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Veröffentlicht am 23.08.2021

Frauen im Wirtschaftswunder

Ein Koffer voller Schönheit
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Anne Jensen - eine typische Frau der Nachkriegszeit:

Verheiratet mit Benno, ein Kriegsrückkehrer mit immer wieder kehrenden Alpträumen, wieder tätig in seiner eigenen Tischlerei; zwei Kinder, Zwillinge, ...

Anne Jensen - eine typische Frau der Nachkriegszeit:

Verheiratet mit Benno, ein Kriegsrückkehrer mit immer wieder kehrenden Alpträumen, wieder tätig in seiner eigenen Tischlerei; zwei Kinder, Zwillinge, Hausfrau und Mutter...allerdings gibt es Probleme, in der Ehe, mit den heranwachsenden Kindern, mit dem Geschäft des Mannes. Anne muss lernen, für sich einzustehen und auch ihren eigenen Weg zu finden.

Das Cover vom Buch hat mich sofort angezogen - wunderschön mit Bildern aus der Zeit des Wirtschaftswunders gestaltet.

Die Geschichte über die eher stille, zurückhaltende Anne, die durch ihre Schwiegermutter zu ihrem Beruf als Avon-Beraterin findet und dabei viele Schwierigkeiten überwinden muss - nett erzählt, ein leichter, flüssiger Schreibstil, den man gut zum Entspannen am Feierabend lesen kann.

Das Thema an sich - interessant, es ist gar nicht lange her, dass Frauen noch nicht selbständig entscheiden durften, was sie mit ihrem Leben anfangen möchten, ob sie arbeiten gehen oder "nur" Hausfrau und Mutter sein wollen.

Leider finde ich das Thema ein bisschen oberflächlich behandelt. Es wird zwar angerissen, aber es bleibt alles an der Oberfläche. Auch die Charaktere sind zwar nett und deutlich gezeichnet, jedoch sind sie alle auch sehr eindimensional und im Grunde immer nur mit einem Wort zu beschreiben. Das ist mir auf Dauer ein bisschen zu wenig.

Daher gibt es von mir auch "nur" vier Lesesterne. Zur puren Unterhaltung und Entspannung ist der Roman empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 31.05.2021

Gute Unterhaltung

Wie Träume im Sommerwind
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Clara und Emilia, zwei Schwestern, behütet auf dem Rosenhof, einer alt-eingesessenen Rosenzüchterei, auf Usedom aufgewachsen.
Clara, die sachliche, nüchterne, streng struktierte, die bei ihrem Vater gelernt ...

Clara und Emilia, zwei Schwestern, behütet auf dem Rosenhof, einer alt-eingesessenen Rosenzüchterei, auf Usedom aufgewachsen.
Clara, die sachliche, nüchterne, streng struktierte, die bei ihrem Vater gelernt hat und im Familienbetrieb mitarbeitet. 2 Kinder, geschieden.
Emilia, die Wilde, deren Leben nicht nach einem vorgezeichneten Plan läuft, die zur Zeit der Handlung in Paris lebt.
Bei einem Unglücksfall in der Familie reist Emilia sofort zurück und findet heraus, dass nicht alles so glatt und klar im Leben ihrer Schwester lief.
Die Autorin schreibt in einem angenehmen, flüssigen Stil. Leicht, aber nicht zu platt formuliert, so dass es Spaß macht, das Buch zu lesen Die Handlung entwickelt sich spannend, manches, was ich nicht so vorher gesehen hätte, passiert. Der Spannungsbogen bleibt für mich vom Anfang bis zum Ende gehalten.
Emilia als Hauptcharakter ist für mich sehr lebenswert, ist sie doch einmal nicht die strahlende Heldin, bei der alles sofort und auf Anhieb klappt, hat sie in ihrem Leben doch einige Schwierigkeiten zu meistern.
Alles in allem für mich ein Buch, das gute Unterhaltung in einem angenehmen Schreibstil bietet. Das Cover ist ansprechend und schön und passend zum Titel gestaltet.
Wer gute Unterhaltung in einem Familienroman mag, der ist mit diesem Buch gut beraten. Daher 4 von 5 Lesersterne von mir!

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Veröffentlicht am 15.12.2020

Interessant zu lesen

Teatime mit Lilibet
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Von lilalesemaus

„Teatime mit Lilibet“ von Wendy Holden – für mich eine Geschichte über eine Person, von der ich noch nie vorher gehört hatte.

Die zweiundzwanzigjährige Marion Crawford möchte im Großbritannien ...

Von lilalesemaus

„Teatime mit Lilibet“ von Wendy Holden – für mich eine Geschichte über eine Person, von der ich noch nie vorher gehört hatte.

Die zweiundzwanzigjährige Marion Crawford möchte im Großbritannien der frühen 30er Jahre Lehrerin werden. Ihr Wunsch ist es, später in sozial schwachen Gebieten zu unterrichten und dadurch Kinder aus ihrem Elend befreien zu können. Sie ist sozial bereits während der Ausbildung engagiert und weiß, wovon sie redet.

Aber – wie so oft im Leben kommt alles anders als man denkt und plant. Durch ihre Direktorin bekommt sie einen Ferienjob in einer adligen Familie – da diese mit der englischen Königsfamilie verwandt ist, wird daraus schnell mehr und Marion findet sich als Gouvernante der späteren Königin Elisabeth II wieder.

