Ein Blick hinter die Kulissen
Tage mit GatsbyIn „Tage mit Gatsby“ lässt Zelda die Leser an dem Sommer teilhaben, in dem „Der große Gatsby“ entstanden ist. Sie erzählt von Partys, ihrer Ehe mit F. Scott Fitzgerald, ihrer Tochter und auch ihrer Affäre ...
In „Tage mit Gatsby“ lässt Zelda die Leser an dem Sommer teilhaben, in dem „Der große Gatsby“ entstanden ist. Sie erzählt von Partys, ihrer Ehe mit F. Scott Fitzgerald, ihrer Tochter und auch ihrer Affäre mit dem Piloten Édouard Jozan. Immer öfter fühlt sie sich von ihrem Mann alleingelassen und lediglich als Mutter und Ehefrau abgestempelt. Trotzdem bedient er sich für seine Bücher und Kurzgeschichten an ihren Ideen. Macht ihr aber immer wieder klar, dass sie als Frau keinen Erfolg als Schriftstellerin haben könnte.
Besonders am Anfang habe ich mir schwergetan, den vielen Zeitsprüngen zu folgen. Das Buch beginnt kurz vor der Abreise nach Südfrankreich. Man bekommt einen Einblick, wieso sich die junge Familie zu diesem Schritt entschieden hat. Zelda springt in ihren Erinnerungen jedoch auch immer wieder zurück zu verschiedenen Zeitpunkten in ihrer Jugend, vergangene Partys und anderen Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit. Für mich war es daher schwierig diese Erinnerungsfetzen in eine Reihenfolge zu bringen und so die Zusammenhänge richtig zu verstehen. Grundsätzlich konnte ich Zeiträume beim Lesen nur schwer einschätzen. Ein Beispiel hierfür ist die Zeit, die zwischen der Abreise und dem Einzug in die Villa liegt. Sie kam mir deutlich länger vor als fünf Wochen. Joséphine Nicolas verwendet immer wieder französische Wörter und Formulierungen. Das gibt der Geschichte nochmal mehr das Flair von Frankreich. Jedoch ist es für jemanden, der kein Französisch kann schwer zu verstehen, da nur selten eine Übersetzung dabei war.
Mir hat besonders gut gefallen, dass immer wieder Stellen beschrieben wurden, die mir aus „Der große Gatsby“ bekannt waren. Ich fand es auch sehr interessant, dass Fitzgerald so viele persönliche Erlebnisse und Personen in seine Geschichten integriert hat. Das wusste ich vorher nicht. Des Weiteren musste ich jedes Mal schmunzeln, wenn eine bekannte Persönlichkeit, wie Hemingway oder Picasso, auftauchten. Besonders hervorherben möchte ich auch noch, dass ich es sehr gut und auch wichtig finde, dass sich die Autorin anhand des tatsächlichen Schriftverkehres und Aufzeichnungen der Fitzgeralds orientiert hat und drum herum ihre Geschichte aufgebaut hat.
Im Großen und Ganzen war das Buch ein netter Zeitvertreib. Ich habe einiges über das Literatenpaar gelernt und wurde recht gut unterhalten. Ich hatte mir aufgrund des Klappentextes jedoch etwas mehr erhofft. Vor allem die für mich etwas verwirrenden Zeitsprünge und die meiner Meinung nach zu wenig ausgeführte Liaison von Zelda und Jozan haben mir nicht so gut gefallen. Auch hatte ich mir vom „Sommer der tausend Partys“ einfach mehr erhofft. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt ganz gut gefallen, schon alleine, weil man dadurch einen Blick „hinter die Kulissen“ werfen konnte.