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Veröffentlicht am 31.03.2017

Jack the Ripper Fans sollten zugreifen

Die Schatten von London
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Klappentext:
Der Tag von Rorys Ankunft im altehrwürdigen Internat Wexford ist gleichzeitig der Tag, an dem eine Mordserie beginnt, die ganz London in Atem hält. Jack the Ripper ist zurück, oder vielmehr ...

Klappentext:
Der Tag von Rorys Ankunft im altehrwürdigen Internat Wexford ist gleichzeitig der Tag, an dem eine Mordserie beginnt, die ganz London in Atem hält. Jack the Ripper ist zurück, oder vielmehr jemand, der exakt die Taten des Serienmörders kopiert. Unter den Augen der an den Bildschirmen mitzitternden Londoner Bevölkerung tötet der Ripper trotz Überwachungskameras und observierenden Hubschraubern weiter – und lässt die Polizei alt aussehen, so ganz ohne Zeugen. Was keiner weiß: Eine einzige Zeugin gibt es – Rory. Die junge Amerikanerin ist die Einzige, die den Mörder gesehen hat. Womöglich auch die Einzige, die ihn sehen kann? Und plötzlich ist der Ripper hinter Rory her ...

Meine Meinung:
Das Thema Jack the Ripper hat mich schon früher sehr fasziniert. Daher war ich sehr gespannt darauf, wie das Thema nun in einer neuen Geschichte umgesetzt wird.
Mir hat es sehr gut gefallen, dass wir einige Hintergründe zu dem damaligen Jack the Ripper erhalten und es auf der anderen Seite einen "neuen" Ripper gibt. Sowohl der neue als auch der alte Ripper zogen mich in ihren Bann. Ich konnte mir förmlich vorstellen, wie die Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden und wie eine wahre Hysterie entsteht. Die Faszination zu diesem Thema ist heute wie damals noch ungebrochen und machte für mich den größten Reiz des Buches aus. Zudem ist die dargestellte Karte von London ein schöner Pluspunkt. Auf dieser sind die genauen Tatorte des alten Rippers verzeichnet.

Dennoch hat das Buch mehr zu bieten als nur die Ripper-Geschichte. Es tummeln sich sogar so viele Interessengebiete wie z.B. Mystery, Thriller, Liebesgeschichte, dass für jeden etwas dabei sein dürfte. Mir waren es im Enddeffekt allerdings zu viele Interessengebiete.

Gerade der erste Teil des Buches konnte mich begeistern. Bis zur Enthüllung, was Rory nun eigentlich wirklich ist, war ich rundum zufrieden mit der Geschichte und den Personen. Nach der Enthüllung jedoch verändert sich Rory in meinen Augen zu stark. Durch ihre neuen Freunde vernachlässigt sie ihre alten Freunde.
Nicht nur davon war ich enttäuscht, sondern vor allen Dingen von der Tatsache, dass dieses Thema überhaupt nicht angesprochen wird. Ihre ehemals beste Freundin Jazza wird quasi ersetzt und niemanden (selbst Jazza) scheint dies so wirklich zu stören.
Dennoch mochte ich Rory als Charakter sehr gerne.

Auch die Liebesgeschichte tritt nach Rorys Enthüllung ein wenig in den Hintergrund. Zum Glück geht sie nicht ganz so stark verloren wie die Freundschaft zu Jazza. Dies freute mich ungemein, da ich die Annäherung zwischen Jerome und Rory geliebt habe. Toll, dass ein Liebespaar mal nicht innerhalb kürzester Zeit zueinander findet.

Dadurch das Rory etwas "Besonderes" ist, nimmt das Buch eine ganz andere Wendung als zu Beginn erahnt. Dies hat mich überrascht, konnte mich im Endeffekt aber überzeugen und bietet auf jeden Fall genug Stoff für weitere Bände.
Leider gab es im Mittelteil für mich doch einige Längen. Das Ende bietet dann einen faszinierenden Showdown und konnte mich versöhnen.

Fazit:
Ein richtig starker Anfang, ein schwacher Mittelteil und ein gutes Ende zeichnen "Die Schatten von London" aus. Aufgrund der verschiedenen Interessengebiete, dürfte für jeden etwas dabei sein und vor allen Dingen Ripper-Fans sollten sich diese etwas andere Geschichte rund um Jack the Ripper nicht entgehen lassen!

