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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2021

spannender tiefsinniger Abschluss

A. S. Tory und das Spiel mit der Zeit
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konnte mich auch diesmal wieder begeistern. Geschickt gelang es der Autorin geschichtliche und aktuelle Ereignisse miteinander in Verbindung zu bringen, Parallelen zu ziehen, sodass der Leser zum Nachdenken ...

konnte mich auch diesmal wieder begeistern. Geschickt gelang es der Autorin geschichtliche und aktuelle Ereignisse miteinander in Verbindung zu bringen, Parallelen zu ziehen, sodass der Leser zum Nachdenken und Philosophieren angeregt wurde. Sich sowohl mit den geschichtlichen Ereignissen, ihren bis heute andauernden Auswirkungen auseinanderzusetzten. Und sich in Gedankenexperimenten mit seiner eigenen Einstellung zum Leben, und zu den Ereignissen auseinanderzusetzen.

Der Zeitgeist der jeweiligen Zeit wurde sehr gut eingefangen. Die Gefühle der jeweiligen Zeit wurden sehr gut eingefangen und mir als Leser spürbar vermittelt.

Mit Sid und Chiara geht es zum letzten Mal auf einen neuen Roadtrip. Diesmal werden sie von ihrem Freund A.S. Tory dazu aufgefordert in einer alten Frankfurter Villa nach Spuren der ehemaligen Bewohner zu suchen. Hierbei stoßen sie auf Familien-Geheimnisse die sie gerne aufklären möchten. Deren Spuren sie quer durch Deutschland und in unterschiedliche Zeitepochen führen.

Die vielschichtigen Charaktere waren wieder fein ausgearbeitet. Ihre Entwicklung glaubwürdig und sehr gut nachvollziehbar.

Der Schreibstil wie gewohnt leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache bildreich sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Atmosphäre, die Stimmung der jeweiligen Zeitepoche wurde spürbar eingefangen.

Die Geschichte selbst wird wieder aus Sids Sichtweise erzählt, sodass ich mich als Leser zusammen mit ihm und Chiara auf die Reise begabt. Nach und nach die Geheimnisse der Familie aufdeckte.

Gleichzeitig gibt es immer wieder „Tonbandaufzeichnungen“ (für den Leser gut erkennbar in einer anderen Schriftart) in denen wir als Leser einen berührenden Einblick in das Leben eines jungen Mannes erhielten.

Ein würdiger Abschluss einer ganz besonderen Buchreihe.

Die insbesondere Jugendlichen „Geschichte“ auf eine für mich bisher einzigartige fesselnde Weise näherbringt. Die Vergangenheit und Gegenwart perfekt miteinander verbindet. Deutlich macht, wie bedeutend die Vergangenheit auch für die heutige Zeit ist.

Zum Nachdenken und Nachforschen anregt.

Die über 4 Bände hinweg das „Erwachsen werden“ Jugendlicher begleitet, in A.S. Tory die Bedeutung und Aufgabe der „erwachsenen Bezugspersonen“ widerspiegelt – um junge Menschen ins Leben zu begleiten.

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Veröffentlicht am 08.09.2021

beeindruckender fesselnder Reihenauftakt mit fantastischem Weltenaufbau

Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss
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konnte mich begeistern und fesseln.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird aus Elaines Sichtweise erzählt, ...



konnte mich begeistern und fesseln.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird aus Elaines Sichtweise erzählt, sodass ich als Leser zusammen mit ihr die erfundene Welt entdeckte. Ihre Abenteuer erlebte. Ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen gut nachvollziehen konnte. Die Geschichte selbst ist in 3 Teile aufgeteilt in der die Geschichte in eine neue Handlungsphase tritt und das Setting wechselt.

Als Leser wurde ich sofort mitten ins Geschehen geworfen. Erfuhr nach und nach etwas mehr über den Weltenaufbau. Elaine und Luka waren mir sofort sympathisch und ich verfolgte gespannt wie es weiterging.

