Profilbild von Mine_B

Mine_B

Lesejury Star
offline

Mine_B ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Mine_B über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2021

Krone des Himmels

Krone des Himmels
0

Juliane Stadler hat mit ihrem historischen Roman „Krone des Himmels“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt im 12. Jahrhundert und thematisiert einen Kreuzzug, mit dem Ziel Jerusalem zurück zu erobern.

Klappentext:
Im ...

Juliane Stadler hat mit ihrem historischen Roman „Krone des Himmels“ ihren Debütroman geschrieben. Dieser spielt im 12. Jahrhundert und thematisiert einen Kreuzzug, mit dem Ziel Jerusalem zurück zu erobern.

Klappentext:
Im Jahr 1189 wird die Welt vom großen Religionskrieg zwischen Abendland und Orient erschüttert. Das Schicksal führt die Handwerkertochter Aveline und den Wundarzt Étienne auf den Kreuzzug von Frankreich nach Jerusalem. Während der Belagerung der Hafenstadt Akkon wachsen beide über sich hinaus – doch ihre Liebe zueinander wird im großen Kampf um das Heilige Land auf die Probe gestellt...

Der Klappentext konnte sofort mein Interesse wecken. Ein Roman über die Kreuzzüge, welches im Heiligen Land spielt. Ich habe gehofft, dass dieses Buch voller Spannung und liebevoller historischer Details ist. Meine Hoffnungen und Erwartungen an dieses Werk wurden vollkommen erfüllt.
Zuerst ist mir die umfangreiche und liebevolle Gestaltung des Buches aufgefallen. Dieser historische Roman ist mit Bonusmaterial ausgestattet, welche es dem Leser ermöglichen, sich besser zurechtzufinden. Besonders die Karte im Buch fand ich hilfreich, konnte man sich so besser orientieren und die Handlungsorte gut verfolgen.
Der Schreibstil ist angenehm. Stadler schafft es auf viele Arten, Spannung zu erzeugen. Dabei schafft sie ein packendes Setting und eine wunderbare Atmosphäre. Während des Kreuzzuges gibt es einige Tiefpunkte, welche wir zusammen mit den Charakteren durchstehen müssen. Aber auch Wendepunkte werden in die Handlung eingebaut, welche neue Hoffnungen streuen. Dabei merkt man jeder Seite an, dass die Autorin Juliane Stadler eine umfangreiche Recherche hingelegt hat. Viele Details werden in die Handlung mit eingebaut und überzeugen dabei vom Erzähltalent Stadlers. Gekonnt werden die historischen Gegebenheiten in die fiktive Haupthandlung eingebunden und ergeben dabei ein rundes Bild. Als Leser lernt man noch das ein oder andere über die damalige Zeit und verfolgt voller Spannung, wie es mit den Charakteren weitergeht.
„Krone des Himmels“ kann auf vielseitige Art überzeugen. Stadler schafft es, dass die Handlung permanent spannend erzählt wird. Dies ist ein historischer Roman, welcher einen Kreuzzug thematisiert. Daher überrascht es nicht, dass es einige kriegerische Auseinandersetzungen gibt. Kämpferische Szenen sind in diesem Werk keine Seltenheit und manchmal fließt auch Blut. Aber diese Stellen werden nicht allzu detailliert erzählt, dennoch kann man sich diese Szenen dank des guten Schreibstils der Autorin gut vorstellen. Einige unerwartete Wendungen werden eingebaut, sodass man das Buch nur ungern aus der Hand legen möchte, möchte man einfach wissen wie es weitergeht. „Krone des Himmels“ wird aus mehreren Erzählsträngen erzählt. Dabei schafft es Stadler, dass diese gut aufeinander abgestimmt sind. Ein gutes Wechselspiel dieser Perspektiven liegt hier vor, sodass diese stimmig auf mich wirkten. Auch werden dem Leser Einblicke in das gegnerische Lager gewährt. Wobei diese Abschnitte zu Beginn recht kurz gehalten sind, hier hätte ich mir manchmal einfach mehr gewünscht. Aber dies beweist nur, wie packend dieser Roman erzählt wird.
Stadler konnte mich auch mit ihren Charakteren überzeugen. Hierbei sind nicht nur die Protagonisten Etienne und Aveline umfangreich dargestellt, auch die Nebencharaktere können durch ihre Komplexität und Lebendigkeit beeindrucken. Etienne ist ein missgebildeter junger Mann, welcher aus Frankreich stammt. Aufgrund seiner Missbildung hat er zu Hause nicht einfach, daher beschließt er schließlich, sein Zuhause zu verlassen. Dabei begegnet er dem Wundarzt Caspar. Dieser rettet ihn das Leben und so beschließt Etienne Caspar zu folgen und zusammen mit ihm durch das Land zu ziehen. Dabei wird Etienne sein Assistent und lernt so einiges über die Arbeiten als Wundarzt. Aveline, genannt Ava, ist eine junge Frau. Sie musste einen Schicksalsschlag erleiden, welchen damals bestimmt viele Frauen ausgesetzt waren. Sie sehnt sich nach Vergebung und will von ihrer Sünde freigesagt werden. Daher beschließt sie im Laufe des Buches, dass sie nach Jerusalem pilgern will, damit sie von ihren Sünden frei kommt. Damit sie ihr Ziel erreichen kann, gibt sie sich als Mann aus und nennt sich Avery. Durch einen Zufall schließt sie sich dem Kreuzzug an und kämpft in diesem als Bogenschütze. Es bleibt nicht aus, dass sich Etienne und Ava sich im Verlauf der Handlung begegnen – die Umstände, wie diese Begegnung ablaufen wird, ist hierbei das spannende.

