehr hölzern wirkten, führten die Geschichte nicht ausschlaggebend irgendwohin.

Ab einem gewissen Punkt erfahren wir außerdem durch ein Tagebuch von Kosei Sans Vergangenheit und wie er zu dem geworden ist, was er nun ist. Dieser Teil war interessant und rundete die Geschichte am Ende ab.
Fazit:
Ich habe mir von dem Buch mehr erwartet. Toni war mir nie sympathisch und die Geschichten über die geretteten Seelen fand ich manchmal zu unrealistisch. Alles in allem konnte ich bei Toni keine entscheidende Entwicklung sehen. Ja, er hat sich mehr Gedanken gemacht und ganz am Ende auch eine sehr schöne und sicherlich wichtige Entscheidung getroffen, aber ich hatte durchweg das Gefühl, dass er in erster Linie seine journalistische Arbeit betreibt und nicht mit dem Herzen dabei ist. Somit konnte mich das Buch in seiner Gänze nicht berühren, obwohl einige der Kurzgeschichten dies durchaus sehr getan haben.

Leseempfehlung:
Es ist ein nettes Buch, aber ich habe zum Thema "Sinn des Lebens" schon wesentlich intensivere Romane gelesen. Wer es wegen des hübschen Covers lesen möchte, wird es wahrscheinlich nicht bereuen.

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Veröffentlicht am 31.07.2020

gut, aber nicht spannend genug

Abgrund
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Zum Cover:

Das Cover dieses Buches ist in schwarz und einem silberblauen Ton gehalten, wobei ich vermute, dass das silberblaue eine Anspielung auf den Lavafelsen aus der Geschichte sein soll. Deutlich ...

Zum Cover:

Das Cover dieses Buches ist in schwarz und einem silberblauen Ton gehalten, wobei ich vermute, dass das silberblaue eine Anspielung auf den Lavafelsen aus der Geschichte sein soll. Deutlich wird es jedoch nicht. Ich finde das Cover nicht schlecht, aber leider auch sehr nichtssagend. Es würde mir das Buch in der Buchhandlung nicht schmackhaft machen, wenn ich die Autorin oder die Reihe nicht kennen würde.


Zum Buch:

Dieses Buch ist der vierte Band um Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freyja. Man kann das Buch durchaus auch lesen, wenn man die anderen Bände nicht kennt, da dieses Mal nur wenig Bezug genommen wird.

Das Buch beginnt mit einem Mord, der wie ein Suizid dargestellt wird. Kurz darauf wird die Polizei aufgrund eines annonymen Hinweises auf einen kleinen Jungen in der Wohnung des Toten aufmerksam. Dem Jungen geht es zwar gut, aber von seinen Eltern fehlt jede Spur. Die Polizei tappt danach erstmal sehr lange im Dunkeln bis sie irgendwann Zusammenhänge findet, die ihr aber immer noch nicht bei der Lösung des Mordes helfen. Erst ganz am Ende werden die genauen Zusammenhänge gelüftet, für den Leser / die Leserin sogar noch detaillierter als für die Ermittler. Alles in allem, war es eine runde Geschichte, aber mir fehlte einfach die Spannung. Der kleine Junge schien für mich sehr lange nur deshalb am Beginn der Geschichte aufzutauchen, um die Kinderpsychologin Freyja irgendwie auch in diesem Buch erscheinen zu lassen, denn wirklich viel zu tun hatte sie dieses Mal nicht. Man verfolgt ein ganz kleines bisschen ihr Privatleben, aber das Zwischenmenschliche zu Huldar bleibt weitesgehende auf der Strecke. Was ich sehr schade fand, da dies der Punkt ist, der mich bisher am meisten an den Büchern interessiert hat. Wie es zwischen den beiden weiter geht.

Auch die restlichen Teile der Geschichte haben mir kein befriedigendes Gefühl gegeben. Ich habe das Buch zwar gern gelesen, aber es hat mich nicht packen können. Es plätscherte so vor sich hin, man erfuhr Zusammenhänge, aber diese waren dann auch nicht so wichtig für den Mord und am Ende fügt sich das Puzzle einfach zusammen. Ja... das war so mein Gefühl beim Lesen.

