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Veröffentlicht am 19.12.2017

konnte mich einfach nicht packen

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
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Der Dieb Sam gelangt durch eine List an einen Job als Palastwache. Doch er darf nicht, wie gewünscht, den Weißen König bewachen, sondern bekommt einen Posten in der unterirdischen Stadt der Bücher. Die ...

Der Dieb Sam gelangt durch eine List an einen Job als Palastwache. Doch er darf nicht, wie gewünscht, den Weißen König bewachen, sondern bekommt einen Posten in der unterirdischen Stadt der Bücher. Die befürchtete Langeweile droht ihm dort allerdings nicht, denn schnell häufen sich die mysteriösen Ereignisse.

Die Bücherstadt sowie die fantastischen Wesen haben mir gut gefallen. Die Märchenfiguren sind ungewöhnlich und immer wieder für Überraschungen gut.

Sam ist ein spannender Charakter. Er will seine Vergangenheit als Dieb hinter sich lassen. Er besitzt dadurch geschulte Fähigkeiten und nimmt seine Umgebung immer aus den Augen des Diebes wahr. So richtig warm bin ich mit ihm aber dennoch nicht geworden. Dies mag auch an dem eher distanzierten Erzählstil des Er-Erzählers gelegen haben. Zudem hatte ich nur selten das Gefühl, die Geschichte eines 25-jährigen zu lesen. Oft wirkte Sam in seinen Handlungen und auch seinen Aussagen auf mich deutlich jünger.

Der Klappentext des Buches hat mich total neugierig gemacht. Leider konnte mich die Geschichte aber nicht wirklich fesseln.
Der Autor hat einen sehr detaillierten Erzählstil. Doch teilweise empfand ich die immer neuen ausführlichen, ausschweifenden Beschreibungen der – durchaus reizvollen – Orte mit der Zeit als langatmig.
Zwar hat mich das Rätsel um die Herkunft der Fantasywesen neugierig gemacht, trotzdem konnte mich die Geschichte einfach nicht packen. Es gibt viele langatmige Passagen, in denen die Handlung nur wenig vorankommt. Spannung kam für mich nur an wenigen Stellen auf.
Es gibt etliche Kampfszenen, dabei empfinde ich es aber immer als störend, wenn die Feinde erst lange Plaudern und offene Fragen beantworten, bevor sie aufeinander losgehen. Die eigentlich dramatischen Szenen werden dadurch in die Länge gezogen und die Brisanz aufgelöst.

Am Ende des Buches gibt es einige Verluste zu verzeichnen. Einige offene Fragen sind beantwortet, doch insgesamt bleiben noch viele Handlungsstränge offen.



Obwohl mir die Idee der Geschichte gefallen hat, habe ich die Handlung größtenteils als langatmig empfunden. Die Bücherstadt sowie die vielfältigen Fantasywesen sind spannend, an Protagonist Sam kam ich allerdings nicht heran. Durch die letzten Seiten musste ich mich regelrecht durchkämpfen, sodass ich die Reihe wohl nicht weiterlesen werde.

Veröffentlicht am 10.06.2024

weder Thrill noch Romance

Insight – Dein Leben gehört mir
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Das Instagram-Influencer-Thema klang für mich sehr interessant. Die Schattenseiten der Internetwelt werden aufgezeigt. Valerie Sophie hat mit täglichem Druck und Konkurrenzkampf zu kämpfen. Der Spaß ist ...

Das Instagram-Influencer-Thema klang für mich sehr interessant. Die Schattenseiten der Internetwelt werden aufgezeigt. Valerie Sophie hat mit täglichem Druck und Konkurrenzkampf zu kämpfen. Der Spaß ist ihr zuletzt abhanden gekommen, stattdessen geht es vorrangig um Zahlen, da entsprechende Verträge hinter ihren Posts stecken. Wenig überraschend entwirft sie auf ihrem Kanal eine Scheinwelt und lässt ihre Follower sehen, was diese sehen sollen.
Neben Fans gibt es die Neider, Beschimpfungen, Beleidigungen und Häme in Kommentaren.
Und in der Anonymität des Internets gibt es immer wieder unangenehme Nachrichten – belästigende, übergriffige Nachrichten, was ein zentrales Thema des Buches ist. Denn Valerie bekommt nicht nur regelmäßig Fotos nackter Körperteile, sondern auch an sie persönlich adressierte Nachrichten, in denen der Schreiber seine sexuellen Fantasien mit ihr wiedergibt, dabei immer aufdringlicher wird und sich aus dem Internetrahmen wegbewegt.
Valerie Sophie erstattet Anzeige – und wird von den Polizisten nicht ernst genommen. Viel mehr sei sie selbst Schuld, so wie sie sich im Netz präsentiert. Victim Blaming wird an verschiedenen Stellen thematisiert.
Erst ein alter Schulfreund, der inzwischen Polizist ist, nimmt sich der Sache an.