Insgesamt konnte mich Juliane Stadler mit ihrem Debütroman „Krone des Himmels“ überzeugen. Hierbei waren viele Faktoren stimmig. Der historische Roman ist spannend geschrieben, gespickt mit kriegerischen Auseinandersetzungen, überzeugenden Charakteren und einer umfangreichen Recherche. Mir hat dieses Buch überraschenderweise gut gefallen. Ich vergebe hier 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung für Leser von historischen Romanen.

Veröffentlicht am 14.06.2021

Imperator

Imperator
0

Der bekannte Autor Kai Meyer hat mit „Imperator“ den Auftakt zu seiner neuen Reihe veröffentlicht, wobei bisher drei Bände angesetzt sind. Eigentlich war dieser Titel als Hörspiel- Reihe gedacht. Dies ...

Der bekannte Autor Kai Meyer hat mit „Imperator“ den Auftakt zu seiner neuen Reihe veröffentlicht, wobei bisher drei Bände angesetzt sind. Eigentlich war dieser Titel als Hörspiel- Reihe gedacht. Dies wurde auch über eine bekannte Hörbuch-Plattform umgesetzt. Jedoch wurde aus diesem Konzept nun in Zusammenarbeit mit Lisanne Surborg das Buchformat auf den Markt gebracht. „Imperator“ lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Rom in den Swinging Sixties – eine Stadt der Filmstars und Verbrecher, der Starlets und Geisterbeschwörer, des alten Adels und der korrupten Politik. Die Studentin Anna schließt sich einer Gruppe Paparazzi an, um inkognito den Mörder ihrer Mutter zu jagen. Zugleich soll der Privatdetektiv Gennaro Palladino den Tod eines wahnsinnigen Malers aufklären. Die Suche nach der Wahrheit führt Anna zusammen mit dem jungen Fotografen Spartaco durch Paläste und verlassene Villen, durch Filmstudios und verruchte Jazzclubs – und immer wieder auf die legendäre Via Veneto, den Brennpunkt des Dolce Vita. Während die High Society im Champagner badet und Regierungsgegner die Revolution planen, ziehen finstere Mächte die Fäden. Sie wollen die Auferstehung des antiken Rom – koste es, was es wolle.