Die Charaktere waren gut ausgearbeitete. Ich konnte ihre Gefühle, Gedanken und Handlungsweisen nachvollziehen, entwickelte Sympathien und Antipathien. Schüttelte immer wieder mit dem Kopf und fühlte mich emotional mit den Charakteren verbunden.
Der Weltenaufbau faszinierend und fesselnd. Die unterschiedlichen Lager, die Idee der Vortexe und alles was mit ihnen zusammenhängt beeindruckend. Themen wie Wahrheitsfindung, Vorurteile und Unterdrückung wurden sehr gut in die Geschichte eingebunden – ließen mich als Leser parallelen zu unseren heutigen Problemen ziehen.

Fazit:
Ein packender fesselnder Reihenauftakt mit einem fantastischen neuartigen Weltenaufbau.



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Veröffentlicht am 20.08.2021

locker, leichte, humorvolle Geschichte voller Weisheit und Tiefe

Zeitenchaos
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konnte mich begeistern und nachdenklich stimmen. Es handelt sich um den 2. Teil einer Dilogie – kann aber unabhängig vom ersten Teil gelesen werden. (Dem kann ich nur zustimmen, ich kenne den ersten Teil ...


konnte mich begeistern und nachdenklich stimmen. Es handelt sich um den 2. Teil einer Dilogie – kann aber unabhängig vom ersten Teil gelesen werden. (Dem kann ich nur zustimmen, ich kenne den ersten Teil nicht – allerdings entgeht einem so die ein oder andere Bezug zum ersten Teil.)

Der Schreibstil locker und leicht - voller Humor und versteckten Anspielungen. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird überwiegend aus Noahs Sichtweise erzählt, sodass ich die Geschichte durch seine Augen erlebte. Seine Gedanken und Gefühle hautnah miterlebte, seine Handlungsweisen gut nachvollziehen konnte. Ich mich mit ihm emotional verbunden fühlte. Hin und wieder wechselt plötzlich die Sichtweise zu Pepper und gab mir die Möglichkeit die Situation aus Peppers Sichtweise zu betrachten und konnte Ihre Gefühle und Gedanken miterleben. Bekam einen kleinen Einblick in ihre Erlebnisse und Eindrücke.
Sehr gelungen – und für den Leser sehr schnell zu erkennen, denn bei Peppers Sichtweise wechselt die Schrift – sodass ich als Leser sofort wusste, wessen Eindrücke und Erlebnisse gerade geschildert werden.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Die beiden Protagonisten Noah und Pepper waren mir gleich sympathisch. Ihre Gefühle füreinander spürbar. Kurze Zeit später wurde die Geschichte für mich einen Augenblick lang sperrig. Wobei ich nicht herausgefunden habe – ob sich hier die Stimmung der Szene auf mich übertrug oder ich an diesem Tag einfach ein Brett vor dem Kopf hatte. Danach konnte begleitete ich Noah auf seinen Reisen durch die unterschiedlichsten Zeiten – immer auf der Suche, nach einem Weg zurück zu Pepper.

Die Charaktere waren fein ausgearbeitet. Sympathisch, authentisch – zutiefst menschlich mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten.
Als Leser konnte ich mich in ihnen widerfinden, insbesondere mit Noah mitleiden und mitfiebern, den Kopf schütteln, Finn, seine Eltern und die Taschenuhr verfluchen.
Die Charakterentwicklung stand für mich eindeutig im Focus, die Erkenntnisse und Einsichten, die insbesondere Noah und Finn in dieser Geschichte gewinnen. Vom Leser kaum zu bemerken, wurden die Protagonisten in dieser Geschichte zu neuen Einsichten und Weisheiten geführt. Die sie schließlich dazu brachten sich weiterzuentwickeln.
Dabei scheint die Geschichte selbst auf den ersten Blick voller Leichtigkeit und Humor, die dem Leser einfach nur Freude bereitet, ihn verzweifeln lässt – mit all dem Chaos, die durch die Zeitreisen ausgelöst werden.

Fazit:
Von mir eine klare Leseempfehlung.
Eine locker leichte Geschichte voller Humor und Choas und doch voller Tiefe und Weisheiten. Deren Tiefe und Weisheiten dem Leser nach und nach bewusst werden.