Veröffentlicht am 31.03.2017

Steigerung zu Band 1

Die maskierte Stadt
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Inhalt:
Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, die jenseits von Raum und Zeit als Tor zwischen den Welten existiert. Ihr Job ist es, einzigartige, ungewöhnliche oder rare Bücher für diese ...

Inhalt:
Irene Winters ist Agentin der unsichtbaren Bibliothek, die jenseits von Raum und Zeit als Tor zwischen den Welten existiert. Ihr Job ist es, einzigartige, ungewöhnliche oder rare Bücher für diese Bibliothek zu beschaffen. Sie hat gerade auf einer zwielichtigen Auktion einen seltenen Bram-Stoker-Text erworben, als sie und ihr Assistent Kai überfallen werden. Zu spät erkennt Irene, dass es nicht um das Buch, sondern um Kai geht. Er wird entführt, ohne dass Irene es verhindern kann.
Die Spur der Verbrecher führt in ein dunkles Venedig des immerwährenden Karnevals. Ein Ort der Masken und Geheimnisse. Und des Todes...

Meinung:
Irene Winters ist als Agentin der unsichtbaren Bibliothek immer auf der Suche und auf der Jagd nach seltenen und einzigartigen Büchern, um die verschiedenen Welten im Gleichgewicht zwischen Ordnung und Chaos zu halten.
Das Buch startet mitten in einer Auktion, bei der Irene und ihr Assistent Kai einen seltenen Text ersteigern möchten. Ich war schnell mitten in der Geschichte, da Irene durch ihre Gedanken teilweise wichtige Aspekte aus dem ersten Band noch einmal erwähnt und dadurch einige Zusammenhänge erklärt werden.

Mir war schnell klar, dass dieser Band etwas anders als der erste Band der Reihe der unsichtbaren Bibliothek sein wird. Irenes Assistent Kai wird kurz nach der Auktion entführt und kurze Zeit später ist klar, dass es bei dieser Entführung nicht um das ersteigerte Exemplar, sondern um Kai selbst geht.
Mir hat es sehr gut gefallen, dass Irenes Ziel dieses Mal ein ganz anderes ist. Auf der Suche nach Kai erlebt sie viele Begegnungen mit ihren Gegnern, aber auch mit alten Bekannten aus dem vorherigen Band. Irene ist bei der Suche nach Kai, ohne die Hilfe anderer Charaktere des Buches, auf sich allein gestellt. Dies ist jedoch ganz und gar nicht eintönig oder langweilig. Denn Irene trifft trotzdem viele Nebencharaktere der Handlung, die alle super in die Geschichte passen.
Die Suche nach Kai führt sie letztendlich in ein Venedig einer Parallelwelt, in der alle Bewohner und Besucher der Stadt Masken tragen.

Ich finde die Charaktere in diesem Band alle super gelungen und es hat Spaß gemacht, Irene bei ihrer Suche zu begleiten.
Jedoch habe ich auch kleine negative Kritikpunkte zu diesem Band: Manche Gespräche sind teilweise zu langatmig und von Kai erfährt der Leser nur durch zwei kurze Intermezzi wie es ihm geht.
Mir hätte es besser gefallen, wenn die Entführung auf zwei Handlungssträngen basiert hätte, die am Ende zusammengeführt worden wären. Dies macht eine Geschichte für mich immer noch spannender und interessanter. Aber auch so ist es der Autorin durch Irenes Ermittlungen und ihren detektivischen Gedanken gelungen ein neues spannendes Abenteuer zu schreiben.

Fazit:
Dieses Mal ist der Autorin die Umsetzung der Handlung auf jeden Fall besser gelungen. Für mich ist es eine Steigerung zu Band eins der Reihe, da die Charaktere interessanter sind und ich mich viel schneller in die Geschichte hineingelesen habe.
Ich freue mich nun schon auf Band drei der Reihe, der im März 2017 erscheinen wird, und gebe diesem Buch aufgrund meiner kleinen Kritikpunkte gute 4 von 5 Pinguinen! :)

Veröffentlicht am 31.03.2017

Ich bin besseres von der Autorin gewohnt

Die Lebenden und die Toten (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 7)
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Inhalt:
Pia Kirchhoff hat heimlich geheiratet und steht nun kurz davor mit ihrem Mann in die Flitterwochen zu fahren. Doch dann geschieht ein Mord und Pia will nur "kurz" auf der Arbeit ihre Kollegen unterstützen. ...