Die Bücher aus der Feder von Kai Meyer habe ich bisher alle sehr gerne gelesen, teilweise auch richtig inhaliert und ein paar haben mich davon schon in meiner frühen Jugend begleitet. Als dann seine Hörspielreihe auch als Buch erscheinen sollte, war meine Vorfreude groß – vom Klappentext klang es nur allzu vielversprechend. Daher habe ich mich voller Erwartungen und Hoffnungen an dieses Buch gemacht und wurde nicht enttäuscht. Auch sollte man dabei beachten, dass die Idee zwar von Kai Meyer stammt. Das Buch wohl aber von Lisanne Surborg in Zusammenarbeit mit Kai Meyer geschrieben wurde, dessen war ich mir zu Beginn gar nicht bewusst.
Der Schreibstil ist angenehm. Dieser ist ohne überflüssiges Beiwerk und kommt ohne unnötige Details aus. Auch ist der Erzählstil sehr bildhaft und gekonnt wird eine gelungene Atmosphäre aufgebaut und ausgebaut. Diese verdichtet sich immer mehr und man hat ein gelungenes Bild von der Stadt Rom mitsamt seinen Bewohnern innerhalb dieser beschwingten Zeiten vor Augen. Temporeich wird die Story erzählt, Spannung wird auf vielseitige Weise erzeugt, sodass diese keinen Abbruch findet. All dies hat dazu geführt, dass sich das Buch „Imperator“ flüssig lesen ließ.
Die Grundidee konnte mich ebenfalls überzeugen. Diese ist interessant und hat einige faszinierende Aspekte. Die Handlung besticht durch seine Vielseitigkeit – die Welt der Filmstars, welche versuchen, in Rom wieder Fuß zu fassen. Dabei ein Kriminalfall, welcher aufgeklärt werden muss, zusätzlich der Mystery- Aspekt. Und als ob dies noch nicht genug wäre, sind auch noch politische Machenschaften von großer Bedeutung. Der Leser muss ganz schon aufpassen, damit er den Anschluss nicht verliert. Aber mir hat dieses Wechselspiel zwischen den einzelnen Schichten der Handlung viel Spaß gemacht. Ich wollte wissen, wie all dies zusammenhängt und wie diese ganz unterschiedlichen Aspekte zusammengeführt werden. Viele Fragen werden in den Raum geworfen, ein paar werden beantwortet. Aber vor allem werden noch mehr Fragen aufgewirbelt, sodass man am liebsten gleich die Fortsetzung lesen möchte.
Dieses Buch wird in zwei Handlungssträngen erzählt, welche erst später zusammengefügt werden. Der eine Strang erzählt die Sicht von Anna Savarese. Diese wohnt in London und hat erst vor Kurzem ihre Mutter verloren. Der Vater steht im Tatverdacht, seine Frau ermordet zu haben. Um dieses Rätsel zu lösen, reist Anna nach Rom zu ihrem Onkel, welcher Paparazzi ist. Auch Anna fotografiert sehr gerne und daher ist es naheliegend, dass sie mit diesem Beruf Geld verdienen möchte, auch hilft ihr diese Tätigkeit bei der Aufklärung in Bezug auf die genauen Umstände zur Ermordung ihrer Mutter. Recht schnell lernt sie Spartacus kennen. Dieser ist ebenfalls Paparazzi und häufig zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Hinter ihm steckt mehr, als Anna zunächst vermutet. Die beiden geben ein tolles Team ab und mit Vergnügen habe ich die Interaktionen zwischen den beiden mitverfolgt. Der andere Erzählstrang thematisiert Gennaro Palladino. Dieser ist ein ehemaliger Polizist und arbeitet mittlerweile als Privatdetektiv. Er soll einen Mord aufklären und gelangt dabei in ähnliche Kreise wie auch Anna. Mir persönlich war dieser Strang ein bisschen zu distanziert, mir hat hier die Bindung zum Protagonisten gefehlt. Dennoch ist dieser spannend und bringt nochmal ganz andere Aspekte in das Buch mit ein.

