‚Hulda Gold'- Bd 1 beschreibt sehr anschaulich den damaligen Zeitgeist in Berlin, die beruflichen Grenzen von Frauen und ihre soziale, familiäre Rolle recht eindeutig, gepaart mit einem Frauenmord.
Gespannt ...
‚Hulda Gold'- Bd 1 beschreibt sehr anschaulich den damaligen Zeitgeist in Berlin, die beruflichen Grenzen von Frauen und ihre soziale, familiäre Rolle recht eindeutig, gepaart mit einem Frauenmord.
Gespannt bin ich auf die weiteren Bände, denn dieser 1. Band macht auf jeden Fall Lust auf mehr.
Toni, Inhaber einer Werbeagentur, von seiner Gefährtin verlassen, ohne Kontakte zu seiner Familie, gestresst und unzufrieden mit seinem Leben, ist mit der Urne seines verstorbenen Bruders unterwegs in ...
Toni, Inhaber einer Werbeagentur, von seiner Gefährtin verlassen, ohne Kontakte zu seiner Familie, gestresst und unzufrieden mit seinem Leben, ist mit der Urne seines verstorbenen Bruders unterwegs in die Rocky Mountains, um dort an gewünschter Stelle, dessen Asche zu verstreuen. Auf der langen Fahrt dorthin gelangt er an eine steile Felsenklippe, eingebettet in atemberaubende Szenerie, mit einer Hütte ganz in der Nähe. Dort lebt Kosei-San, ein alter Japaner, zurückgezogen als ‚Wächter dieses tödlichen Abgrunds‘, der die Verzweifelten anspricht, sie in die Hütte zu einer Tasse Tee einlädt, um sie von ihrem selbst zerstörerischen Vorhaben abzubringen.
Auch Toni folgt der Einladung des Alten, hört von Geschichten über Höhen und Tiefen des Lebens, zu lieben und geliebt zu werden, wie auch das Tagebuch von Kosei-San verrät. Sinniert wird über den Sinn des Lebens, den es scheinbar bei Verlust nur geben kann, wo es auch neue Perspektiven aufgreift, um sich mit dem Leben in Grenzsituationen wieder neu zu versöhnen. Kosei-San versucht diesen Verzweifelten neue Wege aufzuzeigen.
Basierend auf einer wahren Begebenheit lädt dieses Buch vielleicht auch den Leser ein, über den tiefen Sinn seines Lebens zu reflektieren.
Das Cover gibt das Retro-Ambiente der abwaschbaren Blümchentischdecke und des farbigen Kaffeetassensets ideal wieder. Das selbstgebaute Haus auf großem Grundstück im dörflichen Rotshausen ist Elternhaus ...
Das Cover gibt das Retro-Ambiente der abwaschbaren Blümchentischdecke und des farbigen Kaffeetassensets ideal wieder. Das selbstgebaute Haus auf großem Grundstück im dörflichen Rotshausen ist Elternhaus für drei sehr verschiedene Schwestern, die im Erwachsenenalter mit ihrer Entfremdung zueinander hadern, sind sie doch auch charakterlich sehr verschieden. Die Älteste, Sanne, immer pflichtbewusst, verheiratet, zwei Kinder, kümmert sich um die alternden Eltern und verliert sich schließlich im Zerfall ihrer eigenen Familie. Ihre nächste Schwester Petra, introvertiert, studiert, ledig, Außenseiterin, philosophiert viel über ihre Kindheit, ihr Elternhaus und die Klassenunterschiede in der Nachbarschaft. Das jüngste Geschwister Gitti entpuppt sich als lockerer, entspannter Charakter, bleibt bei den sich abwechselnden Perspektiven von Sanne und Petra im weiteren Geschehen eher im Hintergrund. Mangelnde Kommunikation, keine wohlmeinende Vertrautheit herrscht zwischen den Geschwistern vor. Auch kein spektakuläres Thema stellt der etwas aufgezwungene Umzug der Eltern in eine altengerechte Wohnung dar – eine einsame Entscheidung von Sanne. Dennoch mag man sich besonders in den Kindheitserinnerungen der Mädchen realistisch gespiegelt wiederfinden. Die Spannungen untereinander und besonders Sannes psychischer Zusammenbruch und ihre Gefühle von Wertlosigkeit ohne ihre Familienrolle sind gut beschrieben. Erst durch den vermeintlichen Verkauf des Elternhauses erfolgt eine lose Kontaktaufnahme ohne klare Annäherung, leider ohne Konfliktklärung.