Inhalt:
Pia Kirchhoff hat heimlich geheiratet und steht nun kurz davor mit ihrem Mann in die Flitterwochen zu fahren. Doch dann geschieht ein Mord und Pia will nur "kurz" auf der Arbeit ihre Kollegen unterstützen. Momentan ist das K11 leider recht dünn besiedelt, da Urlaub und Grippewelle das Team deutlich geschwächt haben. Daher kann Oliver Bodenstein die Hilfe von Pia gut gebrauchen. Schnell wird klar, dass Pia ihre Hochzeitsreise nicht antreten wird. Derweil schlägt der Mörder ein zweites Mal zu. Die Polizei tappt total im Dunkeln, da es anscheinend keine Verbindung der beiden Toten zueinander gibt…

Meine Meinung:
Leider gefiel mir dieser neue Fall von Kirchhoff und Bodenstein nicht ganz so gut wie noch die vorangegangen. Zum einen liegt dies daran, dass ich gerne miträtsele wer der Mörder ist. In diesem Fall kann man dies zwar auch tun, nur tappt man einfach total im Dunkeln, da man immerzu denkt, dass der Mörder noch nicht in Erscheinung getreten sein kann, zumindest mir ging es so. Das fand ich schade und hat meine Lust am lesen ein wenig getrübt. Zwar werden wir in die Gedankengänge des Mörders mit eingebunden, doch geschieht dies bis gut zur Hälfte des Buches fast nur, wenn er einen Mord verübt oder seine Gedanken sich um die nächsten Morde drehen. Wir bekommen lange Zeit keinen Anhaltspunkt aus den Gedanken des Mörders wer sich hinter dahinter verbirgt. Dies ist auf der einen Seite natürlich Sinn der Sache, aber ich mag es nicht, wenn man so gar keinen Anhaltspunkt zum rätseln hat.

Die privaten Geschichten von Kirchhoff und Bodenstein nehmen auch hier wieder ihren Lauf. Interessant war es, mehr über Pia Kirchhoffs Familie zu erfahren. Mir ging es ähnlich wie ihrem Kollegen Kai, der nicht davon ausgegangen ist, dass Pia eine Familie hat. Bisher wurde diese einfach so gut wie nie erwähnt. Spätestens seit Weihnachten wissen wir auch warum dem so ist.
Pias Schwester Kim lernen wir dann sogar noch ein bisschen besser kennen. Ich kann allerdings nicht sagen, dass sie mir sonderlich sympathisch war. Sie blieb in meinen Augen reichlich distanziert. Ich bin gespannt, ob sie nun öfter in den Geschichten vorkommen wird und ich noch eine Chance bekomme, sie besser kennen und lieben zu lernen.

Bodenstein muss währenddessen feststellen, dass mit Inka vielleicht doch nicht alles so wunderbar ist, wie er sich dies lange Zeit eingeredet hat. Dies wird in vielen Momenten mehr als nur angedeutet. Daher gab es auch in diesem Erzählstrang ein wenig Spannung, da ich mich fragte, ob Bodenstein nun wieder alles so laufen lassen würde oder darauf reagiert.

Ein wahrer Dorn im Auge war für mich die Person "Neff". Nele Neuhaus stellt ihn als total egoistischen, besserwisserischen Profiler dar, der am Ende als totaler Idiot abgetan wird. Da frage ich mich, ob das wirklich sein muss. Ich finde es gut, wenn neue Ermittler in die Handlung eingebaut werden, dennoch sollten sie in meinen Augen auch nicht einfach irgendwelche Pausenclowns sein. Für mich war die Darstellung von Neff einfach nur total ärgerlich.

Das Thema was sich hinter dem Krimi verbirgt, nämlich "Organspende" fand ich sehr interessant. Allerdings handelt es sich auch um ein schwer zu bewertendes Thema. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir über den genauen Ablauf bei der Organentnahme noch nicht allzu viel Gedanken gemacht habe, daher hat die Autorin mir hier neue Informationen gegeben und mich zum Nachdenken angeregt.

Meistens taucht dieses Thema nur dann in den Medien auf, wenn bei der Vergabe von Organen gepfuscht oder bestochen wird, dies ist natürlich ein wenig schade, daher hat es mir gut gefallen, dass Frau Neuhaus das Thema aufgegriffen hat.