Es ist so ein Buch, bei dem ich nicht richtig weiß, was ich dazu sagen oder davon halten soll. Die Geschichte ist auf keinen Fall schlecht, aber ich fand sie leider auch nicht richtig gut. Es ist so ein Buch, das nicke ich ab, aber nicht mehr.

Mal wieder übel aufgestoßen ist mir, ein kleiner Logikfehler. Wie so häufig in dieser Reihe. Ich weiß wirklich nicht woran das liegt. An der Autorin, aber dann müsste das doch jemand beim Lektorat merken, also schon bei der isländischen Ausgabe. Oder an der Übersetzung, aber auch das muss doch irgendjemand noch lesen, bevor es veröffentlicht wird? Dieses Mal ist es wirklich nur eine Winzigkeit, aber aufgefallen ist sie mir trotzdem und da das Buch ja bei einem großen Verlag erscheint, muss ich da echt tief Luft holen und ja, es nervt mich, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Auf Seite 163 heißt es "Ja! Ich hab Mama einen Schal zu Weihnachten geschenkt." Auf den folgenden Seiten dreht sich alles um den Schal und um den Zeitraum kurz nach Weihnachten. Diese Info "Weihnachten" ist wichtig, damit die Ermittler die Frau ausfindig machen können. Auf Seite 183f. heißt es dann plötzlich "Ein Schal mit dunklen Flecken - wahrscheinlich Siggis Geburtstagsgeschenk an seine Mutter - [...]" Geburtstagsgeschenk? Es hat sich auf den letzten zwanzig Seiten alles um die Zeit kurz nach Weihnachten gedreht, wie kann man das dann vergessen und aus dem Weihnachtsgeschenk ein Geburtstagsgeschenk machen? Ich bin bei Details selten eine aufmerksame Leserin, von daher, wenn es mir aufgefallen ist, muss es doch auch vor dem Druck anderen aufgefallen sein, oder nicht? Oh man, das sind echt so Dinge, die mich bis zum Geht nicht mehr aufregen können...


Fazit:

Der vierte Band der Reihe ist in meinen Augen leider wieder etwas schwächer. Mir fehlte Spannung in der Geschichte. Alles gab mir eher einen seichten Eindruck. Auch die Beziehungen, die in den vorheringen Büchern aufgebaut worden sind, wurden hier kaum weitergeführt. Alles in allem ein ordentliches Buch, aber keins, das mich beeindrucken konnte.


Leseempfehlung:

Es gibt eine Empfehlung für diejenigen, die die Reihe bereits kennen und einfach wissen möchten, wie es mit den Charakteren weitergeht. Alle, die einfach gerne wieder einen spannenden Thriller lesen möchten, sollten lieber zu etwas anderem greifen. Außerdem sollte das Buch eine Triggerwarnung zu Pornographie, sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung bekommen. Vieles wird zwar nicht im Detail angesprochen, aber für Betroffene wird auch dies zu viel sein.

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Veröffentlicht am 08.08.2019

Nett, hätte aber mehr Potential gehabt

Sal
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Zum Autor:
Mick Kitson ist ein walisischer Autor, der in London aufgewachsen ist und mittlerweile in Schottland lebt. Er arbeitete als Journalist und Englischlehrer. "Sal" ist sein erster Roman. [Vergleiche: ...

