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Veröffentlicht am 11.05.2021

Ein neuer Kommissar und schon gibt es einen Toten im beschaulichen Bad Wildbad

Schmälzle und die Kräuter des Todes
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"Also das kann doch nicht der neue Kommissar sein, nie im Leben! Der hat sich doch verlaufen und sucht den Weg zum Flüchtlingsheim...", das denkt zumindest die Putzfrau des Polizeipostens Bad Wildbad als ...

"Also das kann doch nicht der neue Kommissar sein, nie im Leben! Der hat sich doch verlaufen und sucht den Weg zum Flüchtlingsheim...", das denkt zumindest die Putzfrau des Polizeipostens Bad Wildbad als der neue Kommissar Justin Schmälzle zu seinem ersten Arbeitstag im beschaulichen Städtchen Bad Wildbad antritt. Er passt aber auch wirklich nicht in das traditionelle Bild eines Karlsruhers, von wo er eigentlich kommt, denn er ist dunkelhäutig und auch noch Veganer. Doch viel Zeit bleibt nicht, weil ein Toter in der Enz schwimmt, der noch nicht geborgen ist und die Todesursache auch noch unbekannt. Für Just, wie ihn alle nennen, ist das nichts neues, für seine neuen Kollegen allerdings schon. Wo Just nämlich Drogenringe ausgehoben hat, war in Bad Wildbach nie etwas dramatisches, weshalb die Wache auch nur noch tagsüber besetzt ist. So beginnt das ungleiche Trio zu ermitteln...

Linda Graze hat einen sehr gut zu lesenden Schreibstil. Die Kulisse hat mir von Anfang an gefallen, denn ich mag es, wenn ein Kriminalfall so viel Lokalkolorit ausstrahlt. Wunderbar ist auch der Dialekt, den einige der Personen sprechen.

Mir hat der Krimi gut gefallen, nur leider gab es einige wenige langatmige Stellen, was der Spannung leider nicht zuträglich war. Der Fall an sich war interessant und hat einiges an Hintergrundrecherche der Autorin gefordert, was mir positiv aufgefallen ist. Das ungleiche Ermittlertrio war wunderbar komisch und konnte mich immer wieder zum Schmunzeln bringen. Insgesamt ein toller Krimi für zwischendurch, der ruhig noch ein wenig spannender hätte sein können.

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Veröffentlicht am 16.04.2021

Ein Leben voller Rätsel und Geheimnisse....

Piccola Sicilia
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Deutschland, 1942: Moritz Reincke meldet sich freiwillig beim Propagandaministerium, denn er wittert eine Chance, seine Leidenschaft endlich professionell zu machen und Filme und Fotografien zu machen. ...

Deutschland, 1942: Moritz Reincke meldet sich freiwillig beim Propagandaministerium, denn er wittert eine Chance, seine Leidenschaft endlich professionell zu machen und Filme und Fotografien zu machen. Allerdings war ihm nicht bewusst, dass er viel Schreckliches miterleben wird auf seinen Einsätzen in Tunis. In Deutschland hat er seine Verlobte Fanny zurückgelassen, die noch kurz vor seinem erneuten Einrücken an die Front schwanger geworden ist von ihm. In Tunis zeichnet sich immer mehr ab, dass die Deutschen das Land nicht mehr lange halten können. Als Moritz seine Chance nutzen und mit dem letzen Flugzeug das Land verlassen will, wird er in der letzten Minute doch noch aus dem Flugzeug geworfen, weil ein ranghöherer SS-Offizier seinen Platz benötigt. Zu allem Übel wird er auch noch angeschossen und ist nun ganz allein gestellt in einem Land, in dem jeder die Deutschen hasst...

Sizilien, heute: Nina, Archäologin aus Berlin, bekommt von ihrem früheren Bekannten und Kollegen Patrice Bescheid, dass sie schnell nach Sizilien kommen solle, er wäre da etwas auf der Spur, womit sie eventuell auch ihren Großvater Moritz finden könnte. Nina hat gerade eigentlich ganz andere Probleme, denn sie befindet sich mitten im Scheidungsverfahren von ihrem Mann und weiß nicht so recht, wie es denn nun weitergehen soll. Spontan beschließt sie doch zu fliegen und bereut diesen Beschluss nicht.

