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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2021

Viel Romantik, wenig Fantasy

Partem. Wie die Liebe so kalt
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Jael ist Xenia gegenüber neu eingezogen. Er fasziniert sie von Anfang an, doch er scheint ihr gegenüber eher unnahbar. Was Xenia nicht weiß: Er ist einer, der für den Partem arbeiten muss; sein Auftrag ...

Jael ist Xenia gegenüber neu eingezogen. Er fasziniert sie von Anfang an, doch er scheint ihr gegenüber eher unnahbar. Was Xenia nicht weiß: Er ist einer, der für den Partem arbeiten muss; sein Auftrag ist es, sein Gegenüber von Liebe zu entleeren. Die Menschen bleiben gebrochen zurück. Xenia fasziniert ihn, doch er weiß, dass er für sie gefährlich wäre, wenn sie in seinen Fokus käme. Vor allem weil auch sie jemand mit besonderen Kräften ist.

Der Partem lässt die Liebe der Menschen aussaugen und ist ansonsten sehr streng zu all jenen, die er als seine Mitarbeiter rekrutiert hat. Diese sind von einer leidvollen Geschichte geprägt, ein Aussteigen aus Partems Programm allerdings gibt es nicht. Ansonsten bleibt alles um den Partem geheimnisvoll. Im Gegenzug gibt es viel (m.E. zu viel) Raum für den romantischen Anteil der Geschichte. Der Jugendroman ist aus der Sicht einiger Jugendlicher erzählt und bietet sich somit gut an zum Mitfiebern. Mir allerdings kam der Fantasy-Aspekt der Geschichte viel zu kurz, und ein bisschen mehr über den Partem hätte ich gerne erfahren. Da das Buch mit einem dicken Cliffhanger endet, kann ich nur hoffen, dass im nächsten Band endlich mehr Hintergrund verraten wird.

Wer großes Interesse an einem romantischen Jugendbuch mit etwas Fantasy-Hintergrund hat, wird vermutlich viel Gefallen an dieser Geschichte finden. Ich hätte mir mehr Fantasy und weniger Romantik gewünscht. Deshalb kann ich nur 3 von 5 Sternen vergeben.

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Veröffentlicht am 18.05.2021

Zu viel gewollt

Bucket List – Nur wer fällt, kann fliegen lernen
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Mit 25 Jahren erfährt Lacey, dass bei ihr die Wahrscheinlichkeit hoch liegt, an Brustkrebs zu erkranken. Sie tendiert dazu, nicht abzuwarten, ob sie tatsächlich erkrankt, sondern vorsorglich eine Brustamputation ...

Mit 25 Jahren erfährt Lacey, dass bei ihr die Wahrscheinlichkeit hoch liegt, an Brustkrebs zu erkranken. Sie tendiert dazu, nicht abzuwarten, ob sie tatsächlich erkrankt, sondern vorsorglich eine Brustamputation vornehmen lassen. Doch vorher will sie noch eine Liste abarbeiten, was sie alles noch erleben will. Und während sie sich durch die Liste arbeitet, verliebt sich die junge Frau: in zwei Männer, eine Frau und vor allem in sich selbst…

Ist es nicht furchtbar, schon mit 25 Jahren überlegen zu müssen, ob frau sich die Brust amputieren lassen muss? In Laceys Familie sind die Frauen vorbelastet, denn ihre Mutter starb an Brustkrebs. Vermischt mit der Lebenswelt der jungen Frauen zwischen 20 und 30 Jahren ergibt dies eine leicht verrückte Idee, nämlich die der Bucket List. Die Aktionen, die hier abgearbeitet werden wollen, bewegen sich eher im schlüpfrigen Bereich. Hier wird ein äußerst ernstes Thema mit viel Humor angegangen – doch genau hier liegt meines Erachtens auch der Stolperstein des Buches: Die eher eindeutig zweideutigen Passagen lenken von der Ernsthaftigkeit ab, die hinter Laceys Verhalten steht. Hier war meines Erachtens zu viel gewollt... Lacey selbst war mir vor allem anfangs sehr unsympathisch, weil sie mir eher oberflächlich erschien. So richtig geändert hat sich das bis zum Ende des Buches nicht.

Ich hätte mir etwas mehr Ernsthaftigkeit und weniger schlüpfrige Sequenzen erwartet. Deshalb kann ich nur 3 von 5 Sternen vergeben und das Buch nur bedingt weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 09.05.2021

Wie ein Kaleidoskop der Erinnerungen

Nächstes Jahr in Berlin
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Als die Mutter stirbt, muss sich die Tochter mit deren Vergangenheit auseinandersetzen: mit den Erlebnissen der Mutter während des Zweiten Weltkriegs, auf der anschließenden Flucht aus Ostpreußen und im ...