Insgesamt hat mir das Gemeinschaftsprojekt von Kai Meyer und Lisanne Surborg „Imperator“ gut gefallen. Es ist ein gelungener Genremix, ein Wechselspiel zwischen Krimi/ Thriller und Mystery. Dieses Buch hat mich gut unterhalten und gebannt habe ich die Handlung verfolgt, wollte wissen, wie all dies ausgeht. Daher warte ich voller Vorfreude auf die Fortsetzung. Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 16.05.2021

Eine geheime Akademie

Tale of Magic: Die Legende der Magie 1 – Eine geheime Akademie
0

Chris Colfer hat mit „Tale of Magic – Eine geheime Akademie“ den Reihenauftakt zu seiner neuen Fantasy- Jugendbuchreihe geschrieben. Es gibt auch ein paar Andeutungen zu seiner anderen Reihe „Land of Stories“, ...

Chris Colfer hat mit „Tale of Magic – Eine geheime Akademie“ den Reihenauftakt zu seiner neuen Fantasy- Jugendbuchreihe geschrieben. Es gibt auch ein paar Andeutungen zu seiner anderen Reihe „Land of Stories“, dennoch lässt sich dieses Buch wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen.

Klappentext:
Brystal Evergreen liebt Bücher. Aber im Südlichen Königreich, wo sie lebt, ist Lesen für sie verboten. Als sie trotzdem an ein geheimnisvolles Buch gerät, ändert sich ihr Leben für immer: Brystal erfährt, dass sie magische Fähigkeiten besitzt! Sie wird an einer geheimen Akademie aufgenommen, wo sie zusammen mit anderen Schülern in guter Magie ausgebildet wird.
Doch die magische Gemeinschaft kennt nicht nur gute, sondern auch böse Magie. Brystal, die zu Erstaunlichem bestimmt ist, findet sich mit ihren Freunden plötzlich inmitten eines Kampfs gegen finsterste Hexenkraft wieder. Und nicht nur die Zukunft der Akademie ist in Gefahr – sondern das Schicksal der ganzen Welt.