Daniel Speck hat einen unverkennbaren Schreibstil, der mich immer wieder an ein Drehbuch erinnert, sodass ich mir viele der Szenen wie einen Film vorstellen kann. Da die Kapitel in viele einzelne Absätze untergliedert sind, ist es immer übersichtlich, was bei einem Roman mit über 600 Seiten durchaus hilfreich ist. Seine Charaktere sind allesamt sehr realistisch und jeder hat seine Eigenheiten, was sehr positiv ist.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es sich an manchen Stellen etwas in die Länge gezogen hat. Insgesamt war es eine sehr fesselnde Familiengeschichte, die auch viele tragische Momente beinhaltete. Die Hintergrundrecherchen, die Geschichte und die lokalen Gegebenheiten betreffend, ist perfekt vom Autor durchgeführt worden und führt zu einem wirklich gelungenen Roman, der Vergangenheit und Gegenwart sehr gut miteinander vereint.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Eine starke Frau, die ihr Leben ihrer Passion widmet!

Die Bildhauerin
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Camille Claudel wurde 1864 geboren. Sie war das älteste von drei Geschwistern und hatte es dadurch nicht immer leicht. Die Eltern stritten oft, zumindest dann, wenn der Vater zuhause war. Die Mutter konnte ...

Camille Claudel wurde 1864 geboren. Sie war das älteste von drei Geschwistern und hatte es dadurch nicht immer leicht. Die Eltern stritten oft, zumindest dann, wenn der Vater zuhause war. Die Mutter konnte Camille und ihrem jüngsten Sohn Paul oft nicht das geben, was diese gebraucht hätten, sondern schimpfte viel und war nur stolz auf ihre folgsame Tochter Louise. Camille entdeckte während der Sommerurlaube in Villeneuve ihre Liebe zum Ton und dem Formen von Plastiken. So richtet sie ab diesem Zeitpunkt ihr ganzes Leben danach aus und wird vom Vater immer unterstützt. Als sie 1881 dann nach Paris ziehen, damit Paul das Lycée besuchen kann, kann auch Camille endlich auf die Académie Colarossi gehen. Dort lernt sie ihre beiden Freundinnen Amy und Emily kennen, die ihre besten Freundinnen werden. Zusammen üben sie und werden bald vom Lehrer und Bildhauer Boucher weiter unterrichtet und gefördert. Doch als dieser irgendwann den Prix de Rome erhält und damit ein Stipendium in Florenz, wo er die Kunst dort studieren kann, übernimmt sein gefeierter Bildhauerkollege Rodin. Camille verspürt von Beginn an eine Anziehung, die sie nicht erklären kann. Denn einerseits lobt er ihre Arbeit und baut auf ihren Kunstverstand, andererseits ignoriert er sie und hilft ihr kaum, an ihren Arbeiten Dinge zu verbessern. Als sich das ändert, fragt sie sich jedoch, ob ihre Anziehung immer nur gut für sie sein wird....

Pia Rosenberger hat das Leben, der mir komplett unbekannten Camille Claudel sehr spannend erzählt. Die Hintergründe hat sie gründlich recherchiert, was durch umfassende Informationen immer wieder deutlich wird, denn das Leben Claudels ist weitgehend mit dem Lebens Rodins verbunden, was es sicherlich nicht immer einfach gemacht hat. Sie hat vieles sehr emotional geschildert, sodass der Leser viele Handlungsweisen der Protagonisten nachvollziehen kann.

Dieser Roman über das Leben der Camille Claudel hat mich fasziniert, denn er ist so voller Gefühl, dass ich zeitweise gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Das Leben dieser Frau ist geprägt von ihrer Liebe zur Kunst, aber auch zu Rodin, dem sie heillos verfallen ist. Ihre Stärke ist faszinierend, ich konnte ihren Egoismus aber nicht immer nachvollziehen, denn sie war sich den Konsequenzen oft erst viel zu spät bewusst.

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Veröffentlicht am 07.04.2021

"Loslassen und neu anfangen gehen oft Hand in Hand."