Die Autorin beschreibt dies alles sehr gelungen. Marions Charakter ist gut gezeichnet und durchgehend waren für mich ihre Handlungen nachvollziehbar. Auch das zeitliche Colorit und die anderen Charaktere (von Königin Mary bis hin zur noch kleinen „Lilibet“) sind alle lebhaft und eindrücklich geschildert. So sehr, dass ich manchmal schlucken musste, bei der Vorstellung, wie weit entfernt die künftige Königin als Kind von der Realität entfernt war.

Der Spannungsbogen wird von Anfang bis zum Schluss gehalten, wartet doch zum Anfang die inzwischen alte Marion auf die Queen und ihre Schwester, die doch hoffentlich dieses Jahr endlich bei der alljährlichen Ferienreise nach Schottland zu ihr zum Tee kommen.

Trotzdem die Autorin in meinen Augen alles gut gemacht hat, wurde ich mit dem Buch nicht richtig warm. Vielleicht war mir das ganze Thema doch zu fern oder auch zu ärgerlich, die Vorstellung wie weltfremd jemand leben kann. Die leise Melancholie die über allem lag, das Traurige an der wahren Geschichte, die sich dahinter verbirgt... daher gibt es von mir 4 Lesesterne

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Asterix - mal anders

Asterix - Der Goldene Hinkelstein
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Asterix "der goldene Hinkelstein" - eine in Deutschland erstmals als Printmedium veröffentlichte Geschichte.
Mein Sohn liebt Comics aller Art - daher war er auch auf dieses "neue, alte" Abenteuer von ...


Asterix "der goldene Hinkelstein" - eine in Deutschland erstmals als Printmedium veröffentlichte Geschichte.
Mein Sohn liebt Comics aller Art - daher war er auch auf dieses "neue, alte" Abenteuer von Troubadix gespannt.

Bei den Galliern findet ein Musikwettbewerb statt, Troubadix darf dabei natürlich nicht fehlen. Begleitet von seinen Freunden Asterix und Obelix ahnt niemand, dass einer der Teilnehmer von einem römischen Centurio entführt werden soll - zur Unterhaltung desselben. Dies alles mündet in ein gewohnt turbulentes Abenteuer um die altbekannten Helden.

Diesmal wird die Geschichte nicht in altbewährtem Comic-Stil erzählt, sondern eher in Bilderbuchform mit Dialogen, wie in einem Theaterstück. Gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem unterhaltsam. Die Bilder sind bestechend schön und extrem liebevoll gestaltet.

Meinem Sohn hat es gefallen. 4 Lesesterne dafür, einer wird abgezogen, da der Stil der Geschichte gewöhnungsbedürftig ist.

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Veröffentlicht am 16.10.2020

Das Schweigen nach dem Krieg

Ada
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Ada - kurz vor Kriegsende im Februar 1945 geboren, wandert ihre alleinstehende Mutter nach Kriegsende nach Argentinien aus. Nach einigen Jahren kehrt die Mutter mit der inzwischen 9jährigen Ada in die ...

Ada - kurz vor Kriegsende im Februar 1945 geboren, wandert ihre alleinstehende Mutter nach Kriegsende nach Argentinien aus. Nach einigen Jahren kehrt die Mutter mit der inzwischen 9jährigen Ada in die Heimat Deutschland zurück. Eine Heimat, die Ada jedoch völlig fremd ist und deren Sprache sie nicht spricht. Über ihr Aufwachsen in dieser fremden Heimat, um immer neu auftauchende Familiengeheimnisse, um das Schweigen der Kriegsgeneration über die jüngste Geschichte und das Erleben von Krieg, Gewalt und Hass dreht sich Adas Erzählung.

Ada erzählt ihre Geschichte in Rückblenden und in der "Jetzt-Zeit" des Buches im Deutschland der Wendezeit. Man erlebt die Schwierigkeiten, die durch die Sprachlosigkeit der Mutter in der Mutter-Tochter-Beziehung entstehen hautnah mit. Ada möchte lieben - und leidet nur. Sie versteht die Welt nicht, versteht ihre Mutter und ihren Vater nicht, versteht nicht, warum man ihr einen Teil der eigenen Geschichte - nämlich ihr "jüdisch-sein" - verheimlicht. Sie fängt an, sich mit den 68ern gegen das Schweigen über die jüngste Vergangenheit aufzulehnen, sucht immer wieder einen eigenen Weg und fühlt sich immer wieder als gescheitert, als nicht ausreichend gut genug für sich, ihre Eltern und die ganze Welt.

Adas schwieriger Weg, der in einer langen Therapie endet und mit einem einigermaßen hoffnungsvollen Ende, wird anschaulich und unpathetisch erzählt. Christian Berkel nutzt eine ansprechende, klare, eindrucksvolle Sprache ohne viele Umwege. Ich musste immer weiterlesen, es entwickelte sich eine "Sogwirkung".

4 Sterne trotzdem nur von mir, weil ich mich nach dem Buch fragte, was es mir eigentlich sagen wollte. Spannend und gut zu lesen, jedoch bleiben bei mir so einige Fragezeichen.

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