„Tale of Magic – Eine geheime Akademie“ war mein erstes Buch von dem Autor Chris Colfer, der mir vorher vollkommen unbekannt war. Mich hat der Klappentext zu diesem Buch gereizt. Eigentlich hatte ich an dieses Werk keine großen Erwartungen, umso größer war meine Überraschung, im positiven Sinne.
Schon die Gestaltung des Buches hat mir sofort zugesagt. Liebevoll ist „Eine geheime Akademie“ aufgebaut. Viele ansprechende Illustrationen sind beigefügt wurden und auch eine hilfreiche Karte ist enthalten.
Der Schreibstil von Chris Colfer ist angenehm und bildhaft. Er schafft es gekonnt, dass dem Leser Bilder vor seinem geistigen Auge aufgezeigt werden, sodass man ganz schnell in dieses Werk eintauchen kann. Dieses Jugendfantasybuch hat sich flüssig lesen lassen und ich konnte dabei den Alltag um mich herum vergessen. Positiv möchte ich auch den Weltenaufbau hervorheben. Dieser war durchdacht und man erfährt schon im Auftaktsband einiges über die Geschichte dieser Welt, dessen Schwierigkeiten, den Traditionen der einzelnen Länder oder auch den aktuellen politischen Gegebenheiten. Man bekommt als Leser einen umfangreichen Einblick in diese Welt und ihre Probleme, welche bewältigt werden müssen. Auch das magische Setting hat mir zugesagt. Ideenreich werden fantastische Wesen in die Handlung eingebunden, sowohl altbewehrte Wesen sind relevant, aber auch neue Ideen werden eingebracht. Ich empfand diese Mischung als ausbalanciert und gelungen. Gefallen hat mir auch der Aufbau der magischen Akademie. Hier wurden einige fantastische Ideen eingebracht, welche nicht alle neuartig waren, dennoch hat es zur Story gepasst.
Die Handlung ist spannend, auf vielseitige Weise wird Spannung erzeugt. Einige Schwierigkeiten müssen gemeistert werden und nicht immer fällt es den Charakteren leicht, diese anzugehen oder am Ende dann auch zu bewältigen. Auch werden einige unerwartete Wendungen eingebaut, andere lassen sich erahnen, was aber der Spannung meiner Meinung nach keinen Abbruch tut. Im Allgemeinen fand ich es auch sehr gelungen, dass es ein paar Parallelen zu der Handlung des Buches und unserer Welt gibt. Hier werden einige Anregungen gemacht, sodass man über manche Informationen oder auch Tatsachen nochmal nachdenkt und dadurch vielleicht aus einem anderen Blickwinkel wahrnimmt.
Die Charaktere konnten mich ebenfalls überzeugen. Diese waren sympathisch dargestellt und wachsen einem im Laufe des Buches ans Herz. Auch wirkten sie auf mich durchaus lebendig, hatten ihre eigenen Ecken und Kanten, ihre persönlichen Probleme oder ihren Antrieb. Brystal ist eine angenehme Protagonistin, die es nicht immer leicht hatte. Sie wohnt in einem strengen Königreich. In diesem müssen Frauen die Kinder und das Haus hüten und den Haushalt erledigen. Aber Brystal liebt Bücher, und das Lesen oder auch das Lernen ist Frauen verboten. Dennoch findet sie immer einen Weg, ihren Leidenschaften nachzugehen. Dafür wird sie schwer bestraft und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Ihre Art ist sehr angenehm, sie wächst mit ihren Aufgaben und am Ende des Abenteuers ist sie ein viel stärkerer Charakter. Aber auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen – das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Figuren hat mir sehr gefallen.
Auch der Showdown konnte mich überzeugen – dieser war rasant und dennoch nicht zu überladen. Einige Fragen bleiben offen, sodass man auf die Weiterführung der Story gespannt sein kann.

Insgesamt konnte mich Chris Colfer mit „Tale of Magic – Eine gehemie Akademie“ überzeugen können. Mir hat das Gesamtpaket echt gefallen. Dies wird bestimmt nicht mein letztes Buch aus der Feder von ihm sein. Für dieses tolle Jugendfantasybuch vergebe ich 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2021

Die Jüdin von Magdeburg

Die Jüdin von Magdeburg
0

Der Autor Ruben Laurin hat mit dem Buch „Die Jüdin von Magdeburg“ einen weiteren historischen Roman geschrieben, in denen die Juden eine wichtige Rolle einnehmen. Bisher ist dies ein eigenständiges Werk, ...

Der Autor Ruben Laurin hat mit dem Buch „Die Jüdin von Magdeburg“ einen weiteren historischen Roman geschrieben, in denen die Juden eine wichtige Rolle einnehmen. Bisher ist dies ein eigenständiges Werk, sodass man es ohne weitere Vorkenntnisse lesen und genießen kann.

Klappentext:
Magdeburg, 1275: Eine festliche Prozession gerät zur Katastrophe. Viele Menschen sterben, beinahe auch die junge Jüdin Esther, doch der Knappe Wolfram rettet sie. Eine zarte Liebe entsteht, doch der Geldverleiher Amos will seine Tochter keinem Christen zur Frau geben. Wolfram verlässt die Stadt und wird zu einem berühmten Ritter im Dienste des Markgrafen von Brandenburg. Zwei Jahre später kreuzen sich die Wege der Jüdin und des Christen erneut. Nun ist es Esther, die Wolfram retten kann...

