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Veröffentlicht am 20.05.2022

Ein Toter im Karlsgraben

Mord im Altmühltal
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Cover:
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Das Cover wirkt wunderschön idyllisch, fast wie ein Reiseführer. Auf jeden Fall ein Blickfang.

Inhalt:
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Der Hobby-Archäologe Max Meindl wird tot im Karlsgraben gefunden. ...

Cover:
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Das Cover wirkt wunderschön idyllisch, fast wie ein Reiseführer. Auf jeden Fall ein Blickfang.

Inhalt:
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Der Hobby-Archäologe Max Meindl wird tot im Karlsgraben gefunden. Sein Dackel Pippin wurde im Auto eingesperrt. Kriminaloberkommissar (KOK) Wörle ermittelt. Jedoch ist er nicht der Einzige, denn der Freund des Toten, Wendelin Hartnagel, sowie die Historikerin Ricarda Held ermitteln ebenfalls. Schnell gerät Pit Baldauf in Verdacht, ein Hotelier, der in der Nähe des Karlsgrabens einen Biergarten eröffnen wollte. Doch welches Motiv hätte er gehabt? Ricarda hat da einen Verdacht ... Und zugleich versucht sie, das Geheimnis um ihren unbekannten Vater zu lüften.


Mein Eindruck:
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Nachdem mir "Der falsche Karl Valentin" des Autors gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf seinen ersten Krimi.
Zunächst fiel es mir sehr schwer, in die Handlung hineinzufinden. Es werden anfangs viele Personen eingeführt, die Kapitel sind abwechselnd aus den Perspektiven des Kommissars Wörle, Ricarda, Wendelin, Pit und seines Sohnes Steve geschrieben. Dabei sind die Kapitel chronologisch nach Datum und Uhrzeit sortiert und benannt.
In der Regel bin ich kein Fan von Personenregistern am Anfang, da sie eher verwirren, hier hätte ich mir eins zum nachschlagen gewünscht. Zudem haben mich anfangs die ganzen Abkürzungen für die Ämter verwirrt, wie z. B. KOK für Kriminaloberkommissar oder EKHK für Erster Kriminalhauptkommissar. Diese Abkürzungen werden immer vor die Namen der Ermittler gesetzt, was das Lesen sehr sperrig und unpersönlich werden lässt. Nur der Name hätte m. E. auch gereicht.
Der Täter ist in diesem Fall recht schnell bekannt, einzig offen ist das Motiv und wann und wie die Polizei ihn verhaften kann. Offen ist dann noch das Geheimnis von Ricarda, dessen Auflösung für mich aber ab der Hälfte des Romans recht vorhersehbar war.
Ich habe die Geschichte letztendlich zu Ende gelesen, in der Hoffnung, dass es irgendeine Überraschung oder einen spannenden Showdown gibt. Doch der blieb leider aus. Das Ende ist nicht nur recht vorhersehbar, sondern ging mir dann auch zu schnell und einfach, wurde teilweise auch für meinen Geschmack zu kitschig und absurd.
Dieser Krimi konnte mich leider nicht fesseln, was nicht nur an der fehlenden Spannung lag, sondern auch daran, dass der Schreibstil für meinen Geschmack sehr emotionslos war. Ich habe die Atmosphäre sowie die Gefühle der Handelnden nicht spüren können. Ich muss in einem Krimi keine zärtlichen Liebespassagen haben, aber wenn ein Pärchen vorkommt oder sich eine Freundschaft anbahnt, dann möchte ich dies nicht nur genannt bekommen, sondern auch zwischen den Zeilen spüren können. Das war leider hier gar nicht der Fall. Die Dialoge waren sehr hölzern und ich fühlte mich sehr distanziert zu den Personen. Es war, als würde ich einen Bericht lesen.
Positiv erwähnen möchte ich aber die Tatsache, dass der Autor sehr gut recherchiert hat. Ich habe einige interessante historische Fakten über das Altmühltal und den Karlsgraben erfahren und Lust bekommen, dorthin zu fahren.


