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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2021

emotionales tiefgründiges Debüt

Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz
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Konnte mich begeistern und berühren. Es triggerte mich, machte mich wütend, weil die Handlungen vieler verantwortlicher Erwachsener zwar realistisch gezeichnet. In meinen Augen aber verantwortungslos und ...

Konnte mich begeistern und berühren. Es triggerte mich, machte mich wütend, weil die Handlungen vieler verantwortlicher Erwachsener zwar realistisch gezeichnet. In meinen Augen aber verantwortungslos und Scheinheilig.
Der Schreibstil ist leicht und verständlich zu lesen. Ja sogar recht einfach und kindlich – wird die Geschichte doch aus der Sichtweise der 18-jährigen Zelda geschrieben. (Für den ein oder anderen Leser sicherlich verstörend) Einer jungen Frau mit besonderen Bedürfnissen die sich ihre Welt durch Übertragung auf das Leben der Wikinger begreift. So fühlte ich mich bei ihren Schilderungen, ihren Gedanken, ihrer Sprache und ihren Handlungen immer an ein Kind erinnert. Während sie sich im nächsten Moment mit den Herausforderungen und Problemen einer erwachsenen Frau auseinandersetzen musste. Volljährigkeit, inwieweit ist für mich Selbständigkeit möglich, erste Liebe, die Herausforderung einen Job zu finden und insbesondere die Thematik der ersten sexuellen Erfahrung.
Um dann im nächsten Augenblick wieder von ihren Erlebnissen im Stadtteilzentrum zu berichten. Indem sie u.a. lernen wie man Schecks einlöst. Und sich diesen Vorgang wieder mit dem Leben der Wikinger für sie verständlich zu machen.
Die Charakterisierung, die Charakterentwicklung von Zelda sehr fein und tiefsinnig ausgearbeitet. Auch wenn ich nicht beurteilen kann – inwieweit die geschilderten Beeinträchtigungen den Tatsachen entsprechen – kenne ich ihre Gedankengänge, die Herausforderungen die das tägliche Leben für Menschen mit einer geistigen Behinderung durch eigene Erfahrungen im Bekanntenkreis bestätigen.
Was mir nicht gefallen hat/ Situationen die mich getriggert haben, einfach weil sie leider viel zu häufig vorkommen. 
Die Reaktionen und stellenweise in meinen Augen unverantwortlichen Handlungen der Erwachsenen. Die Behandlung und Beschreibung von Gert, ihrem Bruder, der Seitens der Erwachsenen ständig für sein Verhalten gegenüber Zelda zurechtgewiesen wird – andererseits handeln ebendiese Erwachsenen in meinen Augen stellenweise wesentlich verantwortungsloser. ...
Auch im Hinblick auf die finanzielle Situation von Zelda und ihrem Bruder.
(siehe Kommentar: Spoiler)
Abschließend kann ich nur sagen.
Im Hinblick auf Zelda und den Herausforderungen denen sie sich als junge beeinträchtigte Frau stellen muss – feinfühlig, emotional und intensiv herausgearbeitet. In meinen Augen gibt die Geschichte einen guten Einblick in die Herausforderungen die das Erwachsenenalter für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung mit sich bringt.
Ein Plädoyer dafür, ihnen ein möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen. Das je nach Beeinträchtigung unterschiedlich ausfällt. Hier wurden die Unterschiede schön herausgearbeitet.
Ein Plädoyer dafür – für sich einzusehen, das Beste aus sich herauszuholen und zu kämpfen.
Und ein Plädiyer dafür, wie wichtig es ist – Unterstützung zu haben.
Etwas, das Gert in seinem Leben nicht erfahren hat. Obwohl er z.B. auch beim gleichen Psychologen in Behandlung war. Gert ist für mich in dieser Geschichte eine tragische Figur. Die stets alles alleine hinbekommen musste. Keinerlei Unterstützung erfuhr. Dessen Charakter es ihm besonders schwer macht und der in der Vergangenheit aus Verzweiflung eine falsche Entscheidung traf – doch was wäre die Alternative gewesen. Ein junger Mann, der wenig bis kein Verständnis, keine Hilfe seitens der Erwachsenen erhält – die Zelda unterstützen.
Verantwortliche Erwachsene – die in meinen Augen teilweise unverantwortlicher und widersprüchlicher handeln als Gert.
Fazit:
Von mir eine klare Leseempfehlung. Emotional und berührend.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2021

spannend düster grauenerregender Krimi

Die Komplizen des Todes
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konnte mich fesseln und überzeugen. Eins ums andere Mal lief mir ein Schaudern über den Rücken als ich die bildhaften Beschreibungen las und mir klar wurde, dass es diese Praxis tatsächlich gibt.
Es sich ...

konnte mich fesseln und überzeugen. Eins ums andere Mal lief mir ein Schaudern über den Rücken als ich die bildhaften Beschreibungen las und mir klar wurde, dass es diese Praxis tatsächlich gibt.
Es sich nicht nur um Fiktion handelte. Eine Geschichte, die mich mit einigen Aussagen und Tatsachen konfrontierte. Mich die unterschiedlichsten Aussagen der Charaktere eins ums andere Mal zum Grübeln brachten. Die jeweiligen Praktiken aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten ließen – mir zeigten, wie schwer es die jeweiligen Praktiken zu bewerten. Sie durchaus ihre Berechtigung haben können – es leider aber immer wieder Menschen gibt, die das Leben nicht achten und aus der Not anderer Profit schlagen. Sie gar über Leichen gehen.