Der Name Ruben Laurin ist das Pseudonym von dem Autor Thomas Ziebula, von welchem ich schon mehrere Bücher gelesen habe. Er schreibt im Bereich der historischen Romane, aber auch Fantasy oder auch Krimis. Aus seiner Feder habe ich schon mehrere Bücher gelesen und bisher hat Laurin es immer geschafft, mich von seinem Schreib- und Erzähltalent zu überzeugen. Und auch bei diesem historischen Roman ist es ihm ein weiteres Mal gelungen.
Zunächst möchte ich die umfangreiche und liebevolle Gestaltung von diesem historischen Buch positiv erwähnen. Man merkt dem Buch an, wie viel Herzblut in diesem steckt. Eine wunderbare Karte vom historischen Magdeburg wurde beigefügt. Aber auch anderes Zusatzmaterial ist im Buch enthalten, welches mein Leserherz höher schlagen ließ. Besonders die Zeittafel aber auch das Personenregister habe ich gerne zur Hand genommen. Auch das Nachwort des Autors ist hilfreich, wird hier nochmal auf den Unterschied von Fakten und Fiktion eingegangen.
Der Schreibstil konnte mich auch dieses Mal wieder überzeugen und in seinen Bann ziehen. Dieser ist angenehm und hat sich flüssig lesen lassen, man merkt jeder Seite an, dass der Autor mit Sprache umgehen und auch spielen kann. Sein bildgewaltiger Stil schafft es, dass ich mir alles gut vorstellen konnte. Dabei wird man in eine längst vergangene Zeit versetzt und bekommt dabei einen guten Eindruck über die damaligen Verhältnisse. Ein Bild wird gemalt, wie es damals vielleicht gewesen sein könnte. Sein bildhafter Schreibstil verschafft es, das man in das 13. Jahrhundert zurück katapultiert wird und alles hautnah miterleben kann.
Ruben Laurin hat für dieses Buch eine umfangreiche Recherchearbeit geleistet, was man dem historischen Roman auf jeder Seite anmerkt. Ich persönlich habe viel über das Leben in Magdeburg im 13. Jahrhundert gelernt. Mir persönlich haben die Darstellungen des Lebens der einfachen Bevölkerung gut gefallen. Man erfährt viel über die Lebensumstände, womit das einfache Volk aber auch der kirchliche Mensch zu kämpfen hatte. Ganz besonders hat mir aber die Darstellung der Juden in Magdeburg zugesagt. Schon damals wurden sie abgegrenzt und ausgenutzt. Sie waren als Geldverleiher gut, wurden dann aber zur Rechenschaft gezogen, wenn mit diesem Geld etwas Unschönes finanziert wurde – obwohl sie dafür ja auch nichts konnten. Sie hatten wirklich kein einfaches Leben, mussten immer bangen, dass die christliche Kirche gegen sie vorgehen wird. Waren quasi auf ihr Wohlwollen angewiesen.
Im Nachwort merkt der Autor an, dass er schon immer einen Ritterroman schreiben wollte und ihn mit diesem historischen Roman konnte er sich endlich diesen Traum erfüllen. Was wäre ein Ritterroman ohne Minnelieder oder gedichtete Verse, heimlich vorgetragene Lieder unter dem Fenster? Aber auch blutige Schlachten und Auseinandersetzungen dürfen hier nicht fehlen. Diese werden jedoch nicht zu detailliert beschrieben, ein gutes Mittelmaß wurde hier gefunden.
Gut gefallen hat mir an diesem Buch auch die Charakterdarstellung. Sie ist detailliert und man merkt den Charakteren die Entwicklung an. Zum Beispiel an dem männlichen Protagonisten Wolfram. Zu Beginn des Buches ist er ein Knappe, der für seinen Ritter Minnelieder dichtet, damit dieser sie seiner Angebeteten vortragen kann. Doch ist Wolfram auch heimlich in diese Edelfrau verliebt und schwärmt für sie. Im Verlauf der Geschichte entwickelt er sich in einen Ritter mit Prinzipien. Er denkt über seine Taten nach und geht bedacht gegen seine Feinde vor und setzt sich auch für seine Freunde ein. Aber auch starke Frauenfiguren sind relevant für diesen Roman. Zum Beispiel die Begine Mechthild, die sich in Magdeburg behaupten muss und nicht nur Freunde in der Stadt hat. Ihre Predigten und Ansichten sind leider nicht überall beliebt und so macht sie sich einflussreiche Feinde. Aber auch die Jüdin Esther hat kein einfaches Leben und muss einige Hürden meistern und ihren Weg gehen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, sodass man einen vielseitigen Einblick in die Handlung bekommt. Auch lernt man die Charaktere besser kennen und bekommt dabei eine tiefere Verbindung zu ihnen.