Angesprochen hatte mich auch die „Romance & Thrill“-Beschreibung des Verlages. Beides habe ich vergeblich gesucht. Die Liebesgeschichte entwickelt sich ziemlich aus dem Nichts, die Gefühle sind nicht spürbar. Bis zuletzt habe ich mich gefragt, was Paul in Valerie Sophie sieht. Und die erhoffte Thriller-Spannung bleibt ebenfalls aus. Zwar gibt es kleine mysteriöse Momente, wirklich brenzlig oder aufregend wird es aber zu keinem Zeitpunkt.
Stattdessen plätschert das Geschehen die meiste Zeit vor sich her und man kann den endlosen, nervigen inneren Monologen der Protagonistin folgen.

Mit dieser hatte ich ohnehin meine Probleme. Mir war Valerie Sophie unglaublich unsympathisch. Sie ist der Mittelpunkt ihrer Welt und denkt ausschließlich an ihre Probleme, ihre Followerzahlen und ihre Einnamen. Dementsprechend erwartet sie natürlich auch, dass sich jeder auf der Stelle um ihre Sorgen kümmert und sie bestenfalls sofort beseitigt. Und sie hat natürlich jedes Recht, darauf zu beharren, dass die Polizei sie ernst nimmt. Ihre Art und Weise gefiel mir dabei aber nicht.
Immer wieder wird angedeutet, dass Valerie Sophie ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit mit sich herumträgt – je weiter sich die Hintergründe dafür erschließen, desto unverständlicher wird ihr Gehabe.

Die Suche nach dem Täter bringt leider auch kaum Spannung in die Geschichte. Stattdessen kommt diese mit einem unnötigen Logikfehler daher (es gibt eine Sendungsnummer, durch die die Absenderfiliale eines Paketes ermittelt werden kann. Nun sollen mehrere Tage Videoaufnahmen durchgeschaut werden, um den Absender zu finden – dabei gäbe die Sendungsnummer ja nicht nur Auskunft wo, sondern auch wann das Paket eingeliefert wurde…), der wiederum vermeidbares Drama nach sich zieht.

Am Ende kommt die Geschichte mit einer Wendung daher, die sich im Verlauf bereits angedeutet hat und die Figuren auch nicht mehr sympathischer macht…

Fazit

Für mich gab es weder Thrill noch Romance. Die Liebesgeschichte war für mich nicht nachvollziehbar. Das ich die Figuren nicht mochte, trägt sicher auch seinen Teil bei. Und auch die erhoffte Spannung blitzt nur in wenigen Augenblicken durch.

Veröffentlicht am 10.07.2022

auf vielen Ebenen anstrengend

The Truest Thing - Jeder Moment mit dir
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Emery eröffnet in einem kleinen Küstenort ein Buchcafé. Die schüchterne, junge Frau benötigt einige Zeit, im Dorf Anschluss zu finden, da sie sich anderen Menschen nicht leicht öffnet. Nur einer weckt ...

Emery eröffnet in einem kleinen Küstenort ein Buchcafé. Die schüchterne, junge Frau benötigt einige Zeit, im Dorf Anschluss zu finden, da sie sich anderen Menschen nicht leicht öffnet. Nur einer weckt von Anfang an ihr Interesse: der Bad Boy des Dorfes Jack, der nie feste Beziehungen hat und jeden von sich stößt – auch Emery.

Von Samantha Young habe ich bereits ein paar Bücher gelesen. „Into the deep“ habe ich sehr emotional in Erinnerung. Und die Flammenmädchen-Reihe war einfach super. Daher dachte ich, ich könnte mit „The truest thing“ nichts falsch machen. Allerdings konnte mich die Geschichte leider gar nicht überzeugen.

Es handelt sich um den vierten Band einer Reihe. Dies war mir bewusst. Die Vorgänger kenne ich nicht, aber die Bücher sollten unabhängig voneinander lesbar sein. Dies ist aber nur bedingt der Fall. Am Anfang werden zig Personen eingeführt und auf zurückliegende Ereignisse hingewiesen. Es gibt etliche Andeutungen, aus denen sich der Kontext nicht vollständig erschließt, die für die aktuelle Handlung aber auch gar nicht wichtig sind. Im Verlauf gibt es zu jedem der anderen Paare so viele Details, dass man die anderen Bücher hinterher auf jeden Fall nicht mehr lesen muss, aber dennoch empfand ich es bis zuletzt als wirr und unübersichtlich. Und schlicht unnötig.

