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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2021

Spannend und rasant, das Ende für mich nicht ganz schlüssig.

Baskische Tragödie
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Luc Verlains vierter Fall führt zurück zu einem alten Fall und zu einem alten und rachsüchtigen Feind. Der Kommissar wird dadurch mit einem Teil seiner Vergangenheit konfrontiert und das in den Augenblicken, ...

Luc Verlains vierter Fall führt zurück zu einem alten Fall und zu einem alten und rachsüchtigen Feind. Der Kommissar wird dadurch mit einem Teil seiner Vergangenheit konfrontiert und das in den Augenblicken, in denen er sich mehr auf seine private Zukunft konzentrieren möchte. Er wird gezwungen, sich auf ein waghalsiges Spiel einzulassen, dass ihm nicht nur seine Karriere und seinen Leumund kosten kann, sondern auch sein Leben...

Ich kannte die Vorgängerbände nicht, konnte mich aber problemlos in die Geschichte und die Personen einfinden. Die vorherigen Romane rund um den Kommissar muss man daher nicht unbedingt kennen, um diesen Band zu lesen. Das Buch selbst ist spannend geschrieben und liest sich gut und flüssig.

Die Beschreibungen der Region mit den Schauplätzen der Handlung und die geschilderte Atmosphäre sind stimmig und lässt das Kopfkino komplexe Bilder erzeugen. Während zu Beginn das Drama rund um einen kleinen Jungen den Leser oder die Leserin mitleiden lässt und man sich in das private Glück von Luc und Anouk hineinversetzen kann, so lässt einen im Weiteren das Tempo der Geschichte keine Zeit zum Verschnaufen. Rasant entwickelt sich die Handlung weiter, die Spannung schraubt sich spiralförmig immer weiter nach oben. Wem kann Luc noch trauen, wer von den übrigen Protagonisten ist nicht korrupt?

Beim Lesen fragte ich mich, wie kann die Handlung aufgelöst werden? Schließlich konnte es nicht sein, dass die Hauptfigur zu Schaden kommt, das konnte doch nicht so enden! Luc Verlain stößt im Verlauf sowohl an seine physischen als auch an seine psychischen Grenzen. Die Hintergründe lösen sich dann unerwartet und mit Hilfe einer Rückblende auf. Ob die Erklärungen plausibel sind, muss jeder für sich entscheiden. Da der Kommissar als charakterstarke, geniale und vorausschauende Ermittlerpersönlichkeit dargestellt wird, wirkt es wieder durchaus stimmig und vorstellbar. Nur eines hat sich für mich nicht vollständig erklärt, ohne zuviel zu verraten: Wie kommt sie gerade in dem richtigen und wichtigen Augenblick genau dort hin, wo sie in dem Moment am dringendsten gebraucht wird?

Dem Buch würde ich aufgrund der strittigen Plausibiltät 3,5 Sterne von 5 geben. Da dies nicht geht und mich das Buch sonst gut unterhalten hat, vergebe ich 4 Sterne.

Trotz einiger Schwächen in Bezug auf die Glaubwürdigkeit gerade gegen Ende der Handlung kann ich den Roman als spannende Lektüre empfehlen, es wird nicht langweilig. Und wer die Region mag, findet einiges, was einen wünschen lässt, man wäre gerade jetzt dort, um Urlaub zu machen!

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Veröffentlicht am 27.05.2021

Das Lesen lohnt, mit einem „ja aber“…

Als wir uns die Welt versprachen
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Lohnt sich das Lesen dieses Buches? Ja, es lohnt sich, allein wegen der historischen Passagen, in der Romina Casagrande die Erlebnisse von Edna aus ihrer Kindheit erzählt. Die Geschichten um die sogenannten ...