Als die Mutter stirbt, muss sich die Tochter mit deren Vergangenheit auseinandersetzen: mit den Erlebnissen der Mutter während des Zweiten Weltkriegs, auf der anschließenden Flucht aus Ostpreußen und im Deutschland der Nachkriegszeit.

Es ist Teil eines autobiografischen Romans über die Geschichte ihrer Familie, die Astrid Seeberger hier erzählt. Aneinandergereiht wie Perlen kommen die Erinnerungen, die die Autorin über die Mutter erzählt. Das ist nicht immer chronologisch. Die Geschichte wirkte auf mich wie ein Kaleidoskop mit vielen Bruchstücken, die sich immer wieder neu zusammen setzen. Die handelnden Personen blieben mir jedoch seltsam distanziert, nach der Hälfte des Buches hätte ich eigentlich abbrechen können, ohne wirklich irgendetwas zu vermissen. Schade eigentlich, denn ich gehe sehr gerne solchen biografischen Geschichten nach. Doch wie die Autorin diese Geschichte erzählt, das liegt mir nicht wirklich.

So kann ich das Buch nur bedingt empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Eher seicht geraten...

Die Verlorenen
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London 1754. Bess Bright musste ihre neugeborene Tochter Clara ins Waisenhaus geben, weil sie selbst vor lauter Armut nicht von Anfang an für sie sorgen konnte. Doch sie wollte sie immer schon zurückholen. ...

London 1754. Bess Bright musste ihre neugeborene Tochter Clara ins Waisenhaus geben, weil sie selbst vor lauter Armut nicht von Anfang an für sie sorgen konnte. Doch sie wollte sie immer schon zurückholen. Als sie dies nun tun will, erfährt sie, dass ihre Tochter schon längst abgeholt wurde, angeblich von ihr selbst. Bess will alles tun, um Clara wieder zu finden…

Der Alptraum einer Mutter wird für Bess Bright gleich doppelt wahr: das eigene Kind weggeben zu müssen und sie später nicht wieder zu sich holen zu können. Zumindest in unserer Zeit wäre das so. Ob das wirklich auch für das 18. Jahrhundert galt? Ich wage es zu bezweifeln. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass Handlungsweisen der heutigen Zeit einfach gute 200 Jahre vordatiert wurden in diesem Buch. Deshalb habe ich mich auch eher schwer getan mit dieser Geschichte. Einen Bezug zu den handelnden Personen zu finden wollte mir kaum gelingen. Das Ende dieses Buches kann ich deshalb nicht nachvollziehen. Wie so vieles erscheint mir auch dieses unlogisch in dieser Erzählung.

Insgesamt bleibt für mich eine Geschichte, die ansatzweise das London des 18. Jahrhunderts beschreibt und mit viel Emotionen dekoriert, letztendlich aber eher seicht bleibt. Deshalb kann ich das Buch nur bedingt weiter empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Auf der Suche nach dem perfekten Klang

Der Klang der Wälder
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Durch Zufall entdeckt der junge Tomura sein Interesse an der Arbeit als Klavierstimmer. Der Klangteppich des Klaviers erinnert ihn an die Wälder seiner Kindheit. Er beginnt eine Lehre bei einem angesehenen ...

Durch Zufall entdeckt der junge Tomura sein Interesse an der Arbeit als Klavierstimmer. Der Klangteppich des Klaviers erinnert ihn an die Wälder seiner Kindheit. Er beginnt eine Lehre bei einem angesehenen Klavierstimmer, immer begleitet ihn allerdings die Angst vor dem Versagen.

Es ist ein sehr leiser Roman, der die Arbeit des Klavierstimmers in den Mittelpunkt stellt. Nur marginal ist ein weiterer Handlungsstrang mit Tomuras Geschichte verbunden. Mir fehlte aber insgesamt der Spannungsbogen in der Geschichte, so dass mich die Erzählung nicht wirklich angesprochen hat. Die dauernden Wiederholungen betreffend Tomuras Zweifel waren mir bald zuviel, sie passen nicht zu dem Bild, das die Geschichte von ihrer Hauptperson zeichnet.

So bleibt das Buch literarisch wertvoll, aber eher unspannend. Ich vergebe deshalb 3 von 5 Sternen und kann die Geschichte nur jenen empfehlen, die Interesse an einer sehr leisen, dafür aber prosaischen Erzählung haben.

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