Fazit:
Ein solider Krimi, dennoch bin ich besseres von Nele Neuhaus gewohnt. Der Kriminalfall konnte mich leider nicht so recht begeistern, obwohl das Thema Organspende interessant und bei weitem kein einfaches ist. In meinen Augen ein mutiger Schritt über dieses Thema zu schreiben. Interessant sind in jedem Fall mal wieder die privaten Geschichten der Ermittler. Von mir gibt es daher glatte 4 Hörnchen.

Veröffentlicht am 31.03.2017

Bezaubernde Liebesgeschichte

Die längste Nacht
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Inhalt:
Es sind nur ein paar Sätze in einem noch unveröffentlichten Manuskript, das Vita im Arbeitszimmer ihres Vaters findet – aber etwas an ihnen verzaubert und verstört die Siebzehnjährige gleichzeitig. ...

Inhalt:
Es sind nur ein paar Sätze in einem noch unveröffentlichten Manuskript, das Vita im Arbeitszimmer ihres Vaters findet – aber etwas an ihnen verzaubert und verstört die Siebzehnjährige gleichzeitig. Wenig später bricht sie mit ihren Freunden zu einer Fahrt quer durch Europa auf und stößt in Italien durch Zufall auf den Schauplatz des Manuskripts: Viagello, ein malerisches kleines Dorf. Der Ort strahlt für Vita eine merkwürdige Anziehungskraft aus, die noch stärker wird, als ihr der Seiltänzer Luca buchstäblich vor die Füße fällt. Auf den ersten Blick ist Luca für Vita etwas Besonderes, doch etwas an ihm und seiner Familie kann sie nicht fassen. Noch ahnt sie nicht, dass er sie auf eine Reise tief in ihre Erinnerungen führen wird, an deren Ende etwas steht, was einst in Viagello geschah – in jener längsten Nacht ...


Meinung:
Nachdem Vita ihr Abi in der Tasche hat geht es mit ihren beiden besten Freunden Trixie und Danilo mit dem VW-Bus auf große Europatour. Ihre Reise führt die Freunde in das kleine Dörfchen Viagello. Dieses Örtchen löst etwas in Vita aus und die Reise nimmt eine ungeahnte Wendung. Hängt dies vielleicht mit dem unveröffentlichten Manuskript zusammen, das Vita im Arbeitszimmer ihres Vaters gefunden hat und dessen Handlungsort Viagello ist? Vita begibt sich auf eine spannende Reise und muss feststellen, dass ihre Vergangenheit noch einiges für sie bereithält.

Aufgrund des Klappentextes war ich sehr gespannt auf das Buch. Da ich normalerweise eher Fantasybücher lese, war ich neugierig darauf wie mir dieses Buch, was nicht viel mit Fantasy am Hut hat, gefallen würde.
Zu Anfang viel es mir ein wenig schwer in die Geschichte hineinzukommen. Ich konnte wenig mit Vitas Eltern anfangen und Vita tat mir aufgrund dieser Eltern einfach nur Leid. Sobald die Freunde jedoch ihre Reise beginnen war ich gefangen von der Magie die Isabel Abedis Worte in mir auslösten.
Viagello erwachte vor meinem inneren Auge zum Leben und ich konnte mir dank der tollen Beschreibungen alles ganz genau vorstellen. Ich war gefangen von der tollen Kulisse und ertappte mich dabei wie ich meinen nächsten Urlaub in eben dieses wunderschöne Dorf in Italien verlegte.
Der bildgewaltige Schreibstil machte es mir immer einfacher in die Welt von Vita einzutauchen und alles andere um mich herum zu vergessen.

Während der gesamten Geschichte rätselt man als Leser mit was das große Geheimnis hinter allem ist. Ich stellte Vermutungen an, verwarf sie wieder und überdachte alles noch einmal neu. Natürlich sind ein paar Dinge zu erahnen, aber nicht alles ist für den Leser sofort offensichtlich. Gemeinsam mit Vita suchte ich die Antworten auf ihre Vergangenheit und tastete mich Stück für Stück an diese heran.
Ein Manko war für mich jedoch, dass die restliche Handlung an manchen Stellen etwas sehr in die Länge gezogen wirkte.