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Veröffentlicht am 25.06.2021

emotional berührende tiefsinnige Lovestory

Das Lied der Wölfe
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konnte mich emotional berühren. Zum Schmunzeln bringen, aber auch zu Tränen rühren.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die ...

konnte mich emotional berühren. Zum Schmunzeln bringen, aber auch zu Tränen rühren.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Beschreibungen der schottischen Landschaft, die vereinzelt detaillierte Schilderung der Geschichte Schottlands versetzen mich beim Lesen nach Schottland – und weckten die Sehnsucht dieses Land zu besuchen.
Ebenfalls sehr genau recherchiert und mir als Leser nähergebracht. Das Leben der Wölfe, und die Wiederansiedlung der Wölfe in freier Wildbahn. Die Vorteile – wie vielfältig sich die Rückkehr freilebender Wölfe auf die Tiere und auch die Flora und Fauna auswirkt. Die wechselseitigen Beziehungen der verschiedensten Tierarten untereinander, aber auch die unterschiedlichen Verhaltens- und Lebensweisen freilebender im Gegensatz zu den Rudel-Hierarchien von Wölfen in Gefangenschaft. Auch die Sorgen und Befürchtungen der Gegner wurden angesprochen die Möglichkeiten diese Sorgen zu reduzieren. Die Maßnahmen, die ergriffen werden um ein Miteinander von Wolf und Mensch zu ermöglichen – wurden mir als Leser anschaulich und detailliert vermittelt.
Da die Geschichte sowohl aus Kayas, als auch aus Nevis Sichtweise geschildert wird. Erhielt ich als Leser einen Einblick in ihre jeweiligen Gedanken und Gefühle und konnte so ihre Handlungsweisen besser nachvollziehen. So fühlte ich mich den Charakteren noch mehr verbunden, konnte mich emotional auf sie einlassen. Beide Charaktere, aber insbesondere Nevis leiden an traumatischen Erfahrungen in ihrer Vergangenheit, die sie bis heute noch nicht wirklich aufgearbeitet haben. Sehr detailliert wurde herausgearbeitet, die sie diese Vergangenheit prägte. Wie die Vergangenheit die eigenen Reaktionen und Handlungsweisen bestimmt. Aber auch die Auswirkungen auf Freunde und Familie – die durch diese Ereignisse ebenfalls an der ein oder anderen Stelle unangemessen/übergriffig reagieren. Sehr fein und vielschichtig wurde herausgearbeitet wie wichtig es ist – traumatische Erfahrungen zu verarbeiten, sie zu thematisieren und anzusprechen, wie schnell jemandem im Affekt etwas herausrutscht – das unbesprochen – große Auswirkungen auf die Beziehung der Betroffenen haben kann.
Ebenfalls sehr detailliert und vielschichtig wurde das Thema PTBS in Bezug auf Kriegstraumata recherchiert und mir als Leser nähergebracht.
Fazit:
Ein vielschichtiger Roman. Eine Liebesgeschichte, ein Plädoyer für die Rückkehr freilebender Wölfe, mit kleinen Einblicken in die schottische Geschichte.
Eine Geschichte mit vielschichtigen und tiefsinnigen Charakteren in denen unausgesprochene, verheimlichte Familiengeheimnisse und ihre zerstörerische Kraft aber auch die Langzeitfolgen von im Krieg Versehrten und an PTBS leidenden Soldaten sowohl für die Betroffenen selbst, als auch die Familie thematisiert wurden. Und so den Leser zum Nachdenken anregen.

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Veröffentlicht am 06.06.2021

emotionales tiefgründiges Debüt

Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz
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Konnte mich begeistern und berühren. Es triggerte mich, machte mich wütend, weil die Handlungen vieler verantwortlicher Erwachsener zwar realistisch gezeichnet. In meinen Augen aber verantwortungslos und ...