Auch den Erzählstil empfand ich als anstrengend. (Den Schreibstil übrigens auch, irgendwie ist die Übersetzung ein wenig holprig). Nach dem Start in der Gegenwart, in dem total viele Ereignisse zwischen Jack und Emery angedeutet werden, erfolgen zahlreiche Zeitsprünge. Zunächst 9 Jahre zurück, dann 7 Jahre … Zeitlich chronologisch wird sich in kleinen, teils unzusammenhängenden Episoden wieder ins Jetzt zurückgearbeitet, bevor die Handlung dann weiterläuft. Dabei fiel es mir schwer, die Verbindung, die beide spüren, nachzuempfinden. Schließlich scheint es nur wenige Begegnungen zwischen ihnen gegeben zu haben und noch weniger Gespräche.

Und nicht zuletzt konnte mich auch die Story an sich nicht überzeugen. Dies liegt vor allem an Jack, der sich durchweg wie ein Vollidiot benimmt.
Er hat seine Gründe, keine Frage. Aber wie kann man denn jedes Mal so komplett daneben liegen? Mit dem Gedanken, andere zu schützen, stößt er allen vor den Kopf, verletzt Freunde, bricht Freundschaften ab und bricht Herzen… Und trotzdem meint er, damit etwas Gutes getan zu haben. Allerdings bezieht er bei all diesen Entscheidungen die Personen nicht mit ein, für die er die Entscheidungen trifft. Er entscheidet, was sein Umfeld denken und fühlen sollte. Er ist zu allen schroff und gemein. Geht es ihm schlecht, sucht er Emerys Nähe, um ihr dann im nächsten Moment wieder vor den Kopf zu stoßen. Emery lässt dies ein Stück weit mit sich machen, zieht aber zum Glück irgendwann eine Grenze.
Und als Jack seine Meinung ändert, haben alle anderen das doch bitte auch zu tun.
Mit seinem Verhalten provoziert er unglaublich viel, oft absolut unnötiges Drama, welches sich durch das komplette Buch zieht. Was für die Figuren emotional wird, empfand ich überwiegend als nervig.

Das Ende ist dann ganz süß – aber nur, wenn man alles, was zuvor passiert ist, ausblendet.

Fazit

Bad Boy mit krimineller Familie trifft schüchternes Mauerblümchen ohne Erfahrung. Für die zwei ist es Liebe auf den ersten Blick – das ist insofern gut, als das es die Basis für diese Liebesgeschichte liefert, denn miteinander reden tun die zwei jahrelang kaum. Für mich war weder die Gefühlsentwicklung nachvollziehbar noch Jacks Verhalten verständlich. Dadurch habe ich mich über weite Strecken durch das Buch mit seinen tausend Dramen gequält. Einzig das Ende hat mir ein wenig gefallen, oder hätte es, wenn ich nach all dem Mist noch Sympathiepunkte für Jack übrig gehabt hätte…

Veröffentlicht am 03.06.2021

manchmal witzig, aber doch meist langatmig

Das Faultier bewegt sich wie Opa
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Das Buch enthält eine Sammlung von Kindersprüchen – manche sind wirklich witzig, andere verstehen aber wohl nur die Beteiligten, die den entsprechenden Kontext kennen und bei wieder anderen zeigt sich ...

Das Buch enthält eine Sammlung von Kindersprüchen – manche sind wirklich witzig, andere verstehen aber wohl nur die Beteiligten, die den entsprechenden Kontext kennen und bei wieder anderen zeigt sich halt einfach, dass Kinder bis zu einem gewissen Alter schonungslos, ungefiltert die Wahrheit raushauen.

Die Sprüche sind ein wenig thematisch sortiert, wobei sich manche Zitate für verschiedene Bereiche geeignet hätten und erst durch die Überleitungen eine Art Kontext erhalten.

Anstrengend fand ich mit der Zeit genau diese Überleitungen zwischen den Sprüchen. Jedes Zitat wird mit einem kurzen Kommentar der Autorinnen eingeleitet, wobei diese teilweise unnötig klischeegeladen sind oder extrem gewollt wirken (ohne wirklich witzig zu sein).