Das kleine Hotel in der Provence
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Lilly ist eine erfolgreiche Hochzeitsfotografin, die für ihren Freund Jan extra aus dem Schwarzwald nach Rostock gezogen ist. Sie liebt ihn sehr und hat für ihn ein Überraschungspicknick zum einjährigen ...

Lilly ist eine erfolgreiche Hochzeitsfotografin, die für ihren Freund Jan extra aus dem Schwarzwald nach Rostock gezogen ist. Sie liebt ihn sehr und hat für ihn ein Überraschungspicknick zum einjährigen Jubiläum vorbereitet. Doch dann wird aus einem romantischen Picknick am Strand eine Trennung, denn Jan hat eine neue Frau kennengelernt. Lilly ist tieftraurig und merkt, dass sie die viele Romantik bei den Hochzeiten und den vielen Paaren nicht mehr erträgt. Weil sie die Schnauze voll hat von Männern, beschließt sie, ihren schon lange vorhandenen Traum eines eigenen Hotels zu erfüllen. Die Provence scheint ihr perfekt für dieses Vorhaben, denn sie liebt die Sonne und die Landschaft, außerdem lebt ihre Cousine Valeska dort und verspricht ihr ihre Hilfe. So sucht sie von Deutschland aus ein passendes Hotel und wird in Pivette fündig. So schnell wie möglich bereitet sie die Auswanderung vor und hat durch Valeska eine großartige Unterstützerin an ihrer Seite.

Marion Stieglitz schreibt sehr schön. Die Kulisse dieses Romanes ist wunderschön und durch die bildhafte Sprache der Autorin noch eindrucksvoller. Auch die Einteilung in kurze Kapitel passt sehr gut, denn so sind größere Zeitsprünge möglich, ohne den Leser unnötig zu verwirren. Die Protagonisten sind allesamt sympathisch, wenn auch Lilly, für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr aus dem Bauch heraus agiert.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn es konnte mein Fernweh stillen und hat mich in die traumhaft schöne Provence versetzt.

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Veröffentlicht am 28.03.2021

Viele Rückschläge und eine Münze, die nun den weiteren Weg bestimmt...

Du kannst kein Zufall sein
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Josh hat lange überlegt und sich dann entschlossen, seiner Freundin Jade ganz romantisch an Silvester auf dem London Eye einen Heiratsantrag zu machen. Er konnte ja nicht ahnen, dass diese ihn schon länger ...

Josh hat lange überlegt und sich dann entschlossen, seiner Freundin Jade ganz romantisch an Silvester auf dem London Eye einen Heiratsantrag zu machen. Er konnte ja nicht ahnen, dass diese ihn schon länger mit einem anderen Mann betrügt und so seinen Antrag nicht annehmen wird. So verliert Josh an einem Abend nicht nur seine Freundin, sondern auch seine Wohnung, die eigentlich ihr gehört, und seinen Arbeitsplatz, denn das Hotel, in dem er arbeitet, gehört ihrem Vater. Kann es noch schlimmer werden? Josh ist tieftraurig und wagt nicht mehr, noch eine weitere Entscheidung zu treffen, denn wohin haben ihn diese denn gebracht? Zurück in sein Elternhaus zu seinen Eltern, arbeitslos und mit gebrochenem Herzen... Als er dann eine Münze auf der Straße findet, beschließt er, dass sie nun über sein Schicksal entscheidet. Wie klug dieser Vorsatz war, wird sich in der nächsten Zeit zeigen...

James Bailey hat einen sehr gut zu lesenden und flüssigen Schreibstil. Seine Kapitel sind eher kurz, was Verwirrungen vorbeugt und Zeitsprünge erleichtert. Die Handlung ist nie langweilig oder zieht sich unnötig in die Länge.

Das Buch war unterhaltsam und ich habe es gerne gelesen. Allerdings bin ich mit sämtlichen Charakteren nicht warm geworden und fand gerade Josh manchmal einfach zu sehr in seinem Selbstmitleid versunken, ebenso wie seine chronische Pleite. Auch die Eltern waren mir eher unsympathisch mit ihren seltsamen Charakterzügen, auch wenn ich das Abendessen mit dem Tinder-Date durchaus witzig fand.

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