Lohnt sich das Lesen dieses Buches? Ja, es lohnt sich, allein wegen der historischen Passagen, in der Romina Casagrande die Erlebnisse von Edna aus ihrer Kindheit erzählt. Die Geschichten um die sogenannten Schwabenkinder, die als billige Arbeitskräfte von ihren armen Familien an Bauern vermittelt wurden, war mir bekannt und war auch der Grund, warum mich das Buch interessierte. Dieser Teil der Erzählung ist bewegend und dramatisch zugleich. Die Schwabenkinder hatten ein schweres Leben, in so jungen Jahren hart arbeiten zu müssen. wurden dabei drangsaliert. Dennoch entsteht zwischen dem Leid eine besondere Freundschaft zu Jacob, die noch lange im Leben Ednas nachhallt.
Während der historische Teil berührt, ist es schwierig zu der alten Edna einen persönlichen Zugang zu finden. Es fängt damit an, dass ich nicht glauben kann, dass eine beschwerliche Reise von Südtirol über die Alpen bis nach Ravensburg – überwiegend zu Fuß - für eine Neunzigjährige „mit Papagei im Käfig“ realistisch ist. Edna hat zwar einen starken Willen, ist aber nicht so fit, dass ich es ihr zutrauen würde. Unterwegs hat sie einige – teils kuriose Begegnungen – die durchaus auch witzig beim Lesen wirken. Was sich mir gar nicht erschlossen hat, ist der Handlungsstrang um Adele und ihre Familie. Das fand ich einfach unnötig für das Buch an sich. Beim Lesen war ich versucht, diese Passagen nur zu überfliegen.
Dadurch wirkt die Erzählung auch seltsam zerrissen, fast wie von zwei Autorinnen verfasst. Der historische Teil wirkt gut recherchiert und wühlt auf, dem Teil, der im „heute“ spielt fehlt es an Substanz. Dreieinhalb Sterne wäre meine Bewertung, vier Sterne mit Wohlwollen, weil die Geschichte der Schwabenkinder es wert ist, dass sie so erzählt wird.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Leichte Balkonlektüre für den Sommer

Mord mit Schwips
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Romy Fuchs krempelt ihr Leben um. Nach ihrer Scheidung von Ben, Kommissar in München, gibt sie ihren Beruf als investigative Journalistin auf und kehrt in die Familien-Villa in ihrem Heimatdorf im bayrischen ...

Romy Fuchs krempelt ihr Leben um. Nach ihrer Scheidung von Ben, Kommissar in München, gibt sie ihren Beruf als investigative Journalistin auf und kehrt in die Familien-Villa in ihrem Heimatdorf im bayrischen Wald zurück. Dort arbeitet sie als Keramikkünstlerin. Als im exklusiven Seniorenheim auf Gut Luisenau, wo ihre Großtante lebt, ein Mord geschieht, erwacht ihr journalistischer Spürsinn aufs Neue. Und, welch ein Zufall, ihr Ex-Mann Ben wurde auf das Land versetzt, so dass beide wieder aufeinandertreffen. Eine Chance für die Zwei, wieder zusammenzufinden?
Das Cover verspricht zwar Lokalkolorit, die Erwartung wurde für mein Empfinden leider nicht ganz erfüllt und ist noch ausbaufähig, die eingestreuten Passagen lasen sich eher wie aus einem Lehrbuch entlehnt. Die besondere Atmosphäre der Region, finde ich, sollte verstärkt über die Charaktere entwickelt werden. Insgesamt fand ich das Buch gut lesbar, der Schreibstil ist flüssig, ich war schnell in der Geschichte drin. Gefallen haben mir als Stilmittel die kleinen, sparsam eingesetzten Rückblenden mit den Erlebnissen einzelner Personen wie beispielsweise Georg und Erika. Dadurch versteht man die Zusammenhänge und die Auslöser für bestimmte Ereignisse besser. Mir fiel es leider schwer mit den Protagonisten warm zu werden, beim Lesen fühlte ich immer etwas Distanz. Die Charaktere müssten sich in Folgebänden noch weiterentwickeln, denn auch wenn ich Sympathie für Romy und ihre Familie entwickeln konnte, fand ich Romy als gestandene Journalistin in ihrer Handlungsweise auch unreif und nicht sehr authentisch. Insgesamt eine nette Geschichte, die durchaus auch mit humorvollen Passagen punkten kann, die mich aber nicht vollständig überzeugt hat. Ich werde diese Reihe nicht weiterverfolgen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 14.05.2026

Bekannte Geschichte, modern umgesetzt

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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Wow, was ein Cover! Dazu ein toller Farbschnitt und eine Geschichte, die mich, sowohl vom Klappentext als auch von der Leseprobe her, gleich abgeholt hat. Denn die Geschichte des Zauberers von OZ hat mich ...