Zum Autor:
Mick Kitson ist ein walisischer Autor, der in London aufgewachsen ist und mittlerweile in Schottland lebt. Er arbeitete als Journalist und Englischlehrer. "Sal" ist sein erster Roman. [Vergleiche: https://www.kiwi-verlag.de/autor/mick-kitson/1980/ , 08.08.2019, 12:05 Uhr]

Zum Cover:
Das Cover des gebundenen Buches zeigt im unteren Viertel zwei Personen, die offenbar eine Wanderung oder etwas Ähnliches in der Natur machen. Man sieht einen Fluss oder Bach, viel Grün und Berge im Hintergrund. Der Rest des Coverst ist in einem hellblauen Himmelston gehalten, auf dem der Titel sehr gut heraussticht.
Es ist ein Cover, das zwar nett ist und gut zum Inhalt passt, aber in einer Buchhandlung nicht meine Aufmerksamkeit erlangen würde. Da gefällt mir das Cover der englischen Originalausgabe viel besser. Dieses besticht durch dunkle Töne und zeigt eher eine Abendszene. Auch der Titel ist eindrucksvoller präsentiert und weckt eher meine Aufmerksamkeit.

Zum Buch:
In diesem Buch geht es um die Halbschwestern Salmarina (13) und Paula (10), genannt Sal und Peppa, die bei einer alkoholabhängigen Mutter aufwachsen, die sich kaum bis gar nicht um die Kinder kümmert, durch Strippen und ähnliche Jobs Geld verdient und regelmäßig neue Männer nach Hause bringt. Ihr aktueller Freund vergreift sich immer wieder an Sal, sobald ihre Mutter ausgeknockt ist. Als dieser ankündigt nach Peppas 10. Geburtstag auch zu ihr zu gehen, beschließt Sal ihn umzubringen, ihre Mutter einzusperren, damit sie nicht für schuldig erklärt wird und mit ihrer Schwester in die schottischen Highlands zu flüchten. Alles was sie ihrer Meinung nach dafür benötigt, kauft sie mit den gestohlenen Kreditkarten ihres Stiefvaters und lernt es über YouTube Videos. In den Highlands weiß sie dann bestens Bescheid, wie man eine Hütte baut, ein Feuer macht und Tiere jagt, häutet und zerlegt. Als Peppa krank wird, findet zufällig eine deutsche Aussteigerin (Ingrid), ehemalige Ärztin, die beiden.

Das Grundgerüst der Geschichte an sich hat mich durchaus berührt, denn sie zeigt sehr gut, wie sogar Kinder in der Lage sind um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern, sich um einen Elternteil zu sorgen und damit nach außen ein heiles Bild der Familie erzeugen, so dass sogar das nähere Umfeld nicht so leicht mitbekommt, wie viele Probleme in der Familie herrschen und dass dort sehr dringend Hilfe benötigt wird. Diesen Teil finde ich sehr realistisch. Auch die letzten Seiten, auf denen Sal sehr genau überlegt, wem sie was anvertraut und weiterhin versucht ihre Familie zu schützen, erscheinen mir realistisch, wenn auch der Eindruck einer starken psychischen Störung des Kindes hängen geblieben ist. Einer Störung, die nicht nur von dem Erlebten herrührt. Sal scheint mir extrem berechnend und emotionslos.

Diese Emotionslosigkeit ist auch etwas, das für mich die gesamte Geschichte eher sehr flach gemacht und ihr viel Potential genommen hat. Man erfährt linear was den Kindern widerfährt, jedoch zeigt nur die ich-Perspektive, dass es aus der Sicht von Sal geschrieben ist. Man könnte das Buch sehr leicht in die 3. Person Singular umschreiben, da man über Sals Gefühlslage kaum etwas erfährt. Hin und wieder macht sie sich Sorgen, um ihre Schwester oder später um Ingrid, aber auch diese werden sehr rational behandelt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein missbrauchtes Kind innerlich auf Autopilot schaltet. Jedoch fällt es mir schwer, es sich auch in einer Situaion wie der im Wald so vorzustellen. Sal ist erst 13, befindet sich in einer komplett neuen Situation, ohne regelmäßiges Essen, mit nur begrenztem Geld und mit der Verantwortung für ihre kleine Schwester, dass sie da nicht mal weinend zusammenbricht oder nicht weiter weiß, ist für mich kaum vollstellbar.

