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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2021

Das Spiel konnte mich leider nicht überzeugen!

Das Spiel – Es geht um Dein Leben
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Zufällig erkennt die 17-jährige Mavie, dass sie einen leuchtenden Skorpion auf ihrer Haut trägt. Doch wie kommt dieser dorthin und was hat er zu bedeuten?

In Bozen treffen sich die Ermittler Inga Björk ...

Zufällig erkennt die 17-jährige Mavie, dass sie einen leuchtenden Skorpion auf ihrer Haut trägt. Doch wie kommt dieser dorthin und was hat er zu bedeuten?

In Bozen treffen sich die Ermittler Inga Björk du Christian Brand, um die Ermittlungen zu einem grausamen Fall aufzunehmen. Auch hier spielt der Skorpion eine tragende Rolle, der das grausame Spiel erahnen lässt.

Das Spiel – Es geht um dein Leben ist der erste Teil der Reihe um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand. Am 26. Juli erscheint mit Die Nacht – wirst du morgen noch Leben? der zweite Teil.

Leider konnte mich dieses Buch nicht vollkommen überzeugen. Der Klappentext hat mich begeistert, der Schreibstil leider nicht. Der ständige Perspektivwechsel ist für mich meistens ein absoluter Pluspunkt, in diesem Fall war das nicht der Fall. Das liegt vor allem daran, dass man nicht nur die Perspektive, den Ort und die Zeit wechselt, sondern auch die Storyline. Man erkennt zwar, dass die Story am Ende zusammenlaufen wird, aber man hat keine Zeit, um mit einer Person wirklich warm zu werden. Das hat bei mir auch dafür gesorgt, dass ich keine Unterschiede in den Charakteren wahrgenommen habe und somit keinerlei Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Ebenso werden nach über der Hälfte des Buches noch weitere Perspektiven/Charaktere eingeführt, dessen Sicht es (für mich) nicht mehr gebraucht hätte.

Inhaltlich – Taten und Motive – war das wirklich eine interessante Story, aber das Buch konnte mich einfach nicht in den Bann reißen.

Eine weitere Frage wirft für mich der Klappentext auf „Zur gleichen Zeit übernehmen die Ermittler Inga Björk und Christian Brand den Fall einer brutal im Wald ermordeten Joggerin“. Ich habe die beiden in keinem Zusammenhang mit der Joggerin gesehen.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Ein holpriger Start einer Reihe

Scherbenseele
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Immer mehr Jugendliche nehmen sich auf unterschiedlichste Weise und an unterschiedlichen Orten in Schweden das Leben. Eines haben sie jedoch gemeinsam, sie hören die Musik des gleichen Interpreten.
Zur ...

Immer mehr Jugendliche nehmen sich auf unterschiedlichste Weise und an unterschiedlichen Orten in Schweden das Leben. Eines haben sie jedoch gemeinsam, sie hören die Musik des gleichen Interpreten.
Zur gleichen Zeit werden einflussreiche Männer ermordet. Jens Hurtig ermittelt in diesen Fällen und erkennt Zusammenhänge.

"Scherbenseele" ist der erste Teil der Kronoberg-Reihe des Autorenduos Erik Axl Sund (Jerker Eriksson und Hakan Axlander Sundquist).

Der Beginn des Buches hat mich einige Nerven gekostet. Der Schreibstil wirkt abgehakt und hat sehr starke philosophische Züge. Es geht um das Leben, den Tod und die Zeit. Dinge, die in einen Psychothriller passen und gerne erwähnt werden dürfen, aber über 2/3 des Buches hatte ich das Gefühl, dass es hier hauptsächlich ums philosophieren geht.
Nach etwa 280 Seiten änderte sich der Schreibstil, die Sätze wirkten harmonischer und ließen sich flüssiger lesen. Der Fokus des Buches ändert sich indes auch und die (Selbst)Morde rücken in den Fokus. Hier steigt der Spannungsbogen deutlich und das obwohl ich das Ende vorhersehbar empfand.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Part 5: Josie Blythe

A Girl Named Josie (Breaking Waves 5)
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Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina haben sich in den Sommerferien in einem Surfcampf auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis Josie eines Tages spurlos verschwindet, ...

Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina haben sich in den Sommerferien in einem Surfcampf auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis Josie eines Tages spurlos verschwindet, die Gruppe daran zerbricht und erst Jahre später wieder zusammen findet und erfährt, dass Josie am Leben ist.

Josie war jahrelang auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, doch sich selbst hat sie dabei nie gefunden. Nun begibt Josie sich auf ihre letzte Suche, zurück in die Vergangenheit und weg von dem Mann, den sie ihr Leben lang geliebt hat - Andrea.

