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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2021

Vom Spiel zwischen den Geschlechtern

Die dritte Frau
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Vor Jahren schrieb ein junger Autor einen historischen Roman über ein sehr bekanntes Gemälde, „Gabrielle d‘Estrées und eine ihrer Schwestern“. Die schöne Herzogin starb nur wenige Tage vor ihrer Hochzeit ...

Vor Jahren schrieb ein junger Autor einen historischen Roman über ein sehr bekanntes Gemälde, „Gabrielle d‘Estrées und eine ihrer Schwestern“. Die schöne Herzogin starb nur wenige Tage vor ihrer Hochzeit mit dem französischen König Heinrich IV, und zwar unter ungeklärten Umständen. Inzwischen ist der Autor in einer Schaffens- und Lebenskrise angekommen und erinnert sich daran, dass er nach Erscheinen des Romans einen wütenden Brief von einem Franzosen erhielt, der ihm vorwarf, die Geschichte überhaupt nicht verstanden zu haben. Der Autor macht sich auf die Reise zu weiteren Recherchen zu dem Gemälde – und trifft die Nichte des Briefschreibers an, die ihn auf eine besondere Weise fasziniert. Schon ist er mittendrin in einem Spiel aus Anziehung und Abstoßung, dem ewigen Spiel zwischen Mann und Frau.

Es ist schon sehr rätselhaft, was sich zwischen dem Autor und Camille abspielt, es ist ein Spiel, das immer wieder neue Geheimnisse heraufbeschwört. Camille ist die Nachfahrin der zweiten Frau auf dem Gemälde, das erfährt der Ich-Erzähler sehr schnell, doch sie gibt ihm ein Rätsel nach dem anderen auf. Dabei wird die Geschichte selbst zu einem Roman über die Entstehung eines Romans, gleichzeitig aber auch über das ewige Spiel zwischen den Geschlechtern. Der Schreibstil des Buches ist dem Geschehen angepasst und wirkt sehr literarisch. Wahrheit und Fiktion vermischen sich in der Geschichte, letztendlich kann der Autor (und auch der Leser) beides nicht wirklich auseinanderhalten.

Auch wenn die Geschichte manchmal recht unnahbar wirkte, hat sie mich gut unterhalten können. Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.

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Veröffentlicht am 23.05.2021

Ruhiger, nachdenklicher Roman

Aus der Mitte des Sees
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Der Mönch Lukas ist der jüngste Mönch einer Benediktinerabtei, deren Gastflügel gut besucht ist. Bis vor kurzem beherbergte das Kloster einen weiteren jungen Mönch, Andreas, doch dieser hat die Abtei verlassen ...

Der Mönch Lukas ist der jüngste Mönch einer Benediktinerabtei, deren Gastflügel gut besucht ist. Bis vor kurzem beherbergte das Kloster einen weiteren jungen Mönch, Andreas, doch dieser hat die Abtei verlassen und eine Familie gegründet. Während Lukas der vergangenen Zeit und der bisherigen Freundschaft mit Andreas nachtrauert, lernt er Sarah kennen. Lukas ist bisher schon täglich geschwommen, das tut er auch weiterhin: Es öffnet Körper und Geist und hilft ihm, sich gedanklich mit seiner Zukunft zu beschäftigen. Denn Veränderungen stehen an…

Es ist keine einfache Entscheidung, die Lukas treffen soll. Die Entscheidung seines Freundes, das Kloster zu verlassen, hat ihn sehr erschüttert. Die Geschichte wird aus Lukas‘ Sicht erzählt, das erleichtert es dem Leser, sich in seine Lebenswelt zu versetzen. Religiöse Themen machen zwangsläufig einen großen Anteil an der Geschichte aus. Der Autor Moritz Heger schafft es, dies unaufdringlich und überzeugend zu gestalten. So entsteht eine nachdenkliche Geschichte, die in eine Lebenswelt entführt, die so ganz anders ist als die meinige.

Diesen eher ruhigen Roman empfehle ich gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Informatives Sachbuch

Fühlen lernen
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Emojis gehören inzwischen zu unserem Alltag, wir teilen damit unsere Gefühle mit. Doch viele Menschen fühlen kaum oder gar nicht mehr richtig: Sie können ihre Gefühle nicht wahrnehmen, deuten und bewusst ...