Neben einer kurzen Einleitung zu jedem Thema gibt es auch jeweils einen Kapitelabschluss, zum Beispiel mit Erziehungstipps, einem kurzen Expert/inneninterview oder Taschengeldrichtlinien. Aufgrund meines pädagogischen Alltags finde ich diese Kapitelabschlüsse sehr interessant, frage mich aber, ob sie tatsächlich in das Buch passen – ist es nun Ratgeber oder (lustige) Sprüchesammlung? So ganz zusammenfügen tut es sich letztlich nicht.

Fazit

Eine Leseempfehlung aussprechen kann ich nicht. Es ist halt eine Sammlung von Kindersprüchen, wie sie jede/r kennt, der im Alltag mit Kindern zu tun hat. Es sind keine Witze, die darauf abzielen, tatsächlich komisch zu sein.
Manche der Sprüche haben mich durchaus zum Lachen gebracht, aber viele fand ich doch eher nichtssagend, da sie ohne den entsprechenden Zusammenhang nicht wirklich eingeordnet werden können.
Die Kapitelabschlüsse mit den Erziehungstipps und Interviews fand ich persönlich am interessantesten an diesem Buch, hätte ich aber eher in einem Erziehungsratgeber erwartet und nicht in einem Buch, das der Kategorie „Humor“ zugeordnet ist.
Wirklich anstrengend finde ich die erzwungenen, klischeegeladenen Übergänge zwischen den einzelnen Kinderzitaten, durch die das Buch auf das doppelte Volumen anwächst, ohne dadurch mehr auszusagen.

Veröffentlicht am 16.03.2020

400 Seiten Langeweile :-/

Sweet Sorrow
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Der Klappentext klang super, weckt in meinen Augen allerdings völlig falsche Vorstellungen von der Geschichte. Denn das erwähnte Wiedersehen, welches große, verwirrte Emotionen hätte mit sich bringen können, ...

Der Klappentext klang super, weckt in meinen Augen allerdings völlig falsche Vorstellungen von der Geschichte. Denn das erwähnte Wiedersehen, welches große, verwirrte Emotionen hätte mit sich bringen können, spielt eine sehr untergeordnete Rolle.

Ich habe nicht wirklich gut ins Buch hineingefunden. Es gibt zahlreiche Zeitsprünge innerhalb der Handlung. Charlie blickt auf seine Jugend zurück, erzählt dabei allerdings nicht chronologisch, sondern springt in einem Zeitraum weniger Jahre (Monate?) immer mal wieder hin und her, ohne dass die zeitlichen Zusammenhänge dabei so richtig deutlich werden.
Ganz selten gibt es auch einen Blick in das Leben des 20 Jahre älteren Charlie, der offensichtlich der Ich-Erzähler ist und auf seine erste Verliebtheit zurückblickt.

Die Handlung konnte mich einfach nicht packen. Charlie erlebt eine schwierige Jugend, muss viel Mist innerhalb von Familie und Freundeskreis durchstehen. Doch die zufällige Begegnung mit Fran, die ihn direkt fasziniert, gibt ihm ein Ziel und Hoffnung. Die Liebesgeschichte ist ganz niedlich, aber bis es dahin kommt, gibt es so unglaublich viele langwierige Passagen, in denen gefühlt nichts passiert. Dabei ist Charlies Leben, das ganze Familiendrama, die Suche nach sich selbst und die Hoffnung, Fran für sich zu gewinnen, nicht grundsätzlich uninteressant. Aber der Schreibstil ist sehr detailliert, für mein Empfinden viel zu ausschweifend, sodass ich mich seitenlang schlichtweg gelangweilt habe. Erst auf den letzten 100 Seiten konnte mich die Handlung ein wenig packen, da etwas Schwung in die Handlung kommt. Allerdings war zu dem Zeitpunkt nur noch so wenig Buch übrig, dass mir bereits klar war, die Erwartungen, die der Klappentext bezüglich des Wiedersehens geweckt hatte, werden wohl nicht mehr erfüllt. Dementsprechend war das Ende auch eher ernüchternd, auch wenn ein paar schöne Gedanken in den Schlussszenen steckten.

Fazit

Zäh, langwierig, zu ausschweifend. Mit jeder Menge Familiendrama, Konflikten unter Freunden, der ersten Liebe und dem ganze normalen Wahnsinn des Erwachsenwerdens stecken viele Themen in dem Buch, die Potential für große Emotionen gegeben hätten. Mich konnte das Buch aber leider gar nicht berühren oder fesseln. Das Geschehen plätschert stetig vor sich hin, erst kurz vor Schluss kommt etwas Schwung in die Handlung. Hinzu kommt, dass der Klappentext völlig falsche Erwartungen geweckt hatte, die leider nicht erfüllt werden.