A Girl Named Josie ist der Abschlussband der Geschichte um die fünf Freundinnen Josie, Avery, Isabella, Lee und Odina. Aus den vier Vorgängerbänden kennt man Josies Geschichte schon relativ gut, nun wollte ich aber mehr von Josie erfahren und habe mich total über diesen letzten Band gefreut. Auch Josies Geschichte erleben wir aus zwei Perspektiven: Vergangenheit und Gegenwart, aber auch Andreas Perspektive bekommen wir zu lesen und die Vergangenheit rückt immer näher an die Gegenwart.

Ich habe mir wirklich viel von diesem Band versprochen, dementsprechend war es womöglich auch leicht enttäuscht zu werden. Josies Perspektive hat mich in sehr vielen Belangen gestört. Da wären viele Aspekte, die wir durch die Vorgängerbände bereits gelesen haben und die durch Josies Perspektive leider kaum Tiefe gewann und das obwohl sie die Hauptbeteiligte war, dennoch wirkte es eher repetitiv und weniger mit neuen Gefühlen besetzt. Das mag aber auch daran liegen, dass Josie mir mit jeder Seite unsympathischer wurde. Denn das Schlimmste waren für mich Josies Handlungen gepaart mit ihrer Gedankenwelt. Ja, sie hatte ein toxisches Umfeld und litt darunter, aber sie entschied sich jedesmal bewusst (!) dazu, Menschen die sie scheinbar liebte, zu verletzen und das macht sie nicht weniger toxisch. Hätte ich hier eine Zerrissenheit gespürt oder unsichere Gedanken wahrgenommen, dann wäre das sicherlich anders, so war es für mich leider der Inbegriff einer 'Red flag'. All ihre Aktionen waren auch super unnötig und simples reden hätte eine Menge leid erspart, dass sie von allen Seiten auch noch Verständnis für ihr Verhalten bekommt - furchtbar! Daher konnte ich die ganze Geschichte um Josie und Andrea nicht fühlen, vor allem weil Josie sich auch über zehn Jahre später null entwickelt hat und weiterhin die gleichen Fehler macht.

Deswegen bleibt A Girl Named Josie leider weit hinter meinen Erwartungen zurück und das einzig Positive war die Rückkehr nach Harbour Bridge.

Veröffentlicht am 23.05.2026

Zu viel!

Starminster - Stadt in den Wolken
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Astrid hat noch nicht viel gesehen von der Welt, lediglich die Videos, die ihre Mutter ihr zeigt. Ansonsten verbringt sie den ganzen Tag im Schuppen und träumt davon, den Sternenhimmel zu sehen. Eines ...

Astrid hat noch nicht viel gesehen von der Welt, lediglich die Videos, die ihre Mutter ihr zeigt. Ansonsten verbringt sie den ganzen Tag im Schuppen und träumt davon, den Sternenhimmel zu sehen. Eines Tages taucht eine Frau mit Flügeln auf und zeigt Astrid nicht nur mehr von der Welt, sondern auch, dass sie eine Librae ist und verspricht ihr, dass auch ihr irgendwann Flügel wachsen werden.

Starminster von Megan Hopkins wird Kindern ab 11 Jahren empfohlen, lässt sich für mich jedoch eher schwierig in ein Alter einordnen. Angesprochene Themen richten sich auf jeden Fall eher an ältere Kinder, aber Astrid hat sich für mein Lesekind (11J.) jünger angefühlt, weswegen die Protagonistin und damit auch die Geschichte für sie eher uninteressant war.

Ich möchte mit dem positiven anfangen, das ist für mich eindeutig die Welt und die Besonderheit der Librae. Die grundsätzliche Idee gefällt mir ausgesprochen gut. Der Klappentext lässt auch erahnen, dass manche Themen schwierig sein können, darauf war ich daher vorbereitet, aber am Ende hatte ich nicht das Gefühl, dass ich eine magische Geschichte gelesen habe, sondern eine Sammlung aus Alltagsproblemen, die in die Welt der Librae übertragen und stumpf übermittelt wurden.

Kinderbücher sollten definitiv gesellschaftskritische Themen beinhalten und Botschaften übermitteln, aber das eher feinfühlig, über die Geschichte und die Protagonist:innen. Starminster wählt jedoch die Brechstange, spricht alles sehr direkt an und verliert dadurch sich selbst. So werden u.a. Tierversuche, Umweltschutz/-verschmutzung, Diskriminierung, Unterdrückung und die Klassengesellschaft thematisiert und das meiste davon ganz unverblümt, ohne sich wirklich in der Geschichte um Astrid zu entfalten.

Dann kommt noch das Thema hinzu, welches sich im Klappentext andeutet. Astrid wird von ihrer Mutter gefangen gehalten, von Mrs. Wairi befreit und doch entführt, denn Astrid möchte nicht gehen und gleichzeitig verschwinden andere Kinder, auch hier geht es um Entführung und potenzielle Misshandlung. Das hätte gut ausgearbeitet werden können und bleibt für mich leider an viel zu vielen Stellen nicht richtig auserzählt und daher problematisch. Klar ist, dass die Entführungen der Kinder als schlecht dargestellt werden, aber mir fehlte die Verdeutlichung, dass es bösartige Taten sind und dahinter auch noch viel Schlimmeres steckte. Hinzukommt, dass Mrs. Wairi mit Astrid ähnliches getan hat und auch das eher nicht reflektiert wird, zumal Astrid mitgeht und dieses Thema sicherlich keines ist, das Elternteile, die ihren Kindern predigen nicht mit Fremden mitzugehen, gerne lesen.