Fazit:
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Wenig Spannung, wenig Atmosphäre und Plausibilität der Lösung sowie hölzerne Charaktere - nichts für Fans von klassischen Krimis

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Veröffentlicht am 04.06.2021

(K)Ein) Krimi in Bad Reichenhall

Kurschatten-Affäre
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Titelbild:
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Das Cover wirkt irgendwie altmodisch und unscheinbar. Im Laden wäre ich auf dieses Buch wohl kaum aufmerksam geworden. Es hätte gerne etwas moderner und farbenfroher sein dürfen.

Inhalt
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Alexander ...

Titelbild:
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Das Cover wirkt irgendwie altmodisch und unscheinbar. Im Laden wäre ich auf dieses Buch wohl kaum aufmerksam geworden. Es hätte gerne etwas moderner und farbenfroher sein dürfen.

Inhalt
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Alexander »Sascha« Maiensäss hat vor einiger Zeit sein Medizinstudium abgebrochen, wohnt in der geerbten Villa mit seiner Tante Paulina zusammen und hält sich als Croupier eines Spielcasinos sowie diversen Nebenjobs über Wasser.
Als ein Freund, der Physiotherapeut ist, ihn bittet, ihn für eine Massagestunde zu vertreten, lernt er Mira Schimmel kennen, die sich in Bad Reichenhall zur Kur befindet. Er beginnt eine Affäre mit ihr, was sich wenig später, als ihr Ehemann sie besucht und kurze Zeit darauf erschossen wird, für ihn als verhängnisvoll erweist.

Meine Meinung
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Gleich vorneweg: Die Beschreibung verspricht mehr, als die Handlung letztendlich einhalten kann. Die Geschichte baut sich anfangs sehr gemächlich auf und es dauert ewig, bis tatsächlich etwas passiert. Indes hat der Leser schon sehr schnell eine Ahnung, wer der Täter ist, man wartet eigentlich nur gespannt darauf, wann es dann endlich zum angekündigten Mord kommt. Dieser geschieht leider recht spät, sodass für die Aufklärung nicht mehr viele Seiten benötigt werden. Im Prinzip ist am Ende nur spannend, wie Sascha und seine Freunde es schaffen, den Täter zu stellen, denn im Vergleich zum Leser sind sie zunächst ahnungslos. Es gibt eine Passage, in der es die Autorin schaffte, tatsächlich für einen kurzen Moment meinen Verdacht auf jemand anderen zu lenken, aber dieser Moment verging genauso schnell, wie er gekommen war. In meinen Augen handelt es sich hierbei eher um einen Urlaubsroman mit Krimi-Elementen als um einen "echten" Krimi.
Sascha ist auch nicht der angekündigte typische Hochstapler, sondern stolpert viel mehr in die Situation hinein und belässt sich für eine Weile darin, weil es einfach bequem so ist. Die kriminelle Energie eines Hochstaplers kann er nicht aufbringen, was ihn mir fast schon ein wenig sympathisch macht, seine Ansicht zu Frauen und Affären mit ihnen gefällt mir dagegen weniger. Amüsant sind stellenweise die Dialoge mit Tante Paulina, die mir sehr sympathisch ist, weil sie ähnlich einer Miss Marple den größten Durchblick hat und Saschas Leben und seine Absichten pointiert kommentiert.
Gut gefallen hat mir schlussendlich noch der Flair von Bad Reichenhall, der sich durch die Handlung zieht und gleichsam lernt man noch etwas über die Welt der Spielcasinos.

Fazit
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Urlaubskrimi mit Bad Reichenhaller Flair und mäßiger Spannung - Seichte Unterhaltung für zwischendurch

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Veröffentlicht am 13.05.2021

Traurige Hundegeschichte..

Bonnie Propeller
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Die Erzählung handelt von der Sicht einer Hundebesitzerin, die zuvor 2 Hunde hatte, die mittlerweile verstorben sind und die unbedingt einen weiteren Hund braucht als eine Art Selbsttherapie, um einen ...