Ein Kritikpunkt gleich vorweg: Es handelt sich bereits um den dritten Teil der Reihe. Dies war mir nicht bewusst, da es kein weiteres Buch der Autorin beim Verlag gibt. Die Geschichte selbst ließ sich gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Die Freundschaft von Laura und Elena war für mich schwer zu greifen. Bis auf einzelne Rückblicke/Anspielungen auf die gemeinsame Vergangenheit der beiden gab es hier kaum etwas, das die Freundschaft der beiden für mich spürbar und erlebbar machte.

Die Geschichte selbst beginnt mit einem Prolog.
Um mich dann als Leser sofort mit einer Massenkarambolage zu konfrontieren. Detaillierte Beschreibungen und ein übler Verdacht sorgten gleich zu Beginn für Spannung und ein Gefühl des Unglaubens, des Ekels stellte sich ein.
Der Verlauf der Handlung spannend. In einige Richtungen ermittelnd, die mich als Leser immer wieder zum Nachdenken brachten. In mir die unterschiedlichsten Gefühle wachriefen.
Unfassbar für welche Zwecke Leichen verwendet werden. Inwieweit diese eine Daseinsberechtigung haben/Wo die Grenzen gezogen werden sollten – darüber sollte sich der Leser eine eigene Meinung bilden.
Die Ermittlungsrichtungen lagen alle im Bereich dessen. Was tatsächlich in Deutschland und auf der Welt mit Leichen geschieht.
Die einzelnen Besuche bei Verdächtigen riefen teilweise eine gewisse morbide Faszination hervor, andererseits war es mir stellenweise nicht möglich die Geschichte zu lesen und ich überflog die ein oder andere Zeile, da diese doch sehr detailliert beschrieben wurden – und mir die Vorstellung allein bereits Übelkeit verursachte. Mich immer wieder in Abgründe blicken ließ. Ein ständiger Spagat zwischen Wissenschaft und Profit. Was wäre/ist wissenschaftlich vertretbar – und dem unvorstellbaren Profit – der damit gemacht wird.
Das Ende mit etwas weniger Action wäre in meinen Augen glaubwürdiger gewesen. Hier war es mir einfach einen Ticken zu viel.
Die Charaktere selbst waren fein ausgearbeitet. Ihre Charaktereigenschaften, die Triebfeder für ihr Handeln wurde deutlich. Die wissenschaftliche Faszination, die Verführung des Profits der damit zu machen ist. Die Verzweiflung der Täter, ihre Beweggründe für die Taten.
Fazit:
Ein exzellenter Krimi mit sympathischen Ermittlern. Spannenden, zu wenig beachteten kontroversen Themen. Profitgier, die vor nichts Halt macht. Den Leser zum Nachdenken anregt. Ihn einerseits fesselt ihm andererseits ein Gefühl des Grauens vermittelt. Ekelgefühle hervorruft.

Coverrechte: Verlag

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Veröffentlicht am 14.05.2021

emotional berührendes fesselndes und spannendes Ende

Unheilbar
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konnte mich wieder begeistern und emotional mitnehmen.

Wie bereits im ersten Teil wird die Geschichte wieder aus der Sichtweise der beiden Protagonisten Romeo und Liv erzählt, sodass ich als Leser ...



konnte mich wieder begeistern und emotional mitnehmen.

Wie bereits im ersten Teil wird die Geschichte wieder aus der Sichtweise der beiden Protagonisten Romeo und Liv erzählt, sodass ich als Leser ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen sehr gut nachvollziehen konnte. Mich emotional mit ihnen verbunden fühlte.
Die Charaktere wurden wieder fein ausgearbeitet. Ihre Gefühle konnte ich als Leser sehr gut nachvollziehen, mich emotional auf sie einlassen.

Die Handlung spannend und fesselnd. Auch wenn sich meine Ahnungen bestätigt haben.
Die ausgestandenen Ängste, die Verzweiflung. Romeos Reaktion. Die Reise nach Sizilien um sich seiner Vergangenheit zu stellen.
Ließen mich als Leser eins ums andere Mal den Atem anhalten.
Eine atemberaubende tiefsinnige Geschichte für alle die tiefsinnige Romance-Geschichten lieben.

Coverrechte: s. Autorin

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Veröffentlicht am 09.05.2021

magisches fesselndes Abenteuer

Flüsterwald - Das Abenteuer beginnt (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 1)
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konnte uns als Hörbuch begeistern.