Wow, was ein Cover! Dazu ein toller Farbschnitt und eine Geschichte, die mich, sowohl vom Klappentext als auch von der Leseprobe her, gleich abgeholt hat. Denn die Geschichte des Zauberers von OZ hat mich schon immer begeistert. Daher musste ich das Buch auch unbedingt haben. Nur, ich nehme es gleich vorweg, hat es mich nicht ganz so gecatcht, wie erhofft.
Dorothy wächst bei Adoptiveltern auf einer Farm in Kansas auf. Sie hat einen Freund, mit dem sie aufgewachsen ist und der auf der Nachbarsfarm lebt. Alle gehen davon aus, dass die beiden heiraten werden. Ein heftiger Wirbelsturm zieht auf, sie kann sich nicht mehr in den Bunker retten und wird mit ihrem Hund Toto vom Tornado gepackt. Sie kommt in OZ an und sucht den Weg nach Hause.
Bezogen auf den Schreibstil liest sich das Buch leicht und flüssig. Nikki St. Crowe wechselt zuweilen von der Ich-Form in den Erzählermodus, daran muss man sich gewöhnen und ich fand auch, dass es letztendlich gut passte. Bei einer Romantasy hätte ich zwar grundsätzlich einen höheren Anteil an erotischen Szenen erwartet, ich habe dies jedoch auch nicht vermisst. Die bekannten Figuren aus OZ trifft man wieder, die Charaktere wurden einen Touch dunkler und mysteriöser interpretiert, aber durchaus stimmig. Wem man wirklich vertrauen kann, erschließt sich nicht gleich.
Die ersten Kapitel haben richtig Spaß beim Lesen gemacht, leider las sich der Mittelteil über Passagen hin etwas zäh, man musste sich quasi durchkämpfen und zum Weiterlesen selbstmotivieren. Ich war dann froh, dass ich drangeblieben bin, denn der Schluss hat wieder einiges wettgemacht. Nur den bösen Cliffhanger am Ende habe ich so auch nicht erwartet.

Fazit: ein über weite Strecken gut zu lesendes Buch, welches den hohen Erwartungen leider nicht vollständig gerecht wird.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Literarisches Lesestück für interessierte Kids

Der Sommer der unmöglichen Dinge
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Ferris, so benannt nach dem Riesenrad (auf Englisch Ferris Wheel), unter dem sie geboren wurde, erlebt während ihrer Ferien mit ihrer Familie einen seltsamen Sommer, der sie auf Trab hält und einige Veränderungen ...

Ferris, so benannt nach dem Riesenrad (auf Englisch Ferris Wheel), unter dem sie geboren wurde, erlebt während ihrer Ferien mit ihrer Familie einen seltsamen Sommer, der sie auf Trab hält und einige Veränderungen für alle bedeutet.
Die Geschichte, deren Handlung wahrscheinlich in den 80ern angesiedelt ist, macht es nicht leicht, sie zu bewerten. Als Erwachsene fand ich sie schön zu lesen, fand mich gut rein und hatte auch Spaß daran, den Wortschatzerweiterungen der Lehrerin Mrs Mielk zu folgen, die Ferris und ihr Freund Billy verinnerlicht haben. Es ist eine sehr nachdenkliche, literarische Geschichte, in der ein ganz eigener Klang mitschwingt und die sowohl Lachen als auch Weinen zulässt. Ich fand, dass das Buch einen roten Faden hatte und zum Ende auch rund erschien.
Ich habe aber meine Zweifel, ob das Buch für Kinder ab 10 Jahren taugt, denn ob sie den roten Faden in der Handlung entdecken werden, ist nicht gewiss. Es wird zwischen den Protagonisten gesprungen, die Persönlichkeiten und die Beziehungen untereinander werden nur angerissen, ohne tieferzugehen. Das Warum der Handlungen wird nicht wirklich hinterfragt. Alles geht einfach seinen Gang. Mit den Verlusten nachstehender Personen wird nicht erkennbar umgegangen, sie werden nicht richtig verarbeitet. Auch die Gründe für Pinkys Wandlung, Ferris jüngerer psychopathischer Schwester, sind nur zu erahnen.
Von daher bin ich zwiegespalten, ob ich dieses Buch, jenseits des derzeitigen Mainstreams, als Kinderbuch empfehlen kann. Für fortgeschrittene junge Leseratten ja. Es ist einfach mal etwas Anderes. Auch wenn mir das Buch gut gefallen hat, kann ich von daher keine echte Leseempfehlung aussprechen und vergebe nur drei von fünf Sternen.

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