Als Peppa dann krank wird und Sal an ihre Grenzen kommt, bleibt sie weiterhin ruhig, und plötzlich werden die Kinder von einer ehemaligen Ärztin, die auch im Wald lebt, gefunden und versorgt. Dieser Teil ist dann doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Ebenfalls der Teil wie die Mutter so einfach aus einer Entzugsklinik weglaufen kann oder dass ein junger Skiläufer, der die Kinder trifft, sich keine Gedanken darüber macht, dass sie alleine im Winter im Wald leben?

Zwischendurch erfährt man dann noch die Lebensgeschichte der deutschen Aussteigerin. Diese Geschichte bringt die eigentliche Geschichte um Sal und Peppa keinen Deut voran und ist irgendwie nur ein Seitenfüller. Ich denke, sie soll erklären, warum die Frau, die Kinder nicht meldet, aber wirklich von Nutzen, ist diese Geschichte in der Geschichte nicht. Interessant fand ich sie dennoch.


Fazit:
Im Kern hat diese Geschichte viel Potential und hat mich auch berührt, jedoch fehlt ihr durchweg die emotionale Ebene und als die Kinder schnell an ihre Grenzen kommen, tauchen immer wieder wie aus dem Nichts neue Personen auf, die ihnen helfen, ohne dass sich irgendjemand Gedanken oder Sorgen macht, warum zwei Kinder im Winter alleine im
Wald leben. Diese Geschehennisse machen die Geschichte für mich dann unrealistisch. Ich hätte mir mehr Dramatik gewünscht, dass die Mädchen wirklich total auf sich gestellt sind, bis ihnen irgendwann das Geld ausgeht, eine nicht wieder gesund werden kann oder sie keinen Erfolg beim Jagen haben, ein Unwetter ihr Camp zerstört oder sie eben irgendwie anders in brenzlige Situationen geraten und am Ende evtl. selbst entscheiden lieber wieder in die Stadt zu gehen oder eben aus Gründen gezwungen sind.


Leseempfehlung:
Es ist eine nette, kurzweilige Geschichte in einem sehr einfachen und linearen Schreibstil, die sich einfach weglesen lässt. Wer einfach mal in etwas Neues reinschnuppern möchte, ist hier richtig, jedoch sollte man nicht zu viel erwarten.

Veröffentlicht am 16.07.2018

Der Ausbruch

Racheopfer
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Zum Autor:
Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftstellers, der mit der Reihe um Francis Ackerman Junior unter den Titeln "Ich bin der...." einige international erfolgreiche Bücher geschrieben ...

Zum Autor:
Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftstellers, der mit der Reihe um Francis Ackerman Junior unter den Titeln "Ich bin der...." einige international erfolgreiche Bücher geschrieben hat.

Zum Cover:
Das Cover ist ähnlich aufgebaut, wie alle anderen der Reihe. Es zeigt im oberen Teil den Namen des Autors und im unteren Teil den Titel. Dieses Mal ist der Titel jedoch in rot geschrieben und mit zahlreichen roten Linien hinterlegt, während der Rest des Buches schwarz gehalten ist. Dies ist eine kleine Veränderung zu den anderne Bändern, in denen nur eine Farbe verwendet wurde. Ob der Schnitt eingefärbt ist, kann ich anhand des Rezensionsexemplars (noch kein Originalbuch, sondern ein Manuskript) nicht sagen.

Zum Buch:
Das Buch "Racheopfer" ist der Vorspann zur Serie um Francis Ackermann Jr. und die Shepherd Organisation. Es handelt hauptsächlich von seinem Ausbruch aus einer Klinik und gibt ein paar wenige Einblicke in seine Persönlichkeit und seine Vergangenheit. Anstatt Ackerman steht jedoch eine junge Frau im Mittelpunkt, deren Familie er vor einigen Jahren ausgelöscht hat. Sie ist voller Hass und Rachegefühlen und verspürrt das Verlangen ihn zu töten, um endlich Frieden zu finden.