Zum Inhalt:

Wenig begeistert zieht Lukas mit seiner Familie ins langweilige Winterstein. Eine geheimnisvolle Tür, ein verborgener Dachboden mit unzähligen Büchern ...



konnte uns als Hörbuch begeistern.

Zum Inhalt:

Wenig begeistert zieht Lukas mit seiner Familie ins langweilige Winterstein. Eine geheimnisvolle Tür, ein verborgener Dachboden mit unzähligen Büchern und geheimnisvollen Fläschchen können, als Bücherwurm der er ist, seine Begeisterung wecken. Als der dann des Nachts ein koboldartiges Wesen in seinem Zimmer entdeckt, das mit einem Sack voller Diebesgut verschwindet. Nimmt er sofort die Verfolgung auf – und gerät in ein spannendes magisches Abenteuer. …

Die Charaktere waren fein gezeichnet und gut ausgearbeitet. Lukas, seine Familie aber auch die Wesen, denen Lukas im Flüsterwald begegnet sympathisch, jeder für sich zauberhaft und magisch. Die Warks auf kindgerechte Art gruselig.
Wir konnten sie uns sehr gut vorstellen. Ihre Charaktere einzigartig. Insbesondere Rani wuchs uns ans Herz.

Die Welt rund um den Flüsterwald, magisch voller lustiger Ideen – von denen wir uns einige für unsere Welt wünschen würden. Vor allem die …. aber ich will ja nicht spoilern.
Die Ideen rund um die Bücher – grandios. Allein für diese Ideen lohnt es sich, die Geschichte zu lesen.

Der Satzbau, die Sprache einfach und kindgerecht und auf die Zielgruppe abgestimmt.
Dem Sprecher Timo Weissschnur konnten wir gut folgen. Er las abwechslungsreich, hatte eine angenehme Stimme und ein gutes Erzähltempo. Die Figuren wurden lebendig.

Fazit:
Ein spannendes magisches fantastisches Abenteuer für junge Leser. Mit faszinierenden Ideen zu „Büchern im Flüsterwald“.
Von uns eine klare Hörempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

einfühlsam, emotional von mir eine klare Leseempfehlung

Mein Leben als lexikalische Lücke
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Mein Leben als lexikalische Lücke



von Kyra Groh



konnte mich fesseln und begeistern.



Die Geschichte wird abwechselnd aus Bennis und Jules Sichtweise erzählt, sodass ich als Leser ihre Gedanken, ...

Mein Leben als lexikalische Lücke



von Kyra Groh



konnte mich fesseln und begeistern.



Die Geschichte wird abwechselnd aus Bennis und Jules Sichtweise erzählt, sodass ich als Leser ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse miterlebte und ihre Handlungsweisen besser nachvollziehen konnte. Überaus gelungen – die Kapitelüberschriften mit lexikalischen Begriffen zu Gefühlszuständen, für die es in anderen Sprachen keinen Begriff gibt.



Die Charaktere wurden fein ausgearbeitet, sodass ich mich als Leser sehr gut mit ihnen identifizieren konnte. Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen sehr gut nachvollziehen konnte. Die Eltern und ihre Einstellung wirkten vielleicht etwas zu klischeehaft. Sodass ich mich als älterer Leser immer wieder fragte, wie repräsentativ dieses Elternbild noch ist. Oder ob es nur überspitzt dargestellt werden sollte.

Jule und Benni, zwei Nerds und insbesondere Jule entspricht dem aktuellen Weltbild fortschrittlicher Jugendlicher: vegan, feministisch, gegen Rassismus, sich für den Klimawandel einsetzend.

Sehr einfühlsam und anschaulich umgesetzt, die Gefühle von Benni und Jule. Ihre Unsicherheiten, ihr mangelndes Selbstwertgefühl, ihre Zerrissenheit gegenüber ihren Eltern und deren Weltbild aber auch ihre eigene Außenseiterrolle bei Gleichaltrigen.

Wie sie es langsam schaffen, sich immer weiter abzunabeln. Zu neuen Erkenntnissen über sich selbst, ihre Eltern und den Umgang mit ihnen zu gelangen.



Die Handlung selbst greift die unterschiedlichsten aktuellen Themen auf. Zu denen Jugendliche sich eine Meinung bilden, die häufig auch konträr zu denen der Eltern stehen.

Veganer Ernährungsstil, Feminismus, die althergebrachten Rollenverteilungen in der Familie, wieviel Einfluss von Religion im Alltag, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Klimawandel.

Die Schwierigkeiten und Unsicherheiten der Jugendlichen werden hier anschaulich aufgezeigt. Wie schwer es ist, seine eigene Meinung zu bilden und diese dann insbesondere gegenüber der eigenen Familie und Freunden zu vertreten. Welchen Balanceakt es bedeutet, sich selbst zu verleugnen, wie es nach und nach doch gelingen kann.



Fazit:

Für mich eine klare Leseempfehlung. Eine emotionale Geschichte, bei der die schwerwiegenden Themen nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt werden.

Sondern den Focus auf Bennis und Jules Entwicklung zu belassen.





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