Alles in allem konnte mich der Autor Ruben Laurin mit seinem historischen Roman „Die Jüdin von Magdeburg“ wieder begeistern. Mit seinem bildhaften Schreibstil und seiner gelungenen Charakterdarstellung konnte er mich in das 13. Jahrhundert befördern. Ich habe mehr über das Leben – vor allem der Juden – in dieser schwierigen Zeit gelernt. Dafür möchte ich 4,5 Sterne vergeben. Auch gibt es von mir eine Leseempfehlung für Leser von historischen Romanen.

Veröffentlicht am 22.11.2020

Schicksalswende

Die Powder-Mage-Chroniken 2
0

Der Autor Brian McClellan hat mit „Schicksalswende“ den zweiten Teil seiner Powder- Mage- Chroniken und damit den Mittelband der Trilogie geschrieben. Ich empfehle dringend, dass man bereits den Reihenauftakt ...

Der Autor Brian McClellan hat mit „Schicksalswende“ den zweiten Teil seiner Powder- Mage- Chroniken und damit den Mittelband der Trilogie geschrieben. Ich empfehle dringend, dass man bereits den Reihenauftakt „Blutschwur“ gelesen hat, da die beiden Bücher direkt aufeinander aufbauen. Ohne das Wissen aus dem Vorgänger, ist es nicht sinnvoll, dieses Buch zu lesen, da man nur sehr schwer der Story folgen kann, weil man die Zusammenhänge einfach nicht versteht.

Klappentext:
Feldmarschall Tamas’ Invasion endete in einer Katastrophe. Gestrandet hinter feindlichen Linien und gnadenlos gejagt, muss Tamas seine verbliebenen Männer auf einem waghalsigen Rückzug durch das nördliche Kez führen. In Adro will Inspektor Adamat nur seine Frau retten. Um das zu erreichen, muss er den rätselhaften Lord Vetus aufspüren – doch die Wahrheit, die er erfährt, ist düsterer als alles, was er sich hat vorstellen können. Der Gott Kresimir will den Kopf von Tamas’ Sohn Taniel – jenes Mannes, der ihm ins Auge schoss. Da Tamas und seine Pulvermagier für tot gehalten werden, kann allein Taniel den Angriff des rachsüchtigen Gottes und seiner eindringenden Armee abwehren.