Die Frau macht von Beginn an einen sehr naiven und emotionsgesteuerten Eindruck. Auch für Leser, die die anderen Bücher nicht kennen, wird zu erkennen sein, dass sie gegen eine Person wie Francis Ackerman Jr. niemals eine Chance haben wird und trotzdem begibt sie sich auf dieses dünne Eis um Rache zu üben. Dass dies ein aussichtsloses Vorhaben ist, ist schnell zu erkennen. Mich hat es an dieser Stelle geärgert, dass diese Rolle einer Frau zugeschrieben wurde und nicht einem Mann. Auch ein Mann hätte aus ähnlichen Gründen entsprechend handeln können, aber so ist es wieder das "schwache" Geschlecht, das dieses emotionsgesteuerte Verhalten an den Tag legt, über das man einfach nur den Kopf schütteln kann.

Alles was nach ihrem Fehler stattfindet, sind Konsequenzen und zeigen zwar teilweise Ackermans psychologische Kriegsführung, aber viel deutlicher zeigen sie die Verzweiflung der Frau und was so ein Trauma mit dem Leben machen kann.

Fazit:
Ein Rückblick, der hätte eindrucksvoller sein können. Meine Erwartungen waren hoch und konnten kaum erfüllt werden. Auch wenn das Buch eine leicht zu lesenden, kurzweilige Lektüre ist, hilft es wenig zu verstehen warum Ackerman Jr. so ist wie er ist. Ich hätte mir einen Rückblick gewünscht, der weiter in die Vergangenheit reicht, als dieses Werk, und der früher angesetzt ist, als erst beim Ausbruch. Außerdem fokusiert sich dieses Buch nicht wirklich auf Ackerman Jr., sondern stellt die Frau, die ihn hasst, absolut in den Vordergrund, wodurch das Buch einfach nicht zu dem wird, was es eigentlich sein sollte, nämlich ein Einblick in Ackermans Vergangenheit.

Leseempfehlung:
Wer die anderne Bände der Reihe gelesen hat, wird dieses Buch wohl aus reinem Interesse auch lesen wollen. Als Einstieg in die Reihe empfehle ich es aber nicht.

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  • Tempo
Veröffentlicht am 22.02.2018

Viele Fragen bleiben

Ich bin das Mädchen aus Aleppo
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die Autorin:
Bana Alabed ist ein momentan 8jähriges Mädchen aus Syrien, das gemeinsam mit ihrer Mutter einen Twitter-Account eröffnet und darüber aus dem Krieg berichtet hat. Sie ist als "Twitter Mädchen" ...

die Autorin:
Bana Alabed ist ein momentan 8jähriges Mädchen aus Syrien, das gemeinsam mit ihrer Mutter einen Twitter-Account eröffnet und darüber aus dem Krieg berichtet hat. Sie ist als "Twitter Mädchen" bekannt geworden. Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in der Türkei und der Twitter Account wurde stillgelegt. (Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/autoren/bana-alabed/id_6493693, 21.02.2018, 22:33 Uhr)

das Cover:
Das Cover zeigt ein Foto von Bana. Daneben ist der Titel sowie der Name der Autorin vermerkt, sowie zahlreiche weitere Dinge, wie der Untertitel "Ich widme dieses Buch allen Kindern im Krieg. Ihr seid nicht allein." und einen Kommentar von J. K. Rowling oberhalb des Titels. Alles in allem ist das Cover sehr schlicht, wie für eine Art Sachbuch oder wahre Erzählung angemessen.

das Buch:
Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, da ich die letzten zwei Jahre mit Flüchtlingskindern gearbeitet habe. Im Vorfeld habe ich mir nicht viele Gedanken dazu gemacht, wie das Buch ermöglicht worden ist, wie ein Kind ein Buch schreiben kann, etc. Daher bin ich ersteinmal sehr unbefangen an die Sache gegangen. Lediglich einige Eindrücke und Erzählungen hatte ich bereits von meinen Schülern vermittelt bekommen.