Diese Erzählung über alternde Eltern in einem sie überfordernden Haus betont hier stark die verschieden tiefe Bedeutung eines Elternhauses für jedes der beschriebenen Geschwister. Ist ein Elternhaus nicht doch mehr als nur ein Gebäude, vielleicht ein Sehnsuchtsort, eher ein Gefühl von Sicherheit wie in einer Burg oder von Heimat gewährend? Wie lange in seinem Leben braucht man ein Elternhaus? Was macht ein Zuhause so einmalig bzw. so besonders, dass man gar nicht weg wollte?
Das plötzliche Ende überrascht, lässt es doch viele wichtige Fragen offen.
Das Cover hätte auch zu einem modernen Frauenroman in neuerlichem Zeitrahmen gepasst.
Dieser Roman handelt von jungen Frauen, die nach einer erforderlichen sechswöchigen Wohnsitzpflicht in Reno vor der ...
Das Cover hätte auch zu einem modernen Frauenroman in neuerlichem Zeitrahmen gepasst.
Dieser Roman handelt von jungen Frauen, die nach einer erforderlichen sechswöchigen Wohnsitzpflicht in Reno vor der Antragstellung auf Scheidung z. B. auf der renommierten, seriösen, auf Diskretion bedachten Golden Yarrow Ranch diese Zeit neben Anwalt- und Gerichtsterminen gemeinsam verbringen. Angenehm ausgefüllt mit Ausritten, Planschen am Pool und Alkohol durchtränkten Besuchen von Bars und Casino finden die in Scheidung lebenden Frauen beaufsichtigte Sicherheit vor manchem zudringlichen Ehepartner oder auch reichlich Gelegenheit, ihre Zukunftsängste zu verdrängen. Das Alltagsleben auf der Ranch, das muntere Treiben in den Bars und im Casino – alles wirkt sehr authentisch beschrieben. Über das ihnen aufgezwungene Eheleben wird reflektiert, über Uneinigkeit hinsichtlich des Kinderwunsches bis zur Sinnleere in deren Ehe. Mit den Hauptfiguren Louis und Greer werden zwei gegensätzliche Frauenbilder lebendig dargestellt, die trotz Verschlossenheit und vieler Geheimnisse eine innige Freundschaft bilden. Mutproben, initiiert durch Greer, sorgen nicht nur für allgemeine Dramatik bis zu Missstimmung, sondern Louis spürt dadurch auch, wie sie offener, selbstbewusster und mutiger wird. Sie wächst und wärmt sich an den kleinen Zeichen der Anerkennung der anderen Frauen auf der Ranch. Ihr Weg zur Maskenbildnerin, zu ihrem wahren Ich, ohne Abhängigkeit von Ehemann oder Geld der Familie wird realistisch beschrieben, während das Schicksal der heimtückischen, verlogenen Geers eine überraschende Wendung nimmt. Mit Louis als perfekte Komplizin hat diese durchtriebene Figur ein leichtes, naives Opfer gefunden, das verzweifelt auf einen Neuanfang zusammen mit ihr hofft.
Ein ansprechendes Buch über Selbstbestimmung und Mut.
Dieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, ...
Dieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, der jungen Tschechin Anna Martinek,, und der harten Lebens- und Erwerbsbedingungen in manchem Slumviertel werden Szenen voller quirliger Lebensfreude beigemischt. Ernste Inhalte wie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten oder die europaweiten Kriegshandlungen entzünden sich auch an der Person des Jürgen Niederode, einem bekannten deutschen Violinvirtuosen. In Brüssel noch als Annas verliebte Bekanntschaft beschrieben, entpuppt er sich im plötzlich besetzten Prag als Vertrauensmann, der sie als Jüdin in die rettende Schweiz schleust. Jahre später, vom Geheimdienst irrtümlich als Verräter eingestuft, konzertiert er erfolgreich in den USA und outet sich der verheirateten Anna gegenüber als eitler Egoist, voller Herrschsucht, Engstirnigkeit getarnt als Liebe. Als männlicher Gegenpart spielt Annas Ehemann Tom Sörensen, als Arzt gegen das Leid in der Welt ankämpfend, eine ausgleichende Rolle, achtet er doch auch Annas emanzipatorische Freiheiten. Neben einer Liebesgeschichte findet sich neben Gesellschaftskritik wie z.B. Rassismus-Fragen auch ein politisches Statement, gepaart mit der Hoffnung auf eine bessere Welt nach Kriegsende.
Ein interessanter Roman einer jüdischen Exilantin!