Der Reihenauftakt „Blutschwur“ hat mir bereits but gefallen – es gab eine komplexe Welt, ein durchdachtes Magiesystem und vielseitige Charaktere. Daher war ich sehr gespannt, wie die Reihe wohl weitergeht. Ich hatte meine Erwartungen an den zweiten Teil und diese wurden auch nicht enttäuscht.
Auch dieses Mal ist mir der recht eigene Schreibstil von Brian McClellan aufgefallen. Er erzählt recht detailliert, man kann sich die Regionen und auch die dort herrschenden Umstände gut vorstellen. Dabei berichtet McClellan teilweise sehr militärisch, streckenweise sind die Passagen recht sachlich formuliert, schon fast emotionsarm. Und dann gibt es wieder Szenen, in denen der Humor des Autors durchblitzt, in denen einem die Charaktere näher gebracht werden und man mit ihnen mitfiebert, wo sie einen vertraut gemacht werden. Es ist manchmal nur ein schmaler Grad zwischen den beiden Facetten – aber dem Autor ist dieser Mix gut gelungen. Der sachliche Stil wird eher bei den militärischen Passagen angewendet, wo es passend zum Inhalt ist.
Das Buch ist temporeich und rasant. Es gibt viele spannungsgeladene und teilweise auch recht brutale oder auch blutige Szenen, die nicht immer für zartbesaitete Leser geeignet ist. Dies ist ein recht militärischer Fantasy- Roman und das merkt man auf jeder Seite. Es gibt viele strategische Denkweisen, aber auch Gemetzel, Hinterhalte oder auch Schlachten. Die Gegner sind hierbei sehr vielseitig – es reicht von dem Entführer der Frau bis zur gegnerischen Soldatenarmee bis zu einem wahnsinnigen Gott.
Bereits in „Blutschwur“ hat man einen Einblick in die komplexe Welt bekommen. Und dies wird im zweiten Band nochmal vertieft – man bekommt mehr Hintergrundinformationen, sowohl in Bezug auf die Vergangenheit und Geschichte der Länder als auch zu dessen Religionen oder Beziehungen untereinander. Auch lernt man die Regionen aus erster Hand besser kennen, da Tamas mit seinen Pulvermagiern eine schwierige Reise durch große Teile des Landes vom Feind Kez marschieren muss. Allgemein lernt man hier die einzelnen Länder und ihre Denkweisen ein wenig besser kennen. Mir hat dieser Einblick in die Welt gut gefallen und hat mich dieser auch näher gebracht.
Auch dieses Mal wird wieder aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt. Dadurch wird die Handlung nochmal rasanter gestaltet – man springt von einem Ereignis zum nächsten und kommt als Leser nicht zur Ruhe, genauso wenig wie die Protagonisten. Auch lernt man diese noch besser kennen, kann ihre Gedankengänge besser nachvollziehen und versteht, was sie bewegt. Es gibt viele Abenteuer oder auch Schwierigkeiten, welche gemeistert werden müssen. Oftmals müssen Niederlagen eingesteckt und überwunden werden und nicht immer können die Charaktere einfach alles abschütteln – es ist realistisch, die Protagonisten leiden und gehen nicht einfach zum nächsten Punkt über. Tamas ist auch in „Schicksalswende“ ein wesentlicher Charakter, er muss mit seinen Leuten einen schwierigen Marsch durchs Feindesland meistern – dabei lernt man ihn besser kennen und erfährt so einige interessante Aspekte aus seinem Leben. Aber auch Taniel, sein Sohn, hat weiterhin eine wesentliche Rolle. Im ersten Band hat er sich gegen Kresimir behaupten müssen und in diesem Buch leidet er an den Folgen davon. Man merkt, wie ihn dieses Ereignis mitnimmt. An seiner Seite ist Ka-Poel. Die beiden sind ein interessantes Pairing. Zu gerne verfolge ich ihre Geschichte und bin jedes Mal aufs Neue gespannt, was die beiden alles zustande bringen, wie sie über sich hinauswachsen. Auch lernt man durch die beiden immer mehr über die Möglichkeiten der Magie, sodass man einen vielseitigeren Einblick bekommt. Dann ist da noch Adamat. Durch seine Perspektive erfährt man, was so alles in Adro passiert. Dadurch bleibt man an allen Fronten auf dem aktuellen Stand und kann so manche Zusammenhänge besser im Blick behalten als die Protagonisten selber. Mir hat es gefallen, dass man einen noch besseren Einblick in die Charaktere bekommt und ihre Entwicklung aus erster Hand erfährt. Aber auch über die Götterwelt erfährt man einiges, es bleibt also weiterhin spannend.

Insgesamt hat mir „Schicksalswende – Die Powder- Mage- Chroniken 2“ von Brian McClellan sehr gefallen, eine würdige Fortsetzung zu „Blutschwur“. Dies ist ein temporeicher Zwischenteil und besticht durch seine komplexe Spannung und die vielseitigen Charaktere. Ich freue mich schon sehr auf den Abschluss der Trilogie und möchte für den zweiten Band 4,5 Sterne vergeben.