Im Buch wird erst das Leben vor dem Krieg in Syrien beschrieben, als Banas Mutter mit ihr schwanger gewesen ist und die ersten friedlichen Jahre ihres Lebens. Diese werden hauptsächlich von der Mutter erzählt, bzw. das Kind schreibt oft "Wie mir XY erzählte.", was absolut glaubwürdig ist, da sie sich in so jungen Jahren natürlich nicht erinnern kann. Dann beginnt der Krieg und Bana erzählt sehr detailliert von den Erlebnissen. Zwischendurch kommen immer wieder kurze Abschnitte, die aus Sicht der Mutter geschrieben sind und noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Geschehennisse werfen. Unterlegt sind diese Erzählungen von Fotos der Familie. Man bekommt die Kinder, Aleppo, aber auch Bilder von Zerstörung zu sehen.

Es ist sehr emotional aufgezogen, wobei mich persönlich die Berichte der Mutter am meisten berührt haben. Für mich kam dies daher, da ich bei den Erzählungen von Bana oft gedacht habe, dass sie es als Kind so gar nicht begriffen haben kann und das auch in ihrer Darstellung der Lage sehr viele Einflüsse der Eltern enthalten sind, ihr sozusagen viele Dinge in den Mund gelegt worden sind. Das kam bei mir direkt zu Beginn an der Sprache auf. Natürlich muss die kindliche Erzählweise für ein Buch angepasst werden und in "Erwachsenen-Sprache" gebracht werden, aber dadurch geht natürlich auch vieles verloren. Zudem wurde das Buch auf Englisch verfasst, was auch nicht Banas Muttersprache ist, somit wurde da schon viel in der aller ersten Übersetzung verloren. Man sagt zwar, dass sie gut Englisch kann, aber das wage ich ganz stark zu bezweifeln. Nicht nur aufgrund dessen, was man so im Internet an Interviews findet, auch aus Erfahrung mit den Fremdsprachenkenntnissen eines Kindes in dem Alter. Zudem weiß ich, wie Kinder in dem Alter erzählen, woran sie sich erinnern können und wollen, was sie erzählen wollen und können und was für sie relevant ist und was nicht. Bei vielen Dingen, die im Buch von dem Mädchen erwähnt werden, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass sie sich tatsächlich selbst so daran erinnert und es so wie erzählt, empfunden hat.

Auch die Fotos haben mir zu denken gegeben. Natürlich unterschreichen sie das Leid. Aber ich habe mich im Laufe des Buches immer wieder gefragt, ob ich in solch einer Situation daran denke würde, Fotos zu machen? Da wird gerade mein Haus zerstört und ich habe nichts anderes zu tun, als davon Fotos zu machen? Natürlich geht man mit solch einer Situation anders um, wenn man sie seit Monaten und Jahren durchlebt und diese Umstände zu einem Leben gehören, aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass man dann erst einmal zur Kamera greift... Das hat mich je weiter das Buch fortschritt, immer mehr verwirrt und mir zu denken gegeben.

Fazit:
Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gegangen, aber beim Lesen und beim Recherchieren zu der Familie und den Umständen ihres Lebens, bin ich auf viele Dinge gestoßen, die mir zu denken gegeben haben. Sei es, wie ein Kind sich an gewisse Details erinnern soll, wie es die Dinge so darstellen kann oder eben die Tatsache mit den Fotos. Es ist schade, wenn man Zweifel daran bekommt, ob das ganze nicht mehr PR ist als alles andere. Natürlich hat das Kind dadurch nicht weniger Schlimmes erlebt und es macht die Situation in Aleppo nicht besser oder schlimmer, aber es hat mein Empfinden gegenüber dem Buch doch getrübt. Es sind viele Fragen offen geblieben, es sind Zweifel gesäht worden, die das Genießen der Lektüre erschwert haben.

Leseempfehlung:
Aufgrund meiner ganzen Zweifel und Gedanken, die am Ende des Lesen da sind, kann ich keine wirkliche Leseempfehlung aussprechen. Es war interessant, ohne Zweifel. Es war traurig und emotional, aber es hat mich stellenweise auch wütend gemacht. Beispielsweise das Ende, als erzählt wird, dass das Kind nun in der Türkei Krankenhäuser besucht, etc. Warum? Warum lässt man das Kind nun nicht endlich Kind sein?

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