Allein die Themen des Klappentextes hätten gereicht, um ein Buch mit knapp 250 Seiten zu füllen und die Leser:innen in die Welt von Starminster zu bringen, wenn man es reflektiert und die Figuren mit der Geschichte arbeiten. Hopkins hat sich leider dazu entschlossen, noch viele weitere Themen einzubringen und damit den Zauber der Welt verpuffen zu lassen. Auch hier, jedes einzelne Thema kann sich gut über die Geschichte erzählen lassen, aber aufgrund der geringen Seitenanzahl haben die Themen nicht genug Raum bekommen. Am besten gelang die Umsetzung noch beim Thema Klassengesellschaft, das sich über Arm und Reich, Flügge und Nicht-Flügge, sowie unterschiedliche Flügelarten präsentiert hat und in der Ausarbeitung gute Ansätze gezeigt hat, aber Wörter wie Steuern sind unerklärt noch viel zu groß für Kinder.

So bleibt am Ende eine tolle Idee, die sich leider komplett verloren hat. Eine Reihe, die vermutlich nicht weiterverfolgt wird.

Veröffentlicht am 09.05.2026

Memento Mori!

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
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Rahel Winter wird halbnackt im Schnee gefunden, doch leider kommt für sie jede Hilfe zu spät. Für Wase Rahimi stellt sich die Frage, ob die ehemalige Theaterschauspielerin Suizid beging oder kaltblütig ...

Rahel Winter wird halbnackt im Schnee gefunden, doch leider kommt für sie jede Hilfe zu spät. Für Wase Rahimi stellt sich die Frage, ob die ehemalige Theaterschauspielerin Suizid beging oder kaltblütig ermordet wurde. Noch weiß Wase jedoch nicht, dass Rahels Schicksal weit zurückreicht und mit dem Leben eines guten Freundes verbunden ist.

Vier Minuten Stille von Chris Warnat klang nach einem packenden Thriller und wurde für mich leider ein langweiliger Krimi. Ich bin kein besonders großer Fan von Krimis, die extrem viel persönliche Probleme der Ermittler beinhalten, weswegen ich aktuell auch einen großen Bogen um Krimis mache. Auf diesem Buch steht allerdings Thriller drauf und der Klappentext klang unheimlich vielversprechend, daher musste ich zum Buch greifen und wurde dementsprechend enttäuscht.

Während der Prolog noch Interesse wecken kann, verflacht dieses mit den ersten Kapiteln, die wir vor allem aus der Sicht des Ermittlers Wase Rahimi erleben. Perspektiven des Ermittlerteams können grundsätzlich spannend sein, in diesem Fall drifteten mir Wases Gedanken viel zu häufig zu unwichtigen Aspekten ab und generell wurde extrem viel Wert auf irrelevante Details gelegt, was dem Lesegefühl nicht zu Gute kam und die Geschichte langwierig und zäh wirken ließ. Der Fall selbst wurde nur peripher behandelt und entscheidende Entwicklungen gab es vor allem dann, wenn man nicht in Wases Perspektive unterwegs war.

Zum Ende hin wechselt die Perspektive durchgehend, sodass wir 1/5 des Buches gar nicht mehr aus Wases Perspektive erleben. An der Stelle nahm das Tempo für mich deutlich zu und das erste Mal kam ein Gefühl von ‚Thriller‘ auf, sodass für mich am Ende die Frage bleibt, welchem Zweck Wases Perspektive diente, wenn sich der Fall nicht aus seiner Sicht löst und wir seine Perspektive gar nicht mehr einnehmen. Unausgewogen empfand ich auch den Aspekt der Detailverliebtheit, wo zu Beginn vorbeifliegende Reiher genauer erläutert werden, werden entscheidende Szenen am Ende nicht auserzählt und nur in der Retroperspektive im Schnelldurchlauf erlebt.

Während des Lesens fällt auch auf, dass Vier Minuten Stille an Fünfzehn Sekunden anknüpft und man Beziehungen zwischen den einzelne Ermittlern wohl mit dem nötigen Vorwissen besser verstehen kann, da ich den ersten Band jedoch nicht gelesen habe, empfand ich das Geflecht an manchen Stellen eher verwirrend und würde empfehlen, den ersten Band vorab zu lesen.

Vier Minuten Stille konnte mich leider gar nicht überzeugen, der Klappentext verspricht unheimlich viel Spannung, dem das Buch nicht gerecht werden konnte. Möglicherweise geht es jenen, die besonders gerne Krimis lesen anders, aber ein Thriller war das für mich überhaupt nicht.