Emojis gehören inzwischen zu unserem Alltag, wir teilen damit unsere Gefühle mit. Doch viele Menschen fühlen kaum oder gar nicht mehr richtig: Sie können ihre Gefühle nicht wahrnehmen, deuten und bewusst mit ihnen umgehen. Doch ohne Gefühle ist auch keine Bindung zu anderen Menschen möglich.

Carlotta Welding, Expertin für Emotionen und verdrängte, vergessene, übersprungene und nicht gelebte Emotionen, setzt es sich zum Ziel, über Gefühle zu informieren und den Menschen zu helfen, einen Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden. Wissenschaftlich fundiert erklärt sie, welche Bedeutung Gefühle in unserem Leben haben und wie es kommt, dass manche Menschen den Zugang zu ihren Gefühlen verloren haben. Sie beschreibt das Symptom der Alexithymie (Gefühlsblindheit) und wie sowohl Betroffene wie auch deren Umwelt damit umgehen können. Das Buch wendet sich vor allem an Laien, Fachwörter werden gut erklärt. Ziel des Buches ist es, konstruktiv mit den eigenen Gefühlen umzugehen, sowohl mit den positiven wie auch mit den negativen. Schlussendlich fehlt auch nicht der wichtige Hinweis, einen Fachmann zu konsultieren bei Verdacht auf psychische Erkrankungen.

Das Sachbuch bietet eine gute Grundlage, um (wieder) fühlen zu lernen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Suizid oder Mord?

Trauma – Kein Entkommen
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Zwei Tote werden aufgefunden, beide Taten sehen nach einem Suizid aus. Die Münchner Mordermittlerin Katja Sand hat allerdings ihre Zweifel. Doch wonach muss sie suchen, wie könnten die Tode zusammen hängen? ...

Zwei Tote werden aufgefunden, beide Taten sehen nach einem Suizid aus. Die Münchner Mordermittlerin Katja Sand hat allerdings ihre Zweifel. Doch wonach muss sie suchen, wie könnten die Tode zusammen hängen?

Katja Sand, alleinerziehend mit einer pubertierenden Tochter, dafür aber einem ausgeprägten Bauchgefühl für vertuschte Morde, bleibt hartnäckig an ihren Ermittlungen, selbst wenn ihr von weiter oben ein Maulkorb angehängt werden soll. Ihre privaten Probleme erhalten zwischendrin fast schon zu viel Gewicht, letztendlich aber hält sich das Verhältnis zwischen den privaten und den beruflichen Belangen die Waage. Wie sie sich in die Ermittlungen reinhängt, das ist sehr spannend zu lesen, bis hin zum Showdown, der ziemlich an die Nerven geht. Ihr Kollege Rudi Dorfmüller bleibt ein bisschen in ihrem Schatten, letztendlich ergänzen sich die beiden aufs beste.

Da freue ich mich schon auf die Fortsetzung mit diesem Ermittlerteam. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Ermittlungen in St. Peter-Ording

Nordwesttod
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Kommissarin Anna Wagner kommt aus München an die Nordseeküste, um im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein eine Stelle aufzubauen, die sich auf Vermisstenfälle spezialisiert. Ihr erster Fall führt sie nach ...

Kommissarin Anna Wagner kommt aus München an die Nordseeküste, um im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein eine Stelle aufzubauen, die sich auf Vermisstenfälle spezialisiert. Ihr erster Fall führt sie nach St. Peter-Ording, wo die junge Umweltaktivistin Nina Brechtmann verschwunden ist. Pikant ist, dass sie aus einer einflussreichen ansässigen Hoteliersfamilie stammt. Doch dieser Fall hat noch viel mehr Aspekte, die herausgearbeitet werden wollen – und alles unter Zeitdruck, denn jede Minute zählt. Anna Wagner soll den Fall zusammen mit Hendrik Norberg bearbeiten, der erst kürzlich seine Frau verloren hat und sich nun nach St. Peter-Ording versetzen hat lassen, seiner beiden Söhne zuliebe.

Wer die Gegend von St. Peter-Ording kennt, wird sich sehr schnell dorthin versetzt fühlen, denn das Lokalkolorit ist bestens eingefangen in diesem Buch. Das Verschwinden der jungen Nina Brechtmann wirft viele Fragen auf, die bei der Suche nach ihr beantwortet werden wollen. Interessant sind neben dem Fall selbst auch die Hintergrundgeschichten der beiden Ermittler, sie kommen dabei sehr authentisch herüber, so unterschiedlich sie sich auch geben.

Dieser spannende Krimi hat mich sowohl in den Ermittlungen wie auch durch das Lokalkolorit sehr gut unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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