Die Erzählung handelt von der Sicht einer Hundebesitzerin, die zuvor 2 Hunde hatte, die mittlerweile verstorben sind und die unbedingt einen weiteren Hund braucht als eine Art Selbsttherapie, um einen Grund zu haben, das Haus zu verlassen und ihrem Leben Inhalt zu geben. So in etwas beschreibt sie dies auch auf den ersten Seiten. Für mich klang das weniger nach Liebe zum Tier als die Anschaffung des Tieres fürs eigene Ego. Und ungefähr so lesen sich auch Teile der Erzählung. Sie vergleicht Bonnie, die neu zu ihr kommt, immer wieder mit den Vorgängerhunden und sieht zunächst das Negative in ihr, will sie anfangs wieder zurückgeben. Erst nach und nach sieht sie auch Bonnies Vorzüge und behält ihn. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und die Beschreibungen von Bonnie haben mein Herz berührt. Ich habe das Buch in einer knappen Stunde in einem Rutsch gelesen. Allerdings bin ich mit der Erzählering überhaupt nicht warm geworden und ihre Gefühle konnte ich leider nicht nachvollziehen, eher tat mir Bonnie leid, dass sie den überzogenen Erwartungen ihrer neuen Besitzerin gegenüberstand, die sie nicht einfach so akzeptieren wollte, wie Bonnie ist. Den angepriesenen Humor und das "Warme" in der Erzählung habe ich leider vermisst und auch das Ende fand ich nicht besonders gelungen. Daher kann ich leider nur 2 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Einschlafbuch für kleine Kinder

Der kleine Bubu. Mittagsschlaf ganz schnell und fix? Der Bubu, der kennt alle Tricks!
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Gestaltung:
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Die Illustrationen der Bubus sind sehr liebevoll. Diese Figuren laden beim Betrachten zum Kuscheln ein. Optisch ist das Buch sehr ansprechend und es macht Spaß, es durchzublättern.

Mein ...

Gestaltung:
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Die Illustrationen der Bubus sind sehr liebevoll. Diese Figuren laden beim Betrachten zum Kuscheln ein. Optisch ist das Buch sehr ansprechend und es macht Spaß, es durchzublättern.

Mein Eindruck:
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Die Bubus sind zwei kuschelige Wesen, die den Menschen den Schlaf bringen. Wobei sich dieser nicht nur wie in der Beschreibung auf den Mittagsschlaf beschränkt, sondern auch den Abendschlaf beinhaltet.
Beide sind geschlechtsneutral und haben keine Namen, sie sind "das große Bubu" und "das kleine Bubu".
Die Geschichte ist in Reimen verfasst, die gut zu lesen sind und für Kinder einprägsamer als reiner Fließtext. Allerdings wirken einige Reime etwas zu konstruiert und holprig. Für Erwachsene nicht immer gut vorzulesen.

Die Situationen sind vielen Eltern sehr bekannt: Das Kind, das partout nicht Mittagsschlaf machen will, dann aber plötzlich doch in Schlaf versinkt oder das Kind, dem abends tausend unerledigte Sachen einfallen, bevor es zur Ruhe kommt. Diese Momente bringen besonders die Erwachsenen beim Vorlesen zum Schmunzeln.
Allerdings werden auch ein paar Erwachsene beschrieben, die vom Schlaf übermannt werden, wie eine ältere Dame, die sich mittags zur Ruhe legt. Ein Zeichen für Kinder, dass sie nicht die Einzigen sind, die Schlaf benötigen.

Die Idee mit den Bubus finde ich niedlich, aber die Handlung wirkt etwas willkürlich, hat keinen roten Faden und auch das Konzept mit den Bubus, wie sie leben und auf welche Weise sie den Schlaf bringen, ist wenig durchdacht. Natürlich ist das Buch für kleine Kinder ab 3 Jahren gedacht, die weniger hinterfragen. Dennoch konnte mich die Umsetzung nicht ganz überzeugen.

Fazit:
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Das Thema Schlaf mit niedlichen Illustrationen, aber etwas holprigen Reimen für kleine Kinder zum Vorlesen umgesetzt.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Unglaubwürdiges Drama

Die Schanze
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Inhalt:
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"Als er den Weg erreichte, blieb er noch einmal stehen, legte den Kopf in den Nacken. Da hing er. Ein Mahnmal am Himmel. Vor den Bergen fast nur ein Strich, aber spätestens ...