Konnte mich begeistern und berühren. Es triggerte mich, machte mich wütend, weil die Handlungen vieler verantwortlicher Erwachsener zwar realistisch gezeichnet. In meinen Augen aber verantwortungslos und Scheinheilig.
Der Schreibstil ist leicht und verständlich zu lesen. Ja sogar recht einfach und kindlich – wird die Geschichte doch aus der Sichtweise der 18-jährigen Zelda geschrieben. (Für den ein oder anderen Leser sicherlich verstörend) Einer jungen Frau mit besonderen Bedürfnissen die sich ihre Welt durch Übertragung auf das Leben der Wikinger begreift. So fühlte ich mich bei ihren Schilderungen, ihren Gedanken, ihrer Sprache und ihren Handlungen immer an ein Kind erinnert. Während sie sich im nächsten Moment mit den Herausforderungen und Problemen einer erwachsenen Frau auseinandersetzen musste. Volljährigkeit, inwieweit ist für mich Selbständigkeit möglich, erste Liebe, die Herausforderung einen Job zu finden und insbesondere die Thematik der ersten sexuellen Erfahrung.
Um dann im nächsten Augenblick wieder von ihren Erlebnissen im Stadtteilzentrum zu berichten. Indem sie u.a. lernen wie man Schecks einlöst. Und sich diesen Vorgang wieder mit dem Leben der Wikinger für sie verständlich zu machen.
Die Charakterisierung, die Charakterentwicklung von Zelda sehr fein und tiefsinnig ausgearbeitet. Auch wenn ich nicht beurteilen kann – inwieweit die geschilderten Beeinträchtigungen den Tatsachen entsprechen – kenne ich ihre Gedankengänge, die Herausforderungen die das tägliche Leben für Menschen mit einer geistigen Behinderung durch eigene Erfahrungen im Bekanntenkreis bestätigen.
Was mir nicht gefallen hat/ Situationen die mich getriggert haben, einfach weil sie leider viel zu häufig vorkommen. 
Die Reaktionen und stellenweise in meinen Augen unverantwortlichen Handlungen der Erwachsenen. Die Behandlung und Beschreibung von Gert, ihrem Bruder, der Seitens der Erwachsenen ständig für sein Verhalten gegenüber Zelda zurechtgewiesen wird – andererseits handeln ebendiese Erwachsenen in meinen Augen stellenweise wesentlich verantwortungsloser. ...
Auch im Hinblick auf die finanzielle Situation von Zelda und ihrem Bruder.
(siehe Kommentar: Spoiler)
Abschließend kann ich nur sagen.
Im Hinblick auf Zelda und den Herausforderungen denen sie sich als junge beeinträchtigte Frau stellen muss – feinfühlig, emotional und intensiv herausgearbeitet. In meinen Augen gibt die Geschichte einen guten Einblick in die Herausforderungen die das Erwachsenenalter für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung mit sich bringt.
Ein Plädoyer dafür, ihnen ein möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen. Das je nach Beeinträchtigung unterschiedlich ausfällt. Hier wurden die Unterschiede schön herausgearbeitet.
Ein Plädoyer dafür – für sich einzusehen, das Beste aus sich herauszuholen und zu kämpfen.
Und ein Plädiyer dafür, wie wichtig es ist – Unterstützung zu haben.
Etwas, das Gert in seinem Leben nicht erfahren hat. Obwohl er z.B. auch beim gleichen Psychologen in Behandlung war. Gert ist für mich in dieser Geschichte eine tragische Figur. Die stets alles alleine hinbekommen musste. Keinerlei Unterstützung erfuhr. Dessen Charakter es ihm besonders schwer macht und der in der Vergangenheit aus Verzweiflung eine falsche Entscheidung traf – doch was wäre die Alternative gewesen. Ein junger Mann, der wenig bis kein Verständnis, keine Hilfe seitens der Erwachsenen erhält – die Zelda unterstützen.
Verantwortliche Erwachsene – die in meinen Augen teilweise unverantwortlicher und widersprüchlicher handeln als Gert.
Fazit:
Von mir eine klare Leseempfehlung. Emotional und berührend.

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