Vita war mir vom ersten Augenblick an sehr sympathisch. Aufgrund ihrer nicht ganz einfachen Kindheit und Eltern, die sie etwas vernachlässigt haben, schloss ich Vita schnell in mein Herz.
Auch ihre beiden besten Freunde, die lebenslustige und unternehmungsfreudige Trixie und der ruhige Danilo, mochte ich sehr gerne. Und dann hätten wir da noch Luca, der mich mit seiner Art schnell in seinen Bann ziehen konnte.
Ganz besonders berührt hat mich die Liebesgeschichte zwischen Vita und Luca. Diese bahnt sich zeitlich gesehen zwar sehr schnell an, aber dies war keinesfalls ein Störfaktor. Man merkte einfach in jedem Satz und in jeder Geste, dass zwischen den beiden etwas ganz besonderes ist.

Fazit:
Das Buch mit seinem herrlichen Schreibstil hat es geschafft mich zu verzaubern und zu berühren. Vor allen Dingen das Geheimnis hinter allem und die zarte Liebesgeschichte konnten mich überzeugen. Von mir gibt es gute 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 31.03.2017

Coole Neuinterpretation

Die Dreizehnte Fee
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Inhalt:
Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen ...

Inhalt:
Für tausend Jahre schlief die Dreizehnte Fee den Dornröschenschlaf, jetzt ist sie wach und sinnt auf Rache. Eine tödliche Jagd beginnt, die nur einer überleben kann. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Hexenjäger erkundet sie eine Welt, die ihr fremd geworden ist. Und sie lernt, dass es mehr gibt als den Wunsch nach Vergeltung.

Meinung:
Nach ihrem über tausendjährigen Schlaf wird die Dreizehnte Fee in ihrem Turm erweckt. Ihre zwölf Schwestern haben sie vor ewiger Zeit dorthin verbannt. Gemeinsam mit dem Hexenjäger macht sie sich auf ihre Schwestern zu finden und Rache an ihnen zu nehmen. Auf dieser abenteuerlichen Reise entdeckt sie dabei, dass sie nun in der Lage ist menschliche Gefühle zu empfinden. Wer hätte gedacht, dass Menschsein so anstrengend aber auch so wunderbar sein kann?

In dieser Märchenadaption entführt uns die Autorin in eine magische Welt in der nicht jeder Gute wirklich gut ist und auch die Bösen nicht nur schlimme Eigenschaften haben. Gekonnt werden hier bekannte Märchen ausgeliehen und wunderbar neu interpretiert. Wenn ihr die Brunnenhexe, die Giftmischerin oder das Rattenbiest näher kennenlernen wollt, dann solltet ihr unbedingt zu diesem Buch greifen!
Die Idee rund um die dreizehn Feen und aus welchen Märchen/Sagen sie stammen fand ich furchtbar spannend. Natürlich lernen wir in diesem ersten Teil nicht alle dreizehn Feen kennen, dies erhöht aber meine Vorfreude auf Band 2.

Wir erfahren die Namen des Hexenjägers sowie der dreizehnten Fee erst sehr spät im Buch, dies steigert die Spannung noch einmal ungemein und macht einen gewissen Reiz aus. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist sehr speziell und besonders und konnte mich daher wunderbar unterhalten. Jedoch stellt die Beziehung zwischen der dreizehnten Fee und Elle die Liebesgeschichte total in den Schatten. Selten habe ich eine so berührende Verbindung zwischen zwei Personen gespürt!
Allgemein wurde das Gefühlsleben der Fee toll herübergebracht. Die Fee entdeckt Gefühle wie Mitleid, Erbarmen, Hoffnung, Eifersucht und Liebe. Ihre innere Zerrissenheit wurde zudem authentisch dargestellt.

An den poetischen Erzählstil der Autorin und ihre Art zu Schreiben musste ich mich erst gewöhnen und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich bis zum Ende nicht ganz daran gewöhnen konnte.
Ich hätte mir an manchen Stellen auch gewünscht, dass die Ideen noch mehr beschrieben und ausgereizt worden wären. Das Buch hätte gut und gerne 150 Seiten länger sein können, ich hätte es begeistert verschlungen.

Fazit:
Eine wahnsinnig tolle Idee und wunderbare Neu-Interpretationen der alten Märchen ließen mein Herz begeistert höher schlagen. Auch die Gefühlswelt steht in diesem Buch Kopf und dies liegt nicht unbedingt an der Liebesgeschichte, sondern viel mehr an der starken Verbindung von zwei wichtigen Charakteren. Einzig der gewöhnungsbedürftige Erzählstil der Autorin trübte meine Lesefreude ein wenig. Ich vergebe daher 4 von 5 Hörnchen.