Inhalt:
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"Als er den Weg erreichte, blieb er noch einmal stehen, legte den Kopf in den Nacken. Da hing er. Ein Mahnmal am Himmel. Vor den Bergen fast nur ein Strich, aber spätestens am Morgen würde er in der Sonne glänzen. Jetzt war er doch zufrieden. Es kam seiner Vorstellung nah. Das Ergebnis war akzeptabel. Nein! Es war wunderschön." (S. 41)

Die Ärztin Ellen Roth kehrt nach der Trennung von ihrem Freund in das Dorf zurück, in dem sie aufwuchs, um Abstand zu gewinnen. Als Neuanfang in beruflicher Hinsicht übernimmt sie die Praxis des Dorfarztes, der in den Ruhestand geht. Kaum angekommen, geschieht ein Mord: Johannes Gruber, Sohn des Bürgermeisters, hängt tot an einem Seil um den Hals von der Skischanze herab. Offensichtlich wurde er dorthin mit Hilfe eines elektischen Viehtreibers getrieben.
Ellen kennt das Opfer, denn es hängt mit schlimmen Ereignissen der Vergangenheit zusammen, die sie einst von ihrem Heimatdorf vertrieben haben. Ellen hätte damit ein starkes Motiv.

Mein Eindruck:
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Der Klappentext versprach eine sehr spannende Story, doch schon bald wurde mir diese Illusion genommen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, um zu erläutern, warum dies einer der schlechtesten Krimis ist, die ich seit geraumer Zeit gelesen habe.
Zum einen wird schnell klar, was hinter den schlimmen Ereignissen steckt. Diese werden (unnötigerweise) sehr detailreich in Erinnerungen von ihr geschildert. Ellen ist ausgebildete Medizinerin, verhält sich aber oft unprofessionell. So hat sie ihre Emotionen nicht unter Kontrolle und scheint die Ereignisse auch nicht in Form einer Therapie aufgearbeitet zu haben, denn sie haben immer noch eine sehr starke Macht über sie und ihr Verhalten.
Wer der eigentliche Mörder ist, war mir sehr schnell klar, auch wenn der Autor sich sehr bemüht, immer wieder neue Verdächtige auftauchen zu lassen. Für meinen Geschmack werden zu viele Charaktere sehr oberflächlich eingeführt. Dadurch sind die Handlungen der Personen und ihre Motivation dahinter schwer nachvollziehbar. Alle Charaktere bleiben für mich sehr blass. Es gelang mir weder Empathie, geschweige denn Sympathie für jemanden aufzubringen, nicht mal für die Protagonistin. Es hätte der Story gut getan, weniger Personen und etwas weniger Action walten zu lassen, dafür jeden Einzelnen mit seinen Motiven stärker zu beleuchten.
Dass die Polizei hier absolut nicht ermittelt bzw. niemand etwas davon mitbekommt, weil keiner näher befragt wird und sich auch niemand an die Polzei wendet, macht die Geschichte für mich noch unglaubwürdiger. Das Gleiche gilt für die plötzlich auftauchenden Gefühle zwischen Ellen und dem mitermittelnden Zeitungsreporter Merab.
Ein Pageturner war das Buch, aber eher, weil ich schnell genervt war, die detaillierten Vergangenheitsgeschichten quer gelesen habe und Ellens ständigen willkürlichen neuen Verdächtigungen keinen Glauben mehr schenken konnte. Ich wollte den Roman nur schnell durch kriegen, um am Ende meinen Anfangsverdacht bestätigt zu wissen.
Die titelgebende Schanze spielt außer als Leichenfund auch keine Rolle mehr. Ich hatte mir von Titel und Beschreibung deutlich etwas anderes erhofft, schade um die vergeudete Lesezeit.

Fazit:
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Zu viele blasse Charaktere und eine wirre Handlung mit mäßiger Spannung und sehr konstruiertem und unglaubwürdigem Ende

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